Stadt · Japan

Sapporo

Eine junge Stadt auf einem Straßenraster im Norden Japans, in der Schnee, Ramen und Bier zusammengehören.

Über Sapporo

Reisen nach Sapporo

Sapporo ist die Hauptstadt der Präfektur Hokkaido und eine Stadt, die am Reißbrett entstand. Statt gewachsener Gassen gibt es nummerierte Blöcke nördlich und südlich des Ōdori-Parks, statt alter Tempel ein weiß gestrichenes Holzhaus im amerikanischen Kolonialstil und ein Biermuseum in einem Backsteinbau aus dem 19. Jahrhundert. Was die Stadt ausmacht, liegt dazwischen. Der Winter deckt von Dezember bis März alles zu und wird Anfang Februar im Ōdori-Park zu einem Feld aus Schneeskulpturen. Und das Essen passt dazu, Miso-Ramen mit Butter, Lamm auf der gewölbten Eisenhaube, Krabbe und Seeigel vom Markt im Zentrum.

Reiseführer

Sapporo von A bis Z

Aktualisiert September 2026

Sapporo ist keine alte Stadt. Sie entstand im späten 19. Jahrhundert auf einem leeren Raster, und das ist ihr bis heute anzusehen. Breite Achsen, nummerierte Blöcke, ein Grünstreifen quer durch die Mitte. Was die Stadt ausmacht, ist nicht ihre Geschichte, sondern ihr Winter, ihr Essen und ihr Bier.

Sehenswürdigkeiten

Die wichtigsten Sehenswürdigkeiten in Sapporo

Vier Ziele tragen die Stadt, und keines davon ist ein Tempel.

Der Ōdori-Park ist die Mitte, ein anderthalb Kilometer langer Grünstreifen, der die Innenstadt in einen nördlichen und einen südlichen Teil schneidet; am östlichen Ende steht der Fernsehturm über der Achse. Nördlich des Parks steht der Uhrturm, ein weiß gestrichenes Holzgebäude von 1878 im amerikanischen Kolonialstil, heute zwischen Bürotürmen eingeklemmt und kleiner, als ein Wahrzeichen sein müsste.

Das Bild entsteht vom Gehsteig gegenüber. Bleib, bis die Glocke schlägt, sie tut es noch. Im Osten steht das Bier-Museum in einem Backsteinbau von 1890, vom Uhrturm gut anderthalb Kilometer entfernt, im Südwesten führt eine Seilbahn auf den Moiwa. Zwischen Museum und Berg liegen gut sechs Kilometer Luftlinie, die vier Ziele sind kein Rundgang.

Sehenswürdigkeiten in Sapporo

Winter & Schneefestival

Sapporo im Winter und das Schneefestival

Der Winter ist hier kein Wetter, sondern ein Zustand, der Monate dauert.

Der Winter beginnt hier im Dezember und zieht sich bis in den März. Die Stadt ist darauf eingerichtet. Eine unterirdische Passage verbindet den Bahnhof mit dem Ōdori-Park, und wer sie nimmt, geht die Strecke im Warmen, während oben der Schnee an den Straßenrändern liegt.

Anfang Februar füllt das Yuki Matsuri, Japans größtes Winterfestival, den Ōdori-Park mit Schneeskulpturen. Manche sind haushoch, aus gepresstem Schnee geschnitten und abends angestrahlt. Ist das Festival vorbei, wird alles wieder abgetragen.

Aktivitäten & Touren in Sapporo

Essen & Trinken

Essen in Sapporo von Miso-Ramen bis Jingisukan

Die Küche der Insel ist deftiger als die des Südens, und Sapporo zeigt sie in drei Gerichten.

Der Sapporo-Ramen ist die Miso-Variante, eine kräftige Brühe mit einem Stück Butter und oft mit Mais, entstanden in einer Stadt, in der man im Januar etwas Heißes und Fettes braucht. Gegessen wird er unter anderem in der Ramen Yokochō, einer engen Gasse in Susukino mit einem Dutzend Läden nebeneinander.

Jingisukan ist Lamm, das auf einer gewölbten Eisenhaube gegrillt wird, während das Fett in die Zwiebeln darunter läuft — Hokkaidos Nationalgericht, und dazu trinkt man das Bier, das nach der Stadt heißt. Auf dem Nijō-Markt im Zentrum geht es um Königskrabbe, Seeigel und Lachsrogen, morgens auf Reis.

Restaurants in Sapporo

Susukino am Abend

Susukino und die Abende in Sapporo

Südlich des Parks beginnt das Viertel, in dem die Stadt nach Feierabend zusammenkommt.

Ōdori-Park
Ōdori-Park

Susukino liegt südlich des Ōdori-Parks und ist Sapporos Ausgehviertel. Dazwischen läuft die Tanukikōji, eine überdachte Einkaufsstraße quer durch die Blocks, die den Schnee draußen lässt. Über den Dächern dreht sich ein Riesenrad, an den Fassaden gehen die Leuchtschilder stockwerkweise hoch, und wer sich nicht entscheiden kann, geht die Ramen Yokochō ab und schaut, wo Platz ist.

Im Winter bekommt das Viertel seine eigene Physik. Der Schnee schluckt den Lärm, die Leuchtschrift spiegelt sich in den geräumten Straßen, und wer das Lokal wechselt, tritt dazwischen in klirrende Kälte hinaus.

Übernachten

Wo man in Sapporo am besten wohnt

Die Adresse verrät in Sapporo die Lage, weil sie aus Koordinaten besteht.

Kita und Minami zählen die Blöcke nördlich und südlich des Ōdori-Parks. Eine Hoteladresse mit Kita liegt also Richtung Bahnhof, eine mit Minami Richtung Susukino, und damit nimmt die Adresse der Suche schon das Raten ab. Von den Häusern, die wir listen, haben wir zwölf vermessen, und keines liegt weiter als gut anderthalb Kilometer Luftlinie von der Stadtmitte.

Die Lage ist hier also selten der Unterschied, der liegt in der Nacht und im Bad. Das Cross Hotel zwischen Bahnhof und Park trägt sich über das Gebäude und sein Bad im Dachgeschoss, auf besonders tiefen Schlaf würden wir dort nicht setzen. Im Dormy Inn Premium ist das Onsen ganz oben das Argument, im Sapporo Grand Hotel von 1934 sind es Lage und Service, und das La’gent Stay am Ōdori ist auffallend sauber geführt, dafür ist sein Zimmerbad die schwächste Stelle.

Hotels in Sapporo

Alle 28 Hotels
Anreise & vor Ort

Anreise nach Sapporo und unterwegs in der Stadt

Der Flughafen liegt außerhalb, die Innenstadt dafür in einem Raster, in dem man sich kaum verlaufen kann.

Die meisten kommen über den Flughafen New Chitose südöstlich der Stadt. Von dort führt eine Bahnverbindung direkt in den Bahnhof Sapporo. Von Honshū aus ist Sapporo auch mit dem Zug erreichbar, für die meisten Reisenden ist der Flug aber der einfachere Weg.

In der Stadt trägt die U-Bahn das meiste, dazu kommt eine Straßenbahn, die eine Schleife durch den südlichen Teil des Zentrums fährt. Eine IC-Karte gilt in beiden. Orientieren kann man sich fast ohne Karte, weil die Straßen ihre Lage im Raster im Namen tragen und jede Kreuzung sagt, wo man steht.

Berge, Parks und Sommer

Sapporo im Sommer zwischen Bergen und Parks

Sobald der Schnee weg ist, wird aus der Winterstadt eine, die nach draußen zeigt.

Mount Moiwa
Mount Moiwa

Im Westen und Südwesten steigt das Gelände an. Auf den Moiwa führt nicht nur die Seilbahn, sondern auch ein Weg durch den Wald, und dafür brauchst du Schuhe mit Profil, Stöcke schaden nicht, und du solltest wissen, dass auf Hokkaido Bären zu so einem Hang gehören. Am Ōkurayama steht eine Sprungschanze mit einer Plattform über der Stadt.

Näher am Zentrum liegt der Maruyama-Park mit dem Hokkaidō-Jingū unter alten Bäumen, am nordöstlichen Stadtrand der Moerenuma-Park, den der Bildhauer Isamu Noguchi als Landschaft aus geometrischen Erdformen auf einer früheren Deponie entworfen hat, mit aufgeschüttetem Hügel und gläserner Pyramide. Die Kirschblüte kommt hier spät im Frühjahr, zusammen mit den Pflaumen.

Ausflüge & Weiterreise

Ausflüge ab Sapporo und die Weiterreise

Einen Ausflug an die Küste führen wir ab Sapporo, die Städte zum Weiterreisen liegen nicht mehr auf Hokkaido.

Otaru liegt nordwestlich an der Küste und ist der Ausflug, den wir für Sapporo führen. Ein Kanal mit alten Speichern am Ufer, Laternen entlang des Wassers, Glasbläsereien in den ehemaligen Lagerhäusern und eine Straße, in der ein Sushi-Lokal neben dem anderen liegt.

Der Rest von Japan liegt weiter weg, als die Karte vermuten lässt. Hokkaido ist eine eigene Insel, und Ziele wie Kanazawa, Hiroshima oder Fukuoka sind Etappen einer Weiterreise, keine Tagestouren. Wer Sapporo in eine Japanreise einbaut, sollte dafür einen eigenen Abschnitt vorsehen.

Praktische Tipps

Was man über Sapporo wissen sollte

Das meiste, was hier anders läuft als im Süden Japans, hat mit dem Klima zu tun.

Sapporo-Bier-Museum
Sapporo-Bier-Museum

Im Winter entscheidet das Schuhwerk. Geräumte Gehwege frieren nachts wieder zu, und eine glatte Sohle macht aus jedem Weg eine Rutschpartie, Profil und Wasserdichtigkeit zählen also mehr als Fütterung. Drinnen ist dafür kräftig geheizt, weshalb sich Schichten mehr lohnen als ein einziger dicker Mantel.

Anfang Februar ist die Stadt wegen des Schneefestivals voll, wer in dieser Woche kommt, sollte das Hotel deutlich früher buchen als sonst. Und der Sommer ist hier kein Notbehelf, sondern die Zeit, in der viele Japaner der Schwüle im Süden entkommen.

Beste Reisezeit

Die beste Reisezeit für Sapporo

Zwei Jahreszeiten funktionieren hier gut, und sie könnten unterschiedlicher nicht sein.

Hokkaido liegt außerhalb der japanischen Regenzeit. Das prägt den Sommer in Sapporo, der ohne die Schwüle auskommt, die Tokio und Osaka im Juli und August zusetzt. Regen fällt trotzdem, am meisten im August. Der Winter dagegen ist lang: Januar und Februar bleiben im Mittel der Höchstwerte unter null, und der März kommt kaum darüber hinaus.

Das Wetterjahr

Zwei Fenster. Anfang Februar für Schnee und das Festival, wenn man die Kälte aushält. Und Juni bis September für milde Wärme und lange Tage.

Gut zu wissen

Häufige Fragen zu Sapporo

Wie viele Tage braucht man für Sapporo?
Zwei Tage reichen für die Stadt selbst. Mit dem Ausflug nach Otaru und einem Tag am Berg oder im Park werden daraus drei bis vier.
Wann ist das Schneefestival in Sapporo?
Anfang Februar, im Ōdori-Park. Die genauen Termine wechseln von Jahr zu Jahr, deshalb lohnt der Blick auf die offizielle Ankündigung, bevor du Flug und Hotel für diese Woche buchst.
Lohnt sich der Uhrturm in Sapporo?
Er ist klein und steht eingeklemmt zwischen Bürotürmen. Wer ein großes Wahrzeichen erwartet, merkt das sofort. Als Holzbau von 1878 erzählt er trotzdem, wie jung diese Stadt ist, und die Glocke schlägt noch. Komm früh, gegen Mittag wird es voll.
Lohnt sich Sapporo auch im Sommer?
Ja, und für viele Japaner ist genau das der Grund herzukommen. Während es im Süden des Landes schwül wird, liegen die Höchstwerte in Sapporo im Juli und August bei fünfundzwanzig Grad, und eine Regenzeit kennt Hokkaido nicht.
Was muss man in Sapporo gegessen haben?
Miso-Ramen mit Butter, Jingisukan vom gewölbten Grill und Meeresfrüchte vom Nijō-Markt. Dazu das Bier, das nach der Stadt heißt und in einem Backsteinbau von 1890 sein eigenes Museum hat.
Wie kommt man vom Flughafen New Chitose nach Sapporo?
Mit dem Zug. Eine Bahnverbindung führt vom Flughafen direkt in den Bahnhof Sapporo, von dem aus die U-Bahn weiter ins Zentrum und nach Susukino fährt.
In welchem Viertel sollte man in Sapporo wohnen?
Rund um den Bahnhof und den Ōdori-Park für kurze Wege, in Susukino für die Abende. Die Adressen verraten es selbst, denn Kita zeigt nach Norden zum Bahnhof und Minami nach Süden ins Ausgehviertel.
Lohnt sich ein Tagesausflug nach Otaru?
Otaru liegt an der Küste und ist der Ausflug, den wir ab Sapporo führen. Dort warten ein Kanal mit alten Speichern, Glasbläsereien in den früheren Lagerhäusern und eine Straße voller Sushi-Lokale.
Wie kalt wird es in Sapporo im Winter?
Im Januar liegt das Mittel der Höchstwerte bei minus drei Grad, nachts geht es auf rund minus zehn zurück. Der Schnee bleibt von Dezember bis März liegen, deshalb zählen Schuhe mit Profil mehr als ein besonders dicker Mantel.
Sapporo

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