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Tour des Voleurs
Der „Diebesturm“ mit erhaltener Folterkammer, Verlies und alter Weinpresse – ein eindrücklicher Blick in die Justiz vergangener Jahrhunderte.
◆ STADTVIERTEL · RIQUEWIHR
Wer den Dolder durchschreitet, lässt den Trubel der Grand Rue hinter sich. Die Oberstadt ist der ältere, ruhigere Teil Riquewihrs: enge, schattige Gassen, weniger Souvenirläden, dafür gelebter Alltag und das Mittelalter zum Greifen nah. Hier liegen der Cour des Juifs – die alte Judengasse – und die Tour des Voleurs, der einstige Gefängnisturm mit Folterkammer und Weinkelter. Ein Viertel zum langsamen Gehen, in dem man die Stadt jenseits der Postkarte entdeckt.
Der Dolder ist die Schwelle zwischen zwei Welten. Auf seiner Stadtseite drängt sich der Tourismus, auf seiner Rückseite öffnet sich das ältere Riquewihr. Der Turm selbst, 1291 als oberes Stadttor errichtet, diente über Jahrhunderte als Wachstube und Glockenturm; heute beherbergt er ein kleines Heimatmuseum, und von seinen Etagen reicht der Blick über die Dächer und in die Reben.
Gleich dahinter verzweigt sich das mittelalterliche Gefüge. Der Cour des Juifs, die schmale alte Judengasse, erinnert an die jüdische Gemeinde, die hier bis ins 18. Jahrhundert lebte. Über einen Wehrgang gelangt man zur Tour des Voleurs, dem „Diebesturm“: einem ehemaligen Gefängnis mit erhaltener Folterkammer, Verlies und einer alten Weinpresse – ein eindrücklicher, wenn auch düsterer Blick in die Justiz vergangener Jahrhunderte.
Abseits der Hauptachse wird Riquewihr zu dem Ort, der es jenseits der Reisebusse ist: Hier hängt Wäsche zwischen den Fenstern, Katzen dösen auf warmen Schwellen, und in den Höfen reift in dunklen Kellern der Riesling. Wer die Oberstadt am Vormittag oder Abend durchstreift, versteht, warum Riquewihr trotz allem ein lebendiges Winzerstädtchen geblieben ist.
01 · Highlights
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Der „Diebesturm“ mit erhaltener Folterkammer, Verlies und alter Weinpresse – ein eindrücklicher Blick in die Justiz vergangener Jahrhunderte.
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Die schmale alte Judengasse erinnert an die jüdische Gemeinde, die bis ins 18. Jahrhundert in Riquewihr lebte.
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Vom Heimatmuseum im Turm reicht der Blick über die Dächer der Altstadt und hinaus in die Grand-Cru-Hänge.
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06 · Häufige Fragen
Ja, im Dolder befindet sich ein kleines Heimatmuseum, und über seine Etagen erreicht man Aussichtsebenen mit Blick über die Dächer Riquewihrs und in die Reben. Der Eintritt ist günstig, oft als Kombiticket mit der Tour des Voleurs.
Der „Diebesturm“ war einst Gefängnis und Gerichtsort. Erhalten sind eine Folterkammer, ein Verlies und eine alte Weinpresse – ein eindrücklicher, etwas düsterer Einblick in die mittelalterliche Justiz, gleich hinter dem Dolder.
Deutlich. Hinter dem Dolder lässt der Besucherstrom spürbar nach, die Gassen sind enger und stiller, und man erlebt das gelebte, alltägliche Riquewihr abseits der Souvenirläden.
07 · In der Nähe
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