Stadt · Japan

Naha

Die Hauptstadt Okinawas – Japans Süden mit eigener Küche, eigener Musik und eigenen Löwen auf den Dächern.

Über Naha

Reisen nach Naha

Naha liegt auf Okinawa, weit südlich der japanischen Hauptinseln, in einem Archipel, das sich bis kurz vor Taiwan zieht. Bis ins 19. Jahrhundert war das hier ein eigener Staat, das Königreich Ryūkyū, mit eigener Sprache, eigener Musik und Handelswegen nach China und Südostasien. Geblieben sind die Küche – Schwein, Tofu, Bittermelone, Erdnusstofu, Meerestrauben –, die dreisaitige Sanshin in den Izakaya und die Shīsā-Löwen auf den Dächern. Die Stadt selbst ist kompakt – zwischen Hauptstraße und Markthalle liegen gut zweihundert Meter Luftlinie, von der Hauptstraße bis zur Burg Shuri-jō auf ihrem Hügel gut drei Kilometer.

Reiseführer

Naha von A bis Z

Aktualisiert September 2026

Naha ist die Hauptstadt Okinawas und liegt näher an Taipeh als an Tokio. Man schmeckt es am Schweinefleisch und an der Bittermelone, man hört es an der dreisaitigen Sanshin, und man sieht es an den Shīsā-Löwen auf den Dächern. Japan, mit einer eigenen Geschichte davor.

Sehenswürdigkeiten

Die wichtigsten Sehenswürdigkeiten in Naha

Zwei der drei Ziele unserer Auswahl gehen praktisch ineinander über, das dritte steht auf dem Hügel über der Stadt.

Die Kokusai-dōri zieht sich anderthalb Kilometer durch die Innenstadt, gesäumt von Souvenirläden, Awamori-Handlungen, Shīsā-Figuren und kleinen Musikkneipen. Von ihr zweigen überdachte Ladenstraßen ab, und nach gut zweihundert Metern Luftlinie steht man im Makishi-Markt, der Markthalle der Stadt.

Im Markt liegt Rifffisch in Farben, die man eher im Aquarium erwartet als in einer Auslage – und im Obergeschoss kochen Küchen, was man unten gekauft hat. Shuri-jō steht dagegen abseits und über allem, knapp vier Kilometer vom Zentrum auf seinem Hügel.

Sehenswürdigkeiten in Naha

Shuri-jō

Shuri-jō und das Erbe der Ryūkyū-Könige

Jahrhundertelang regierte von diesem Hügel ein eigenes Königreich, das nach China blickte und bis nach Südostasien handelte.

Shuri-jō
Shuri-jō

Bis ins 19. Jahrhundert war Ryūkyū ein eigener Staat mit eigener Sprache, eigenem Hof und Tributbeziehungen nach China. Shuri war seine Hauptstadt, und die Burg gehörte nie zur japanischen Burgenfamilie.

Der Weg hinauf gehört zum Besuch dazu, und oben wartet kein Haus, sondern ein Gelände: Terrasse über Terrasse, Mauerzug hinter Mauerzug, weit auseinandergezogen über den Rücken des Hügels. Zum Weltkulturerbe zählen die steinernen Mauern und Fundamente, nicht die Hallen, die darauf rekonstruiert wurden.

Kokusai-dōri & Markt

Die Kokusai-dōri und der Makishi-Markt

Die Hauptstraße ist laut und voller Souvenirs. Interessant wird es in den Gassen, die von ihr abgehen.

Makishi-Markt
Makishi-Markt

Die Kokusai-dōri ist die Straße, auf der Naha sich selbst verkauft: Awamori in Tonflaschen, Shīsā-Löwen in allen Größen, Meersalz und Sanshin. Voll wird die Straße am Abend.

Von ihr zweigen überdachte Ladenstraßen ab, und dieses Dach ist in Nahas Sommer mehr wert als jede Aussicht. An ihrem Ende steht der Makishi-Markt. Unten liegen Krustentiere auf Eis, Rifffisch, Muscheln und Schwein, oben kochen Küchen das Gekaufte. Geh früh: Zur Öffnung ist die Halle am ruhigsten, gegen Mittag ist sie voll.

Essen & Trinken

Essen in Naha von Okinawa-Soba bis Awamori

Die Küche der Inseln ist eine eigene, und sie hat mit dem, was man aus Tokio kennt, wenig zu tun.

Okinawa-Soba trägt den Namen zu Unrecht, denn Buchweizen ist keiner drin – es sind dicke Weizennudeln in einer klaren Brühe aus Schwein und Bonito. Obendrauf kommt geschmorter Bauch oder, als Sōki-Soba, eine weich geschmorte Rippe. Das ist das Alltagsgericht der Insel.

Dazu kommen Gōyā-Chanpurū, die Pfanne aus Bittermelone, Tofu und Ei, Meerestrauben vom Markt, die beim Kauen salzig zerplatzen, Erdnusstofu mit seiner puddingartigen Konsistenz und die kleinen Inselschalotten. Getrunken wird Awamori, Okinawas Schnaps aus Langkornreis; gereift heißt er Kūsu und wird abends in Izakaya ausgeschenkt, oft zu live gespielter Sanshin.

Restaurants in Naha

Ryūkyū-Kultur

Was von der Ryūkyū-Kultur in Naha geblieben ist

Die eigene Sprache ist fast verschwunden, die Musik, das Handwerk und die Löwen auf den Dächern sind geblieben.

Kokusai-dōri
Kokusai-dōri

Die Shīsā sind Löwenfiguren aus Ton oder Stein, die einzeln auf den Dachfirsten und paarweise neben Toren sitzen, bei einem Paar eines mit offenem, eines mit geschlossenem Maul. Dazu gehört Yachimun, die Keramik der Inseln – kräftig glasiert, dickwandig und für den Alltag gemacht, nicht für die Vitrine.

Die Sanshin ist der dreisaitige Vorläufer der japanischen Shamisen, traditionell mit Schlangenhaut bezogen, und sie wird auf Okinawa bis heute gespielt statt nur ausgestellt. Dazu kommt Bingata, die Färbetechnik mit ihren kräftigen Gelb- und Rottönen auf Baumwolle und Seide.

Übernachten

Wo man in Naha am besten wohnt

Die Innenstadt ist der naheliegende Ort zum Wohnen – fast alles, was man zu Fuß machen will, liegt dort dicht beieinander.

Zwischen Kokusai-dōri, Makishi und der Monorail wohnt man am kürzesten zu allem. Das Hotel Collective steht an der Hauptstraße, das Hyatt Regency Naha liegt zentral dahinter mit Außenpool auf der Terrasse, und das JR Kyushu Hotel Blossom Naha nimmt man für die Lage. Für die Anbindung an den Nahverkehr stehen das Rihga Royal Gran Okinawa und das TOKYU STAY Okinawa-Naha, beide keine sechshundert Meter vom Zentrum.

Etwas weiter außen wird es spezieller: das Hotel Ocean für Familien, das Okinawa Hinode Hotel für Bar und Küche, The Naha Terrace für Garten und Pool, gut anderthalb Kilometer außerhalb. Noch weiter draußen liegen das Ryukyu Onsen Senagajima Hotel auf der Insel Senaga, wo die Lage am Wasser mehr trägt als der Schlaf, und The Yuinchi Hotel gut zehn Kilometer südöstlich im Grünen – beide eher etwas für Reisen mit Mietwagen.

Hotels in Naha

Alle 30 Hotels
Anreise & vor Ort

Anreise nach Naha und unterwegs auf Okinawa

Okinawa erreicht man mit dem Flugzeug; vor Ort bewegt man sich mit der Yui-Monorail, dem Bus oder dem Mietwagen.

Naha hat den Flughafen der Insel, und weil Okinawa weit südlich der japanischen Hauptinseln liegt, kommt man praktisch nur aus der Luft her. Vom Terminal fährt die Yui-Monorail auf einem Viadukt über den Dächern durch die Stadt.

Eine JR-Linie gibt es hier nicht, und damit bringt der Japan Rail Pass auf der Insel nichts. Für alles jenseits der Monorail-Achse braucht es Busse oder einen Mietwagen. Der Norden mit dem Churaumi-Aquarium und der Süden mit seinen Kriegsdenkmälern sind ohne Auto deutlich mühsamer zu erreichen. Wer eines mietet, klärt den Parkplatz am Hotel vorher.

Ausflüge

Ausflüge von Naha auf die Insel und aufs Wasser

Beide Unternehmungen unserer Auswahl führen aus Naha hinaus, eine in den Norden der Insel, eine aufs Meer.

Das Churaumi-Aquarium im Norden der Insel ist eines der größten der Welt. Wofür man kommt, sind die Walhaie hinter der riesigen Scheibe, dazu Mantarochen; zur Anlage gehört außerdem eine Delfinshow. Gut siebenundfünfzig Kilometer Luftlinie trennen es vom Zentrum Nahas, und das ist kein Abstecher zwischendurch, sondern ein eigener Tagesausflug.

Westlich vor der Küste liegen die Kerama-Inseln, deren Wasser einen eigenen Namen bekommen hat, Kerama Blue. Die Inselgruppe ist als Nationalpark geschützt, und wer hinüberfährt, kommt für das Meer, nicht für eine Stadt.

Aktivitäten & Touren in Naha

Praktische Tipps

Was man über Naha wissen sollte

Ein paar Dinge funktionieren auf Okinawa anders als auf den japanischen Hauptinseln.

Okinawa-Soba
Okinawa-Soba

Der Sommer ist heiß und feucht, und ein Taifun kann die Pläne von einem Tag auf den anderen kassieren – Fähren fallen aus, Flüge werden gestrichen. Wer in der warmen Jahreszeit reist, baut Puffer ein und hängt die Weiterreise nicht an den letzten möglichen Flug.

Wer unterwegs arbeiten muss, schaut sich vor der Buchung das WLAN des Hotels genauer an. Und selbst der trockenste Monat bringt knapp hundert Millimeter Regen – ein Schirm gehört das ganze Jahr ins Gepäck.

Beste Reisezeit

Die beste Reisezeit für Naha

Zwischen Regenzeit und Taifunsaison bleiben zwei verlässliche Fenster übrig.

Naha liegt subtropisch weit im Süden, und das sieht man der Tabelle sofort an. Selbst im Januar liegen die Tagesmittel um neunzehn Grad, im Hochsommer bei dreißig. Die entscheidende Frage ist deshalb nicht die Temperatur, sondern der Regen – die Regenzeit im Mai und Juni und die Taifunmonate im Spätsommer bestimmen, wann die Reise Sinn ergibt.

Das Wetterjahr

März, April, Oktober und November sind die verlässlichsten Monate: warm, mit Niederschlag unter dem Jahresmittel und außerhalb von Regenzeit und Taifunhochsaison. Der Winter bleibt mild, taugt aber eher für Stadt und Burgberg als fürs Wasser. Mai und Juni sind die nassesten Monate des Jahres.

Gut zu wissen

Häufige Fragen zu Naha

Wann geht man am besten auf den Makishi-Markt?
Früh. Zur Öffnung ist die Halle am ruhigsten, gegen Mittag füllt sie sich.
Lohnt sich der Japan Rail Pass für Okinawa?
Nein. Auf Okinawa fährt keine JR-Linie, und die Yui-Monorail gehört nicht zum Pass. Wer die Insel sehen will, nimmt Bus oder Mietwagen.
Wie kommt man vom Zentrum nach Shuri-jō?
Mit der Yui-Monorail. Vom Zentrum sind es knapp vier Kilometer Luftlinie und am Ende ein Anstieg, die Bahn ist also die naheliegende Wahl.
Was isst man in Naha?
Okinawa-Soba mit dicken Weizennudeln in Schweine- und Bonitobrühe, als Sōki-Soba mit geschmorter Rippe, Gōyā-Chanpurū aus Bittermelone, Tofu und Ei, dazu Meerestrauben und Erdnusstofu vom Markt und abends Awamori. Die Küche der Inseln ist schweine- und tofulastiger als die japanische.
Wann ist die beste Reisezeit für Naha?
März, April, Oktober und November sind warm, liegen beim Niederschlag unter dem Jahresmittel und fallen weder in die Regenzeit noch in den Hochsommer. Mai und Juni sind mit Abstand die nassesten Monate des Jahres.
Was unterscheidet Okinawa vom japanischen Festland?
Okinawa war bis ins 19. Jahrhundert das Königreich Ryūkyū, mit eigener Sprache, eigener Musik und Handel nach China und Südostasien. Davon geblieben sind die Küche, die Sanshin, die Keramik der Inseln und die Shīsā-Löwen auf den Dächern.
Naha

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