
◆ STADT · VORARLBERG
Lech am Arlberg ist kein Ort zum Sehen-und-gesehen-Werden – es ist ein Ort zum Verschwinden im Schnee. Auf 1.450 Metern liegt das Hochtal zwischen Vorarlberg und Tirol, schneesicherer als fast jedes andere Dorf der Alpen, und doch hat es nie die Lautstärke von Kitzbühel oder St. Moritz gesucht. Stattdessen deckelte Lech früh die Bettenzahl, damit die Pisten leer und die holzgetäfelten Stuben familiär bleiben. Rund um den gedrungenen Kirchturm aus dem 14. Jahrhundert stehen Häuser, deren Namen in der Welt des Wintersports Gewicht haben: das Almhof Schneider, der Gasthof Post, das Aurelio. Über eine einzige Skirunde, den Weißen Ring, sind Lech, Oberlech, Zug und Zürs zum Skigebiet Ski Arlberg verbunden – dem größten zusammenhängenden Skigebiet Österreichs. Im Sommer aber kippt das Tal in eine fast klösterliche Stille: dann gehören die Almböden, der türkisblaue Formarinsee unter der Roten Wand und der lange Lechweg ganz den Wanderern.

Lech wurde im 14. Jahrhundert von den Walsern besiedelt – jenen alemannischen Bergbauern, die aus dem Wallis über die Pässe zogen und die kargen Hochtäler urbar machten. Lange war es ein abgeschiedenes Dorf, das im Winter wochenlang von der Außenwelt abgeschnitten blieb; der Name leitet sich vom Lech-Fluss ab, der hier am Formarinsee entspringt. Erst mit dem aufkommenden Wintersport im frühen 20. Jahrhundert begann der Wandel: Skipioniere entdeckten die schneesicheren, weiten Hänge, und aus Gasthöfen wie der Post wurden Hotels. 1937 wurde der erste Schlepplift gebaut – Lech war früh dabei, ohne je laut zu werden.
Was Lech von anderen Nobelorten unterscheidet, ist eine bewusste Entscheidung zur Begrenzung. Statt immer neue Hotelburgen zu bauen, deckelte die Gemeinde die Gästebetten auf rund 8.000 – so blieb das Dorf überschaubar und die Pisten verhältnismäßig leer. Diese Knappheit wurde zum Markenkern: Lech verkauft nicht Masse, sondern Raum, Ruhe und Diskretion. Die großen Häuser sind bis heute in Familienhand, oft über vier, fünf Generationen, und der Service ist persönlich statt uniformiert. Wer hier absteigt, kennt den Concierge beim Namen und der Concierge ihn.
Im Schatten dieses winterlichen Ruhms liegt ein zweites, stilleres Lech. Sobald der Schnee schmilzt, verwandelt sich das Tal in ein Wanderparadies von fast unwirklicher Klarheit: Murmeltiere pfeifen über den Almböden, der Formarinsee leuchtet türkis unter der zerklüfteten Roten Wand, und der Lechweg folgt dem jungen, noch wild mäandernden Fluss durch eine der letzten naturbelassenen Flusslandschaften der Alpen. travelperfect rät, beide Gesichter zu erleben – das glanzvolle des Winters und das demütige des Sommers, wenn ein Bett in Lech plötzlich erschwinglich und das Tal fast menschenleer ist.
01 · Auf einen Blick
· Ortsteile




· Sehenswürdigkeiten
· Entdecken & Buchen
02 · Was tun
Der Klassiker auf Skiern
Die legendäre Skirunde verbindet Lech, Zürs, Zug und Oberlech zu einer 22 Kilometer langen Tour über 5.500 Höhenmeter Abfahrt – ohne zweimal denselben Hang zu fahren. Wer dem Ring im Uhrzeigersinn folgt, erlebt das Skigebiet Ski Arlberg wie ein Drehbuch: Madloch-Abfahrt nach Zürs, hinüber nach Zug, hinauf nach Oberlech und zurück ins Dorf. Einmal im Januar wird die Strecke als Jedermann-Rennen ausgetragen.
Diskreter Luxus & Genuss
Lech zählt zu den Orten mit der höchsten Dichte an Haubenrestaurants der Alpen. Vom Almhof Schneider über die Stuben des Gasthof Post bis zum Chef's Table der Rote Wand in Zug reiht sich Spitzenküche an Spitzenküche, oft hinter unscheinbaren Holzfassaden. Dazu die Spa-Tempel des Aurelio und Burg Vital in Oberlech – ein Tag aus Skifahren, Sauna und mehrgängigem Dinner, der den Ruf von Lech als diskretester Adresse der Alpen begründet.
Sommer am jungen Lech
Im Sommer gehört das Tal den Wanderern. Vom türkisblauen Formarinsee unter der schroffen Roten Wand – 2018 zu Österreichs schönstem Platz gewählt – entspringt der Lech und beginnt der 125 Kilometer lange Lechweg, der dem wild mäandernden Fluss bis zum Lechfall in Füssen folgt. Wer kürzer wandert, nimmt den Grünen Ring, das sommerliche Pendant zum Weißen Ring, mit Sagen-Stationen über die Almböden.
Über den Pass nach St. Anton
Seit der Flexenbahn 2016 ist der Arlberg ein einziges großes Skigebiet: Über 300 Pistenkilometer verbinden Lech und Zürs mit St. Anton, St. Christoph, Stuben und Warth-Schröcken zum größten zusammenhängenden Skigebiet Österreichs. Wer ambitioniert ist, fährt die Tagestour „Run of Fame“ über alle Teilgebiete – über 65 Pistenkilometer und mehrere Tausend Höhenmeter, ein ganzer Skitag von Tal zu Tal.
03 · Wann
Lech liegt auf 1.450 Metern und zählt zu den schneesichersten Orten der Alpen – der Winter ist hier lang und der eigentliche Hauptdarsteller, während der Sommer kurz, klar und überraschend ruhig ausfällt. Die beiden Zwischensaisonen im Mai und November sind echte Schließzeiten: Lifte stehen, viele Hotels und Restaurants haben zu. Wer plant, sollte sich klar für Winter oder Sommer entscheiden.
04 · Häufige Fragen
Für den Wintersport ist Lech von Dezember bis April erste Wahl – dank der Höhe von 1.450 Metern liegt oft bis Mai Schnee. Für Wanderer ist der kurze, klare Sommer von Juli bis September ideal und deutlich günstiger. Die Zwischensaisonen im Mai und November sollte man meiden: Dann pausieren Lifte, viele Hotels und Restaurants sind geschlossen.
Der nächste Bahnhof ist Langen am Arlberg an der Arlbergbahn mit Direktzügen aus Zürich, Innsbruck und Wien; von dort sind es per Bus oder Transfer rund 20 Minuten über die Flexenstraße hinauf. Mit dem Auto fährt man über die Arlberg Schnellstraße (S16) bis Langen und dann über den Flexenpass. Die nächsten Flughäfen sind Innsbruck (ca. 120 km) und Zürich (ca. 200 km).
Alle vier gehören zur Gemeinde Lech und sind über die Skirunde Der Weiße Ring verbunden. Lech ist das lebendige Hauptdorf mit Kirche und Geschäften, Oberlech der autofreie Sonnenbalkon darüber (im Winter nur per Seilbahn oder Tunnel erreichbar), Zug ein ruhiges, kulinarisch starkes Weiler-Idyll und Zürs ein hochgelegener, exklusiver Skiweiler am Flexenpass mit besonders schneesicheren Hängen.
Im Winter lohnt sich mindestens eine ganze Woche, um Ski Arlberg mit seinen über 300 Pistenkilometern, dem Weißen Ring und den verbundenen Gebieten St. Anton, Zürs und Warth-Schröcken auszukosten. Im Sommer reichen drei bis vier Tage für Formarinsee, einen Abschnitt des Lechwegs und den Grünen Ring – wer ausgiebig wandern will, plant länger.
Sehr. Während der Winter glanzvoll und teuer ist, zeigt sich Lech im Sommer ruhig, klar und überraschend erschwinglich. Der Formarinsee unter der Roten Wand wurde 2018 zum schönsten Platz Österreichs gewählt, der Lechweg führt entlang einer der letzten naturbelassenen Flusslandschaften der Alpen, und auf den Almböden pfeifen die Murmeltiere. Ein Bett in Lech kostet im Sommer einen Bruchteil des Winterpreises.
Im Winter gehört Lech zu den teuersten Skiorten der Alpen – die Grandhotels und Haubenrestaurants haben ihren Preis, und über Weihnacht und Neujahr sind die Spitzenhäuser auf lange Sicht ausgebucht. Es gibt aber auch familiengeführte Pensionen und Gasthöfe zu moderateren Preisen, und im Sommer sinkt das Preisniveau deutlich.
05 · In der Nähe
Sagen Sie uns, worauf Sie Lust haben — wir planen Ihre Tage in Lech am Arlberg.
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