Die Kathedrale San Giorgio ist das Wahrzeichen von Ragusa Ibla und zählt zu den bedeutendsten Bauwerken des sizilianischen Spätbarock. Ab 1738 wurde sie nach Plänen des Architekten Rosario Gagliardi errichtet, nachdem das schwere Erdbeben von 1693 weite Teile Südostsiziliens zerstört hatte. Der Wiederaufbau der Region in einem einheitlichen Barockstil ist der Grund, weshalb die Spätbarockstädte des Val di Noto heute gemeinsam zum UNESCO-Welterbe gehören. Die Fassade ist das Herzstück des Baus: eine dreistöckige, konvex geschwungene Turmfassade, die sich über einer breiten Freitreppe erhebt. Der Platz davor läuft schräg zu, sodass die Kirche wie ein Bühnenbild inszeniert wirkt – ein typisches Mittel des Barock, das die Architektur in Beziehung zum Stadtraum setzt. Die geschwungene Linienführung und der vertikale Aufbau der Fassade machen San Giorgio zu einem Schulbeispiel für Gagliardis Stil. Im 19. Jahrhundert kam die hohe neoklassizistische Kuppel hinzu, die heute über den Dächern von Ibla aufragt und von vielen Punkten der Altstadt aus sichtbar ist. Sie ergänzt die barocke Fassade um ein weiteres markantes Element und prägt die Silhouette des Stadtteils. Der Besuch der Kirche ist in der Regel kostenfrei. Wer die Fassade fotografieren oder ihre Wirkung erleben möchte, profitiert vom schräg ansteigenden Platz, der den Blick auf die Treppe und die geschwungenen Türme lenkt. Die Kathedrale liegt im Zentrum von Ragusa Ibla und bildet den natürlichen Mittelpunkt eines Rundgangs durch den barocken Unterstadtteil.
Vom schräg ansteigenden Platz aus lässt sich die Freitreppe mit der Fassade gut einfangen.






























