Der Ponte dei Cappuccini ist die älteste von drei Brücken, die die Schlucht Vallata Santa Domenica in Ragusa überspannen. Die Oberstadt Ragusa Superiore steht auf einem Plateau, das im Westen von dieser tiefen Schlucht begrenzt wird. Um den Stadtteil mit den westlich angrenzenden Gebieten zu verbinden, wurden über die Jahrzehnte drei Brücken aus drei verschiedenen Epochen errichtet. Der im 19. Jahrhundert gebaute Ponte dei Cappuccini ist die historisch älteste dieser Brücken. Von ihr blickt man auf die jüngeren Nachbarn: den Ponte Nuovo und den Ponte Giovanni XXIII. Das Nebeneinander der drei Bauwerke macht die Schlucht zu einem markanten Element des Stadtbildes und zeigt, wie Ragusa über die Zeit mit seiner zerklüfteten Topografie umgegangen ist. Wer über die Brücke geht, sieht die Gärten und Felswände der Schlucht unter sich. Der Blick in die Vallata Santa Domenica macht den Höhenunterschied erfahrbar, der die gesamte Stadt prägt – die gleiche Schlucht trennt auch die Oberstadt von Ragusa Ibla. Hier wird verständlich, warum Ragusa neben seinem Barock auch als Stadt der Brücken bekannt ist. Der Ponte dei Cappuccini ist frei zugänglich und ein kurzer, lohnender Abstecher vom Zentrum der Oberstadt. Er lässt sich gut mit einem Besuch der Kathedrale San Giovanni Battista und einem Bummel über den Corso Italia verbinden und ergänzt den Eindruck der barocken Altstadt um eine ganz andere Facette: die ingenieurtechnische Auseinandersetzung mit der Schluchtlandschaft.
Von der Brücke lassen sich die beiden jüngeren Brücken im selben Bild einfangen.






























