
◆ STADT · VORARLBERG
Dornbirn ist die größte Stadt Vorarlbergs und doch keine Stadt im üblichen Sinn: ein weitläufiges Geflecht aus altem Marktplatz, vier dörflich gebliebenen Stadtteilen und einem Hinterland, in dem es nur wenige Gehminuten vom Zentrum in die Schlucht geht. Über dem Marktplatz steht das Rote Haus von 1639, mit ochsenblutroter Holzfassade das Wahrzeichen der Stadt. Dahinter klettert die Karrenseilbahn auf den Hausberg, von dessen verglaster Kante der Blick über das ganze Rheintal bis zum Bodensee reicht. In der Rappenlochschlucht donnert die Dornbirner Ache durch eine der größten Klammen Mitteleuropas, und im Naturmuseum inatura wird aus alter Industriegeschichte ein Erlebnishaus. Dornbirn ist textile Bürgerstadt, Messestandort und Tor zum Bregenzerwald in einem.

Dornbirn ist erst spät zur Stadt geworden – 1901 erhielt der bis dahin größte Markt Vorarlbergs das Stadtrecht. Bis heute merkt man das: Die Stadt setzt sich aus vier alten Ortsteilen zusammen – Markt, Hatlerdorf, Oberdorf und Haselstauden –, die jeweils ihre eigene Pfarrkirche, ihren eigenen Charakter und ihren eigenen Dialektstolz bewahrt haben. Wer von einem zum nächsten geht, durchquert keine Großstadt, sondern eine Abfolge von Dörfern, die zusammengewachsen sind, ohne ihre Mitte zu verlieren. Diese Mitte ist der Marktplatz mit der klassizistischen Stadtpfarrkirche St. Martin und ihrem griechischen Säulenportikus – und mit dem Roten Haus, dessen ochsenblutrote Fassade aus dem Jahr 1639 das fotografierteste Motiv der Stadt ist.
Reich wurde Dornbirn mit Textil. Im 19. Jahrhundert ließen Fabrikantenfamilien wie die Rhomberg, Hämmerle und Herrburger Spinnereien und Webereien hochziehen, dazu Villen, ein Wasserkraftwerk in der Schlucht und eine Bürgerkultur, die noch heute in den gründerzeitlichen Häusern am Marktplatz nachklingt. Als die Textilindustrie verschwand, suchte sich die Stadt neue Standbeine: die Messe Dornbirn, größter Messeplatz Vorarlbergs, das Fachhochschul-Areal und das Naturmuseum inatura, das ausgerechnet in einer ehemaligen Maschinenfabrik untergebracht ist – Industriegeschichte, die zur Naturerzählung umgebaut wurde.
Was Dornbirn von anderen Städten dieser Größe unterscheidet, ist die Nähe zur Wildnis. Vom Zentrum sind es nur wenige Minuten bis zum Eingang der Rappenlochschlucht, durch die sich die Dornbirner Ache zwischen senkrechten Felswänden zwängt. Auf der anderen Talseite hebt die Karrenseilbahn die Besucher in zwei Minuten auf 970 Meter, wo die freischwebende Aussichtskanzel Karrenkante über die Felskante hinausragt. Und hinter dem Stadtteil Ebnit beginnt bereits der Bregenzerwald. travelperfect empfiehlt, Dornbirn nicht als Durchgangsstation zu nehmen, sondern als Basislager: morgens Marktplatz und Museum, nachmittags Schlucht oder Hausberg.
01 · Auf einen Blick
· Sehenswürdigkeiten
· Aktivitäten
· Entdecken & Buchen
02 · Was tun
Marktplatz & Bürgerstadt
Der Rundgang beginnt am Marktplatz mit der klassizistischen Stadtpfarrkirche St. Martin und ihrem Säulenportikus. Gegenüber leuchtet das Rote Haus von 1639, dessen ochsenblutrote Fassade an die Riebelmais-Tradition des Rheintals erinnert. Ringsum stehen die Villen und Geschäftshäuser der Textilfabrikanten – ein gründerzeitliches Ensemble, das vom kurzen Reichtum der Webereien erzählt.
Berg & Aussicht
Die Karrenseilbahn hebt in wenigen Minuten auf rund 970 Meter zum Hausberg der Stadt. Oben ragt die freischwebende Aussichtskanzel Karrenkante über die Felswand hinaus, und der Blick reicht über das ganze Vorarlberger Rheintal bis zum Bodensee und in die Schweizer Berge. Wer mag, wandert über das Staufenseegebiet oder das Bödele zurück ins Tal.
Schlucht & Natur
Nur wenige Minuten vom Zentrum führt der Weg in die Rappenlochschlucht, eine der größten Schluchten Mitteleuropas. Zwischen senkrechten Felswänden zwängt sich die Dornbirner Ache, Stege und Tunnel führen bis zum Staufensee und zur Alploch-Schlucht weiter. Davor erzählt das Naturmuseum inatura in der alten Maschinenfabrik die Geschichte von Mensch und Natur zum Anfassen.
Tor zum Bregenzerwald
Dornbirn ist Basislager für die Region: Über den Stadtteil Ebnit beginnt der Bregenzerwald mit seinen Holzdörfern und der berühmten Architektur. Am Bodensee locken Bregenz mit der Seebühne und der Pfänder, in der anderen Richtung Feldkirch mit der Schattenburg. Mit dem Wälderbus und der Vorarlbergbahn lässt sich vieles autofrei erreichen.
03 · Wann
Dornbirn liegt im Vorarlberger Rheintal, geschützt zwischen Bodensee und Gebirge. Das Klima ist gemäßigt und vom Föhn geprägt, der im Herbst für überraschend warme, klare Tage sorgt. Die schönste Zeit für Schlucht, Karren und Bregenzerwald ist das Sommerhalbjahr; der Winter bleibt im Tal meist mild, während die Berge ringsum für Schnee sorgen.
04 · Häufige Fragen
Für Schlucht, Karren und Ausflüge in den Bregenzerwald sind die Monate Mai bis Oktober ideal, mit dem klaren Föhnwetter im September und Oktober als Höhepunkt für die Fernsicht. Der Marktplatz und das Museum inatura lohnen sich ganzjährig, und im Dezember macht der Adventmarkt am Marktplatz die Stadt besonders stimmungsvoll.
Für die Stadt selbst – Marktplatz, Rotes Haus, inatura, Karrenseilbahn und Rappenlochschlucht – reichen ein bis zwei Tage. Wer Dornbirn als Basislager für Bregenzerwald, Bodensee und Bregenz nutzt, sollte drei bis fünf Tage einplanen, denn von hier sind viele Ziele in Vorarlberg bequem mit Zug und Bus erreichbar.
Die Rappenlochschlucht liegt nur wenige Minuten vom Zentrum entfernt; man erreicht den Eingang mit dem Stadtbus oder per Rad und wandert dann zu Fuß durch die Klamm zum Staufensee. Die Talstation der Karrenseilbahn liegt am Stadtrand und ist ebenfalls mit dem Bus angebunden – von dort geht es in wenigen Minuten auf den Hausberg mit der Aussichtskanzel.
Sehr. Als größte Stadt Vorarlbergs liegt Dornbirn zentral im Rheintal: Bregenz und der Bodensee sind in gut zehn Zugminuten erreichbar, Feldkirch und der Bregenzerwald ähnlich nah. Mit Vorarlbergbahn und Wälderbus lassen sich viele Ziele autofrei kombinieren, was Dornbirn zu einem praktischen und vergleichsweise preiswerten Standquartier macht.
Das Rote Haus am Marktplatz mit seiner ochsenblutroten Fassade von 1639, die klassizistische Stadtpfarrkirche St. Martin, das Naturerlebnismuseum inatura in der alten Maschinenfabrik, die Karrenseilbahn mit der Aussichtskanzel Karrenkante und die wilde Rappenlochschlucht. Diese fünf zeigen Dornbirns Spannweite von Bürgerstadt über Industriegeschichte bis zur Naturkulisse.
05 · In der Nähe
Sagen Sie uns, worauf Sie Lust haben — wir planen Ihre Tage in Dornbirn und Vorarlberg.
Karte