Die wichtigsten Sehenswürdigkeiten in Bad Gastein
Fast alles im Ortskern liegt in einem Umkreis von zehn Gehminuten – nur eben übereinander statt nebeneinander.
Der Gasteiner Wasserfall ist der Bezugspunkt für alles Weitere. Die Gasteiner Ache stürzt in mehreren Stufen rund 340 Meter durch die Mitte des Ortes, und weil die Häuser rechts und links direkt an die Schlucht gebaut wurden, gehst du nicht zum Wasserfall hinaus, sondern permanent an ihm entlang. Die Brücke über der obersten Stufe ist der offensichtliche Aussichtspunkt, aber der bessere Weg führt über die Treppen und Stege am Fallrand nach unten: Auf den paar Höhenmetern wechselt die Perspektive mehrmals komplett, und in der Kurve unterhalb der zweiten Stufe steht man so nah, dass die Gischt auf der Jacke landet. Im Winter frieren die Ränder zu und der Lärm wird gedämpfter, verschwindet aber nie ganz.
Direkt darüber, im alten Ortskern auf dem Felssporn, steht die Nikolauskirche, das älteste Bauwerk des Ortes. Von außen ein schlichter gotischer Bau mit spitzem Turm, innen mit mittelalterlichen Fresken, die im Halbdunkel erst nach ein paar Minuten aus der Wand treten. Der Kontrast könnte kaum größer sein als zu dem, was einen Hang tiefer steht: die Kurhäuser und Grandhotels des 19. Jahrhunderts, dazwischen das Kongresszentrum aus den 1970er-Jahren, in dem das Casino Bad Gastein untergebracht ist – Sichtbeton mitten in der Belle Époque, was hier niemanden mehr stört, weil beide Schichten inzwischen zum Ortsbild gehören.
Die Felsentherme Bad Gastein ist die Sehenswürdigkeit, in die du hineingehst statt sie anzusehen. Die Anlage sitzt im Hang über dem Ort, die Becken sind in den Fels gesetzt, und vom Außenbecken schaust du über die Dächer hinweg ins Tal – im Winter mit Schnee auf der Brüstung und Dampf über dem Wasser. Gespeist wird sie aus den Gasteiner Thermalquellen, deren radonhaltiges Wasser mit deutlich über 40 Grad aus dem Berg tritt und im Bad auf Badetemperatur gebracht wird. Am ruhigsten ist es am Vormittag, solange die Skifahrer am Berg sind; ab dem späten Nachmittag füllen sich die Becken, und am Abend gehört das Außenbecken denen, die den Blick auf die Lichter im Tal wollen.
Bleibt der Blick von oben. Die Gondel auf den Stubnerkogel bringt dich auf 2.246 Meter, und dort oben warten zwei Dinge, die den Berg bekannt gemacht haben: die Hängebrücke, ein schmaler Stahlsteg über einer Scharte im Gipfelgrat, und der Felsenweg, ein gesicherter Steig mit Seilbrücken und Aussichtsplattformen an der Felsflanke entlang. Beides ist deutlich weniger ausgesetzt, als es auf Fotos wirkt, aber schwindelfrei solltest du sein. Wer nicht laufen will, kann auch einfach oben bleiben – der Rundblick reicht bei klarem Wetter über das ganze Gasteinertal bis zu den vergletscherten Gipfeln der Hohen Tauern.













