
◆ STADT · SALZBURGER LAND
Bad Gastein ist kein Ort, den man durchquert – es ist einer, in den man hineinfällt, im Wortsinn. Die Häuser stapeln sich in Terrassen einen steilen Hang hinauf, und genau in der Mitte stürzt der Gasteiner Wasserfall in drei Stufen 341 Meter durch die Schlucht, dass die Belle-Époque-Balkone darüber im Sprühnebel glänzen. Hier kurten einst Kaiser Wilhelm und Otto von Bismarck, Franz Schubert komponierte, und die Grandhotels mit ihren Türmchen und Stuckfassaden waren das Monte Carlo der Alpen. Dann kam der lange Schlaf – und mit ihm eine morbide Schönheit, die heute eine junge Wiener Szene aus Designhotels, Galerien und Bars zurückbringt. Dazu radonhaltiges Thermalwasser, das aus 17 Quellen sprudelt, ein Heilstollen tief im Berg und Skipisten direkt über den Dächern: Bad Gastein verdichtet Hochalpen, Heilbad und Geschichte auf dramatisch engem Raum.

Die Geschichte Bad Gasteins ist eine vom Aufstieg, Fall und langsamen Wiedererwachen. Schon im Mittelalter brachte der Goldbergbau im Radhausberg Reichtum ins Tal, doch berühmt wurde der Ort durch sein Wasser: das radonhaltige, körperwarme Thermalwasser, das aus 17 Quellen austritt. Im 19. Jahrhundert wurde Gastein zum mondänen Weltbad. Kaiser Wilhelm I. kurte hier und unterzeichnete 1865 die Gasteiner Konvention, Otto von Bismarck war Stammgast, Franz Schubert komponierte am Hang, und Adel und Großbürgertum ließen sich prächtige Grandhotels bauen, die sich noch heute in Terrassen den steilen Berg hinaufstaffeln.
Mit dem 20. Jahrhundert kam der Niedergang. Die Belle-Époque-Hotels verloren ihr Publikum, große Häuser standen jahrzehntelang leer, das einst glanzvolle Straubinger Grand Hotel verfiel im Herzen des Ortes vor aller Augen. Diese morbide Schönheit – prachtvolle Fassaden mit blinden Fenstern, Stuck unter Efeu, ein Wasserfall, der unbeirrt weiterrauschte – machte Bad Gastein paradoxerweise wieder interessant. Fotografen, Künstler und Wiener Kreative entdeckten den Ort als Sehnsuchtskulisse zwischen Verfall und Erhabenheit.
Seit einigen Jahren erwacht Gastein nun real. Das Straubinger Grand Hotel wurde aufwendig saniert und als Grandhotel neu eröffnet, Designhotels wie das Miramonte und das Haus Hirt prägen ein junges Lebensgefühl, Galerien und Bars ziehen in alte Gemäuer. travelperfect rät, beide Gesichter zu suchen: morgens den Heilstollen oder die Therme, nachmittags die Wanderwege über dem Tal, abends einen Drink in einer Bar, in der das 19. und das 21. Jahrhundert direkt nebeneinanderstehen.
01 · Auf einen Blick
· Ortsteile




· Sehenswürdigkeiten
· Hotels
· Entdecken & Buchen
02 · Was tun
Belle Époque & morbide Schönheit
Vom Straubingerplatz im Zentrum den Wasserfallweg entlang, vorbei am wiedereröffneten Straubinger Grand Hotel, dem Hotel Elisabethpark und dem Casino, hinunter zur Wasserfallbrücke, wo der Gischtnebel die Brücke umhüllt. Die alte Nikolauskirche und das umgebaute Kraftwerk zeigen, wie Geschichte und neue Kreativszene hier nebeneinander wohnen.
Heilwasser & Stollen
Das Markenzeichen Gasteins ist sein radonhaltiges Thermalwasser. In der Felsentherme badet man buchstäblich im Fels, mit Blick auf die Schluchtwände. Wer es ernster meint, fährt mit der Grubenbahn in den Gasteiner Heilstollen in Böckstein, wo Wärme, Luftfeuchte und Radon tief im Radhausberg seit Jahrzehnten zur Therapie genutzt werden.
Berg & Schnee
Die Stubnerkogelbahn bringt dich direkt über dem Ort auf den Stubnerkogel mit seiner spektakulären Hängebrücke und dem Felsenweg. Im Winter gehören Stubnerkogel und Graukogel zum Skiverbund Ski amadé mit 140 Pistenkilometern; im Sommer ist der Graukogel mit seinem Zirbenwald ein Klassiker für Wanderer.
Stille Täler & Wasser
Wer dem Trubel entkommen will, wandert ins grüne Kötschachtal zum Gasthof Grüner Baum, einst Rückzugsort von Kaiserin Sisi, oder fährt über die Mautstraße hinauf nach Sportgastein in den Nationalpark Hohe Tauern, das höchstgelegene Skigebiet des Tals. Im Sommer locken hier alpine Wege, das Goldwaschen und die Stille des Hochtals.
03 · Wann
Bad Gastein liegt auf rund 1.000 Metern in einem engen Hochtal der Hohen Tauern – das Klima ist alpin, die Sonne kommt im tiefen Winter im Talgrund spät über die Berge. Anders als reine Sommerseenorte hat Gastein zwei volle Hauptsaisonen: den Skiwinter und den Wandersommer. Dazwischen, im April und im November, schließen viele Bergbahnen und Hotels – dann ist es ruhig, aber das Angebot dünn.
04 · Häufige Fragen
Bad Gastein hat zwei Hauptsaisonen: den Skiwinter von Dezember bis März und den Wandersommer von Juni bis September. Dank der Höhenlage auf rund 1.000 Metern ist der Winter schneesicher, und die Thermen ergänzen den Skitag perfekt. Im April und November pausieren dagegen viele Bergbahnen und Hotels – dann ist es sehr ruhig, aber das Angebot eingeschränkt.
Am bequemsten mit der Bahn: Bad Gastein hat einen eigenen Bahnhof an der Tauernbahn mit Direktverbindungen unter anderem aus Salzburg in rund 1,5 Stunden sowie aus Wien und München. Mit dem Auto fährt man über die Tauern Autobahn A10 bis Bischofshofen und dann ins Tal; der nächste Flughafen ist Salzburg, etwa 90 Kilometer entfernt.
Der Gasteiner Wasserfall stürzt in drei Stufen rund 341 Meter direkt durch das Ortszentrum – eine in Österreich einzigartige Lage. Über die Wasserfallbrücke und mehrere Aussichtspunkte kommt man dem tosenden Wasser ganz nah, und viele der Belle-Époque-Hotels haben Blick auf die Schlucht. Im Winter sind Teile vereist und besonders stimmungsvoll beleuchtet.
Ja, das Thermalwasser ist Gasteins Markenzeichen. Die Felsentherme im Ort ist in den nackten Fels gebaut und nutzt das radonhaltige Gasteiner Thermalwasser – ideal nach Ski- oder Wandertagen. Der Gasteiner Heilstollen in Böckstein ist dagegen eine medizinische Anwendung: In ehemaligen Bergbaustollen werden Wärme, Feuchte und Radon zur Therapie genutzt, etwa bei rheumatischen Beschwerden.
Für einen Skiurlaub oder eine Wanderwoche bieten sich drei bis sieben Tage an, weil das Gasteinertal mit Stubnerkogel, Graukogel, Sportgastein und der Schlossalm in Bad Hofgastein viele Tagesziele hat. Für einen Wellness-Kurzurlaub mit Therme, Heilstollen und Spaziergängen am Wasserfall reichen auch zwei bis drei Tage.
Unbedingt. Im Sommer ist Gastein ein klassischer Bergort: Der Graukogel mit seinem alten Zirbenwald, die Stubnerkogel-Hängebrücke, das stille Kötschachtal und das hochalpine Sportgastein im Nationalpark Hohe Tauern bieten Wanderungen für jedes Niveau. Dazu bleibt die Therme geöffnet, und die Belle-Époque-Kulisse ist ohne Skitrubel besonders fotogen.
05 · In der Nähe
Sagen Sie uns, worauf Sie Lust haben — wir planen Ihre Tage in Bad Gastein.
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