Wer das Gasteinertal bis zum Ende fährt, landet in Böckstein – und wer einmal hier war, versteht sofort, warum dieser Ort eine eigene Anziehungskraft besitzt. Das Dorf liegt auf rund 1.000 Metern Höhe, eingebettet zwischen steilen Felswänden und dichten Nadelwäldern, und wirkt wie ein natürlicher Schlusspunkt, hinter dem die Alpen das Wort übernehmen. Anders als das mondäne Bad Gastein mit seinen Jugendstilhotels und Wasserfällen ist Böckstein bodenständiger, ruhiger, konzentrierter. Das Herzstück des Ortes ist der Gasteiner Heilstollen, eines der bekanntesten Radonheilbäder Europas. Tief im Berg, wo Temperatur und Luftfeuchtigkeit konstant bleiben, suchen Menschen mit Gelenkerkrankungen und chronischen Beschwerden seit Jahrzehnten Linderung. Die Einfahrt in den Stollen mit einer kleinen Grubenbahn ist ein ungewöhnliches Erlebnis, das Böckstein von jedem anderen alpinen Urlaubsort unterscheidet. Gesundheitstourismus und Bergwelt gehen hier eine ungewöhnlich enge Verbindung ein. Gleichzeitig ist Böckstein ein ernstzunehmender Ausgangspunkt für Bergtouren. Die Nassfelder Straße führt hinauf in eines der schönsten Hochgebirgsgebiete der Hohen Tauern, und der Übergang zum Sportgastein eröffnet Wanderern und Skifahrern eine weitläufige alpine Landschaft jenseits der Baumgrenze. Im Winter verbindet die Gasteiner Bergbahn Böckstein mit dem Skigebiet Sportgastein, das für seine Weitläufigkeit und vergleichsweise ruhigen Pisten bekannt ist. Die Architektur des Ortes erzählt von seiner Geschichte als Bergbausiedlung: schlichte, funktionale Häuser, wenige Ornamente, viel Stein. Das Knappenhaus, ein historisches Gebäude aus der Zeit des Goldbergbaus, erinnert daran, dass Böckstein einst vom Reichtum des Erzabbaus lebte. Diese Vergangenheit gibt dem Ort eine eigene Würde, die man zwischen den Zeilen der Fassaden lesen kann. Für Reisende, die Ruhe suchen, die Natur ernst nehmen und einen Urlaub ohne Trubel verbringen wollen, ist Böckstein eine überzeugende Wahl. Hotels und Pensionen hier sind oft familiär geführt, die Atmosphäre persönlicher als im größeren Bad Gastein, und der Zugang zur unberührten Bergwelt beginnt buchstäblich vor der Haustür.

Gasteiner Heilstollen
Tief im Radhausberg gelegen, nutzt der Gasteiner Heilstollen das natürliche Radonklima und milde Wärme zur Linderung von Beschwerden – ein außergewöhnlicher Ort in Bad Gastein.
Einfahrt mit der Stollenbahn tief in den Radhausberg