Mitten im Canale Cagnan liegt die Isola della Pescheria, eine kleine Insel, auf die Treviso Mitte des 19. Jahrhunderts seinen Fischmarkt verlegte. Der Grund war praktisch: Das fließende Wasser ringsum hielt die Stände kühl und sauber, lange bevor es Kühltechnik gab. Bis heute wird hier vormittags Fisch aus der Adria und der Lagune verkauft, sodass die Insel ihre ursprüngliche Funktion nie ganz verloren hat. Der Markt verleiht dem Ort am Morgen einen lebendigen, alltäglichen Charakter – mit Händlern, frischem Fang und Einheimischen, die hier einkaufen. Wer die Pescheria als Marktplatz erleben möchte, kommt am besten vormittags. Am Nachmittag und Abend wandelt sich das Bild: Rund um die Brücken, die zur Insel führen, bilden Osterien und Bars die Kulisse für die abendliche Cicchetti-Runde, wenn sich Gäste mit einem Spritz an das Wasser stellen. Gemeinsam mit dem nahen Canale dei Buranelli gehört die Pescheria zum fotogensten Teil von Treviso. Die schmalen Wasserläufe, die Laubengänge und die alten Häuser am Kanal haben der Stadt den Beinamen „Klein-Venedig“ eingetragen. Anders als das große Vorbild bleibt Treviso dabei überschaubar und entspannt – die Pescheria ist ihr stimmungsvoller Mittelpunkt. Die Insel ist frei zugänglich und jederzeit zu besichtigen. Sie eignet sich sowohl für einen kurzen Fotostopp als auch als Auftakt für einen Abend in den umliegenden Osterien. Wer beide Seiten erleben will, schaut am Vormittag beim Markttreiben vorbei und kehrt am Abend zur Aperitivo-Stunde zurück, wenn die Brücken und Uferplätze zum geselligen Treffpunkt werden.
Die Brücken bieten die besten Blicke auf Insel und Wasser.






























