Eine geschwungene Treppe aus Lavastein führt von der Via Vittorio Emanuele hinab zu einem der eigentümlichsten Orte von Cefalù: dem mittelalterlichen Lavatoio, dem alten Waschplatz der Stadt. In seine glatt geschliffenen Steinbecken mündet der kleine Fluss Cefalino, bevor er ins Meer fließt. Der Ort liegt unter dem Straßenniveau und öffnet sich erst beim Hinabsteigen – ein versteckter Winkel mitten in der Altstadt. Die Geschichte des Platzes reicht weit zurück. Bis ins 20. Jahrhundert wuschen die Frauen der Stadt hier ihre Wäsche, gespeist vom ständig fließenden Wasser des Cefalino. Die Becken und die Speier, durch die das Wasser läuft, sind erhalten geblieben, sodass sich die einstige Funktion des Ortes unmittelbar nachvollziehen lässt. Heute ist der Lavatoio kein Arbeitsplatz mehr, sondern ein stilles Denkmal des Alltagslebens vergangener Zeiten. Die Atmosphäre macht den Reiz aus. Im kühlen Halbdunkel unter der Straße hört man nur das Wasser über die alten Speier laufen – ein deutlicher Kontrast zum sonnigen Treiben auf dem Corso Ruggero wenige Schritte entfernt. Der dunkle Lavastein und das fließende Wasser geben dem Ort einen eigenen, fast meditativen Charakter, der ihn von den großen Sehenswürdigkeiten der Stadt abhebt. Für den Besuch braucht es weder Eintritt noch viel Zeit: Der Lavatoio ist frei zugänglich und in wenigen Minuten besichtigt. Damit kombiniert er sich ideal mit einem Bummel über den Corso Ruggero oder dem Weg zum Dom. Wer die Altstadt von Cefalù jenseits der bekanntesten Bauten erkunden möchte, findet hier einen kleinen, lohnenden Halt.
Die geschwungene Lavasteintreppe von oben aufnehmen






























