
◆ STADT · STEIERMARK
Leoben trägt das Erz im Namen seiner Geschichte, ohne darin steckenzubleiben. Die zweitgrößte Stadt der Steiermark liegt in einer engen Schleife der Mur, eingerahmt von bewaldeten Hängen, und hat aus ihrer Vergangenheit als Eisen- und Handelsstadt eine selbstbewusste Gegenwart geformt. Am weiten Hauptplatz, einem der schönsten der Obersteiermark, leuchtet die rote Stuckfassade des Hacklhauses, und der pilzförmige Schwammerlturm bewacht den alten Zugang zur Stadt. Im Süden ruht das tausendjährige Stift Göss, in dessen Gemäuern heute die Gösser Brauerei braut, während am Stadtrand die Kunsthalle mit Ausstellungen aufwartet, die man in einer Stadt dieser Größe nicht vermuten würde. Dazu eine Bergbau-Universität von Weltrang und eine fernöstliche Therme – Leoben ist weit überraschender, als die graue Vorsilbe „Montan“ vermuten lässt.

Leobens Reichtum kam vom Erzberg. Über die alte Eisenstraße wurde das Steirische Roheisen aus Eisenerz nach Süden gebracht, und Leoben wurde zum Umschlag- und Verarbeitungsplatz – eine Funktion, die der Stadt schon im Mittelalter Stadtrecht und Wohlstand sicherte. Die enge Murschleife, die die Altstadt fast vollständig umschließt, war Schutz und Handelsvorteil zugleich. Bis heute künden die stattlichen Bürgerhäuser am Hauptplatz und der renommierte Ruf der Montanuniversität davon, dass Leoben über Jahrhunderte das Wissen vom Berg, vom Erz und vom Hochofen versammelte.
Doch wer Leoben auf seine Industriegeschichte reduziert, verkennt die Wendigkeit der Stadt. Mit der Kunsthalle hat sich Leoben ab den 1990er-Jahren einen Namen mit Großausstellungen gemacht, die thematisch von den Inka bis zu den Pharaonen reichten und Besucher aus dem ganzen Land anzogen. Das Asia Spa brachte fernöstliche Bade- und Saunakultur an die Mur, und die alten Industrieflächen in Donawitz erzählen vom Stahl, der hier noch immer produziert wird. Zwischen Tradition und Erneuerung bewahrt Leoben eine pragmatische, unaufgeregte Art – das Gegenteil einer Kulisse, eher eine Stadt, die arbeitet und dabei gut zu leben weiß.
Das Herzstück bleibt das Stift Göss im Süden. Das einst bedeutendste Frauenstift der Steiermark, gegründet im frühen 11. Jahrhundert, prägt mit seiner romanisch-gotischen Kirche und der berühmten Bischofskapelle bis heute den Stadtteil. Nach der Aufhebung des Stifts zog die Brauerei ein – seither ist Göss untrennbar mit der Marke Gösser verbunden, einem der bekanntesten Biere Österreichs. travelperfect rät, Leoben mit den Ausflugszielen der Umgebung zu verbinden: dem markanten Erzberg, der Wallfahrt Mariazell oder einer Etappe auf dem Murradweg, der direkt durch die Stadt führt.
01 · Auf einen Blick
· Stadtviertel
· Sehenswürdigkeiten
· Aktivitäten
· Entdecken & Buchen
02 · Was tun
Altstadt & Türme
Der weite Hauptplatz ist Leobens Bühne: das prächtige Hacklhaus mit seiner barocken Stuckfassade, die Mariensäule und ringsum die Renaissance-Bürgerhäuser. Vom Platz führt der Weg zum roten Schwammerlturm, dem pilzförmigen Wahrzeichen über dem alten Murtor, und weiter zur gotischen Stadtpfarrkirche St. Xaver. Wer die Murschleife umrundet, versteht, warum sich die Stadt hier so dicht zusammendrängt.
Stift Göss & Gösser
Im Süden der Stadt liegt das tausendjährige Stift Göss mit seiner romanisch-gotischen Stiftskirche und der kostbaren Bischofskapelle. Nach der Aufhebung des Klosters zog die Gösser Brauerei in die Mauern ein – heute lässt sich im Braucommune-Areal die Verbindung von Klostergeschichte und einem der bekanntesten Biere Österreichs erkunden, samt Einkehr im Brauhaus.
Kunst, Therme & Erzberg
Die Kunsthalle Leoben überrascht mit Großausstellungen von internationalem Format, das Asia Spa lockt mit fernöstlicher Bade- und Saunawelt an der Mur. Und nur eine knappe Autostunde nördlich öffnet sich der Erzberg bei Eisenerz – der „steirische Brotlaib“, größter Siderit-Tagebau Europas, den man auf der HochAlpenstraße und im Schaubergwerk erleben kann.
03 · Wann
Leoben liegt auf rund 540 Metern Höhe im Tal der oberen Mur, eingerahmt von Bergen – das Klima ist gemäßigt kontinental mit deutlichen Jahreszeiten. Die Sommer sind angenehm warm, die Winter kalt und oft schneereich. Frühling und Sommer eignen sich am besten für Stadt, Murradweg und Ausflüge zum Erzberg; im Winter laden der Advent und die nahen Skigebiete der Obersteiermark.
04 · Häufige Fragen
Für die Altstadt mit Hauptplatz und Schwammerlturm, das Stift Göss mit der Gösser Brauerei und einen Besuch der Kunsthalle reichen ein bis zwei Tage gut aus. Wer Leoben als Standort nutzt und Ausflüge zum Erzberg, nach Mariazell oder Etappen auf dem Murradweg anhängt, plant besser drei bis vier Tage ein.
Leoben liegt an der Südbahn und ist per Zug gut erreichbar: von Graz dauert die Fahrt rund 45 Minuten, von Wien über Bruck an der Mur etwa zwei Stunden. Mit dem Auto erreicht man die Stadt über die S6 (Semmering Schnellstraße) und die S35. Die nächsten Flughäfen sind Graz (rund 75 km) und Wien (rund 165 km).
Ja – Göss ist die Heimat eines der bekanntesten Biere Österreichs, und die Brauerei sitzt im historischen Stift Göss. Neben der Braugeschichte lassen sich die romanisch-gotische Stiftskirche und die berühmte Bischofskapelle besichtigen; im Brauhaus kann man steirisch einkehren. Aktuelle Führungszeiten am besten vorab prüfen.
Der Erzberg bei Eisenerz mit seinem Schaubergwerk und der spektakulären Tagebaustufe ist der Klassiker, nur eine knappe Autostunde nördlich. Sehr lohnend sind außerdem der Wallfahrtsort Mariazell, die Landeshauptstadt Graz (rund 45 Bahnminuten) sowie Radetappen auf dem Murradweg, der direkt durch Leoben führt.
Die Kunsthalle Leoben ist ein Ausstellungshaus im MuseumsCenter, das sich mit großen, oft kulturhistorischen Sonderausstellungen einen überregionalen Namen gemacht hat – die Themen reichten in der Vergangenheit von alten Hochkulturen bis zu archäologischen Schätzen. Welche Ausstellung gerade läuft, prüft man am besten vor der Reise.
05 · In der Nähe
Sagen Sie uns, worauf Sie Lust haben — wir planen Ihre Tage in Leoben und der Obersteiermark.
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