Die Cappella del Barolo, auch Cappella delle Brunate genannt, liegt mitten in den Weinbergen des Cru Brunate zwischen Barolo und La Morra. Errichtet wurde das kleine Gebäude 1914 ursprünglich als Unterstand für die Weinbergarbeiter, die hier Schutz vor Unwettern suchen konnten. Geweiht wurde die Kapelle jedoch nie – sie blieb über Jahrzehnte ein schlichter, fast vergessener Bau inmitten der Nebbiolo-Reben. Ihre heutige Gestalt verdankt die Kapelle der Winzerfamilie Ceretto, die sie 1999 in ein Kunstwerk verwandeln ließ. Der US-amerikanische Künstler Sol LeWitt gestaltete die Fassade in leuchtenden Farbblöcken, während David Tremlett den Innenraum in warmen Erdtönen ausmalte. Aus dem nüchternen Arbeiterunterstand wurde so ein farbenfrohes Zusammenspiel von Architektur und zeitgenössischer Kunst, das sich überraschend deutlich von der sanften Landschaft der Langhe abhebt. Heute zählt die Cappella del Barolo zu den meistfotografierten Motiven der Region. Ihre kräftigen Farben vor dem Hintergrund der grünen Hügel machen sie zu einem beliebten Ziel für Besucher, die die Verbindung von Weinkultur und Kunst suchen. Der Innenraum mit den weichen Erdtönen bildet dabei einen ruhigen Kontrast zur lebhaften Außenfassade. Der Weg zur Kapelle ist Teil des Erlebnisses: Der Spaziergang führt durch einige der bekanntesten Nebbiolo-Lagen der Barolo-Zone, darunter den Cru Brunate selbst. Die Kapelle ist frei zugänglich und besonders im Herbstlicht reizvoll, wenn sich das Laub der Reben verfärbt und die Farben der Fassade noch intensiver wirken. Sie lässt sich gut mit einer Wanderung oder einer Radtour zwischen Barolo und La Morra verbinden und ist damit ein lohnendes Ziel für alle, die die Landschaft der Langhe aktiv erkunden möchten.
Die bunte Fassade vor den grünen oder herbstlichen Hügeln in Szene setzen.






























