Wer einmal auf der Kaiser-Franz-Josefs-Höhe gestanden hat, versteht sofort, warum diese Route seit ihrer Eröffnung 1935 Reisende aus aller Welt anzieht. Die Großglockner Hochalpenstraße verbindet auf rund 48 Kilometern die Salzburger mit der Kärntner Seite der Hohen Tauern – und jede Kurve dieser Strecke erzählt eine andere Geschichte aus Fels, Eis und alpiner Weite. Von Zell am See aus geht es zunächst durch das Fuscher Tal, vorbei an sattgrünen Almwiesen und dem türkisfarbenen Zeller See, bevor die Straße in Serpentinen aufsteigt. Schon an der Fuscher Törl-Aussichtsplattform auf rund 2.428 Metern öffnet sich der erste große Blick: Auf der einen Seite das Salzburger Vorland, auf der anderen die schroffen Kämme des Nationalparks Hohe Tauern. Murmeltiere huschen über die Felsen, Steinböcke sind keine Seltenheit. Das eigentliche Ziel ist die Kaiser-Franz-Josefs-Höhe auf 2.369 Metern Seehöhe – benannt nach dem österreichischen Kaiser, der die Strecke 1856 als erster prominenter Besucher bereiste. Hier steht man buchstäblich auf Augenhöhe mit dem Großglockner (3.798 m), Österreichs höchstem Berg, und blickt auf den Pasterzengletscher, der sich als gewaltige Eiszunge ins Tal schiebt. Das Gletschererlebnis ist heute durch den Gletscherweg Pasterze erreichbar, der von der Aussichtsplattform hinunter zum Gletscherrand führt – ein eindrucksvoller, leicht begehbarer Rundweg, der das Ausmaß des Gletscherschwunds der letzten Jahrzehnte sichtbar macht. Auf der Kaiser-Franz-Josefs-Höhe selbst gibt es das Besucherzentrum Franz-Josefs-Haus mit Ausstellungen zur Geologie, Flora und Fauna des Nationalparks sowie zur Geschichte der Straße. Wer möchte, kann im Bergrestaurant eine Jause einlegen und dabei den Blick auf das Gletscherpanorama genießen. Für Fotografen ist der frühe Morgen oder der späte Nachmittag ideal – wenn das Licht die Felswände des Glockners in warmes Orange taucht und der Trubel des Tages noch nicht eingesetzt hat. Die Strecke ist ausschließlich per Fahrzeug befahrbar und mautpflichtig. Wer die Tour ab Zell am See bucht, fährt in der Regel mit einem geführten Kleinbus oder Privat-Transfer, sodass man sich voll auf die Landschaft konzentrieren kann, ohne selbst durch die engen Kehren navigieren zu müssen. Insgesamt sollte man für den Ausflug mindestens einen halben Tag einplanen – wer die Aussichtspunkte in Ruhe erkunden und den Gletscherweg begehen möchte, ist mit einem vollen Tag besser beraten.
Eine Fahrt auf der Großglockner Hochalpenstraße ist eine der eindrucksvollsten Hochgebirgsrouten Europas: 48 Kilometer Panoramastraße durch den Nationalpark Hohe Tauern, vorbei an Steinböcken und Murmeltieren, bis zur Kaiser-Franz-Josefs-Höhe mit direktem Blick auf Österreichs höchsten Gipfel und den Pasterzengletscher.
