Die wichtigsten Sehenswürdigkeiten in Bilbao
Fast alles, wofür du nach Bilbao kommst, liegt an einem einzigen Flussbogen – zu Fuß von Ufer zu Ufer in einer knappen halben Stunde.
Der Bezugspunkt ist das Guggenheim-Museum Bilbao, das 1997 auf einem alten Hafen- und Industriegelände eröffnete und dessen titanverkleidete Hülle je nach Wetter silbern, golden oder bleigrau wirkt. Frank Gehry hat den Bau so an die Flussbiegung gesetzt, dass die Auffahrt der Brücke La Salve mitten hindurchläuft; seit dem zehnten Museumsgeburtstag rahmt Daniel Burens roter Bogen die Konstruktion. Rundherum steht Kunst im Freien, für die du keinen Eintritt brauchst: Jeff Koons' zwölf Meter hoher Blumenhund Puppy vor dem Haupteingang, Louise Bourgeois' Spinne Maman auf der Flussseite und Anish Kapoors verspiegelte Kugelsäule. Wer nur außen herumgeht, ist schnell eine halbe Stunde unterwegs – und die besten Perspektiven liegen ohnehin vom gegenüberliegenden Ufer aus.
Flussaufwärts folgt das historische Bilbao. Der Casco Viejo ist der mittelalterliche Kern um die Siete Calles, die sieben Urstraßen, an denen sich seit dem 14. Jahrhundert Handel und Wohnen stapeln. In ihrer Mitte steht die gotische Kathedrale von Santiago, dem Apostel Jakobus geweiht, dessen Pilgerweg hier durch die Stadt zieht; ein paar Schritte weiter öffnet sich die Plaza Nueva, ein streng neoklassizistischer Arkadenplatz aus dem 19. Jahrhundert, unter dessen Bögen sich abends halb Bilbao verteilt. Im Euskal Museoa, dem Baskischen Museum, erzählt eine Sammlung aus Fischerei, Handwerk und Volksglauben die Vorgeschichte dieser Stadt – im Kreuzgang steht der Mikeldi, eine vorchristliche Steinfigur mit Scheibe zwischen den Beinen.
Direkt am Wasser, unterhalb der Altstadt, liegt der Mercado de la Ribera, eine Markthalle im Art-déco-Stil aus den späten zwanziger Jahren, die sich mit ihrer schiffsförmigen Silhouette an das Ufer legt. Im Inneren stehen unten die Fisch- und Fleischtheken, Obst und Gemüse liegen eine Etage höher, und ganz oben hat mit der Ribera Gastro Plaza eine Reihe von Gastro-Ständen übernommen – ein guter Ort für ein frühes Mittagessen ohne Reservierung. Nur wenige hundert Meter flussabwärts steht das Teatro Arriaga, ein neobarockes Opernhaus von 1890, benannt nach dem in Bilbao geborenen Komponisten Juan Crisóstomo de Arriaga, der mit neunzehn Jahren starb. Davor beginnt der Arenal, die alte Uferpromenade mit Musikpavillon, auf der die Stadt ihre Feste abhält.
Zwei Ziele liegen höher. Der Funicular de Artxanda fährt seit 1915 vom rechten Flussufer in wenigen Minuten auf den Hausberg; oben liegt eine Wiese mit Geländer, und darunter breitet sich der komplette Talkessel aus – die Ría, die Brücken, das Guggenheim von oben. Der zweite Aufstieg führt zur Basílica de Begoña, der gotischen Kirche der Schutzpatronin von Bizkaia, die die Bilbainos schlicht Amatxu nennen, Mütterchen. Du musst dafür nicht klettern: Vom Casco Viejo bringt dich der öffentliche Ascensor de Begoña durch den Hang nach oben, und der Rückweg über die Treppen der Calzadas de Mallona endet wieder mitten in der Altstadt.
















