Stadt · Spanien

Bilbao

Vom Titanschimmer des Guggenheim bis zu den sieben Gassen des Casco Viejo sind es keine drei Kilometer am Flussufer entlang, und auf dieser Strecke liest du den kompletten Umbau einer Industriestadt ab.

7 Stadtviertel10 Sehenswürdigkeiten8 Hotels
Überblick

Deine Bilbao-Reise auf einen Blick

Beste Reisezeit
Bilbao hat ein mildes, atlantisch geprägtes Klima mit häufigem Regen. Die beste Reisezeit ist von Mai bis September, wenn es wärmer und trockener ist. Frühling und Frühherbst sind angenehm und ruhiger. Ende August feiert die Stadt die Aste Nagusia, ihr großes Stadtfest mit neun Tagen Programm.
Über Bilbao

Reisen nach Bilbao

Bilbao liegt in einem engen, grünen Talkessel, den die Ría del Nervión durchschneidet, und genau an diesem Fluss lässt sich die Verwandlung der Stadt ablesen. Wo bis in die achtziger Jahre Werften, Hochöfen und Verladekräne standen, spiegelt sich heute Frank Gehrys titanverkleidetes Guggenheim-Museum im Wasser – 1997 eröffnet und seither das Standardbeispiel dafür, dass ein einzelnes Gebäude eine ganze Stadt umdrehen kann. Zwanzig Gehminuten flussaufwärts beginnt das andere Bilbao: der Casco Viejo mit den Siete Calles, den sieben mittelalterlichen Urstraßen, in denen sich Pintxos-Theken, Traditionsläden und die gotische Kathedrale von Santiago drängen, dazu die Arkaden der Plaza Nueva und die Markthalle Mercado de la Ribera unten am Kai. Dazwischen spannt sich das Ensanche des 19. Jahrhunderts mit der Gran Vía, der Plaza Moyúa und dem Museo de Bellas Artes am Rand des Doña-Casilda-Parks. Mit rund 345.000 Einwohnern ist Bilbao die größte Stadt des Baskenlands, funktioniert dank Metro, Tram und der Standseilbahn auf den Artxanda vollständig ohne Auto – und isst abends im Stehen, von Theke zu Theke, mit einem Glas Txakoli in der Hand.

Bilbao – Karte
Reiseführer

Bilbao von A bis Z

Aktualisiert August 2026

Am Kai vor der Markthalle steht jemand mit einem Zurito in der Hand, hinter ihm schaukelt das Wasser des Nervión, und flussabwärts blitzt zwischen zwei Wohnblöcken etwas Silbernes auf. Bilbao erzählt seine beiden Geschichten auf engstem Raum. Da ist die mittelalterliche Handelsstadt mit ihren sieben Gassen, und da ist die Industriemetropole, die sich in den neunziger Jahren selbst neu erfunden hat. Dazwischen liegen zwanzig Gehminuten Uferpromenade, ein Fluss, der einmal schwarz war, und eine Pintxos-Kultur, die abends alle an dieselben Theken stellt.

Sehenswürdigkeiten

Die wichtigsten Sehenswürdigkeiten in Bilbao

Fast alles, wofür du nach Bilbao kommst, liegt an einem einzigen Flussbogen – zu Fuß von Ufer zu Ufer in einer knappen halben Stunde.

Der Bezugspunkt ist das Guggenheim-Museum Bilbao, das 1997 auf einem alten Hafen- und Industriegelände eröffnete und dessen titanverkleidete Hülle je nach Wetter silbern, golden oder bleigrau wirkt. Frank Gehry hat den Bau so an die Flussbiegung gesetzt, dass die Auffahrt der Brücke La Salve mitten hindurchläuft; seit dem zehnten Museumsgeburtstag rahmt Daniel Burens roter Bogen die Konstruktion. Rundherum steht Kunst im Freien, für die du keinen Eintritt brauchst: Jeff Koons' zwölf Meter hoher Blumenhund Puppy vor dem Haupteingang, Louise Bourgeois' Spinne Maman auf der Flussseite und Anish Kapoors verspiegelte Kugelsäule. Wer nur außen herumgeht, ist schnell eine halbe Stunde unterwegs – und die besten Perspektiven liegen ohnehin vom gegenüberliegenden Ufer aus.

Flussaufwärts folgt das historische Bilbao. Der Casco Viejo ist der mittelalterliche Kern um die Siete Calles, die sieben Urstraßen, an denen sich seit dem 14. Jahrhundert Handel und Wohnen stapeln. In ihrer Mitte steht die gotische Kathedrale von Santiago, dem Apostel Jakobus geweiht, dessen Pilgerweg hier durch die Stadt zieht; ein paar Schritte weiter öffnet sich die Plaza Nueva, ein streng neoklassizistischer Arkadenplatz aus dem 19. Jahrhundert, unter dessen Bögen sich abends halb Bilbao verteilt. Im Euskal Museoa, dem Baskischen Museum, erzählt eine Sammlung aus Fischerei, Handwerk und Volksglauben die Vorgeschichte dieser Stadt – im Kreuzgang steht der Mikeldi, eine vorchristliche Steinfigur mit Scheibe zwischen den Beinen.

Direkt am Wasser, unterhalb der Altstadt, liegt der Mercado de la Ribera, eine Markthalle im Art-déco-Stil aus den späten zwanziger Jahren, die sich mit ihrer schiffsförmigen Silhouette an das Ufer legt. Im Inneren stehen unten die Fisch- und Fleischtheken, Obst und Gemüse liegen eine Etage höher, und ganz oben hat mit der Ribera Gastro Plaza eine Reihe von Gastro-Ständen übernommen – ein guter Ort für ein frühes Mittagessen ohne Reservierung. Nur wenige hundert Meter flussabwärts steht das Teatro Arriaga, ein neobarockes Opernhaus von 1890, benannt nach dem in Bilbao geborenen Komponisten Juan Crisóstomo de Arriaga, der mit neunzehn Jahren starb. Davor beginnt der Arenal, die alte Uferpromenade mit Musikpavillon, auf der die Stadt ihre Feste abhält.

Zwei Ziele liegen höher. Der Funicular de Artxanda fährt seit 1915 vom rechten Flussufer in wenigen Minuten auf den Hausberg; oben liegt eine Wiese mit Geländer, und darunter breitet sich der komplette Talkessel aus – die Ría, die Brücken, das Guggenheim von oben. Der zweite Aufstieg führt zur Basílica de Begoña, der gotischen Kirche der Schutzpatronin von Bizkaia, die die Bilbainos schlicht Amatxu nennen, Mütterchen. Du musst dafür nicht klettern: Vom Casco Viejo bringt dich der öffentliche Ascensor de Begoña durch den Hang nach oben, und der Rückweg über die Treppen der Calzadas de Mallona endet wieder mitten in der Altstadt.

Sehenswürdigkeiten in Bilbao

Alle 10 Sehenswürdigkeiten
Guggenheim & Museen

Das Guggenheim-Museum Bilbao und die Kunst am Nervión

Kein Foto bereitet darauf vor, wie sehr sich der Bau bewegt, während du um ihn herumgehst – die Titanschuppen fangen jede Wolkenlücke anders ein.

Guggenheim-Museum
Guggenheim-Museum

Das Museum ist der Grund, warum Städteplaner weltweit vom Guggenheim-Effekt sprechen. Bilbao war Anfang der neunziger Jahre eine Stadt mit stillgelegten Werften, hoher Arbeitslosigkeit und einem Fluss, in den jahrzehntelang alles eingeleitet worden war; die baskische Regierung finanzierte den Bau und holte damit eine internationale Museumsmarke an eine Flussbiegung, an der bis dahin Holz und Erz umgeschlagen wurden. Frank Gehry verkleidete die geschwungenen Volumen mit dünnen Titanplatten, kombinierte sie mit Kalkstein und Glas und richtete das Ganze auf den Fluss aus, sodass die Silhouette je nach Standort an ein Schiff, eine Blüte oder einen Haufen zerknüllter Folie erinnert. Geh einmal komplett außen herum, bevor du hineingehst.

Drinnen führt ein hoher, gewundener Lichthof durch alle Etagen. Das Herzstück ist die langgestreckte Halle im Erdgeschoss mit Richard Serras Installation The Matter of Time, einer Reihe begehbarer Stahlspiralen und -ellipsen, deren Wände sich beim Durchlaufen über dir zusammenneigen; das ist Dauerbestand und für viele der stärkste Moment des Besuchs. Der Rest der Flächen gehört Wechselausstellungen und Teilen der Sammlung, das Programm ändert sich mehrmals im Jahr. Buche das Zeitfenster vorab über die Museumsseite, gerade an Wochenenden und in den Sommermonaten, und plane realistisch zweieinhalb bis vier Stunden ein. Im Haus kocht außerdem Josean Alija im Nerua auf Sterneniveau – das ist ein eigener Termin, kein Museumsimbiss.

Die zweite große Sammlung der Stadt sitzt fünfzehn Gehminuten südwestlich am Rand des Doña-Casilda-Parks. Das Museo de Bellas Artes ist deutlich älter als das Guggenheim und in vielem das interessantere Museum: Es spannt den Bogen von El Greco, Ribera, Zurbarán und Goya über Gauguin und Francis Bacon bis zur baskischen Moderne mit Zuloaga, Regoyos, Oteiza und Chillida. Nach mehreren Jahren Bauzeit ist das Haus seit Sommer 2026 wieder vollständig geöffnet: Der Erweiterungsbau von Foster + Partners und dem Bilbaoer Büro LM Uriarte hat die Ausstellungsfläche spürbar vergrößert, und die Sammlung hängt neu geordnet. Der Park davor mit seinem Teich und den Enten ist der Ort, an dem Bilbao am Sonntagvormittag spazieren geht.

Bleiben zwei Häuser, die Architektur und Alltag mischen. Azkuna Zentroa am Plaza Arriquibar war ein Weinspeicher von 1909, den Philippe Starck zum Kulturzentrum umbaute: Im Erdgeschoss stehen 43 Säulen, von denen keine der anderen gleicht, dazwischen Kino, Bibliothek und Café, und im Dach liegt ein Schwimmbecken mit Glasboden, durch das man von unten die Schwimmer sieht. Der Säulensaal ist frei zugänglich, auch ohne Ticket. Am anderen Ende der Stadt erzählt das Itsasmuseum auf dem Gelände der ehemaligen Euskalduna-Werft die maritime Geschichte der Ría, mit Trockendock und alten Schiffen im Freigelände – die logische Ergänzung, wenn dich interessiert, was hier vor dem Titan stand.

Altstadt

Casco Viejo und die Siete Calles zu Fuß erkunden

Der ganze mittelalterliche Kern passt in ein Rechteck von wenigen hundert Metern Kantenlänge – verlaufen kannst du dich hier eigentlich nicht.

Casco Viejo
Casco Viejo

Bilbao ist eine geplante Gründung: 1300 verlieh Diego López V. de Haro dem Ort am Nervión das Stadtrecht, und der Grundriss dieser Gründung steht bis heute. Drei Gassen waren es zuerst, dann sieben – Somera, Artekale, Tendería, Belosticalle, Carnicería Vieja, Barrenkale und Barrenkale Barrena – parallel zwischen Fluss und Hang gelegt, verbunden durch schmale Quergassen. Die Siete Calles sind deshalb keine Sehenswürdigkeit im Einzelnen, sondern ein Prinzip: Du läufst eine Gasse hinunter, biegst ab, läufst die nächste zurück und hast in einer Stunde den kompletten Kern abgeschritten. Dass er so gepflegt dasteht, ist keine Selbstverständlichkeit – im August 1983 setzte ein Jahrhunderthochwasser des Nervión das Viertel meterhoch unter Wasser und zerstörte Läden, Werkstätten und Archive; der heutige Zustand ist das Ergebnis eines jahrelangen Wiederaufbaus.

Zwei Plätze halten das Viertel zusammen. Die Plaza Nueva wurde Mitte des 19. Jahrhunderts als geschlossener Arkadenplatz angelegt und ist heute Bilbaos Wohnzimmer: unter den Bögen eine Bar neben der anderen, in der Mitte Kinder mit Rollern, an den Rändern Menschen, die im Stehen essen. Sonntags breiten Händler dort Bücher, Briefmarken, Münzen und Pflanzen aus. Der zweite Platz ist der Arenal am Fluss, wo der Musikpavillon steht und wo bei jedem Fest die Bühnen aufgebaut werden. Dazwischen liegt die Kathedrale von Santiago mit ihrem Kreuzgang aus dem 15. Jahrhundert, die kleiner und stiller ist, als der Name vermuten lässt.

Der Casco Viejo ist auch der Ort, an dem Bilbao noch handwerklich einkauft. Zwischen den Pintxos-Bars stehen Hutmacher, Messerschleifer, Stoffgeschäfte, alte Konditoreien und Läden für baskische Sportartikel; wer eine Carolina sucht, das lokale Baiser-Törtchen mit Eigelbcreme, findet sie hier eher als im Ensanche. Am unteren Ende zieht die Markthalle Mercado de la Ribera das Publikum an, am oberen Ende, in der Calle Somera, wird es abends jung und laut – das ist die Gasse für Kalimotxo und lange Nächte, während sich das gesetztere Publikum eher an der Plaza Nueva und in der Calle Ledesma auf der anderen Flussseite verteilt.

Praktisch ist das Viertel bestens angebunden. Die Metrostation Casco Viejo liegt mitten drin, die Tram hält am Arenal, und über die Fußgängerbrücken erreichst du in fünf Minuten Bilbao La Vieja auf der Gegenseite. Für die Höhenmeter hat Bilbao öffentliche Aufzüge eingebaut, die wie Straßenbahnen zum Nahverkehr gehören – der Ascensor de Begoña hinter der Kathedrale bringt dich Richtung Basilika, ein weiterer erschließt Solokoetxe. Wenn du im Casco Viejo übernachtest, rechne mit Geräuschen bis in die Nacht, besonders von Donnerstag bis Samstag; ein Zimmer zum Innenhof löst das Problem meist zuverlässiger als jede Ohrstöpselpackung.

Rundgang & Tagesplan

Bilbao in zwei Tagen – ein Rundgang am Fluss entlang

Zwei volle Tage reichen für Museum, Altstadt und Flussufer, wenn du die Stadt in der richtigen Reihenfolge abläufst.

Tag eins gehört dem Guggenheim, und zwar der ersten Stunde nach der Öffnung. Das Museum ist dienstags bis sonntags von 10 bis 19 Uhr geöffnet, montags bleibt es außerhalb der Sommersaison zu – wer an einem Montag anreist, dreht den Plan einfach um und beginnt mit der Altstadt. Steh mit gebuchtem Zeitfenster vor dem Haupteingang, wenn Koons' Puppy noch im Schatten steht und die Serra-Halle leer ist – zwei Stunden später hat sich das Verhältnis von Menschen zu Kunst deutlich verschoben. Danach nicht direkt weiter, sondern einmal komplett außen um den Bau und über die Fußgängerbrücke Pedro Arrupe ans andere Ufer, weil sich von dort die Silhouette geschlossen zeigt. Wer Mittag will, findet in der Calle Ledesma eine Reihe Pintxos-Bars in fünf Gehminuten Entfernung; wer Ruhe will, geht zum Doña-Casilda-Park und ins Museo de Bellas Artes – das hat allerdings einen eigenen Ruhetag unter der Woche, den du vorab auf der Museumsseite nachsiehst.

Am Nachmittag arbeitest du dich flussaufwärts. Über die Alameda Mazarredo kommst du zur Zubizuri, Santiago Calatravas weißer Bogenbrücke von 1997, deren gläserner Belag bei Nässe rutschig ist und deshalb inzwischen eine Auflage trägt – gleich daneben stehen die beiden Isozaki-Atea-Türme, über deren Freitreppe du wieder auf Straßenniveau kommst. Weiter am Ufer entlang zum Teatro Arriaga und über den Arenal in den Casco Viejo. Der Abend gehört dann der Plaza Nueva: nicht in einer Bar bleiben, sondern zwei, drei Theken abklappern, überall ein Pintxo und ein kleines Glas, und den Rest der Stadt dabei einfach zusehen.

Tag zwei startet mit der Aussicht. Nimm den Funicular de Artxanda hinauf, sobald sich die Talwolken aufgelöst haben und die Sicht steht – oben ist es am Vormittag noch leer. Lauf ein Stück über den Höhenweg und komm zurück ins Tal. Danach der Mercado de la Ribera und, wenn du magst, die Brücke hinüber nach Bilbao La Vieja mit den Bars am Muelle Marzana. Für den Nachmittag hast du die Wahl: Azkuna Zentroa mit dem Säulensaal und einem Kaffee darin, das Itsasmuseum an der alten Werft, oder eine Fahrt mit der Metro hinunter nach Portugalete zur Schwebefähre Puente Vizcaya, die als UNESCO-Welterbe gelistet ist und noch immer im Betrieb.

Wer einen dritten Tag hat, verlässt die Stadt. San Juan de Gaztelugatxe an der Küste, das symbolträchtige Gernika mit der Eiche neben der Casa de Juntas und dem Friedensmuseum, die Villenpromenade von Getxo oder ein Strandnachmittag in Sopelana lassen sich alle als Tagesausflug legen, ohne das Hotel zu wechseln. Und falls es regnet – was in Bilbao in jedem Monat passieren kann –, funktioniert der Plan trotzdem: Guggenheim, Bellas Artes, Markthalle, Azkuna Zentroa und die überdachten Arkaden der Plaza Nueva sind ein kompletter Tag unter Dach, verbunden durch eine Metro, die dich fast überall trocken absetzt.

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Pintxos & Restaurants

Pintxos in Bilbao und die besten Restaurants der Stadt

Gegessen wird hier im Gehen und im Stehen – ein Pintxo, ein kleines Glas, dann weiter zur nächsten Theke.

Der Ablauf heißt Poteo oder Txikiteo und ist keine Touristenerfindung, sondern der normale baskische Feierabend. Du betrittst eine Bar, bestellst zuerst das Getränk – ein Zurito ist das kleine Bier, ein Txikito das kleine Glas Rotwein, dazu kommt Txakoli, der spritzige baskische Weißwein, den viele Wirte aus der Höhe eingießen – und nimmst dir dann von der Theke, was dort liegt. Warme Pintxos stehen meist auf einer Tafel und werden frisch gemacht. Gezahlt wird am Ende und auf Zuruf, bevor du gehst; niemand zählt deine Zahnstocher nach, weil das Vertrauenssystem hier funktioniert. Zwei bis drei Pintxos pro Bar, dann weiterziehen, ist der Rhythmus, an dem du dich orientieren kannst.

Drei Reviere teilen sich die Szene. Rund um die Plaza Nueva im Casco Viejo liegen die Klassiker dicht beieinander – Gure Toki hat seit 1982 eine Reihe von Wettbewerben gewonnen und kocht Pintxos wie Miniaturgerichte, während das kleine Sorginzulo an der Ecke für seine Rabas berühmt ist, frittierte Tintenfischringe, die man aus dem Papier isst. Ein paar Schritte weiter serviert Los Fueros, das älteste Lokal der Altstadt aus dem Jahr 1878, baskische Klassiker in einem Raum mit Fliesenwänden. Auf der anderen Flussseite, im Ensanche, ist die Calle Ledesma die dichteste Bar-Achse der Stadt, ergänzt um Diputación und García Rivero. Dort steht auch La Viña del Ensanche, seit 1927 im Geschäft und bekannt für iberischen Schinken, den sie in dünnen Blättern über den Tresen schieben.

Was auf den Broten und Tellern liegt, folgt der baskischen Küche. Bacalao al pil-pil ist der Klassiker der Stadt: gesalzener, getrockneter Kabeljau – Klippfisch –, dessen Gelatine beim Schwenken in der Pfanne mit Olivenöl und Knoblauch zu einer sämigen Sauce emulgiert, ohne jedes Bindemittel. Daneben Bacalao a la vizcaína mit roter Paprikasauce, Marmitako, der Thunfischeintopf der Fischer, Kokotxas, die zarten Kehlstücke vom Seehecht, und im Winter Angulas-Imitate aus Fischeiweiß. Die Gilda – Olive, Sardelle, eingelegte Guindilla-Schote auf einem Spieß – ist der Urahn aller Pintxos und der beste erste Bissen des Abends. Dazu Idiazabal, geräucherter Schafskäse, und zum Schluss ein Stück Pastel Vasco oder eine Carolina aus der Altstadt.

Wenn du dich hinsetzen willst, hat Bilbao zwei Sterne-Küchen und eine Reihe ambitionierter Häuser. Im Guggenheim kocht Josean Alija im Nerua eine minimalistische, gemüsebetonte Hochküche, und Álvaro Garrido führt das Mina auf der Bilbao-La-Vieja-Seite des Flusses mit Überraschungsmenüs aus dem Markt – beide mit Michelin-Stern. Dazu kommen Fernando Canales' Atelier Etxanobe im Ensanche, bis 2024 ebenfalls besternt, und das OLA aus der Werkstatt von Martín Berasategui im Hotel Tayko im Casco Viejo. Wer es unangestrengter mag, geht ins Bascook in einen umgebauten Speicherbau. Für alle gilt: Reservieren, möglichst schon von zu Hause aus. Und stell dich auf spanische Zeiten ein – mittags wird ab etwa halb zwei gegessen, abends füllen sich die Küchen erst gegen neun, davor gehört die Stadt den Theken.

Restaurants in Bilbao

Alle 9 Restaurants
Übernachten

Hotels in Bilbao und das passende Viertel für die Nacht

Bilbao ist klein genug, dass die Lagefrage weniger über Wege entscheidet als über die Lautstärke nach Mitternacht.

Die naheliegendste Wahl ist Abando, das Ensanche zwischen Gran Vía und Fluss. Von hier läufst du in zehn Minuten zum Guggenheim, in fünfzehn in die Altstadt, hast die Metro-Knoten Moyúa und Abando vor der Tür und abends die Bars der Calle Ledesma um die Ecke – ohne dass dir der Lärm ins Zimmer steigt. Der Casco Viejo ist die atmosphärischere Alternative mit dem größten Bar-Anteil pro Quadratmeter, aber genau das ist der Preis: Am Wochenende ist es bis in die frühen Morgenstunden laut. Indautxu westlich davon ist die wohnliche Variante, ruhiger, mit eigenen Pintxos-Straßen und kurzem Weg zum Museumsdreieck; Uribarri auf dem rechten Ufer liegt still, aber über die Zubizuri direkt an der Kulturmeile.

An konkreten Häusern hat die Stadt eine ungewöhnliche Bandbreite für ihre Größe. Das Hotel Carlton an der Plaza Moyúa ist die historische Adresse, 1926 eröffnet, mit einer Halle unter Glaskuppel und einer Vergangenheit als Regierungssitz im Spanischen Bürgerkrieg. Direkt gegenüber dem Guggenheim steht das Gran Hotel Domine, dessen Interieur der Designer Javier Mariscal gestaltet hat – von der Dachterrasse aus siehst du auf die Titanschuppen hinunter. Das Hotel Miró an der Alameda Mazarredo trägt die Handschrift des Modeschöpfers Antonio Miró und liegt genau zwischen den beiden großen Museen, das Ercilla Bilbao aus der Autograph Collection ist die traditionsreiche Ensanche-Adresse, und das Vincci Consulado sitzt neuer und näher am Wasser.

In der Altstadt fällt das Tayko Bilbao aus dem Rahmen, ein Boutiquehotel in einem Gebäude von 1924, in dem mit dem OLA ein Restaurant aus der Werkstatt von Martín Berasategui untergebracht ist; das NYX Hotel an der Areatza Kalea zielt jünger und urbaner auf dieselbe Lage. Im Westen, an der Plaza Bombero Etxaniz, liegt das Eurostars Indautxu ruhig und trotzdem zentral. Zwischen diesen Häusern entscheidet weniger die Sterne-Zahl als die Frage, ob du morgens als Erstes Museum oder Markthalle sehen willst – die Wege sind in beide Richtungen kurz.

Zur Buchung zwei Hinweise. Erstens verschiebt der Kalender die Preise deutlich stärker als die Saison: Während der Aste Nagusia im August, an den Tagen des Musikfestivals BBK Live im Juli, zu großen Kongressen im Euskalduna oder im Messezentrum und an Heimspieltagen von Athletic Bilbao sind die zentralen Häuser früh voll. Zweitens brauchst du in Bilbao kein Auto und solltest auch keines mitbringen: Die wenigsten Innenstadthotels haben eigene Stellplätze, Straßenparken ist im Zentrum weitgehend bewirtschaftet und zeitlich begrenzt, und du landest in einem Parkhaus mit Tagessatz. Wer mit dem Wagen anreist, stellt ihn am besten für die gesamte Aufenthaltsdauer ab und nutzt Metro, Tram und die eigenen Füße.

Hotels in Bilbao

Alle 8 Hotels

Ferienhäuser & Villen mit Pool

Die beliebteste Wahl in der Region — privates Ferienhaus oder Villa mit Pool, oft mitten in den Weinbergen.

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Agriturismi & Weingüter

Urlaub auf dem Land: übernachten auf einem Weingut oder Bauernhof, mit Wein und Öl aus eigener Ernte.

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Stadtviertel

Bilbaos Stadtviertel von Abando bis Bilbao La Vieja

Der Fluss teilt Bilbao, die Hänge stapeln es – und beides zusammen erklärt, warum jedes Viertel hier anders klingt.

Funicular de Artxanda
Funicular de Artxanda

Am linken Ufer liegt das Bilbao des 19. Jahrhunderts. Abando ist das Ensanche, der planvolle Stadterweiterungsteil mit der Gran Vía Don Diego López de Haro als Achse, der ovalen Plaza Moyúa in der Mitte und Bankpalästen, Kaufhäusern und Konsulaten ringsum. Hier steigen Bahnreisende aus, hier laufen die Metrolinien zusammen, hier liegen die meisten Hotels. Westlich schließt Indautxu an, das im Alltag wohnlicher wirkt: rund um den Plaza Indautxu und die Calle Licenciado Poza reihen sich Boutiquen, Bäckereien und Bars, in denen abends mehr Nachbarn als Besucher stehen, und ein paar Straßen weiter beginnt der Doña-Casilda-Park mit dem Museo de Bellas Artes an seinem Rand.

Auf der Höhe der Altstadt kehrt sich das Verhältnis um. Der Casco Viejo ist das dichteste, älteste und lauteste Viertel der Stadt, mit den Siete Calles, der Plaza Nueva und der Markthalle am Wasser; tagsüber wird hier eingekauft, abends getrunken. Gleich gegenüber, nur durch den Fluss getrennt, liegt Bilbao La Vieja mit den Nachbarquartieren San Francisco und Zabala – historisch das Bergbau- und Arbeiterviertel, das lange als schwierig galt und heute Ateliers, Galerien, Streetart und eine internationale Gastronomie beherbergt. Der Muelle Marzana am Ufer ist die entspannteste Bar-Zeile der Stadt, und mit dem Mina steht dort ein Sternerestaurant zwischen Kneipen.

Das rechte Ufer klettert. Uribarri zieht sich vom Wasser die Hänge Richtung Artxanda hinauf, mit dem Campo Volantín als Uferpromenade, der Talstation der Standseilbahn und ruhigen Wohnstraßen darüber; die Zubizuri verbindet das Viertel in zwei Minuten mit der Kulturmeile. Weiter östlich thront Begoña über der Altstadt – die Basilika der Schutzpatronin steht oben auf dem Hügel, und dahinter breitet sich mit Santutxu ein dicht bebautes Wohnviertel aus, in dem kaum ein Besucher landet und in dem man dafür sieht, wie Bilbao wirklich wohnt. Der Ascensor de Begoña und die Treppen von Mallona verbinden beide Ebenen.

Bleibt der Westen. Deusto liegt in einer Flussschleife gegenüber dem Guggenheim und ist Bilbaos studentische Seite: Die Universidad de Deusto wurde 1886 gegründet, ihr Neorenaissance-Bau steht direkt am Wasser, und die Bars ringsum kalkulieren mit studentischen Budgets. Nebenan wird aus der Halbinsel Zorrotzaurre gerade ein neues Stadtviertel – seit der Durchstich des Kanals 2018 fertig ist, ist sie tatsächlich eine Insel, auf der alte Lagerhallen, Ateliers und Neubauten nebeneinanderstehen. Und südlich davon liegt San Mamés mit dem Stadion von Athletic Bilbao und dem Fernbusbahnhof Termibus, der Ankunftspunkt für alle, die mit dem Bus kommen.

Ausflüge in Bizkaia

Ausflüge ab Bilbao an die Küste von Bizkaia

Zwischen Stadt und offenem Atlantik liegen fünfzehn Kilometer Flussmündung, und die Metro fährt fast die ganze Strecke mit.

Der kürzeste Ausflug führt flussabwärts zur Mündung. In Portugalete und Getxo steht die Puente Vizcaya, die 1893 eröffnete erste Schwebefähre der Welt und seit 2006 UNESCO-Welterbe: Eine Gondel hängt an Seilen unter dem Stahlträger und pendelt in wenigen Minuten über das Wasser, während Schiffe darunter passieren können. Wer mag, fährt mit dem Aufzug auf den Laufsteg in rund 45 Metern Höhe und geht oben zu Fuß hinüber. Auf der Getxo-Seite schließt die Villenpromenade an, an der die Erz- und Reederfamilien um 1900 ihre Sommerhäuser bauten, und weiter nördlich liegt der Puerto Viejo von Algorta, ein altes Fischerviertel mit engen Treppengassen und Bars über dem Wasser.

Noch ein Stück weiter beginnt der Strandabschnitt. Die Metrolinie 1 fährt bis Plentzia, dessen breite, geschützte Bucht bei Familien beliebt ist, und hält unterwegs in Sopelana, wo die Strände unter Steilklippen liegen und die Surfschulen stehen – das Wasser ist atlantisch kühl, im Spätsommer aber gut auszuhalten. Von Plentzia lässt sich der Küstenweg Richtung Gorliz laufen, mit Blick auf die Klippen und dem Leuchtturm auf dem Kap. Das Praktische daran: Du brauchst kein Auto, kaufst dieselbe Fahrkarte wie in der Stadt und bist innerhalb einer knappen Dreiviertelstunde am Wasser.

Weiter östlich wird die Küste dramatisch. San Juan de Gaztelugatxe ist eine Felseninsel, die eine gewundene Steinbrücke mit dem Festland verbindet; von dort führen 241 Stufen hinauf zur Eremitage auf der Spitze – Serienzuschauer erkennen sie als Drachenstein aus Game of Thrones. Der Zugang ist inzwischen geregelt und in der Hauptsaison nur mit vorab reserviertem Zeitfenster möglich; informiere dich vor der Fahrt über die aktuelle Regelung, und nimm feste Schuhe mit, weil die Stufen bei Nässe rutschen. Ringsum liegt das Biosphärenreservat Urdaibai mit dem Wattenmeer der Mündung, dem Fischerhafen Bermeo und Mundaka, dessen Linkswelle im Herbst Surfer aus ganz Europa anzieht.

Ins Landesinnere lohnen zwei Ziele. Gernika ist der symbolische Ort des Baskenlands: Unter der Eiche neben der Casa de Juntas schworen die Herren von Bizkaia jahrhundertelang auf die Fueros, die Sonderrechte des Landes, und das Friedensmuseum arbeitet die Bombardierung von 1937 auf – Picassos Gemälde selbst hängt allerdings nicht hier, sondern in Madrid. Und rund eine Autostunde südlich beginnt die Rioja Alavesa mit Laguardia auf seinem Hügel und Weingütern, deren Architektur den Guggenheim-Faden weiterspinnt, etwa Frank Gehrys farbiges Dach in Elciego oder Santiago Calatravas Wellenbau bei Laguardia. Ohne Auto buchst du dafür eine geführte Tour ab Bilbao.

Aktivitäten & Touren in Bilbao

Alle 7 Aktivitäten
Anreise & vor Ort

Anreise nach Bilbao und unterwegs mit Metro und Tram

Vom Flughafen bis zur Gran Vía ist es eine gute Viertelstunde Fahrt, und danach brauchst du in dieser Stadt vor allem Schuhe.

Aus Deutschland kommst du am schnellsten mit dem Flugzeug: Der Flughafen Bilbao liegt bei Loiu rund zwölf Kilometer nördlich der Stadt, das Terminal mit dem geschwungenen weißen Dach entwarf Santiago Calatrava – die Einheimischen nennen es La Paloma, die Taube. Aus mehreren deutschen Städten gibt es Direktverbindungen, sonst fliegst du über Madrid oder Barcelona. In die Stadt fährt der Bizkaibus A3247, der am Termibus bei San Mamés und an der Alameda Recalde in der Innenstadt hält; Taxis stehen vor dem Terminal. Wer weiterreisen will, findet am Termibus die Fernbusse nach San Sebastián, Vitoria-Gasteiz, Santander und Madrid.

Innerhalb der Stadt ist die Metro das Rückgrat. Das 1995 eröffnete Netz folgt mit den Linien 1 und 2 beiden Ufern der Ría bis ans Meer, seine gläsernen Eingänge entwarf Norman Foster – die Bilbainos nennen die geschwungenen Röhren fosteritos. Dazu kommt eine Tram, die am Fluss entlang zwischen Atxuri, Guggenheim und San Mamés pendelt und für Besucher fast eine Sightseeing-Linie ist, sowie ein dichtes Busnetz. Bezahlt wird am bequemsten mit der aufladbaren Barik-Karte, die für Metro, Tram, Bus und auch den Funicular gilt und pro Fahrt günstiger ist als Einzeltickets; erhältlich an den Automaten in den Stationen.

Der größte Teil der Stadt lässt sich trotzdem zu Fuß erledigen. Vom Guggenheim in den Casco Viejo läufst du am Wasser entlang gut zwanzig Minuten, vom Casco Viejo zur Talstation des Artxanda-Funiculars zehn. Weil Bilbao in einem Talkessel liegt, geht es an den Rändern allerdings steil bergauf, und dafür hat die Stadt öffentliche Aufzüge und Rolltreppen in die Hänge gebaut – der Ascensor de Begoña ist der bekannteste, es gibt weitere in Solokoetxe und anderen Vierteln. Sie gehören zum Nahverkehr und sparen Höhenmeter, die du sonst über Treppen nehmen müsstest.

Mit dem Auto anzureisen ergibt nur Sinn, wenn du das Baskenland als Rundreise fährst. Für die Stadt selbst ist ein Wagen ein Nachteil: Das Zentrum ist dicht bebaut, Straßenparken großteils bewirtschaftet und zeitlich begrenzt, und die Hotels haben selten eigene Stellplätze. Wer mit dem Auto kommt, stellt es in ein Parkhaus und lässt es dort stehen. Für Tagesausflüge an die Küste brauchst du ohnehin keins: Getxo, Portugalete, Sopelana und Plentzia liegen alle an der Metro, nach Gernika und Bermeo fahren Regionalzüge und Busse, und für Gaztelugatxe oder die Rioja Alavesa gibt es geführte Touren ab der Stadt.

Mietwagen

Die schönsten Orte liegen abseits von Bahn und Bus — mit dem Mietwagen bist du flexibel.

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Feste & Veranstaltungen

Aste Nagusia, BBK Live und Bilbaos Festkalender

Neun Tage im August kippt die Stadt vollständig, und wer davon nichts weiß, wundert sich über die Hotelpreise.

Mercado de la Ribera
Mercado de la Ribera

Die Aste Nagusia, auf Spanisch Semana Grande, ist Bilbaos großes Stadtfest und beginnt traditionell am Samstag nach dem 15. August. Neun Tage lang gehört der Arenal den Txosnas, den Buden der Nachbarschaftsvereine, auf mehreren Bühnen wird kostenlos Musik gespielt, am Fluss läuft ein internationaler Feuerwerkswettbewerb, und über allem thront Marijaia, eine überlebensgroße Figur mit erhobenen Armen, die zur Eröffnung vom Balkon des Teatro Arriaga präsentiert und am Ende der Woche verbrannt wird. Dazu kommen baskische Sportwettbewerbe, Steinheber, Holzhacker und Ruderregatten. Wenn du das erleben willst, buche Monate im Voraus – und wenn du eine ruhige Städtereise suchst, meide diese Woche.

Der Rest des Kalenders verteilt sich übers Jahr. Im Juli spielt das Festival BBK Live oben auf dem Berg Kobetamendi und bringt internationale Headliner in die Stadt, mit Shuttlebussen und entsprechend vollen Hotels. Das Euskalduna Jauregia am Fluss, ein Konzert- und Kongresshaus, dessen Architektur an ein Schiff im Bau erinnert, veranstaltet Konzerte und Opernabende, das Teatro Arriaga bespielt Theater und Tanz. Und dann ist da Athletic Club, der Fußballverein, der seit jeher nur Spieler mit baskischer Herkunft oder Ausbildung verpflichtet: An Heimspieltagen im Stadion San Mamés, das die Stadt La Catedral nennt, ist Bilbao ein anderer Ort. Stadion und Vereinsmuseum lassen sich auch außerhalb der Spiele besichtigen.

Im Winter wird es traditioneller. Am 21. Dezember füllt der Markt von Santo Tomás die Plaza Nueva und den Arenal mit Ständen aus dem ganzen Umland: Bauern verkaufen Käse, Wurst und Gemüse, überall werden Talos gebacken, dünne Maisfladen mit Txistorra-Wurst, dazu gibt es Txakoli oder Apfelwein. Drei Tage später ziehen Kinder mit dem Olentzero durch die Straßen, dem baskischen Köhler, der statt des Christkinds die Geschenke bringt. Der Karneval, hier Aratuste, und die Prozessionen der Karwoche füllen das Frühjahr, und über das ganze Jahr verteilt feiert jedes Viertel seine eigenen Fiestas.

Praktisch heißt das: Wirf vor der Buchung einen Blick auf den Veranstaltungskalender, egal in welche Richtung du willst. Rund um Aste Nagusia, BBK Live, große Kongresse und Feiertagsbrücken ziehen die Zimmerpreise an und die guten Restaurants sind früh ausgebucht; unter der Woche im Mai, Juni oder Oktober bekommst du dieselben Häuser deutlich günstiger und die Museen ohne Schlange. Bilbao funktioniert in beiden Modi, aber es sind zwei verschiedene Reisen – und die Enttäuschung entsteht fast immer dadurch, dass man die eine erwartet und die andere bekommt.

Stadtviertel

Die Stadtviertel von Bilbao – und welches zu dir passt

AbandoAbandoDas Ensanche des 19. Jahrhunderts mit der Gran Vía als Achse, der ovalen Plaza Moyúa und Belle-Époque-Fassaden ringsum. Hier liegen Bahnhof, Metro-Knoten, die meisten Hotels und die Bar-Zeile der Calle Ledesma – die praktischste Basis für einen Städtetrip.Ideal für: Zentrale Basis & Shopping1 TagCasco ViejoCasco ViejoDer mittelalterliche Kern um die Siete Calles, die sieben Urstraßen der Stadtgründung von 1300. Kathedrale von Santiago, die Arkaden der Plaza Nueva, das Baskische Museum und die Markthalle am Wasser liegen alle in Gehweite – tagsüber Handwerk, abends Pintxos.Ideal für: Altstadt & Pintxos1 TagIndautxuIndautxuWestlich der Gran Vía wird Bilbao wohnlich: Boutiquen und Bäckereien rund um den Plaza Indautxu, Pintxos-Straßen, in denen abends mehr Nachbarn als Besucher stehen, dazu der Doña-Casilda-Park und das Azkuna Zentroa im umgebauten Weinspeicher am Plaza Arriquibar.Ideal für: Ruhig wohnen & Museen½ TagBilbao La ViejaBilbao La ViejaGegenüber der Altstadt liegt das Viertel, das die Stadt nur Bilbi nennt – früher Bergbau und Hafenarbeit, heute Ateliers, Galerien und Streetart. Am Muelle Marzana reihen sich Bars am Wasser, dazwischen steht mit dem Mina ein Sternerestaurant zwischen Kneipen.Ideal für: Abends ausgehen½ TagUribarriUribarriVom rechten Flussufer klettert das Viertel die Hänge Richtung Artxanda hinauf. Unten die Uferpromenade Campo Volantín und die Talstation der Standseilbahn, über die Zubizuri-Brücke zwei Minuten zur Kulturmeile, darüber ruhige Wohnstraßen mit Gartenstadt-Charakter.Ideal für: Aussicht & ruhige Nächte½ TagBegoñaBegoñaÜber der Altstadt thront die gotische Basilika der Schutzpatronin von Bizkaia, die hier alle nur Amatxu nennen. Hinauf kommst du bequem mit dem öffentlichen Ascensor de Begoña, zurück über die Treppen von Mallona; dahinter beginnt mit Santutxu das dicht bebaute Alltagsbilbao.Ideal für: Wallfahrt & Stadtblick2–3 StundenDeustoDeustoIn der Flussschleife gegenüber dem Guggenheim liegt Bilbaos studentische Seite, geprägt von der 1886 gegründeten Universidad de Deusto und günstigen Bars. Nebenan wird aus der Halbinsel Zorrotzaurre gerade ein neues Stadtviertel zwischen alten Lagerhallen und Neubauten.Ideal für: Studentisch & Uferwege½ Tag
Beste Reisezeit & Wetter

Beste Reisezeit für Bilbao mit Wetter und Festen im Jahreslauf

Bilbao ist eine der regenreichsten Städte Spaniens, und genau deshalb ist der Talkessel so grün wie ein irisches Tal.

Das Klima in Bilbao ist atlantisch geprägt, nicht mediterran: milde Winter um zehn bis vierzehn Grad, mäßig warme Sommer, die selten dauerhaft über dreißig Grad klettern, und Niederschlag, der sich über alle zwölf Monate verteilt. Typisch ist der Sirimiri, ein feiner Nieselregen, der eher wie feuchte Luft wirkt als wie ein Schauer und meist schnell wieder abzieht – eine leichte Regenjacke gehört in jedem Monat ins Gepäck, ein großer Schirm selten. Weil die Stadt in einem Talkessel liegt, ist es im Sommer ein bis zwei Grad wärmer und windstiller als an der offenen Küste bei San Sebastián.

Jan13°5°mild, nass, Museumswetter
Feb14°5°wechselhaft, günstige Zimmer
Mär17°7°erste Terrassentage
Apr18°8°launisch, sattgrüne Hänge
Mai21°11°warm und ruhig
Jun24°14°lange Abende an den Theken
Jul26°16°BBK Live, viel los
Aug26°16°Aste Nagusia, ausgebucht
Sep24°14°warmes Meer, ruhige Stadt
Okt21°12°mild, gutes Licht am Fluss
Nov17°8°regenreich, leere Museen
Dez14°6°Santo Tomás am 21. Dezember

Beste Reisezeit · Balken = Tageshöchstwert

Die beste Reisezeit für Bilbao sind Mai, Juni und September. Dann liegen die Höchstwerte zwischen 21 und 24 Grad, die Abende reichen für eine lange Pintxos-Runde, die Ausflüge an die Küste funktionieren, und weder Musikfestival noch Stadtfest treiben die Zimmerpreise nach oben. Der Juli ist warm, aber teuer, und die Woche der Aste Nagusia im August ist eine bewusste Entscheidung für den Ausnahmezustand. Als reine Städtereise funktioniert Bilbao dagegen das ganze Jahr – Guggenheim, Bellas Artes, Markthalle und Azkuna Zentroa sind wetterunabhängig, und im November hast du sie fast für dich.

Gut zu wissen

Häufige Fragen zu Bilbao

Wie viele Tage sollte man für Bilbao einplanen?
Zwei volle Tage sind das solide Maß: einer für das Guggenheim, das Ensanche und die Uferpromenade, einer für den Casco Viejo, die Markthalle und die Auffahrt auf den Artxanda. Ein dritter Tag lohnt sich, sobald du einen Ausflug an die Küste, nach Gernika oder in die Rioja Alavesa anhängen willst, ohne das Hotel zu wechseln.
In welchem Viertel wohnt man in Bilbao am besten?
Abando im Ensanche ist die praktischste Basis – zentral zwischen Guggenheim und Altstadt, an beiden Metro-Knoten und trotzdem nachts ruhig. Der Casco Viejo hat die meiste Atmosphäre, aber am Wochenende auch den meisten Lärm. Indautxu ist die wohnliche Alternative mit eigenen Pintxos-Straßen, Uribarri die stille Lage am rechten Ufer.
Muss man Tickets für das Guggenheim vorab buchen?
An Wochenenden, in den Sommermonaten und an Feiertagen solltest du das Zeitfenster unbedingt vorab über die Museumsseite reservieren, sonst stehst du an oder bekommst nur einen späten Slot. Unter der Woche in der Nebensaison geht es meist auch spontan. Wichtig für die Planung: Geöffnet ist dienstags bis sonntags von 10 bis 19 Uhr, montags außerhalb der Sommersaison gar nicht. Plane zweieinhalb bis vier Stunden ein und geh vorher einmal komplett außen um den Bau herum.
Wie funktioniert eine Pintxos-Runde in Bilbao?
Du bestellst zuerst das Getränk – ein Zurito ist das kleine Bier, ein Txikito das kleine Glas Wein, dazu Txakoli – und nimmst dir dann von der Theke, was dir gefällt; warme Pintxos stehen auf einer Tafel und werden frisch zubereitet. Gezahlt wird auf Zuruf, bevor du gehst. Zwei bis drei Pintxos pro Bar, dann weiter zur nächsten Theke.
Wie kommt man vom Flughafen Bilbao ins Zentrum?
Am einfachsten mit dem Bizkaibus A3247, der vor dem Terminal abfährt und unter anderem am Termibus bei San Mamés und an der Alameda Recalde mitten in der Stadt hält; die Fahrt dauert je nach Verkehr rund eine Viertelstunde bis halbe Stunde. Alternativ nimmst du ein Taxi vom Terminalvorplatz. Eine Metroanbindung zum Flughafen gibt es nicht.
Braucht man in Bilbao ein Auto?
Nein, und es ist eher hinderlich. Metro, Tram, Busse und die Standseilbahn decken die Stadt komplett ab, alles Zentrale liegt ohnehin in Gehweite, und die Küstenorte Getxo, Portugalete, Sopelana und Plentzia erreichst du mit derselben Metro. Straßenparken im Zentrum ist bewirtschaftet, Hotels haben selten eigene Stellplätze – ein Wagen lohnt nur für eine Rundreise.
Was kann man in Bilbao bei Regen machen?
Ziemlich viel, denn die Stadt ist auf ihr Wetter eingerichtet. Guggenheim und Museo de Bellas Artes füllen zusammen einen ganzen Tag, dazu die überdachte Markthalle Mercado de la Ribera, der frei zugängliche Säulensaal im Azkuna Zentroa, das Itsasmuseum an der alten Werft und die Arkaden der Plaza Nueva. Die Metro verbindet fast alles trocken.
Was sollte man in Bilbao unbedingt essen?
Bacalao al pil-pil, gesalzenen und getrockneten Kabeljau in emulgierter Knoblauch-Olivenöl-Sauce, ist das Gericht der Stadt. Dazu die Gilda aus Olive, Sardelle und eingelegter Guindilla, Rabas als frittierte Tintenfischringe, Kokotxas vom Seehecht und Marmitako, den Thunfischeintopf. Getrunken wird Txakoli, zum Schluss lohnt eine Carolina aus einer Konditorei im Casco Viejo.
Bilbao oder San Sebastián – was passt besser?
Bilbao ist die Stadt für Architektur, Museen und urbanes Leben in einem Talkessel, San Sebastián die für Strand, Bucht und Küstenpromenade. Bilbao ist größer, günstiger und ganzjährig interessant, San Sebastián im Sommer voller und teurer. Mit dem Fernbus ab Termibus liegen die beiden gut eine Stunde auseinander, ein Tagesausflug ist also problemlos machbar.
Wie kommt man von Bilbao nach San Juan de Gaztelugatxe?
Mit dem Mietwagen sind es rund fünfunddreißig Kilometer über Bakio, mit öffentlichen Verkehrsmitteln fährst du per Regionalbus Richtung Bakio und Bermeo. Der Zugang zur Felseninsel ist reguliert und in der Hauptsaison nur mit vorab reserviertem Zeitfenster möglich – prüfe die aktuelle Regelung vor der Fahrt. Feste Schuhe für die Treppe sind Pflicht.
Lohnt sich die Auffahrt mit dem Funicular de Artxanda?
Ja, und sie ist der schnellste Weg zum Überblick über die Stadt. Die Standseilbahn fährt seit 1915 vom rechten Flussufer in wenigen Minuten hinauf, oben liegen eine Aussichtswiese und ein Höhenweg mit Blick über die Ría, die Brücken und das Guggenheim. Die Fahrt lässt sich mit der Barik-Karte bezahlen; für gutes Licht nimmst du den späten Nachmittag.
Ist Bilbao teuer?
Im Vergleich zu Barcelona oder San Sebastián nicht. Eine Pintxos-Runde mit Getränk kommt pro Theke im niedrigen einstelligen Bereich heraus, und Hotels im Ensanche liegen unter dem Niveau der großen spanischen Touristenstädte. Teuer wird es punktuell: während der Aste Nagusia im August, zu Musikfestivals und Kongressen ziehen die Zimmerpreise deutlich an.

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BilbaoVom Titanschimmer des Guggenheim bis zu den sieben Gassen des Casco Viejo sind es keine drei Kilometer am Flussufer entlang, und auf dieser Strecke liest du den kompletten Umbau einer Industriestadt ab.
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