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San Sebastian

Gegen halb neun abends legt sich das Licht flach über die weiße Balustrade von La Concha, die Bucht liegt zwischen ihren beiden Hügeln wie ein aufgeklappter Muschelrand – und in den Gassen dahinter füllen sich zur gleichen Minute die ersten Pintxos-Theken.

6 Stadtviertel8 Sehenswürdigkeiten5 Hotels
Überblick

Deine San Sebastian-Reise auf einen Blick

Beste Reisezeit
San Sebastián hat ein mildes, atlantisch geprägtes Klima mit mehr Regen als der Süden Spaniens. Die beste Reisezeit ist der Sommer von Juni bis September für Strand und Pintxos im Freien. Frühling und Frühherbst sind angenehm und ruhiger; der September lockt zusätzlich mit dem Filmfestival.
Über San Sebastian

Reisen nach San Sebastian

San Sebastián, auf Baskisch Donostia, liegt an einer fast geschlossenen Bucht am Kantabrischen Meer, keine zwanzig Kilometer vor der französischen Grenze, und der Grundriss der Stadt ist im Grunde ihre Geografie: Im Osten schiebt sich der bewaldete Monte Urgull mit Festung und Christusstatue ins Wasser, im Westen steigt der Monte Igueldo an, dazwischen liegt die Insel Santa Clara wie ein Riegel vor der Bucht und nimmt dem Atlantik die Wucht. Am Fuß des Urgull drängt sich die Parte Vieja, ein enges Raster aus Gassen mit einer der höchsten Bardichten Europas, daneben spannt sich das Centro Romántico mit Boulevards, schmiedeeisernen Balkonen und der neugotischen Kathedrale Buen Pastor, und jenseits des Flusses Urumea beginnt mit Gros das jüngere, sportlichere Donostia, wo der Zurriola-Strand offene Atlantikwellen bekommt und Rafael Moneos gläserne Kursaal-Würfel an der Mündung stehen. Rund 190.000 Menschen leben hier, gesprochen wird Spanisch und Baskisch, gegessen wird im Stehen, und der Ruf der Stadt gründet auf zwei Dingen, die sich nur wenige hundert Meter voneinander entfernt abspielen – auf den Pintxos-Theken der Altstadt und auf einer der weltweit höchsten Dichten an Sternerestaurants. Dazu kommt das Wetter des Golfs von Biskaya, das reichlich Regen bringt und der Stadt ein Grün gibt, das man an einer spanischen Küste nicht erwartet.

San Sebastian – Karte
Reiseführer

San Sebastian von A bis Z

Aktualisiert August 2026

Um kurz vor acht steht auf der Promenade von La Concha noch jemand mit Handtuch im Sand, während in der Parte Vieja bereits die ersten Bleche mit Pintxos auf die Theken kommen. San Sebastián macht es einem leicht, beides an einem Abend zu haben – die Stadt ist so kompakt, dass zwischen letztem Blick aufs Meer und erstem Glas Txakoli zehn Gehminuten liegen. Und sie ist so gebaut, dass man den ganzen Weg an der Bucht entlang läuft, ohne einmal die Straßenseite wechseln zu müssen.

Sehenswürdigkeiten

Die wichtigsten Sehenswürdigkeiten in San Sebastián

Die Bucht ist der Grundriss der Stadt – wer sie einmal von Ost nach West abläuft, hat die halbe Liste erledigt und dabei rund vier Kilometer zurückgelegt.

Der Ausgangspunkt ist die Playa de la Concha, und sie ist mehr als ein Strand: Die Promenade darüber mit ihrer weißen, durchbrochenen Balustrade und den doppelarmigen Laternen ist das meistfotografierte Bauteil der Stadt und zugleich die Hauptverkehrsader für alle, die zu Fuß unterwegs sind. Vom Rathaus am Boulevard bis ans westliche Ende der Concha läufst du gut zwanzig Minuten, immer am Wasser. Dort schiebt sich der Hügel mit dem Palacio de Miramar zwischen die beiden Strände, den Königin María Cristina 1893 als Sommerresidenz errichten ließ; das Gebäude selbst kannst du nicht besichtigen, der Park darum herum ist aber öffentlich zugänglich und bietet die beste erhöhte Perspektive auf die Bucht ohne jeden Aufstieg. Mitten im Wasser liegt die Isla de Santa Clara, in der Sommersaison mit einem kleinen Boot vom Hafen aus erreichbar.

Am östlichen Ende der Bucht steigt der Monte Urgull auf, der Stadthügel schlechthin. Von der Altstadt aus führen mehrere Wege in etwa zwanzig Minuten hinauf zum Castillo de la Mota, einer Festung mit mittelalterlichem Kern, in der heute eine Ausstellung zur Geschichte Donostias untergebracht ist. Über der Mauer steht seit 1950 eine mehr als zehn Meter hohe Christusstatue, das Gegenstück zum Torreón auf dem Igueldo drüben, dem alten Leuchtturm über der Bucht. Rundherum verläuft der Paseo Nuevo, ein breiter Weg direkt an der Felskante über dem offenen Meer, und am Fuß der Südseite liegen der alte Fischerhafen und das Aquarium Donostia-San Sebastián, das schon 1928 eröffnet wurde und mit Unterwassertunnel, Haibecken und einem Walskelett arbeitet.

Zwischen Hügel und Fluss klemmt die Parte Vieja, kaum größer als ein paar Häuserblocks und trotzdem das dichteste Stück Stadt im Baskenland. Ihr Zentrum ist die Plaza de la Constitución, ein arkadengesäumter Platz, dessen Balkone durchnummeriert sind – ein Überbleibsel aus der Zeit, als hier Stierkämpfe stattfanden und die Anwohner ihre Fensterplätze vermieteten. Zwei Kirchen markieren die Enden des Viertels, die barocke Basílica de Santa María del Coro am Fuß des Urgull und die gotische San Vicente, die als ältestes Gebäude der Stadt gilt. Direkt daneben liegt das Museo San Telmo in einem Dominikanerkloster des 16. Jahrhunderts, dessen ehemalige Klosterkirche mit den großformatigen Wandbildern von Josep Maria Sert ausgemalt ist und das die baskische Gesellschaft von der Vorgeschichte bis heute erzählt.

Der Rest verteilt sich auf die neueren Stadtteile. Im Centro Romántico ragt die neugotische Catedral del Buen Pastor auf, 1897 geweiht und mit ihrem Turm das höchste Bauwerk der Stadt. An der Mündung des Urumea stehen die beiden gläsernen Kuben des Kursaal, die Rafael Moneo als an Land gespülte Felsblöcke entworfen hat und in denen im September die Galas des Filmfestivals laufen. Und ganz im Westen, dort wo die Promenade an den Felsen des Monte Igueldo endet, sitzen die drei Stahlarme des Peine del Viento von Eduardo Chillida seit 1977 in der Brandung – bei auflandigem Wind schießt Gischt durch die Löcher im Plattenboden davor, den der Architekt Luis Peña Ganchegui als begehbare Terrasse angelegt hat.

Sehenswürdigkeiten in San Sebastian

Alle 8 Sehenswürdigkeiten
Strände & Baden

Strände in San Sebastián von La Concha bis Zurriola

Drei Stadtstrände liegen innerhalb von vier Kilometern nebeneinander und haben trotzdem drei völlig verschiedene Temperamente.

Bucht von La Concha
Bucht von La Concha

La Concha ist der ruhigste von allen, und das hat einen physikalischen Grund: Die Insel Santa Clara und die schmale Öffnung der Bucht nehmen der Atlantikdünung fast die gesamte Energie, sodass hier meist kaum mehr als Kräuselwellen ankommen. Was du dagegen unbedingt einplanen solltest, ist der Tidenhub – bei Hochwasser schrumpft der Sandstreifen an manchen Stellen auf wenige Meter, bei Niedrigwasser liegt eine breite, feste Fläche frei, auf der halb Donostia joggt und Fußball spielt. Ein Blick in den Gezeitenkalender vor dem Strandtag spart Ärger, die Tabellen hängen auch am Strand aus. Umkleiden, Duschen und Liegenverleih gibt es in der Saison entlang der Promenade.

Westlich schließt hinter dem Felsvorsprung Pico del Loro die Playa de Ondarreta an, deutlich kürzer, flacher abfallend und das Revier der Familien mit kleinen Kindern. Der Übergang von La Concha erfolgt über einen kurzen Tunnel beziehungsweise die Straße darüber, du musst also nicht außen herum. Am Ende von Ondarreta liegen die Terrasse und die Skulpturen des Peine del Viento, dahinter beginnt der Aufstieg zum Monte Igueldo. Weil Ondarreta ein Stück weiter draußen liegt, ist der Wellengang hier etwas lebhafter als in der Buchtmitte, aber immer noch harmlos – und in der Hochsaison findest du hier eher einen freien Quadratmeter als vor der Promenade.

Ganz anders die Playa de la Zurriola auf der Gros-Seite des Urumea. Sie liegt außerhalb der geschützten Bucht und bekommt die Atlantikdünung ungefiltert ab, weshalb sie der Surfstrand der Stadt ist – mit mehreren Surfschulen direkt an der Promenade, Brettverleih und im Winter Wellen, bei denen Anfänger nichts zu suchen haben. Zum Schwimmen mit Kindern ist die Zurriola nur bei sehr ruhiger See geeignet; achte auf die Flaggen der Rettungsschwimmer, Strömungen sind hier ein echtes Thema. Für alle anderen ist es der lässigere Strand, mit dem Kursaal im Rücken und Bars, die abends direkt vom Sand aus weitermachen.

Zwei praktische Hinweise zum Baden am Kantabrischen Meer. Erstens ist das Wasser deutlich kühler als am Mittelmeer: Im Frühsommer liegt es oft noch bei 16 bis 18 Grad, seine Höchstwerte um die 21 bis 22 Grad erreicht es erst im August und September, weshalb der September in Donostia als der beste Bademonat gilt. Zweitens ist der Himmel wechselhaft, und der feine Sprühregen, den man hier Sirimiri nennt, kann jeden Strandtag unterbrechen, ohne ihn zu beenden – nach einer halben Stunde ist er meist durch. Wer längere und leerere Strände sucht, fährt mit dem Zug knapp eine halbe Stunde nach Zarautz oder Hondarribia.

Pintxos & Restaurants

Pintxos in San Sebastián und wo du am besten isst

Ein Abend in Donostia besteht nicht aus einem Tisch, sondern aus fünf Theken und den Wegen dazwischen.

Die Regel des Pintxo-Abends ist einfach und wird konsequent befolgt: pro Bar ein Häppchen, ein Getränk, dann weiter. Wer sich in einer einzigen Bar satt isst, hat das Prinzip verfehlt, denn jedes Lokal hat genau eine oder zwei Spezialitäten, für die man hineingeht. Auf der Theke stehen die kalten Pintxos zum Selbstnehmen – du bekommst einen Teller und greifst zu, gezählt wird am Ende nach Spießchen oder nach Ehrlichkeit. Die interessanteren Sachen stehen dagegen auf einer Tafel und kommen heiß aus der Küche, also lies immer erst die Wand, bevor du auf die Theke schaust. Bezahlt wird zum Schluss und meist am Tresen. Die Hauptzeit liegt zwischen halb neun und halb elf abends, wer eine Stunde früher startet, kommt in der Parte Vieja tatsächlich noch an die Theke.

Für den Einstieg reichen vier Adressen, die alle in der Altstadt liegen und alle für genau eine Sache stehen. Bar Néstor ist winzig, existiert seit 1980 und macht pro Mittag und pro Abend jeweils eine einzige Kartoffel-Tortilla, für die man sich vorab in eine Liste einträgt – daneben gibt es einen Tomatensalat mit Salz und Olivenöl und die Txuleta vom alten Rind. Ganbara, seit 1984 im Geschäft, ist berühmt für den Berg gegrillter Steinpilze mit einem rohen Eigelb obendrauf. La Cuchara de San Telmo hat gar keine Theke im klassischen Sinn, sondern kocht alles frisch auf Bestellung, allen voran die geschmorte Rinderbacke. Und Casa Urola von 1956 funktioniert zweistöckig: unten die Pintxos-Bar, oben ein Restaurant mit Tischen, im Guide Michelin empfohlen.

Getrunken wird dazu regional. Txakoli ist der leicht perlende, säurebetonte Weißwein der Küste, der aus der Höhe ins Glas geschenkt wird, damit er Luft bekommt; die bekannteste Herkunft liegt mit Getaria eine halbe Stunde westlich. Sidra, der trockene baskische Apfelwein, kommt in der Stadt aus der Flasche und in den Sidrerías des Umlands direkt aus dem Fass. Wer Bier will, bestellt ein Zurito, das kleine Glas, das zum Weiterziehen passt. Bei den Klassikern solltest du die Gilda probieren, den Spieß aus Sardelle, Olive und eingelegter Guindilla-Peperoni, dessen Name auf den Rita-Hayworth-Film von 1946 zurückgeht, dazu Kokotxas, die zarten Kehlstücke vom Seehecht, und ein Stück des geräucherten Schafskäses Idiazabal mit Quittenpaste.

Über der Pintxos-Ebene liegt der Grund, warum Feinschmecker aus ganz Europa anreisen. Arzak, seit den Achtzigern durchgehend mit drei Michelin-Sternen ausgezeichnet, kocht in einem Haus, das die Familie seit dem 19. Jahrhundert betreibt, heute geführt von Juan Mari und Elena Arzak. Akelarre von Pedro Subijana sitzt oben am Monte Igueldo mit Fensterfront zum offenen Meer und gehört zu einem Hotel, sodass man den Abend nicht mit einer Taxifahrt beenden muss. Im Umland kommen Martín Berasategui in Lasarte-Oria und Mugaritz in Errenteria dazu, letzteres schließt allerdings über die Wintermonate. Für alle gilt dasselbe: Es gibt ausschließlich Menüs, reserviert wird online und je nach Haus Monate im Voraus, und die Mittagstermine sind meist leichter zu bekommen als die Abende.

Restaurants in San Sebastian

Stadtviertel

Die Stadtviertel von San Sebastián und wie sie sich anfühlen

Der Urumea teilt die Stadt in zwei Hälften, und zwischen der ältesten und der jüngsten liegen keine zehn Gehminuten.

Parte Vieja
Parte Vieja

Die Parte Vieja ist das dichteste und lauteste Viertel, ein Raster aus wenigen Gassen zwischen Monte Urgull, Hafen und Boulevard, in dem sich Bars, Traditionsläden, der Markt La Bretxa und zwei große Kirchen drängen. Tagsüber wirkt sie fast beschaulich, ab acht Uhr abends steht man dicht an dicht. Südlich davon, jenseits des baumbestandenen Boulevards, beginnt das Centro Romántico mit dem Schachbrettgrundriss des späten 19. Jahrhunderts: repräsentative Fassaden, Buen Pastor, die Einkaufsstraßen um San Martín, der Mercado de San Martín und die Hotels der Belle Époque am Fluss. Das ist die Gegend, in der die Stadt ihren Alltag erledigt, und für Erstbesucher die bequemste Basis, weil Bucht, Altstadt und Bahnhof alle in Gehweite liegen.

Auf der anderen Flussseite liegt Gros, ehemals Fischer- und Arbeitergegend, heute das junge Viertel der Stadt. Der Zurriola-Strand mit seinen Surfschulen, kleine Pintxos-Bars ohne Schlange, unabhängige Läden und der Kursaal an der Mündung machen es zur entspannteren Alternative zur Altstadt – und für Übernachtungen oft zur günstigeren. Landeinwärts schließt Egia an, hinter dem Bahnhof gelegen und lange rein industriell geprägt. Hier steht in der ehemaligen Tabakfabrik das Kulturzentrum Tabakalera, ein offenes Haus mit Ausstellungen, Mediathek und einer Dachterrasse, von der aus man die Stadt gut sortiert sieht, und gleich daneben liegt der Park Cristina Enea, die größte zusammenhängende Grünfläche im Zentrum.

Im Westen erstreckt sich Antiguo bis an die Hänge des Monte Igueldo, historisch ein eigenes Dorf und bis heute ein Wohnviertel mit deutlich eigenem Ton. Es beginnt am Familienstrand Ondarreta, umfasst die Terrasse mit dem Peine del Viento, die Talstation der Standseilbahn und einen großen Teil des Universitätscampus. Wer hier wohnt, hat kurze Wege an den ruhigeren Strand und einen zwanzigminütigen Spaziergang an der Bucht entlang ins Zentrum – für Familien oft der bessere Zuschnitt als die Altstadt. Oben auf dem Berg selbst liegen nur noch der Aussichtspunkt, der kleine Vergnügungspark von 1912 und ein paar Häuser mit einer Aussicht, für die andere Städte Eintritt verlangen würden.

Bleibt Amara im Süden, das großzügig angelegte Wohnviertel entlang des Flusses, das kaum Sehenswürdigkeiten hat und genau deshalb interessant ist: Rund um die kreisrunde Plaza de Pío XII sieht man, wie Donostia ohne Publikum funktioniert, mit Alltagsbars, Spielplätzen und Preisen, die einige Euro unter denen der Bucht liegen. Hier steht auch das Fußballstadion der Real Sociedad, und hier liegt der Bahnhof der Schmalspurbahn, die an der Küste entlang Richtung Bilbao fährt. Für einen kurzen Städtetrip ist Amara zu weit außen, für eine Woche mit Auto oder mit Kindern kann es die vernünftigste Adresse der Stadt sein.

Übernachten

Hotels in San Sebastián und die passende Lage für deinen Aufenthalt

Die Stadt ist klein, die Preisunterschiede sind es nicht – zwischen Bucht und Bahnhof liegen wenige hundert Meter und oft die halbe Rate.

An der Spitze stehen zwei Häuser aus dem Jahr 1912, die beide Stadtgeschichte sind. Das Hotel María Cristina liegt am Urumea neben dem Teatro Victoria Eugenia und ist im September die Adresse, an der die Gäste des Filmfestivals absteigen – ein Grandhotel mit Marmorlobby, das seinen Belle-Époque-Charakter nach der Renovierung behalten hat. Das Hotel de Londres y de Inglaterra sitzt dagegen unmittelbar an der Promenade von La Concha, mit Zimmern, deren Fenster direkt auf die Bucht gehen. Wer diesen Blick will, muss ihn explizit buchen, die zur Straße gelegenen Zimmer sind ein anderes Erlebnis zum ähnlichen Preis. Beide Häuser sind laufnah zu allem, was du in der Stadt vorhast.

Auf der Design-Seite ist das Lasala Plaza Hotel die auffälligste Adresse, ein Haus nur für Erwachsene am Rand der Altstadt zum Hafen hin, mit Dachterrasse, kleinem Pool und Blick über die Bucht – wer die Pintxos-Runde zum Programm machen will, wohnt hier am kürzesten dran und muss dafür mit dem Nachtlärm der Gassen leben. Das Gegenteil davon liegt oben auf dem Monte Igueldo: Akelarre gehört zur Vereinigung Relais & Châteaux, hat nur gut zwanzig Zimmer, das Dreisternerestaurant von Pedro Subijana im Haus und dazu Ruhe, wie sie im Tal nicht zu haben ist. Praktischer und deutlich sachlicher ist das NH Collection San Sebastián Aranzazu, ein Vier-Sterne-Stadthotel im Westen der Stadt in Gehweite zum Strand Ondarreta.

Der wichtigste Faktor für den Preis ist nicht die Kategorie, sondern das Datum. San Sebastián ist eine ausgeprägte Saisonstadt: Von Juli bis September, während der Semana Grande im August und erst recht in der Festivalwoche im September ziehen die Raten kräftig an, und gute Häuser sind Monate vorher weg. Auch die Tamborrada am 20. Januar und verlängerte Wochenenden füllen die Stadt. Umgekehrt bekommst du im November, Februar oder März unter der Woche dieselben Zimmer zu einem Bruchteil, und die Stadt funktioniert dann besonders gut, weil die Bars wieder den Einheimischen gehören. Wer flexibel ist, legt den Trip auf Dienstag bis Donnerstag.

Zwei Dinge unterschätzen viele. Erstens ist das Parken ein echtes Thema: Die Altstadt ist Fußgängerzone, im Zentrum gilt großflächig Bewohnerparken mit Gebührenzonen, und die meisten Hotels haben keine eigenen Stellplätze, sondern Kontingente in Tiefgaragen – frag beim Buchen nach dem Tagessatz, sonst kommt eine dreistellige Zusatzrechnung für ein paar Nächte zusammen. Zweitens ist der Markt für Ferienwohnungen in Donostia stark reguliert und knapp; Angebote ohne Registriernummer sind ein Risiko. Für ein bis zwei Nächte fährst du mit einem Hotel im Centro oder in Gros besser, für längere Aufenthalte mit Familie lohnt der Blick nach Antiguo oder Amara.

Hotels in San Sebastian

Alle 5 Hotels

Ferienhäuser & Villen mit Pool

Die beliebteste Wahl in der Region — privates Ferienhaus oder Villa mit Pool, oft mitten in den Weinbergen.

Agriturismi & Weingüter

Urlaub auf dem Land: übernachten auf einem Weingut oder Bauernhof, mit Wein und Öl aus eigener Ernte.

Rundgang & Tagesplan

San Sebastián an zwei Tagen – ein Rundgang um die Bucht

Alles Wesentliche liegt an einer einzigen Linie am Wasser, du brauchst für die Stadt weder Bus noch Auto.

Beginne den ersten Vormittag in der Parte Vieja, solange sie noch leer ist. Erst über die Plaza de la Constitución mit ihren nummerierten Balkonen, dann in den Markt La Bretxa, um zu sehen, womit die Küchen der Stadt arbeiten, danach ins Museo San Telmo für die Klosterkirche mit den Sert-Wandbildern und den Überblick über die baskische Geschichte. Anschließend über den Hafen hinauf auf den Monte Urgull – der Aufstieg dauert kaum zwanzig Minuten, oben stehen Festung, Christusstatue und der erste vollständige Blick auf die Bucht. Zurück geht es über den Paseo Nuevo an der Felskante, was gleichzeitig der eleganteste Weg hinüber zum Boulevard ist.

Am Nachmittag folgst du der Promenade von La Concha nach Westen. Auf halber Strecke lohnt der Abstecher in den Park des Palacio de Miramar, danach über den kurzen Tunnel weiter nach Ondarreta bis zur Terrasse des Peine del Viento, wo du bei Wellengang die Gischt aus den Löchern im Boden schießen siehst. Von dort sind es ein paar Schritte zur Talstation der Standseilbahn, die seit 1912 auf den Monte Igueldo fährt; nimm sie so, dass du oben zum Sonnenuntergang stehst, denn dieser Blick über die Bucht ist der Grund, warum die meisten Fotos von San Sebastián gleich aussehen. Den Abend füllt eine Pintxos-Runde durch die Altstadt, drei bis fünf Bars, ein Häppchen pro Theke.

Der zweite Tag gehört der anderen Flussseite. Über die Zurriola-Brücke nach Gros, am Kursaal vorbei und den Strand entlang, wo morgens die Surfkurse starten – wer selbst ins Wasser will, bucht am Vortag. Danach hinter den Bahnhof nach Egia, in die Tabakalera mit ihrer Dachterrasse und weiter in den Park Cristina Enea. Zum Mittag zurück ans Wasser: Vom Hafen legt in der Sommersaison das kleine Boot zur Isla de Santa Clara ab, wo du eine Stunde bleiben und von mitten in der Bucht in beide Richtungen schauen kannst. Der Nachmittag passt entweder ins Aquarium am Hafen oder auf eine Wanderung über den Monte Ulía Richtung Osten.

Wer drei Tage hat, fährt am dritten hinaus. Die naheliegendsten Ziele sind das ummauerte Hondarribia an der Bidasoa-Mündung, das Fischerdorf Pasai Donibane, das man mit einer kleinen Fähre erreicht, oder Getaria und Zarautz an der Küste im Westen. Auch Chillida Leku im nahen Hernani, wo Eduardo Chillidas Skulpturen um einen alten Bauernhof herum auf einer Wiese stehen, füllt einen halben Tag. Und wenn du zwei Städte in einer Reise willst, ist Bilbao mit dem Bus in gut einer Stunde erreichbar – als Tagesausflug für Guggenheim und Casco Viejo funktioniert das gut, ohne dass du das Hotel wechseln musst.

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Aktivitäten & Touren

Aktivitäten in San Sebastián vom Surfkurs bis zur Standseilbahn

Die Stadt liegt zwischen Meer und Bergen, und beides beginnt jeweils zehn Gehminuten hinter der Promenade.

Surfen ist die Aktivität, die San Sebastián am stärksten prägt. Die Playa de la Zurriola in Gros bekommt als einziger Stadtstrand offene Atlantikdünung und hat entsprechend mehrere Surfschulen direkt an der Promenade, die Anfängerkurse in kleinen Gruppen anbieten, Neoprenanzug und Brett inklusive. Für den ersten Kurs sind Frühsommer und Frühherbst die besten Zeiten, weil die Wellen dann berechenbar bleiben und das Wasser nicht mehr eiskalt ist; im Winter wird die Zurriola zu einem Spot für Fortgeschrittene. Wer schon fahren kann, findet an der Küste zwischen Zarautz und Mundaka einige der besten Wellen Europas, die alle als Tagesausflug erreichbar sind.

Der zweite Klassiker kostet kaum Anstrengung: die Standseilbahn auf den Monte Igueldo, seit 1912 in Betrieb und noch immer mit hölzernen Wagen unterwegs, die in wenigen Minuten die Steilstrecke hinaufklettern. Oben warten die Aussichtsterrasse und ein kleiner, altmodischer Vergnügungspark aus derselben Zeit, dessen Bahnen eher nostalgisch als spektakulär sind – Kinder finden das trotzdem großartig, und der Blick über die Bucht ist von hier oben der beste der Stadt. Wer laufen will, kommt zu Fuß in etwa einer Dreiviertelstunde von Ondarreta hinauf. Am schönsten ist die Fahrt kurz vor Sonnenuntergang, entsprechend voll wird es dann an der Talstation.

Auf dem Wasser gibt es zwei einfache Optionen. In der Sommersaison fährt vom Hafen unterhalb des Monte Urgull ein kleines Motorboot zur Isla de Santa Clara, wo ein kurzer Rundweg, ein winziger Strand bei Niedrigwasser und die einzige Perspektive aus der Mitte der Bucht warten. Daneben vermieten Anbieter am Hafen Kajaks und Stand-up-Boards, mit denen sich die geschützte Bucht gut erkunden lässt. An Land sind zwei Wanderungen naheliegend: die kurze Runde über den Monte Urgull mit Festung und Christusstatue, und die längere über den Monte Ulía Richtung Pasaia, die einem Abschnitt des Küstenwegs des Jakobswegs folgt und rund zwei bis drei Stunden dauert.

Bleibt das Thema, für das die Stadt eigentlich steht. Geführte Pintxos-Touren durch die Parte Vieja sind gerade beim ersten Besuch sinnvoll, weil dir jemand erklärt, in welcher Bar du was bestellst und wie das mit der Tafel an der Wand funktioniert – vier bis fünf Stationen in zweieinhalb bis drei Stunden sind der übliche Zuschnitt, oft auch auf Englisch. Kochkurse mit Marktbesuch gibt es ebenfalls, teils in den Räumen ehemaliger Gastronomie-Vereine. Ein baskisches Kuriosum am Rande: Die berühmten Sociedades Gastronómicas, private Kochklubs, in denen Mitglieder selbst am Herd stehen, sind für Besucher nur auf Einladung zugänglich. Und wer den Sport der Stadt sehen will, geht zu einem Heimspiel der Real Sociedad ins Stadion in Amara.

Aktivitäten & Touren in San Sebastian

Feste & Festivals

Tamborrada, Jazzaldia und das Filmfestival im Jahreslauf

Viermal im Jahr kippt Donostia vom entspannten Küstenziel in den Ausnahmezustand, und jedes Mal aus einem anderen Grund.

Das eigentümlichste Fest ist die Tamborrada am 20. Januar, dem Tag des Stadtpatrons San Sebastián. Um Mitternacht wird auf der Plaza de la Constitución die Stadtfahne gehisst, und danach trommelt Donostia vierundzwanzig Stunden lang: Dutzende Kompanien in Uniformen und Kochjacken ziehen mit Trommeln und Fässern durch die Straßen, am Vormittag folgt die Kindertamborrada mit tausenden Teilnehmern. Das ist kein Touristenspektakel, sondern das Fest, an dem die Stadt sich selbst feiert, und es ist der einzige Grund, im tiefsten Winter hierherzukommen. Hotels sind für diese Nacht früh ausgebucht, und schlafen wird man ohnehin nicht.

Im Sommer übernimmt die Musik. Der Jazzaldia, das Jazzfestival von San Sebastián, läuft seit 1966 und gehört damit zu den ältesten Europas; gespielt wird im Juli auf mehreren Bühnen, unter anderem im und vor dem Kursaal sowie direkt am Zurriola-Strand, wo ein Teil des Programms kostenlos ist. Im August folgt die Quincena Musical mit klassischen Konzerten an Spielorten in der ganzen Stadt, darunter Kirchen und der große Saal des Kursaal. Beide Festivals verändern das Stadtbild weniger radikal als die Tamborrada, füllen aber Hotels und Restaurants spürbar – gerade in Kombination mit der ohnehin starken Sommersaison.

Die Semana Grande, auf Baskisch Aste Nagusia, ist die Festwoche rund um Mitte August und für Familien die unterhaltsamste Zeit des Jahres. Kern der Woche ist der internationale Feuerwerkswettbewerb: An jedem Abend schießt ein anderes Team sein Programm über die Bucht, gezündet von einer Plattform im Wasser, und halb Donostia sitzt dafür am Strand oder auf der Promenade. Dazu kommen Konzerte, Straßenumzüge, ein Riesenrad und Stände am Fluss. Wer in dieser Woche anreist, sollte Unterkunft und Restaurantplätze lange vorher sichern und einplanen, dass sich abends kaum ein ruhiger Winkel finden lässt.

Der internationale Ruf der Stadt hängt schließlich am Filmfestival, das seit 1953 stattfindet, zur höchsten Kategorie der Festivals zählt und in der zweiten Septemberhälfte läuft – das genaue Datum wechselt jährlich, prüfe es vor der Buchung. Galas und Wettbewerb spielen im Kursaal, gezeigt wird zusätzlich in Kinos in der ganzen Stadt, und Tickets für Einzelvorstellungen sind auch für normale Besucher erhältlich, wenn man rechtzeitig zugreift. In dieser Woche ist Donostia so voll und so teuer wie sonst nie, gleichzeitig aber auch am lebendigsten. Wer den September wegen Wetter und Meerestemperatur wählt, den Trubel jedoch meiden will, legt die Reise auf die erste Monatshälfte.

Anreise & vor Ort

Anreise nach San Sebastián und unterwegs in der Stadt

Aus Deutschland führen drei Flughäfen in die Stadt, und der naheliegendste ist selten der praktischste.

Der Flughafen von San Sebastián liegt bei Hondarribia rund zwanzig Kilometer östlich, wird aber fast nur innerspanisch angeflogen – aus Deutschland kommst du dort in aller Regel nur mit Umstieg in Madrid oder Barcelona an. Praktischer sind zwei Alternativen: Biarritz auf der französischen Seite ist etwa fünfzig Kilometer entfernt und wird im Sommer von mehreren deutschen Städten aus bedient, und Bilbao liegt rund hundert Kilometer westlich, hat das größte Streckennetz der Region und ist über eine direkte Buslinie mit dem Zentrum von San Sebastián verbunden, die für die Strecke gut anderthalb Stunden braucht. Der Bus fährt ab dem Flughafenterminal, Tickets bekommst du vor Ort oder online.

Mit der Bahn erreichst du San Sebastián über den Fernbahnhof am Ostufer des Urumea, an dem Verbindungen aus Madrid und Barcelona enden. Interessanter ist für Reisende aus Deutschland oft der französische Weg: Bis Hendaye direkt hinter der Grenze fahren TGV-Verbindungen aus Paris, und von dort bringt dich die baskische Schmalspurbahn, in der Stadt Topo genannt, in gut einer halben Stunde bis ins Zentrum von Donostia. Fernbusse halten am Busbahnhof unter dem Bahnhofsgelände, von wo aus du in wenigen Minuten zu Fuß über den Fluss in die Altstadt kommst. Für die Küstenstrecke Richtung Bilbao und Zarautz gibt es zusätzlich Regionalzüge und Linienbusse.

Mit dem Auto führt der Weg aus Frankreich über die Autobahn entlang der Küste, die in Spanien mautpflichtig ist; aus Süddeutschland sind es rund fünfzehn Stunden reine Fahrzeit, weshalb sich eine Zwischenübernachtung anbietet. In der Stadt selbst ist der Wagen eher Last als Hilfe: Die Parte Vieja ist Fußgängerzone, im Zentrum gilt großflächig eine kostenpflichtige Kurzzeitparkzone, und die Tiefgaragen unter Boulevard, Kursaal und Bahnhofsbereich sind auf Tagessätze ausgelegt. Wenn du das Auto nur für Ausflüge brauchst, ist ein Hotel mit Garagenkontingent am Stadtrand die entspanntere Rechnung als eines mitten in der Bucht.

Vor Ort brauchst du im Grunde nur Schuhe. Vom Kursaal bis zum Peine del Viento sind es rund vier Kilometer, und diese Linie deckt fast alles ab, was du sehen willst. Für die restlichen Wege fährt das Stadtbusnetz dicht getaktet und günstig, mit Linien bis zur Talstation der Standseilbahn und hinauf nach Igueldo. Donostia ist außerdem eine ausgesprochene Fahrradstadt mit einem durchgehenden Netz roter Radspuren entlang der Bucht und des Flusses; Leihräder gibt es an mehreren Stellen im Zentrum. Und weil praktisch alles am Wasser liegt, ist der Regenschirm das wichtigere Verkehrsmittel als jede Fahrkarte.

Mietwagen

Die schönsten Orte liegen abseits von Bahn und Bus — mit dem Mietwagen bist du flexibel.

Ausflüge im Baskenland

Ausflüge ab San Sebastián an die baskische Küste

In einer Stunde Fahrzeit erreichst du drei sehr verschiedene Baskenländer und eine Landesgrenze.

Monte Igueldo
Monte Igueldo

Nach Osten liegen die beiden einfachsten Ziele. Hondarribia an der Mündung des Grenzflusses Bidasoa hat eine ummauerte Oberstadt mit Wappenfassaden und einer Burg aus dem 10. Jahrhundert sowie darunter das Fischerviertel La Marina, dessen Häuser mit bunt gestrichenen Holzbalkonen die Calle San Pedro säumen – eine Gasse, die für ihre Pintxos-Bars inzwischen fast so bekannt ist wie die Altstadt von Donostia. Näher dran liegt Pasai Donibane, ein einziges langes Straßendorf an einer engen Meeresbucht, das man von der gegenüberliegenden Seite mit einer kleinen Personenfähre erreicht. Beide Orte sind mit dem Linienbus ab dem Zentrum in etwa einer halben Stunde erreichbar.

Nach Westen führt die Küstenstraße in eine Reihe von Orten, die sich gut kombinieren lassen. Getaria ist ein Fischerdorf um einen Hügel herum, den die Einheimischen El Ratón nennen, weil er wie eine Maus im Wasser liegt, berühmt für seine Fischgrills und den Txakoli aus den Hanglagen ringsum; hier wurde der Modeschöpfer Cristóbal Balenciaga geboren, dem ein eigenes Museum gewidmet ist, und hier stammte auch Juan Sebastián Elcano her, der die erste Weltumsegelung vollendete. Nebenan hat Zarautz einen der längsten Strände der baskischen Küste und eine lebendige Surfszene. Wenige Kilometer weiter beginnen bei Zumaia die Flysch-Klippen, gestapelte Gesteinsschichten aus vielen Millionen Jahren, die man bei Ebbe über den Strand entlanglaufen kann.

Landeinwärts lohnen zwei sehr unterschiedliche Ziele. In Hernani, keine zehn Kilometer südlich, liegt Chillida Leku: Auf einer Wiese um einen restaurierten Bauernhof herum stehen die großen Stahl- und Granitarbeiten Eduardo Chillidas zwischen alten Eichen, und im Gebäude selbst hängen die kleineren Werke – ein Museum, das man vor allem draußen erlebt. Im benachbarten Astigarraga steht dagegen die Sidra im Mittelpunkt: In den Sidrerías der Gegend läuft von Januar bis in den Frühling die Txotx-Saison, bei der man mit dem Glas von Fass zu Fass geht und dazu ein festes Menü aus Kabeljau-Omelette, gebratenem Kabeljau, Txuleta sowie Käse mit Quitte und Walnüssen bekommt.

Bleiben die beiden großen Nachbarn. Bilbao ist mit dem Bus in gut einer Stunde erreichbar und liefert mit Guggenheim, Casco Viejo und der Markthalle am Fluss ein komplett anderes Programm – als Tagesausflug funktioniert das problemlos, weil beide Busbahnhöfe zentral liegen. In die andere Richtung beginnt hinter Irún Frankreich: Saint-Jean-de-Luz mit seiner geschützten Badebucht und den Häusern der Reeder, Biarritz mit Grande Plage, Leuchtturm und Surfgeschichte, dazu Bayonne mit Kathedrale, Schinken und Schokoladentradition. Alle drei liegen weniger als eine Stunde entfernt, und mit dem Topo bis Hendaye plus französischem Regionalzug erreichst du sie auch ohne Auto.

Stadtviertel

Die Stadtviertel von San Sebastian – und welches zu dir passt

Parte ViejaParte ViejaEin Raster aus wenigen Gassen zwischen Monte Urgull, Hafen und Boulevard, in dem sich Pintxos-Bars, Traditionsläden und der Markt La Bretxa drängen. Mittelpunkt ist die arkadengesäumte Plaza de la Constitución mit ihren nummerierten Balkonen aus der Zeit der Stierkämpfe.Ideal für: Pintxos & Altstadt1 TagCentro RománticoCentro RománticoDas Belle-Époque-Zentrum südlich des Boulevards, angelegt im späten 19. Jahrhundert mit breiten Straßen, schmiedeeisernen Balkonen und der neugotischen Kathedrale Buen Pastor. Hier liegen die Einkaufsstraßen, der Mercado de San Martín und die historischen Grandhotels am Fluss.Ideal für: Erste Basis & Shopping½–1 TagGrosGrosJenseits des Urumea liegt das junge Viertel der Stadt, mit dem Surfstrand Zurriola, den Glaskuben des Kursaal an der Mündung und kleinen Pintxos-Bars ohne Schlange. Für Übernachtungen oft die entspanntere und günstigere Alternative zur Altstadt, zehn Gehminuten entfernt.Ideal für: Surfen & Ausgehen½ TagAntiguoAntiguoDas westlichste Viertel war lange ein eigenes Dorf und reicht heute vom Familienstrand Ondarreta bis an die Hänge des Monte Igueldo. Hier liegen die Terrasse mit Chillidas Peine del Viento, die Talstation der Standseilbahn von 1912 und ein großer Teil des Universitätscampus.Ideal für: Familien & Strand½ TagEgiaEgiaHinter dem Bahnhof beginnt das ehemalige Industrie- und Arbeiterviertel, das heute die kreative Ecke der Stadt ist. In der alten Tabakfabrik sitzt das Kulturzentrum Tabakalera mit Ausstellungen, Mediathek und Dachterrasse, gleich daneben liegt der Park Cristina Enea.Ideal für: Kultur & Grün½ TagAmaraAmaraDas großzügig angelegte Wohnviertel im Süden zeigt, wie Donostia ohne Publikum funktioniert – Alltagsbars, Spielplätze und Preise ein Stück unter denen der Bucht. Rund um die kreisrunde Plaza de Pío XII liegen außerdem das Fußballstadion und der Bahnhof der Küstenschmalspurbahn.Ideal für: Alltag & längere Aufenthalte½ Tag
Beste Reisezeit & Wetter

Beste Reisezeit für San Sebastián mit Wetter und Festen im Jahreslauf

Das Baskenland ist die grüne Ecke Spaniens, und dieses Grün hat einen Preis, der über das Jahr verteilt vom Himmel fällt.

San Sebastián liegt am Golf von Biskaya und hat ozeanisches Klima – milde Winter, moderate Sommer und Niederschlag in jedem Monat des Jahres. Im Mittel bleiben die Höchstwerte im August um 25 Grad – bei südlichem Föhnwind sind aber auch über 30 Grad möglich; im Januar liegen sie um 13 Grad, und Frost ist in der Stadt die Ausnahme. Dafür fallen hier rund 1.500 Millimeter Niederschlag im Jahr, ein Vielfaches dessen, was an den Badeorten des Mittelmeers zusammenkommt, oft als feiner Dauersprühregen, für den die Basken das eigene Wort Sirimiri haben. Wichtiger als das Thermometer ist deshalb zweierlei: die Wassertemperatur, die erst im Spätsommer angenehm wird, und der Festkalender, der Preise und Andrang stärker verschiebt als jedes Tief über dem Atlantik.

Jan13°6°Tamborrada am 20., Sidra-Saison
Feb13°6°ruhig, günstige Hotelraten
Mär15°7°wechselhaft, Stadt gehört den Einheimischen
Apr16°9°grün und nass, Ostern voll
Mai19°12°lange Abende, Meer noch kühl
Jun22°14°warm, Strände noch nicht überfüllt
Jul24°17°Hochsaison, Jazzaldia am Kursaal
Aug25°17°wärmstes Meer, Semana Grande mit Feuerwerk
Sep23°15°Meer noch warm, Filmfestival
Okt20°13°mild, Pilzsaison auf den Karten
Nov16°9°nasser Monat, Museen und Theken
Dez14°7°mild und grau, Weihnachtsmarkt am Boulevard

Beste Reisezeit · Balken = Tageshöchstwert

Die beste Reisezeit für San Sebastián sind Juni und September. Im Juni sind die Tage lang, die Höchstwerte liegen um 22 Grad und die Strände füllen sich erst gegen Mittag. Der September bringt mit gut 23 Grad die stabilste Wetterlage des Jahres und mit rund 21 Grad noch die Wassertemperatur des Hochsommers – wer baden will, kommt jetzt und nicht im Frühsommer. Zu beachten ist nur das Filmfestival in der zweiten Monatshälfte, das Hotelpreise und Andrang deutlich anhebt; die erste Septemberhälfte ist deshalb das ruhigere Fenster. Juli und August sind warm, aber teuer und voll, der Januar lohnt ausschließlich wegen der Tamborrada, und von November bis März reist du günstig, musst dafür aber mit reichlich Regen rechnen.

Gut zu wissen

Häufige Fragen zu San Sebastian

Wie viele Tage sollte man für San Sebastián einplanen?
Zwei volle Tage reichen für die Stadt selbst: einer für Parte Vieja, Monte Urgull und die Promenade bis zum Peine del Viento, einer für Gros, Zurriola und Tabakalera. Der dritte Tag ist der wertvollste, weil er einen Ausflug nach Hondarribia, Getaria oder nach Bilbao ermöglicht, ohne dass du das Hotel wechselst.
Wie läuft ein Pintxos-Abend praktisch ab?
Du gehst pro Bar ein Häppchen und ein Getränk und ziehst dann weiter, vier bis fünf Stationen sind ein normaler Abend. Die kalten Pintxos nimmst du dir selbst von der Theke, die interessanteren warmen bestellst du von der Tafel an der Wand. Gezahlt wird am Ende am Tresen. Wer vor halb neun startet, kommt in der Altstadt noch bequem an die Theke.
Welcher Strand in San Sebastián passt zu wem?
La Concha ist der ruhigste, weil die Insel Santa Clara die Dünung bricht – ideal zum Schwimmen, aber bei Hochwasser sehr schmal. Ondarreta westlich davon fällt flacher ab und ist der Familienstrand. Die Zurriola in Gros liegt außerhalb der Bucht, hat echte Atlantikwellen und ist der Surfstrand; mit kleinen Kindern nur bei ruhiger See und mit Blick auf die Flaggen.
Wann ist das Wasser in San Sebastián warm genug zum Baden?
Das Kantabrische Meer braucht lange. Im Juni liegt es meist noch bei 16 bis 18 Grad, seine Höchstwerte um die 21 bis 22 Grad erreicht es erst im August und hält sie bis in den September. Am wärmsten ist das Wasser im August, doch weil es diese Werte bis in den September hält und die Strände dann leerer sind, gilt der September vielen als der beste Bademonat des Jahres – auch wenn die Lufttemperaturen bereits leicht zurückgehen. Ein kurzer Neoprenanzug macht auch im Frühsommer vieles angenehmer.
Wann findet das Filmfestival statt und was bedeutet das für die Buchung?
Es läuft seit 1953 jährlich in der zweiten Septemberhälfte, das genaue Datum wechselt und sollte vor der Buchung geprüft werden. In dieser Woche sind Hotels im Zentrum früh ausgebucht und deutlich teurer, gute Restaurants ebenfalls. Wer den September wegen Wetter und Meerestemperatur will, den Trubel aber nicht, plant die erste Monatshälfte ein.
Braucht man in San Sebastián ein Auto?
Für die Stadt nicht. Vom Kursaal bis zum Peine del Viento sind es rund vier Kilometer an einer durchgehenden Promenade, alles Weitere erreichst du mit dem dicht getakteten Stadtbus oder dem Rad. Das Auto lohnt nur für Ausflüge ins Umland – und wird dann zum Kostenfaktor, weil die Altstadt Fußgängerzone ist und die meisten Hotels keine eigenen Stellplätze haben.
Wie kommt man vom Flughafen Bilbao nach San Sebastián?
Am unkompliziertesten mit dem direkten Fernbus, der am Flughafenterminal abfährt und für die rund hundert Kilometer gut anderthalb Stunden bis zum Busbahnhof von San Sebastián braucht. Tickets gibt es vor Ort oder online. Alternativ fährst du mit dem Bus zuerst ins Zentrum von Bilbao und von dort weiter – das dauert länger und lohnt nur, wenn du Bilbao ohnehin ansehen willst.
Muss man Sternerestaurants in San Sebastián lange vorher reservieren?
Ja, und zwar deutlich vorher. Bei den Dreisternehäusern Arzak und Akelarre sowie bei Martín Berasategui in Lasarte-Oria solltest du Monate im Voraus online buchen, Mittagstermine sind in der Regel leichter zu bekommen als Abende. Serviert werden ausschließlich Menüs. Mugaritz in Errenteria schließt über die Wintermonate, prüfe die Saison vor der Planung.
In welchem Viertel wohnt man in San Sebastián am besten?
Das Centro Romántico ist die bequemste Basis, weil Bucht, Altstadt und Bahnhof alle in Gehweite liegen. Gros auf der anderen Flussseite ist entspannter und oft günstiger, mit kurzem Weg zum Surfstrand. Antiguo passt für Familien wegen des flachen Ondarreta-Strands, und wer die Pintxos-Runde zum Programm macht, wohnt am Rand der Parte Vieja – dann aber mit Nachtlärm.
Ist San Sebastián teuer?
Für spanische Verhältnisse ja, vor allem bei Unterkunft und Restaurants. Der Unterschied macht die Saison: Von Juli bis September und in der Festivalwoche kosten Hotelzimmer im Zentrum ein Vielfaches der Nebensaisonpreise. Pintxos halten den Abend dagegen bezahlbar, weil du pro Bar nur ein Häppchen und ein Glas nimmst und selbst entscheidest, wann du aufhörst.
Was kann man in San Sebastián bei Regen machen?
Regen gehört hier zum Programm, die Stadt ist entsprechend ausgestattet. Das Museo San Telmo im ehemaligen Dominikanerkloster füllt einen halben Tag, das Aquarium am Hafen ist der beste Plan mit Kindern, und die Tabakalera in Egia bietet Ausstellungen und Mediathek unter einem Dach. Danach bleibt die zuverlässigste Antwort auf Sirimiri ohnehin eine Runde durch die überdachten Theken der Altstadt.
Was ist die Tamborrada in San Sebastián?
Das Stadtfest am 20. Januar, dem Tag des Patrons. Um Mitternacht wird auf der Plaza de la Constitución die Fahne gehisst, danach ziehen vierundzwanzig Stunden lang Trommelkompanien in Uniformen und Kochjacken durch die Straßen, am Vormittag folgt die Kindertamborrada. Es ist das Fest, an dem die Stadt sich selbst feiert – Hotels sind für diese Nacht früh ausgebucht.
Spricht man in San Sebastián Baskisch oder Spanisch?
Beides ist Amtssprache, und beides hörst du im Alltag. Straßenschilder und Speisekarten sind oft zweisprachig, der baskische Name der Stadt lautet Donostia. Als Besucher kommst du mit Spanisch überall durch, in Hotels und im Tourismus meist auch mit Englisch. Ein paar baskische Wörter wie kaixo für hallo oder eskerrik asko für danke werden trotzdem gern gehört.

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San SebastianGegen halb neun abends legt sich das Licht flach über die weiße Balustrade von La Concha, die Bucht liegt zwischen ihren beiden Hügeln wie ein aufgeklappter Muschelrand – und in den Gassen dahinter füllen sich zur gleichen Minute die ersten Pintxos-Theken.

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