Die wichtigsten Sehenswürdigkeiten in San Sebastián
Die Bucht ist der Grundriss der Stadt – wer sie einmal von Ost nach West abläuft, hat die halbe Liste erledigt und dabei rund vier Kilometer zurückgelegt.
Der Ausgangspunkt ist die Playa de la Concha, und sie ist mehr als ein Strand: Die Promenade darüber mit ihrer weißen, durchbrochenen Balustrade und den doppelarmigen Laternen ist das meistfotografierte Bauteil der Stadt und zugleich die Hauptverkehrsader für alle, die zu Fuß unterwegs sind. Vom Rathaus am Boulevard bis ans westliche Ende der Concha läufst du gut zwanzig Minuten, immer am Wasser. Dort schiebt sich der Hügel mit dem Palacio de Miramar zwischen die beiden Strände, den Königin María Cristina 1893 als Sommerresidenz errichten ließ; das Gebäude selbst kannst du nicht besichtigen, der Park darum herum ist aber öffentlich zugänglich und bietet die beste erhöhte Perspektive auf die Bucht ohne jeden Aufstieg. Mitten im Wasser liegt die Isla de Santa Clara, in der Sommersaison mit einem kleinen Boot vom Hafen aus erreichbar.
Am östlichen Ende der Bucht steigt der Monte Urgull auf, der Stadthügel schlechthin. Von der Altstadt aus führen mehrere Wege in etwa zwanzig Minuten hinauf zum Castillo de la Mota, einer Festung mit mittelalterlichem Kern, in der heute eine Ausstellung zur Geschichte Donostias untergebracht ist. Über der Mauer steht seit 1950 eine mehr als zehn Meter hohe Christusstatue, das Gegenstück zum Torreón auf dem Igueldo drüben, dem alten Leuchtturm über der Bucht. Rundherum verläuft der Paseo Nuevo, ein breiter Weg direkt an der Felskante über dem offenen Meer, und am Fuß der Südseite liegen der alte Fischerhafen und das Aquarium Donostia-San Sebastián, das schon 1928 eröffnet wurde und mit Unterwassertunnel, Haibecken und einem Walskelett arbeitet.
Zwischen Hügel und Fluss klemmt die Parte Vieja, kaum größer als ein paar Häuserblocks und trotzdem das dichteste Stück Stadt im Baskenland. Ihr Zentrum ist die Plaza de la Constitución, ein arkadengesäumter Platz, dessen Balkone durchnummeriert sind – ein Überbleibsel aus der Zeit, als hier Stierkämpfe stattfanden und die Anwohner ihre Fensterplätze vermieteten. Zwei Kirchen markieren die Enden des Viertels, die barocke Basílica de Santa María del Coro am Fuß des Urgull und die gotische San Vicente, die als ältestes Gebäude der Stadt gilt. Direkt daneben liegt das Museo San Telmo in einem Dominikanerkloster des 16. Jahrhunderts, dessen ehemalige Klosterkirche mit den großformatigen Wandbildern von Josep Maria Sert ausgemalt ist und das die baskische Gesellschaft von der Vorgeschichte bis heute erzählt.
Der Rest verteilt sich auf die neueren Stadtteile. Im Centro Romántico ragt die neugotische Catedral del Buen Pastor auf, 1897 geweiht und mit ihrem Turm das höchste Bauwerk der Stadt. An der Mündung des Urumea stehen die beiden gläsernen Kuben des Kursaal, die Rafael Moneo als an Land gespülte Felsblöcke entworfen hat und in denen im September die Galas des Filmfestivals laufen. Und ganz im Westen, dort wo die Promenade an den Felsen des Monte Igueldo endet, sitzen die drei Stahlarme des Peine del Viento von Eduardo Chillida seit 1977 in der Brandung – bei auflandigem Wind schießt Gischt durch die Löcher im Plattenboden davor, den der Architekt Luis Peña Ganchegui als begehbare Terrasse angelegt hat.














