Stadt · Griechenland

Thessaloniki

Kurz vor Sonnenuntergang legt sich das Licht flach über den Thermaischen Golf, der Weiße Turm wirft seinen Schatten quer über die Promenade, und oben an der byzantinischen Mauer sitzen die Ersten auf dem warmen Stein und sehen zu, wie das Häusermeer unter ihnen orange anläuft.

5 Stadtviertel9 Sehenswürdigkeiten8 Hotels
Überblick

Deine Thessaloniki-Reise auf einen Blick

Beste Reisezeit
April bis Juni sowie September und Oktober
Sprache
Griechisch
Land
Griechenland
Region
Zentralmakedonien
Flughafen
Makedonia (SKG), rund 15 km vom Zentrum
Währung
Euro (EUR)
Über Thessaloniki

Reisen nach Thessaloniki

Thessaloniki liegt in Schichten übereinander, und keine davon ist versteckt. Gegründet 315 v. Chr. von Kassander und benannt nach seiner Frau Thessalonike, der Halbschwester Alexanders des Großen, wurde die Stadt unter Rom zur Station an der Via Egnatia und um 300 n. Chr. zur Residenz des Kaisers Galerius. Von dessen Palastbezirk stehen bis heute der Triumphbogen mitten auf der Kreuzung, den alle nur Kamara nennen, und die Rotunde mit ihrem osmanischen Minarett daneben. Seit 1988 führt die UNESCO fünfzehn frühchristliche und byzantinische Bauten der Stadt als Welterbe, von der Rotunde über die Basilika Agios Dimitrios bis zu den kleinen Kirchen der Oberstadt. Am Wasser markiert der Weiße Turm, osmanischer Wehrbau und heute Stadtmuseum, das Ende der Uferfront. Der Große Brand vom August 1917 legte den halben Stadtkern in Asche und traf die dicht bebauten jüdischen Viertel am härtesten. Nur die Ano Poli am Hang blieb verschont und hängt mit osmanischen Fachwerkhäusern und byzantinischer Stadtmauer bis heute wie ein eigenes Dorf über der Stadt. Die sephardische Gemeinde, seit 1492 hier zu Hause und über Jahrhunderte die größte Gruppe der Stadt, wurde 1943 fast vollständig nach Auschwitz deportiert.

Thessaloniki – Karte
Reiseführer

Thessaloniki von A bis Z

Aktualisiert August 2026

Am späten Nachmittag sitzt halb Thessaloniki unter den Arkaden des Aristotelous-Platzes, hundert Meter weiter kippt der Platz ins offene Wasser, und wer den Kopf hebt, sieht die byzantinische Stadtmauer über den Dächern der Oberstadt stehen. Griechenlands zweite Stadt lebt nicht von einem einzigen Fels wie Athen, sondern von Schichten übereinander – ein römischer Triumphbogen mitten auf der Kreuzung, byzantinische Kuppeln zwischen Wohnblocks aus den Sechzigern, ein osmanisches Hamam neben einem Handyladen. Dazu die Universität mit den meisten Studierenden im Land, eine Esskultur, die viele für die beste Griechenlands halten, und ein Tempo, das erst spät nachts nachlässt.

Sehenswürdigkeiten

Die wichtigsten Sehenswürdigkeiten in Thessaloniki

Fast alles Wichtige liegt in einem Streifen von rund anderthalb Kilometern zwischen Uferpromenade und Oberstadt – zu Fuß gut machbar, nur der letzte Abschnitt geht spürbar bergauf.

Am Ostende der Uferfront steht der Weiße Turm, das Wahrzeichen der Stadt und der beste Startpunkt für alles Weitere. Der osmanische Wehrbau ersetzte im 15. oder 16. Jahrhundert einen byzantinischen Vorgängerturm an der Nahtstelle von Stadtmauer und Meer; drinnen führt eine Wendeltreppe über sechs Ebenen nach oben, in denen das Museum die Stadtgeschichte in Kapiteln erzählt, und ganz oben öffnet sich die Terrasse über den Golf. Lange trug der Turm den Beinamen Blutturm, weil hier Gefangene einsaßen und hingerichtet wurden; der Überlieferung nach strich ihn 1890 ein Häftling gegen seine Freilassung weiß. Geh früh hin, die Treppe ist eng und wird gegen Mittag zäh.

Vom Turm läufst du in einer knappen Viertelstunde nordöstlich zum Galeriusbogen, den in Thessaloniki niemand anders nennt als Kamara. Der Bogen entstand im frühen 4. Jahrhundert, um den Sieg des Kaisers Galerius über die Perser zu feiern, und seine Reliefbänder zeigen Schlachtszenen, Gefangene und den Kaiser selbst in aller Deutlichkeit – heute steht das Ganze mitten im Verkehr und dient als der Treffpunkt der Stadt. Gut hundert Meter weiter nordöstlich schließt die Rotunde die Achse ab: ein Rundbau von etwa 306 n. Chr. mit meterdicken Ziegelmauern, gedacht wohl als Mausoleum oder Tempel, später Kirche, dann Moschee. Ihr Minarett steht als einziges der Stadt noch neben dem Bau, drinnen leuchten Reste der frühchristlichen Mosaiken im Kuppelansatz.

Die beiden großen Kirchen stehen nur ein paar Straßen auseinander, Agios Dimitrios nördlich oberhalb der Egnatia, die Hagia Sophia mitten im Zentrum. Agios Dimitrios ist die größte Kirche Thessalonikis, dem Stadtpatron geweiht und über den römischen Bädern errichtet, in denen Demetrios der Überlieferung nach gefangen gehalten und getötet wurde – in die Krypta darunter steigst du direkt vom Seitenschiff hinab, und sie ist der eindrücklichere Teil des Besuchs. Nach dem Brand von 1917 wurde die Basilika weitgehend neu aufgebaut, die erhaltenen Mosaikfelder aus dem 5. bis 9. Jahrhundert haben das Feuer überstanden. Die Hagia Sophia ein paar Blocks südlich, gebaut im 7. oder 8. Jahrhundert, trägt in der Kuppel eine Himmelfahrtsdarstellung, die den Übergang zwischen zwei Epochen byzantinischer Kunst markiert und für die man ein paar Minuten stehen bleiben sollte.

Zwei Museen liegen direkt nebeneinander im Osten des Zentrums, wenige Gehminuten hinter dem Weißen Turm. Das Archäologische Museum sammelt die Antike Makedoniens und zeigt neben Goldkränzen und Grabbeigaben den Derveni-Krater, ein bronzenes Prunkgefäß aus dem 4. Jahrhundert v. Chr., das in dieser Qualität kein zweites Mal erhalten ist. Gleich daneben nimmt das Museum für Byzantinische Kultur in mehreren Sälen den Alltag der byzantinischen Jahrhunderte auseinander – Handwerk, Grabkultur, Ikonen – und ist deutlich besser gemacht, als man es an dieser Stelle erwarten würde. Wer nur Zeit für ein Museum hat, nimmt das Archäologische; wer die Kirchen der Stadt verstehen will, nimmt das byzantinische.

Sehenswürdigkeiten in Thessaloniki

Alle 9 Sehenswürdigkeiten
Byzantinisches Welterbe

Byzantinisches Welterbe von der Rotunde bis Agios Dimitrios

Fünfzehn Bauwerke aus rund tausend Jahren stehen seit 1988 gemeinsam auf der Welterbeliste, und die meisten davon sind keine Museen, sondern benutzte Gemeindekirchen.

Rotunde von Galerius
Rotunde von Galerius

Die UNESCO hat 1988 nicht ein einzelnes Monument ausgezeichnet, sondern ein Ensemble: frühchristliche und byzantinische Bauten in Thessaloniki, verteilt über die ganze Stadt und über einen Zeitraum, der von der Rotunde des frühen 4. Jahrhunderts bis zu Kirchen des 14. Jahrhunderts reicht. Das Besondere daran ist die Kontinuität – hier lässt sich an einem Nachmittag ablesen, wie aus der römischen Basilika die Kreuzkuppelkirche wurde. Der praktische Vorteil für dich: Fast alle diese Kirchen sind aktive Gemeindekirchen, der Zutritt ist unkompliziert, und du stehst nicht in einer Schlange. Der praktische Nachteil: Sie schließen mittags, öffnen ungleichmäßig und sind während der Liturgie kein Ort für Fotos. Rechne mit Umwegen und plan nicht mehr als drei an einem Tag ein.

Agios Dimitrios ist der Bau, an dem die Stadt hängt. Demetrios, im frühen 4. Jahrhundert hingerichtet, ist Stadtpatron und Namensgeber der Dimitria, des Kulturfestivals im Oktober; sein Festtag am 26. Oktober fällt mit dem Tag zusammen, an dem Thessaloniki 1912 griechisch wurde, und ist entsprechend der wichtigste Termin im Stadtkalender. In der Krypta unter dem Chor liegen die Reste der römischen Bäder frei, dazu Becken, Kapitelle und Fragmente – ein kühler, halbdunkler Raum, in dem man deutlich mehr Zeit verbringt als geplant. Oben im Kirchenschiff hängen die geretteten Mosaikfelder aus dem 5. bis 9. Jahrhundert, ein Teil davon an den Pfeilern neben dem Altarraum, mit einem Heiligen, der so direkt aus der Wand schaut, dass es fast unangenehm wird.

Die stillsten Stücke des Ensembles liegen oben in der Ano Poli. Osios David, die Kirche des ehemaligen Latomou-Klosters, ist kaum größer als eine Kapelle und verbirgt in der Apsis ein Mosaik aus dem 5. Jahrhundert, das Christus jugendlich und bartlos in einer Lichtmandorla zeigt – eine Darstellung, die man in dieser Form sonst nirgends findet, und die jahrhundertelang unter Putz verborgen war. Ein paar Gassen weiter bewahrt Agios Nikolaos Orfanos einen fast vollständigen Freskenzyklus des frühen 14. Jahrhunderts, in kräftigen Farben und erzählerisch dicht. Beide Kirchen sind winzig, beide haben unregelmäßige Zeiten, und beide lohnen den Umweg mehr als so manche Hauptsehenswürdigkeit unten in der Stadt.

Im Zentrum kommen weitere Bauten dazu, an denen man sonst vorbeiläuft. Die Panagia Acheiropoietos an der Egnatia ist eine dreischiffige Basilika des 5. Jahrhunderts und damit eine der ältesten erhaltenen und bis heute genutzten Kirchen überhaupt – 1430 war sie die erste Kirche der Stadt, die zur Moschee umgewandelt wurde. Die Agioi Apostoloi im Westen des Zentrums stammt aus dem frühen 14. Jahrhundert und trägt Mosaiken und Fresken unter fünf Kuppeln. Dazu gehören außerdem Reste der Stadtmauern, die Byzantinischen Bäder in der Oberstadt und das Vlatadon-Kloster am Hang. Wer ordnen will, was er dabei sieht, geht vorher oder nachher ins Museum für Byzantinische Kultur – die Ausstellung erklärt genau die Bauformen und Bildprogramme, vor denen man in den Kirchen steht.

Ano Poli & Stadtmauer

Ano Poli und die byzantinische Stadtmauer über der Stadt

Der Aufstieg von der Egnatia kostet eine gute halbe Stunde und geht durchgehend bergauf, und er ist der einzige Weg, Thessaloniki im Ganzen zu sehen.

Ano Poli
Ano Poli

Die Ano Poli, die Obere Stadt, ist der Teil Thessalonikis, den der Große Brand von 1917 nicht erreicht hat. Deshalb steht hier noch, was unten verschwunden ist: osmanische Fachwerkhäuser mit vorkragenden Obergeschossen, Kopfsteingassen, die sich am Hang verziehen, Innenhöfe mit Weinlaub, Katzen auf jeder zweiten Mauer. Es wirkt wie ein Dorf, das man versehentlich in einer Millionenstadt abgestellt hat, und es funktioniert bis heute als Wohnviertel und nicht als Kulisse – vormittags wird gewaschen und eingekauft, in den kleinen Kafenia sitzen Nachbarn, nicht Reisegruppen. Wer nur einen Nachmittag in der Stadt hat, verbringt ihn am besten genau hier.

Den Hang begrenzt die byzantinische Stadtmauer, deren erhaltener Verlauf im späten 4. Jahrhundert unter Theodosius entstand und die Stadt einst auf mehreren Kilometern umschloss. Der obere Abschnitt ist streckenweise begehbar, an anderen Stellen läufst du einfach an ihm entlang, durch Tore hindurch und zwischen Häusern, die an die Mauer angebaut wurden. Der schönste Punkt ist der Trigonion-Turm an einer Ecke der Befestigung: Von der Plattform davor überblickst du das gesamte Stadtgebiet, den Hafen, den Bogen der Bucht und bei klarer Luft die Bergketten dahinter. Eine Stunde vor Sonnenuntergang sitzen hier Studierende auf der Mauer, und niemand hat es eilig.

Ganz oben, am höchsten Punkt der antiken Akropolis, steht das Eptapyrgio, auf Türkisch Yedi Kule – die Sieben Türme. Die Anlage ist byzantinischen Ursprungs, wurde unter osmanischer Herrschaft ausgebaut und diente bis in die späten Achtzigerjahre als Gefängnis, was ihr in der griechischen Musik einen eigenen Platz verschafft hat: In den Rebetiko-Liedern der Zwischenkriegszeit ist Yedi Kule ein feststehender Begriff. Heute ist das Gelände Denkmal, teilweise begehbar, und vor allem ein Ort, von dem aus man den Maßstab der alten Befestigung begreift. Von hier führen Wege am Mauerring entlang zurück nach unten.

Praktisch heißt das: Nimm feste Schuhe und Wasser mit, denn zwischen Egnatia und Akropolis liegt zwar nur gut ein Kilometer Luftlinie, aber der Weg geht durchgehend bergauf und ohne Schatten. Wer den Anstieg sparen will, fährt mit einer der Stadtbuslinien hinauf, die vom Zentrum aus eine Schleife durch die Oberstadt drehen, und geht anschließend gemütlich bergab – das ist die deutlich angenehmere Reihenfolge, gerade im Sommer. Plane den Abstieg so, dass du in der Dämmerung an der Mauer bist und danach unten in Ladadika oder rund um die Valaoritou landest; die Ano Poli selbst hat nur eine Handvoll Tavernen, und die sind abends schnell voll.

Jüdisches Erbe & 1917

Jüdisches Thessaloniki und das Feuer von 1917

Über vier Jahrhunderte war das hier die größte sephardische Stadt Europas, und heute muss man wissen, wo man hinschaut, um davon noch etwas zu finden.

Aristotelous-Platz
Aristotelous-Platz

Nach der Vertreibung aus Spanien 1492 nahm das Osmanische Reich tausende sephardische Familien auf, und ein großer Teil von ihnen ließ sich in Thessaloniki nieder. Über Jahrhunderte bildeten sie die größte Bevölkerungsgruppe der Stadt, sprachen Ladino, stellten Händler, Hafenarbeiter, Ärzte und Drucker – der Hafen ruhte am Sabbat, und der Beiname Madre de Israel war keine Metapher, sondern Selbstverständnis. Diese Geschichte erklärt auch die Architektur, die dir im Zentrum begegnet: Die Villa Bianca und andere Häuser der Jahrhundertwende an der Vasilissis Olgas gehörten wohlhabenden jüdischen und levantinischen Familien, deren Namen heute nur noch auf Gedenktafeln stehen.

Am 18. und 19. August 1917 brannte der halbe Stadtkern nieder. Das Feuer zerstörte rund ein Drittel der Stadt und machte zehntausende Menschen obdachlos, überproportional viele davon in den dicht bebauten jüdischen Vierteln zwischen Egnatia und Hafen. Statt den Wiederaufbau den Betroffenen zu überlassen, beauftragte die Regierung den französischen Architekten Ernest Hébrard mit einer kompletten Neuplanung: breite Achsen, ein regelmäßiges Straßenraster, der monumentale Aristotelous-Platz als offene Sichtachse vom Meer zur Egnatia. Städtebaulich war das ein Gewinn, sozial eine Zäsur – viele der ausgebrannten Familien konnten an ihren alten Adressen nicht wieder Fuß fassen und siedelten an den Stadtrand um oder wanderten aus.

Der Bruch, der alles beendete, kam im Zweiten Weltkrieg. Im Juli 1942 mussten sich die jüdischen Männer der Stadt auf dem Eleftherias-Platz versammeln, wo sie stundenlang in der Sonne gedemütigt und anschließend zur Zwangsarbeit verpflichtet wurden. Im selben Jahr wurde der jahrhundertealte jüdische Friedhof zerstört, auf dessen Gelände heute das Campusareal der Aristoteles-Universität liegt. Ab März 1943 folgten die Deportationen: In wenigen Monaten wurden rund 46.000 Menschen in Zügen vom alten Bahnhof nach Auschwitz-Birkenau gebracht, kaum jemand kehrte zurück. Von einer Gemeinde, die die Stadt geprägt hatte, blieb ein Bruchteil.

Sichtbar ist das an wenigen, sehr konkreten Orten. Das Jüdische Museum in der Agiou Mina residiert in einem der Häuser, die das Feuer von 1917 überstanden haben, und erzählt beides – das Leben davor und den Mord danach. Auf dem Eleftherias-Platz erinnert ein Mahnmal an die Versammlung von 1942, ein weiteres Denkmal steht auf dem Universitätsgelände über dem ehemaligen Friedhof. Die Monastirioton-Synagoge in der Innenstadt ist die einzige größere, die den Krieg überstanden hat, und wird weiterhin genutzt; ein Besuch lässt sich in der Regel nur nach Voranmeldung und mit Ausweis einrichten. Wer die Stadt verstehen will, sollte diesen Teil nicht auslassen – ohne ihn bleibt Thessaloniki eine hübsche Uferstadt mit alten Kirchen.

Rundgang & Tagesplan

Thessaloniki an einem Tag vom Weißen Turm bis in die Oberstadt

Ein Tag reicht für die Achse Wasser–Zentrum–Oberstadt, wenn du früh anfängst und den Anstieg bewusst auf den späten Nachmittag legst.

Starte am Weißen Turm, sobald er öffnet, und nimm dir die Wendeltreppe bis zur Dachterrasse – oben siehst du die komplette Route des Tages auf einen Blick, vom Bogen der Bucht bis zur Mauer oben am Hang. Danach die Nikis entlang nach Westen, mit dem Wasser zur Rechten, an den Straßencafés und den Anlegern der Ausflugsboote vorbei, bis sich links der Aristotelous-Platz öffnet. Unter den Arkaden trinkst du den ersten Kaffee dort, wo ihn die Stadt trinkt, und läufst anschließend die Achse hinauf zur Egnatia – die Straße folgt in ihrem Verlauf der römischen Via Egnatia, was man ihr im heutigen Verkehr nicht mehr ansieht.

Der Vormittag gehört den Märkten. Westlich des Aristotelous beginnt der Kapani mit Fisch, Oliven, Käse und Gewürzen unter Wellblechdächern, gleich daneben liegt die Markthalle Modiano unter ihrem Glasdach. Iss hier die erste Bougatsa des Tages, im Zweifel die herzhafte mit Käse. Anschließend nordwärts über die Egnatia zur Basilika Agios Dimitrios und hinunter in ihre Krypta, danach ein paar Schritte zurück zum Römischen Forum, dessen Odeon und unterirdische Wandelgänge oberhalb des Aristotelous freiliegen. Wer mag, hängt die Panagia Acheiropoietos an der Egnatia an, sie kostet zehn Minuten.

Am frühen Nachmittag gehst du ostwärts zum Galeriusbogen und weiter zur Rotunde, das ist der römische Block des Tages. Von dort beginnt der Anstieg in die Ano Poli – zu Fuß rund eine halbe Stunde durch immer engere Gassen, oder mit dem Stadtbus hinauf und zu Fuß zurück. Oben suchst du dir Osios David mit dem Apsismosaik und Agios Nikolaos Orfanos mit den Fresken, läufst dann an der byzantinischen Mauer entlang zum Eptapyrgio und kommst rechtzeitig zum Trigonion-Turm, um zu sehen, wie die Sonne sinkt und die Stadt unter dir Licht bekommt. Das ist der Moment, für den man in dieser Stadt bleibt.

Für den Abend gehst du bergab und landest in Ladadika zwischen den alten Ölspeichern oder ein paar Blocks weiter nördlich rund um die Valaoritou, wo es später und lauter wird. Bestellt werden Mezedes und eine Karaffe Tsipouro, nicht Vorspeise und Hauptgang. Wer zwei Tage hat, füllt den zweiten mit dem Archäologischen Museum und dem Museum für Byzantinische Kultur, einer Radrunde über die Nea Paralia bis zur Konzerthalle und einem Abstecher nach Kalamaria zum Fisch am Wasser. Ab drei Tagen passt ein Tagesausflug dazu – Vergina und Pella für die makedonischen Königsstätten oder der Olymp mit der Enipeas-Schlucht.

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Essen & Trinken

Restaurants in Thessaloniki und was hier auf den Tisch kommt

Bestellt wird hier nicht Vorspeise und Hauptgang, sondern eine Tischmitte voller kleiner Teller, dazu Tsipouro in schmalen Karaffen.

Der Grund für den Ruf dieser Stadt liegt in ihrer Geschichte. Mit dem Bevölkerungsaustausch von 1922/23 kamen hunderttausende Flüchtlinge aus Konstantinopel, Kleinasien und dem Pontos nach Nordgriechenland und brachten eine Küche mit, die mit Kreuzkümmel, Zimt, Paprika und Joghurt arbeitete und die vergleichsweise karge makedonische Tradition umgestülpt hat. Bis heute schmeckt man das an den soutzoukakia, an gefüllten Auberginen, an scharfen Käsecremes und an allem, was hier politiki heißt und damit auf die Küche der Stadt am Bosporus verweist. Bestellt wird in Runden: erst vier, fünf Teller für den Tisch, dann nachlegen, was gut war. Wer sich ein Hauptgericht für sich allein kommen lässt, isst korrekt, aber am Prinzip vorbei.

Für den Einstieg in genau dieses Prinzip steht Ouzou Melathron, ein traditionsreiches Mezedopoleio in einer alten Handelspassage, laut, voll und mit einer Karte, die sich über ihre eigenen Gerichte lustig macht. Ergon Agora verbindet Feinkostmarkt und Restaurant unter einem Dach und ist die einfachste Art, griechische Produzenten und ihre Erzeugnisse an einem Abend durchzuprobieren. Nea Folia kocht seit 1967 in der Anmutung eines Sechzigerjahre-Cafés eine täglich wechselnde Hausmannskost, bei der man am besten fragt, was heute gut ist. Und in Kalamaria am Wasser serviert Maiami seit 1945 Fisch, inzwischen in vierter Generation – die klassische Adresse für ein langes Mittagessen mit Blick auf den Golf.

Die moderne Seite der Stadt ist kleiner und lohnt die Reservierung. Charoupi kocht kretisch mit deutlich zeitgenössischer Handschrift, geführt von Manolis Papoutsakis, und der erste Raki geht aufs Haus. Mourga ist ein winziges Lokal, in dem Giannis Loukakis kompromisslos das kocht, was der Markt am Morgen hergegeben hat – oft Fisch, oft Gemüse, selten planbar und deshalb umso besser. Sebrico arbeitet seit 2012 mit kleinen kreativen Tellern, in denen griechische Zutaten auf internationale Aromen treffen, und liegt mitten im Ausgehviertel, was den Abend ohnehin vorstrukturiert. Alle drei sind klein; ohne Tisch am Wochenende wird es eng.

Bleibt das, was man zwischendurch isst, und das ist in Thessaloniki keine Nebensache. Morgens holen sich die Leute ein Koulouri vom Straßenwagen, den sesambestreuten Brotring, oder sie stellen sich für eine Bougatsa an – Blätterteig, von Hand gezogen, gefüllt mit Grießcreme oder Käse, in Streifen geschnitten und im Karton mitgenommen. Die Familienbäckerei Bougatsa Bantis zieht ihren Teig seit 1969 nach demselben Rezept und ist dafür die bekannteste Adresse der Stadt. Süß geht es weiter mit den Trigona, den mit Creme gefüllten und in Sirup getränkten Teighörnchen, die nach dem Vorort Panorama benannt sind. Und kalkuliere die Uhrzeit ein: Vor 21 Uhr sind viele Tavernen halb leer, weil die Stadt später isst als du.

Restaurants in Thessaloniki

Alle 8 Restaurants
Übernachten

Hotels in Thessaloniki und die passende Lage am Wasser

Die Grundentscheidung fällt zwischen der Front zum Golf und dem Gassennetz dahinter, und zwischen beiden liegen selten mehr als fünf Gehminuten.

An der Uferlinie stehen die Häuser mit dem Blick. Das Makedonia Palace, 1972 gebaut und seither eine Institution, liegt südöstlich des Weißen Turms direkt am Wasser, mit Pool zur Meerseite und Hammam. Das Daios Luxury Living sitzt an der Nikis-Promenade und richtet seine Zimmer im italienischen Stil auf den Weißen Turm aus. Die ON Residence hat eine Ikone von 1926 wiederbelebt und kombiniert Seafront-Lage nahe dem Turm mit Rooftop-Bar und Spa. Der Preis dieser Zeile ist der Verkehr davor: Die Uferstraße ist tagsüber laut, dafür wachst du mit dem Golf im Fenster auf und stehst in zehn Minuten im Zentrum.

Rund um den Aristotelous-Platz wohnst du am zentralsten. Das Electra Palace steht mit seiner Fassade direkt am Platz, hat Rooftop-Restaurant, Pool und Spa und ist damit die Adresse, von der aus man ohne einen einzigen Bus auskommt. Das City Hotel liegt gleich daneben, ist frisch renoviert und deckt dieselbe Lage eine Kategorie darunter ab. Wer empfindlich schläft, sollte beim Buchen nach einem Zimmer zum Innenhof fragen – an Wochenendabenden ist der Platz bis spät belebt, und die Arkaden tragen den Schall weiter, als man denkt.

Westlich davon, zwischen Hafen und Ausgehvierteln, liegt die interessantere Auswahl für kurze Aufenthalte. Das Capsis Bristol Boutique Hotel steckt in einem Gebäude von 1860 in Ladadika und ist das einzige Haus der Stadt in der Vereinigung der Historic Hotels of Europe. The Met Hotel ist das zeitgenössische Gegenstück, Mitglied der Design Hotels, mit einem 22 Meter langen Rooftop-Pool und einer Sky Bar über den Dächern. The Excelsior liegt ein paar Straßen weiter östlich schon im Kentro, klein, elegant und Mitglied der Small Luxury Hotels of the World. Alle drei liegen fußläufig zu den Ausgehvierteln, sodass du abends zu Fuß zum Essen gehst und nachts hörst, dass die Stadt noch wach ist.

Zwei praktische Punkte entscheiden am Ende mehr als die Kategorie. Erstens das Auto: Die Innenstadt ist eng, einbahnstraßenreich und chronisch zugeparkt, und die wenigsten zentralen Hotels haben eine eigene Garage – frag vor der Buchung nach einer Vereinbarung mit einem Parkhaus oder lass den Wagen gleich am Stadtrand. Zweitens der Kalender: Die internationale Messe im September, die Dimitria und der Stadtfeiertag Ende Oktober sowie das Filmfestival im November füllen die Häuser im Zentrum spürbar und heben die Raten. Wer flexibel ist, reist unter der Woche und außerhalb dieser Termine. Als ruhige Alternative funktioniert Kalamaria, sieben Kilometer südöstlich, mit eigener Promenade und guter Verbindung ins Zentrum.

Hotels in Thessaloniki

Alle 8 Hotels

Ferienhäuser & Villen mit Pool

Die beliebteste Wahl in der Region — privates Ferienhaus oder Villa mit Pool, oft mitten in den Weinbergen.

Agriturismi & Weingüter

Urlaub auf dem Land: übernachten auf einem Weingut oder Bauernhof, mit Wein und Öl aus eigener Ernte.

Märkte, Meer & Aktivitäten

Märkte, Uferpromenade und Bootstouren über den Golf

Zwischen Kapani und Konzerthalle liegen keine fünf Kilometer, und sie enthalten fast alles, was den Alltag dieser Stadt ausmacht.

Der Kapani, auch Vlali genannt, ist der älteste Markt Thessalonikis und liegt direkt westlich des Aristotelous-Platzes. Er ist kein restauriertes Erlebnis, sondern ein arbeitender Markt: Gassen unter Wellblech, Fischtheken mit Eis auf dem Boden, Oliven und eingelegtes Gemüse in offenen Fässern, Gewürzhändler, Metzger, dazwischen ein paar Tavernen mit Tischen im Durchgang, die ab dem späten Vormittag voll sind. Vormittags ist der Betrieb am dichtesten, sonntags bleibt fast alles zu. Geh hier hindurch, bevor du in irgendein Restaurant gehst – danach verstehst du die Karten besser.

Ein paar Schritte weiter steht die Markthalle Modiano, 1922 nach Plänen des Architekten Eli Modiano errichtet und nach jahrelangem Verfall im Jahr 2022 wiedereröffnet. Unter dem langen Glasdach reihen sich heute Delikatessenstände, Metzger, Fischhändler und kleine Lokale, und anders als der Kapani läuft die Halle bis in den Abend weiter, wenn aus dem Markt eine Art überdachte Essmeile wird. Die Restaurierung hat dem Ort einiges von seiner Rauheit genommen – wer den ungeschönten Markt sucht, findet ihn nebenan – aber sie hat ein Baudenkmal gerettet, das schon abgeschrieben war.

Am Wasser übernimmt die Nea Paralia. Vom Weißen Turm zieht sich die neu gestaltete Promenade rund viereinhalb Kilometer nach Südosten bis zur Konzerthalle, mit breitem Radstreifen und einer Kette von Themengärten, die den Weg gliedern. Unterwegs stehen die Reiterstatue Alexanders des Großen und die aufgefächerte Regenschirm-Skulptur von Georgios Zongolopoulos, ein Fotomotiv, an dem abends Schlange gestanden wird. Leihräder machen die Strecke in einer knappen Stunde hin und zurück; zu Fuß ist es ein langer, sehr angenehmer Spätnachmittag. An klaren Tagen liegt auf der Gegenseite des Golfs der Olymp im Dunst.

Aufs Wasser kommst du am einfachsten mit den Ausflugsbooten, die als Piratenschiffe verkleidet an der Uferstraße festmachen: rund eine halbe Stunde Rundfahrt über den Thermaischen Golf, bezahlt wird nur das Getränk an Bord. Von See aus sortiert sich die Silhouette der Stadt zum ersten Mal richtig, mit der Mauer als oberer Kante. Baden funktioniert in der Stadt dagegen nicht – dafür fährst du über die Bucht nach Peraia und Agia Triada oder gleich weiter auf eine der Halbinseln der Halkidiki. Als drittes Kapitel bleiben die geführten Rundgänge durch Märkte und Ouzeri, die es in verschiedenen Zuschnitten gibt und die für einen ersten Abend erstaunlich gut funktionieren.

Aktivitäten & Touren in Thessaloniki

Anreise & vor Ort

Anreise nach Thessaloniki und unterwegs mit der neuen Metro

Vom Flughafen Makedonia ins Zentrum sind es gut fünfzehn Kilometer, und seit Ende 2024 hat die Stadt zum ersten Mal in ihrer Geschichte eine Metro.

Die meisten Reisenden kommen über den Flughafen Makedonia, Kürzel SKG, der südöstlich der Stadt bei Thermi liegt und aus mehreren deutschsprachigen Städten direkt angeflogen wird – im Sommer dichter als im Winter, weil ein Teil der Flüge auf die Halkidiki zielt. In die Stadt bringt dich tagsüber die Buslinie 01X, nachts übernimmt die 01N; je nach Verkehr dauert die Fahrt etwa vierzig bis fünfzig Minuten. Daneben stehen Taxis und die üblichen Fahrdienst-Apps bereit. Wenn dein Ziel ohnehin die Halkidiki ist, lohnt der Mietwagen direkt am Flughafen, denn ins Zentrum musst du dann gar nicht erst hinein.

Seit Ende 2024 fährt in Thessaloniki eine fahrerlose Metro, und sie hat den Alltag der Stadt spürbar verändert. Die Hauptlinie verbindet den Bahnhof im Westen quer durch das Zentrum mit dem Südosten, die Stationen haben Bahnsteigtüren, und die Züge kommen dicht genug, dass sich ein Fahrplan erübrigt. Der eigentliche Grund, warum der Bau Jahrzehnte gedauert hat, steht heute in der Station Venizelou: Bei den Grabungen kam ein Abschnitt der byzantinischen Hauptstraße samt Marktplatz zutage, der nach langem Streit an Ort und Stelle erhalten und in die Station integriert wurde. Seit Ende 2025 fährt die Verlängerung nach Südosten weiter über Kalamaria bis Mikra und bindet den Vorort direkt ans Netz an.

Innerhalb des Zentrums brauchst du meistens gar nichts. Die Stadt liegt als schmales Band am Wasser, und die drei Längsachsen Nikis, Tsimiski und Egnatia führen alles zusammen; vom Weißen Turm bis Ladadika läufst du eine gute halbe Stunde und hast dabei das komplette Zentrum durchquert. Für längere Wege gibt es Stadtbusse, für die Oberstadt die Linien, die den Hang hinaufdrehen, und Taxis sind zahlreich und im griechischen Vergleich unaufgeregt. Ein Auto ist im Zentrum eher Last als Hilfe – enge Einbahnstraßen, wenig Parkraum und ein Verkehr, der in den Stoßzeiten steht.

Ohne Flugzeug geht es ebenfalls. Von Athen fährt der Intercity über Larissa nach Thessaloniki und braucht je nach Zug etwa vier bis fünf Stunden, was gegenüber dem Flug samt Transfers durchaus konkurrenzfähig ist. Fernbusse der KTEL verbinden die Stadt mit fast allen Regionen Nordgriechenlands, unter anderem mit Halkidiki, Kavala und Litochoro am Fuß des Olymp. Im Sommer gibt es zudem saisonale Fährverbindungen von Thessaloniki zu den Sporaden – Fahrpläne wechseln jährlich, also vorher prüfen. Wer mit dem eigenen Wagen anreist, sollte ihn für die Stadttage in einem Parkhaus abstellen und erst für die Ausflüge wieder hervorholen.

Mietwagen

Die schönsten Orte liegen abseits von Bahn und Bus — mit dem Mietwagen bist du flexibel.

Ausflüge & Umgebung

Ausflüge ab Thessaloniki nach Halkidiki, Vergina und zum Olymp

Kaum eine griechische Stadt liegt so günstig für Tagesausflüge – Königsgräber, Götterberg und drei Badehalbinseln stehen alle im Umkreis von rund zwei Stunden.

Der eindrucksvollste Ausflug führt gut siebzig Kilometer nach Südwesten nach Vergina, dem antiken Aigai. Unter einem künstlich aufgeschütteten Hügel liegen die Königsgräber der makedonischen Dynastie, darunter jenes, das nach heutigem Forschungsstand Philipp II. zugeordnet wird, dem Vater Alexanders des Großen – mit goldener Larnax, Rüstung und Grabbeigaben, die dort ausgestellt sind, wo sie gefunden wurden. Die Stätte gehört zum UNESCO-Welterbe. Kombinieren lässt sich das mit Pella rund vierzig Kilometer westlich der Stadt, der Hauptstadt des makedonischen Königreichs und Geburtsort Alexanders, wo Kieselmosaike von Jagdszenen im Boden liegen. Zusammen ergibt beides einen vollen, ziemlich dichten Tag.

Nach Süden zieht sich die Halkidiki mit ihren drei Fingern in die Ägäis. Kassandra ist der westliche und am stärksten erschlossene, mit Badeorten, Hotelanlagen und der kürzesten Anfahrt; Sithonia in der Mitte ist rauer, kurviger und hat die schöneren Buchten, verlangt aber Zeit am Steuer. Der östliche Finger gehört dem Berg Athos, einer autonomen Mönchsrepublik: Betreten dürfen ihn nur Männer mit einer im Voraus beantragten Aufenthaltserlaubnis, dem Diamonitirion, während für alle anderen die Bootsausflüge ab Ouranoupoli bleiben, die in Sichtweite an den Klöstern entlangfahren. Für einen Badetag ab Thessaloniki reicht Kassandra, alles Weitere lohnt eine Übernachtung.

Westlich der Bucht steht der Olymp. Vom Bergstädtchen Litochoro, gut neunzig Kilometer entfernt, führt der Weg durch die Enipeas-Schlucht hinauf, ein schattiger Pfad an Wasserbecken und über Hängebrücken, der sich hervorragend als Tageswanderung eignet. Der höchste Gipfel Mytikas liegt auf 2.918 Metern und ist eine Sache für erfahrene Bergsteiger mit Hüttenübernachtung, nicht für einen Ausflug aus der Stadt. Am Fuß des Massivs liegt der archäologische Park von Dion mit dem Heiligtum des Zeus, Thermen und Mosaiken im Grün – die entspannte Variante, wenn dir der Aufstieg zu viel ist.

Bleiben die Ziele, die seltener im Programm stehen. Edessa rund neunzig Kilometer westlich stürzt seine Wasserfälle mitten aus der Stadt über die Felskante, und nicht weit davon liegen die Thermalquellen von Loutra Pozar in einer Schlucht. Im Norden, am Kerkini-See, ziehen im Winter Pelikane und Zugvögel durch, und Wasserbüffel stehen im Flachwasser – ein Ziel für frühe Morgenstunden mit Fernglas. Nach Osten sind es rund hundertsechzig Kilometer nach Kavala, das sich mit Aquädukt und Burg über einer Hafenbucht staffelt. Und Meteora mit seinen Klöstern auf Felsnadeln liegt gut zweihundertdreißig Kilometer entfernt – machbar als sehr langer Tag, deutlich besser mit einer Übernachtung.

Stadtviertel

Die Stadtviertel von Thessaloniki – und welches zu dir passt

Kentro & AristotelousKentro & AristotelousVom Aristotelous-Platz öffnet sich Hébrards Achse vom Meer bis hinauf zur Egnatia, gesäumt von Arkaden, Cafés und Buchhandlungen. Weißer Turm, Hagia Sophia, Galeriusbogen und die großen Hotels liegen alle in Gehweite – die Adresse für den ersten Besuch.Ideal für: Erste Orientierung & Hotels1 TagAno Poli (Obere Altstadt)Ano Poli (Obere Altstadt)Der einzige Teil der Stadt, den das Feuer von 1917 verschont hat, mit osmanischen Fachwerkhäusern, Kopfsteingassen und winzigen Kirchen am Hang. Oben schließt die byzantinische Stadtmauer ab, am Trigonion-Turm steht das beste Panorama, dahinter das Eptapyrgio.Ideal für: Aussicht & Altstadtgassen½ TagLadadikaLadadikaZwischen Hafen und Zentrum haben die alten Olivenöl-Lager, die dem Viertel den Namen gaben, den Brand überstanden und tragen heute Farbe, Fußgängergassen und dicht gestellte Tavernentische. Abends ist kaum ein Platz frei, tagsüber ist es der ruhigste Weg vom Hafen ins Zentrum.Ideal für: Abendessen & Ausgehen½ TagValaoritouValaoritouIm alten Frangomahalas standen die europäischen Handelshäuser, heute stecken in denselben neoklassizistischen Gebäuden Bars, Clubs und kleine Küchen. Tagsüber wirkt die Gegend schäbig und geschäftig, nach zehn Uhr abends gehört sie den Studierenden.Ideal für: Nachtleben1 AbendKalamariaKalamariaSieben Kilometer südöstlich des Zentrums liegt der wohlhabende Küstenvorort, in dem viele Thessalonicher tatsächlich wohnen. Eigene Marina, eine belebte Fußgängerzone, Fischtavernen am Wasser und deutlich mehr Ruhe als im Kentro, dazu eine Promenade fast bis in die Stadt.Ideal für: Ruhig wohnen am Wasser½ Tag
Beste Reisezeit & Wetter

Beste Reisezeit für Thessaloniki im Jahreslauf

Thessaloniki hat heißere Sommer und kältere Winter als die griechischen Inseln, und genau deshalb sind Frühling und Herbst hier besonders klar im Vorteil.

Das Klima in Thessaloniki ist mediterran mit deutlich kontinentalem Einschlag, denn die Stadt liegt am Ende einer Bucht und hat den Balkan im Rücken. Die Sommer sind heiß und trocken, mit Höchstwerten um und über 32 Grad im Juli und August und schwüler Luft am Wasser; die Winter sind kühl, gelegentlich fällt Schnee, und der Vardaris, der kalte Fallwind aus dem Norden, kann die gefühlte Temperatur um mehrere Grad drücken. Regen fällt vor allem im Spätherbst, mit November und Dezember als feuchtesten Monaten; im Frühjahr kommen einzelne Gewitter dazu, meist als Schauer und nicht als Dauerregen. Weil das Programm dieser Stadt zu großen Teilen aus Laufen, Steigen und Draußensitzen besteht, entscheiden die Übergangsmonate über die Qualität der Reise.

Jan10°2°kühl und klar, Museumstage
Feb11°3°grau, wenig los
Mär15°5°frisch, Dokumentarfilmfestival
Apr20°9°mild, orthodoxes Ostern
Mai26°14°warm, lange Abende
Jun30°18°schon heiß, Strandsaison
Jul33°21°heiß, die Stadt leert sich
Aug32°21°heiß, viele Lokale zu
Sep28°17°warm, Messewochen
Okt21°12°Dimitria und Stadtfeiertag
Nov15°7°feucht, Filmfestival
Dez10°3°Lichter am Aristotelous

Beste Reisezeit · Balken = Tageshöchstwert

Die beste Reisezeit für Thessaloniki sind April, Mai, September und Oktober. Dann liegen die Höchstwerte zwischen 20 und 28 Grad, der Anstieg in die Ano Poli ist keine Strapaze, und abends sitzt man noch draußen. Der Juni funktioniert weiterhin gut, wenn du Hitze verträgst und ohnehin an den Strand willst. Juli und August sind heiß und schwül, viele Einheimische sind dann selbst am Meer und einige Lokale geschlossen. November bis Februar ist die Zeit für Museen, Kirchen und lange Mittagessen – kühl, ruhig und deutlich günstiger, mit dem Filmfestival im November als Ausnahme.

Gut zu wissen

Häufige Fragen zu Thessaloniki

Wie viele Tage sollte man für Thessaloniki einplanen?
Zwei volle Tage decken die Achse Weißer Turm, Aristotelous, Märkte, Rotunde und Ano Poli ab. Am dritten Tag passen die beiden großen Museen, eine Runde über die Nea Paralia und ein Abend in Kalamaria dazu. Wer einen Tagesausflug nach Vergina, zum Olymp oder auf die Halkidiki anhängen will, plant vier Tage ein.
Lohnt sich Thessaloniki neben Athen?
Ja, weil es eine andere Reise ist. Athen ist die Stadt der klassischen Antike mit einem Wahrzeichen über allem, Thessaloniki die Stadt der römischen, byzantinischen und osmanischen Schichten, ohne einen einzigen Höhepunkt, um den sich alles dreht. Dafür isst du hier besser, läufst weniger weit und bist schneller am Wasser oder in den Bergen.
In welchem Viertel wohnt man in Thessaloniki am besten?
Rund um den Aristotelous-Platz und die Nikis-Promenade bist du zu Fuß überall, musst an Wochenendabenden aber mit Lärm rechnen. Ladadika ist kompakt und abends lebendig, Valaoritou ausdrücklich laut. Ruhiger wohnst du in Kalamaria am Wasser oder in den Wohnstraßen östlich des Zentrums, von wo Bus und Metro dich in wenigen Minuten hineinbringen.
Wie kommt man vom Flughafen Makedonia ins Zentrum?
Tagsüber fährt die Buslinie 01X vom Terminal ins Stadtzentrum, nachts übernimmt die Linie 01N. Je nach Verkehrslage dauert die Fahrt etwa vierzig bis fünfzig Minuten für die gut fünfzehn Kilometer. Alternativ stehen Taxis und Fahrdienst-Apps bereit. Wer direkt auf die Halkidiki weiterreist, nimmt den Mietwagen am Flughafen und spart sich die Stadt.
Fährt in Thessaloniki eine Metro?
Ja, seit Ende 2024. Die fahrerlose Hauptlinie verbindet den Bahnhof im Westen quer durch das Zentrum mit dem Südosten der Stadt, seit Ende 2025 führt die Verlängerung weiter über Kalamaria bis Mikra. In der Station Venizelou ist ein bei den Grabungen freigelegter Abschnitt der byzantinischen Hauptstraße in den Bahnhof integriert – der Grund, warum der Bau so lange gedauert hat.
Kann man in Thessaloniki baden?
In der Stadt selbst nicht, denn die Uferpromenade hat keinen Strand und das Wasser am Kopf der Bucht ist dafür nicht gedacht. Zum Baden fährst du über den Golf nach Peraia oder Agia Triada, oder du nimmst gleich den Weg auf die Halkidiki, deren erste Strände auf Kassandra rund anderthalb Stunden entfernt liegen.
Wie kommt man hinauf in die Ano Poli?
Zu Fuß von der Egnatia aus in gut einer halben Stunde durchgehend bergauf, ohne Schatten und mit einigen Treppen. Angenehmer ist es, mit einer der Stadtbuslinien hinaufzufahren, die vom Zentrum eine Schleife durch die Oberstadt drehen, und den Rückweg zu Fuß über die Stadtmauer zu nehmen. Feste Schuhe und Wasser gehören in beiden Fällen dazu.
Was isst man in Thessaloniki?
Vor allem Mezedes, also viele kleine Teller für den Tisch, dazu Tsipouro oder Ouzo. Typisch sind Gerichte mit kleinasiatischer Prägung, die mit den Flüchtlingen der Zwanzigerjahre kamen. Morgens gibt es Koulouri vom Straßenwagen und Bougatsa aus handgezogenem Blätterteig, süß mit Grießcreme oder herzhaft mit Käse, danach die sirupgetränkten Trigona.
Wann haben die Märkte Modiano und Kapani geöffnet?
Der Kapani ist ein klassischer Vormittagsmarkt und montags bis samstags am lebendigsten, sonntags bleibt fast alles geschlossen. Die 2022 wiedereröffnete Halle Modiano läuft dagegen mit ihren Lokalen und Delis bis in den Abend weiter. Für Einkauf und Atmosphäre gehst du früh in den Kapani, für ein spätes Essen unter Glasdach in den Modiano.
Welche Tagesausflüge lohnen sich ab Thessaloniki?
Vergina mit den makedonischen Königsgräbern liegt gut siebzig Kilometer südwestlich, Pella mit den Kieselmosaiken rund vierzig Kilometer westlich, beides zusammen ergibt einen vollen Tag. Der Olymp mit der Enipeas-Schlucht und dem Ausgrabungspark Dion liegt bei Litochoro, gut neunzig Kilometer entfernt. Meteora ist mit rund 230 Kilometern ein sehr langer Tag.
Kann man den Berg Athos besuchen?
Nur eingeschränkt. Die autonome Mönchsrepublik auf dem östlichen Finger der Halkidiki darf ausschließlich von Männern betreten werden, und auch die brauchen eine im Voraus beantragte Aufenthaltsgenehmigung, das Diamonitirion. Alle anderen sehen die Klöster von See aus, auf den Bootsausflügen ab Ouranoupoli, die in einigem Abstand die Küste entlangfahren.
Braucht man in Thessaloniki ein Auto?
Für die Stadt nicht, im Gegenteil. Das Zentrum ist ein schmales Band am Wasser, das du zu Fuß durchquerst, dazu kommen Busse und seit Ende 2024 die Metro; Parkraum ist knapp und der Verkehr in den Stoßzeiten zäh. Sinnvoll wird der Mietwagen erst für Ausflüge nach Vergina und Pella, zum Olymp oder auf die Halkidiki.
Wann ist die beste Reisezeit für Thessaloniki?
April, Mai, September und Oktober mit Höchstwerten zwischen 20 und 28 Grad – warm genug für lange Abende draußen, kühl genug für den Anstieg in die Ano Poli. Juli und August sind mit über 30 Grad heiß und schwül, und viele Einheimische sind dann selbst am Meer. Winterreisen lohnen für Museen, Kirchen und lange Mittagessen.

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Was erleben.

ThessalonikiKurz vor Sonnenuntergang legt sich das Licht flach über den Thermaischen Golf, der Weiße Turm wirft seinen Schatten quer über die Promenade, und oben an der byzantinischen Mauer sitzen die Ersten auf dem warmen Stein und sehen zu, wie das Häusermeer unter ihnen orange anläuft.

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