Die wichtigsten Sehenswürdigkeiten in Thessaloniki
Fast alles Wichtige liegt in einem Streifen von rund anderthalb Kilometern zwischen Uferpromenade und Oberstadt – zu Fuß gut machbar, nur der letzte Abschnitt geht spürbar bergauf.
Am Ostende der Uferfront steht der Weiße Turm, das Wahrzeichen der Stadt und der beste Startpunkt für alles Weitere. Der osmanische Wehrbau ersetzte im 15. oder 16. Jahrhundert einen byzantinischen Vorgängerturm an der Nahtstelle von Stadtmauer und Meer; drinnen führt eine Wendeltreppe über sechs Ebenen nach oben, in denen das Museum die Stadtgeschichte in Kapiteln erzählt, und ganz oben öffnet sich die Terrasse über den Golf. Lange trug der Turm den Beinamen Blutturm, weil hier Gefangene einsaßen und hingerichtet wurden; der Überlieferung nach strich ihn 1890 ein Häftling gegen seine Freilassung weiß. Geh früh hin, die Treppe ist eng und wird gegen Mittag zäh.
Vom Turm läufst du in einer knappen Viertelstunde nordöstlich zum Galeriusbogen, den in Thessaloniki niemand anders nennt als Kamara. Der Bogen entstand im frühen 4. Jahrhundert, um den Sieg des Kaisers Galerius über die Perser zu feiern, und seine Reliefbänder zeigen Schlachtszenen, Gefangene und den Kaiser selbst in aller Deutlichkeit – heute steht das Ganze mitten im Verkehr und dient als der Treffpunkt der Stadt. Gut hundert Meter weiter nordöstlich schließt die Rotunde die Achse ab: ein Rundbau von etwa 306 n. Chr. mit meterdicken Ziegelmauern, gedacht wohl als Mausoleum oder Tempel, später Kirche, dann Moschee. Ihr Minarett steht als einziges der Stadt noch neben dem Bau, drinnen leuchten Reste der frühchristlichen Mosaiken im Kuppelansatz.
Die beiden großen Kirchen stehen nur ein paar Straßen auseinander, Agios Dimitrios nördlich oberhalb der Egnatia, die Hagia Sophia mitten im Zentrum. Agios Dimitrios ist die größte Kirche Thessalonikis, dem Stadtpatron geweiht und über den römischen Bädern errichtet, in denen Demetrios der Überlieferung nach gefangen gehalten und getötet wurde – in die Krypta darunter steigst du direkt vom Seitenschiff hinab, und sie ist der eindrücklichere Teil des Besuchs. Nach dem Brand von 1917 wurde die Basilika weitgehend neu aufgebaut, die erhaltenen Mosaikfelder aus dem 5. bis 9. Jahrhundert haben das Feuer überstanden. Die Hagia Sophia ein paar Blocks südlich, gebaut im 7. oder 8. Jahrhundert, trägt in der Kuppel eine Himmelfahrtsdarstellung, die den Übergang zwischen zwei Epochen byzantinischer Kunst markiert und für die man ein paar Minuten stehen bleiben sollte.
Zwei Museen liegen direkt nebeneinander im Osten des Zentrums, wenige Gehminuten hinter dem Weißen Turm. Das Archäologische Museum sammelt die Antike Makedoniens und zeigt neben Goldkränzen und Grabbeigaben den Derveni-Krater, ein bronzenes Prunkgefäß aus dem 4. Jahrhundert v. Chr., das in dieser Qualität kein zweites Mal erhalten ist. Gleich daneben nimmt das Museum für Byzantinische Kultur in mehreren Sälen den Alltag der byzantinischen Jahrhunderte auseinander – Handwerk, Grabkultur, Ikonen – und ist deutlich besser gemacht, als man es an dieser Stelle erwarten würde. Wer nur Zeit für ein Museum hat, nimmt das Archäologische; wer die Kirchen der Stadt verstehen will, nimmt das byzantinische.













