Stadt · Frankreich

Colmar

Zehn Gehminuten hinter dem Bahnhof beginnt eine Altstadt, in der sich Fachwerkgiebel in den stillen Armen der Lauch spiegeln und die ersten Weinberge schon am Ortsrand anfangen.

5 Stadtviertel7 Sehenswürdigkeiten7 Hotels
Überblick

Deine Colmar-Reise auf einen Blick

Beste Reisezeit
Frühling (April bis Juni) und Frühherbst (September, Oktober) bieten mildes Wetter, blühende Gassen und Weinlese-Stimmung bei moderatem Andrang. Der Advent verwandelt Colmar mit seinen Weihnachtsmärkten in ein Wintermärchen, ist dann aber sehr voll. Der Hochsommer ist warm und beliebt für Touren über die Weinstraße.
Über Colmar

Reisen nach Colmar

Colmar ist die Stadt, in der das Elsass am dichtesten zusammengedrängt liegt. Auf gut einem Quadratkilometer Altstadt stehen das Renaissance-Bürgerhaus Maison Pfister von 1537, die Maison des Têtes mit ihren 106 geschnitzten Steinköpfen, das Koifhus von 1480, in dem sich die Dekapolis versammelte, und die Collégiale Saint-Martin unter buntem Ziegeldach. Im Musée Unterlinden, einem ehemaligen Dominikanerinnenkloster mit unterirdischem Anbau von Herzog & de Meuron, hängt mit Grünewalds Isenheimer Altar eines der drastischsten Werke der europäischen Malerei; ein paar Schritte weiter zeigt die Église des Dominicains Schongauers „Madonna im Rosenhag“ von 1473. Südlich davon zweigt die Lauch in die Kanäle von La Petite Venise ab, wo einst Gerber, Fischer und Gemüsebauern arbeiteten und heute flache Barken zwischen Blumenbrücken staken. Weil ringsum die Grand-Cru-Hänge der Elsässer Weinstraße beginnen, sitzt du abends in einer Wistub bei Riesling, Baeckeoffe und Flammkuchen – Eguisheim und Turckheim liegen keine Viertelstunde entfernt, Riquewihr rund zwanzig Minuten.

Colmar – Karte
Reiseführer

Colmar von A bis Z

Aktualisiert August 2026

Am Pont Saint-Pierre bleibt jeder stehen. Von dort fällt der Blick über den ganzen Kanalarm, Geranien hängen über dem Geländer, und wenn gerade eine Barke unter der Brücke durchgleitet, hebt der Fahrer beiläufig die Hand. Zwanzig Schritte weiter beginnt der Alltag wieder, ein Bäcker, ein Fahrradständer, eine Frau mit Einkaufskorb auf dem Kopfsteinpflaster. Colmar ist beides gleichzeitig – die Postkarte und die Kleinstadt mit knapp 70.000 Einwohnern –, und die Kunst des Besuchs besteht darin, den Moment zu erwischen, in dem das eine ins andere kippt.

Sehenswürdigkeiten

Die wichtigsten Sehenswürdigkeiten in Colmar

Die gesamte Altstadt passt in einen Kreis von rund einem Kilometer Durchmesser, du läufst von einer Sehenswürdigkeit zur nächsten selten länger als fünf Minuten.

Der Anker für alles Weitere ist das Musée Unterlinden, das bedeutendste Museum des Elsass, untergebracht in einem Dominikanerinnenkloster aus dem 13. Jahrhundert. In der hohen Klosterkapelle steht Matthias Grünewalds Isenheimer Altar, um 1512 bis 1516 für das Antoniterkloster im nahen Issenheim gemalt, wo man Kranke mit dem Antoniusfeuer behandelte – die Wunden des Gekreuzigten sind deshalb dieselben, die die Patienten damals an sich selbst sahen. Das Retabel ist heute in seine einzelnen Tafeln zerlegt aufgestellt, sodass du um den geschnitzten Schrein von Niklaus von Hagenau herumgehen und jede Seite sehen kannst; eine mehrjährige Restaurierung hat die Farben bis 2022 wieder freigelegt. Der Anbau von Herzog & de Meuron verbindet Kloster und ehemaliges Stadtbad unterirdisch und gibt der Sammlung des 20. Jahrhunderts einen eigenen Flügel.

Keine dreihundert Meter weiter, rund vier Gehminuten, steht die Église des Dominicains, eine Bettelordenskirche ohne Turm und fast ohne Zierrat, deren nackte Wände genau deshalb funktionieren. Im Chorraum hängt Martin Schongauers „Madonna im Rosenhag“ von 1473, das Schlüsselwerk der oberrheinischen Malerei vor Dürer, vor einem Hintergrund aus Rosen, Pfingstrosen und akkurat gemalten Vögeln. Das Bild war zwischenzeitlich verschwunden – 1972 aus der Kirche gestohlen und ein Jahr später wiedergefunden – und hängt heute entsprechend gesichert. Nimm dir hier bewusst zehn Minuten mehr Zeit als geplant: Die Kirche ist selten voll, das Licht durch die alten Glasfenster wandert im Lauf des Tages über den Chor, und nach dem Gedränge im Unterlinden ist das der passende Gegenpol.

Die Bürgerhäuser sind der Grund, warum Colmar so oft fotografiert wird. Die Maison Pfister von 1537 an der Rue des Marchands trägt eine hölzerne Galerie, einen achteckigen Eckerker und bemalte Brüstungsfelder; gebaut hat sie sich ein wohlhabender Hutmacher, benannt ist sie nach einer späteren Besitzerfamilie des 19. Jahrhunderts. Zwei Straßen weiter sitzen an der Maison des Têtes von 1609 einhundertsechs geschnitzte Köpfe in der Fassade, und die kleine Küferfigur am Giebel stammt von Bartholdi – sie kam erst 1902 dazu, als das Haus zur elsässischen Weinbörse wurde. Am Koifhus, dem Kauf- und Zollhaus von 1480 mit glasiertem Ziegeldach, verzollten die Händler ihre Waren, und im Obergeschoss tagte die Dekapolis, der Bund der zehn freien Reichsstädte des Elsass.

Bleibt die Collégiale Saint-Martin, die die Colmarer hartnäckig „Cathédrale“ nennen, obwohl die Stadt nie Bischofssitz war. Der gelbliche Sandstein stammt aus den Vogesen, das Dach ist mit farbigen Ziegeln in Rautenmustern gedeckt, und am südlichen Portal hat sich ein Baumeister namens Meister Humbret in einer Inschrift selbst verewigt. Wer danach noch Zeit hat, geht in Bartholdis Geburtshaus an der Rue des Marchands, wo das Musée Bartholdi Entwürfe und Modelle bis hin zur Freiheitsstatue zeigt, oder ins Musée du Jouet mit historischem Blechspielzeug und einer großen Modelleisenbahn, die an Regentagen mit Kindern Gold wert ist. Mehrere Colmarer Museen haben einen festen Schließtag in der Woche, und einzelne Häuser – etwa das Musée Bartholdi – schließen im Januar ganz; prüf das vor der Anreise auf der jeweiligen Website.

Sehenswürdigkeiten in Colmar

Alle 7 Sehenswürdigkeiten
Petite Venise & Gerberviertel

La Petite Venise in Colmar und die Kanäle der Lauch

Der bekannteste Blick der Stadt kostet nichts und dauert eine Minute – du musst nur auf dem Pont Saint-Pierre stehen bleiben und flussaufwärts schauen.

La Petite Venise ist kein historischer Name, sondern eine Erfindung des 20. Jahrhunderts für den Abschnitt der Lauch, der sich südlich der Altstadt durch drei alte Handwerkerviertel zieht. Am Quai de la Poissonnerie wohnten die Fischer, deren niedrige, breit gelagerte Häuser bis heute anders aussehen als die stolzen Giebel weiter nördlich; landeinwärts, zwischen Quai und Grand'Rue, saßen die Gerber, südlich die Gemüsebauern der Krutenau. Der Fluss war Arbeitsplatz, Abwasserkanal und Transportweg zugleich, und die flachen Barken, die heute Besucher fahren, brachten früher Kohl und Rüben zur Markthalle. Wer das im Kopf hat, sieht in den blumengeschmückten Brücken weniger Kulisse und mehr Wirtschaftsgeschichte einer Stadt, die vom Wasser gelebt hat.

Die Fahrt in der Barke ist Colmars klassisches Erlebnis und dauert etwa eine halbe Stunde. Abgelegt wird an der Rue de la Herse am Fuß des Pont Saint-Pierre, neben dem Caveau Saint-Pierre, die Boote fassen ein gutes Dutzend Leute, der Fahrer stakt im Stehen und erzählt dabei. Zwei Dinge solltest du vorher wissen. Erstens ist die Schlange an Sommernachmittagen und an den Adventswochenenden lang – morgens vor elf oder in der letzten Stunde vor Betriebsschluss kommst du meist ohne Wartezeit an Bord. Zweitens ist der Betrieb saisonal: Im Hochwinter außerhalb der Weihnachtszeit ruht er in der Regel, und bei Hochwasser der Lauch fällt er kurzfristig ganz aus. Frag im Zweifel am Vormittag an der Anlegestelle nach, statt den ganzen Tag darauf zu planen.

Zu Fuß erschließt sich das Viertel anders und ehrlicher. Vom Pont Saint-Pierre läufst du am Quai de la Poissonnerie entlang nach Norden, biegst in die Rue des Tanneurs ein und stehst plötzlich zwischen Häusern, die drei Stockwerke hoch und kaum vier Meter breit sind. Die offenen obersten Geschosse waren Trockenböden für die Häute, und weil Gerben bestialisch stank, lag das Viertel bewusst am unteren Ende des Wasserlaufs. Bis in die 1960er Jahre war der Bestand halb verfallen; die Sanierung der folgenden Jahre gehört zu den frühen Altstadtrettungen Frankreichs. Zwei Minuten weiter, unten am Wasser am Quai de la Poissonnerie, liegt der Marché Couvert von 1865, eine Halle aus Backstein und Gusseisen, in der immer noch Käse, Wurst und Gemüse verkauft werden.

Über den Eindruck entscheidet am Ende die Uhrzeit. Zwischen elf und siebzehn Uhr schieben sich in der Hochsaison Gruppen durch die Gassen am Wasser, und keine Terrasse ist mehr frei. Vor neun Uhr dagegen hängt oft Nebel über dem Kanal, die Fassaden spiegeln sich ungestört, und du teilst dir die Brücke mit zwei Fotografen. Abends, wenn die letzten Boote abgelegt haben, kehrt dieselbe Ruhe zurück, dann beleuchtet und mit deutlich wärmeren Farben. Plane die Markthalle gleich mit ein: Sie öffnet von Dienstag bis Samstag am frühen Morgen und ist der einzige Ort im Viertel, an dem morgens wirklich gearbeitet wird – montags bleibt sie allerdings geschlossen und sonntags öffnet sie erst um zehn. Ein Kaffee dort und ein Stück Munster für später sind die beste Vorbereitung auf den Rest des Tages.

Aktivitäten & Touren in Colmar

Rundgang & Tagesplan

Colmar an einem Tag – ein Rundgang durch die Altstadt

Vom Bahnhof bis zur letzten Brücke in Klein-Venedig sind es keine zwei Kilometer, ein Tag reicht also gut aus, wenn du früh anfängst.

Starte am Musée Unterlinden, und zwar zur Öffnungszeit. Der Isenheimer Altar ist der Punkt, an dem sich später alle stauen, und in der ersten Stunde stehst du fast allein vor der Kreuzigungstafel. Rechne zwei Stunden für das ganze Haus ein, wenn du auch die Archäologie im Keller und die Moderne im Anbau mitnimmst, sonst reicht eine gute Stunde für Altar und Klosterkreuzgang. Danach rund vier Minuten zu Fuß, keine dreihundert Meter, in die Église des Dominicains zu Schongauers Madonna, dann hinaus auf die Place des Dominicains, wo im Advent einer der Weihnachtsmärkte steht und den Rest des Jahres schlicht ein ruhiger Platz mit ein paar Bänken liegt.

Ein kurzes Stück zurück nach Norden liegt die Rue des Têtes, von dort führt der Weg über die Grand'Rue wieder nach Süden. Die Maison des Têtes siehst du von außen in fünf Minuten, die 106 Köpfe zählt sowieso niemand nach, aber such die Küferfigur oben am Giebel. Über die Rue des Marchands mit der Maison Pfister und Bartholdis Geburtshaus kommst du auf die Place de la Cathédrale zur Collégiale Saint-Martin; das Corps de Garde von 1575 steht direkt daneben. Von dort ist es ein kurzes Stück zum Koifhus und zur Place de l'Ancienne Douane mit dem Schwendi-Brunnen. Das ist der richtige Moment für die Mittagspause – die Wistubs rund um den Platz füllen sich ab halb eins, in Frankreich wird pünktlich gegessen.

Der Nachmittag gehört dem Wasser. Über die Rue des Tanneurs mit ihren schmalen Gerberhäusern gelangst du in den Marché Couvert – montags ist die Halle geschlossen, sonntags schließt sie schon mittags –, danach hinunter an den Quai de la Poissonnerie und zum Pont Saint-Pierre. Wenn du die Bootsfahrt machen willst, ist jetzt der Zeitpunkt, an dem die Mittagsschlange abgebaut ist und die Nachmittagsschlange noch nicht steht. Anschließend lohnt eine Runde durch die Krutenau im Süden, wo die Häuser niedriger und die Gassen leerer werden, und danach eine Pause auf einer der Bänke am Lauchufer – der Punkt im Programm, an dem du die Füße hochlegen kannst, ohne etwas zu verpassen.

Für den Abend zurück an die Kanäle. Die Terrassen an der Lauch sind ab etwa neunzehn Uhr besetzt, danach wird es im Viertel schnell still, weil die Tagesgäste weg sind und in Colmar wenig Nachtleben stattfindet. Wer zwei Tage hat, hängt am nächsten Morgen die Weinstraße an – Eguisheim liegt sechs Kilometer entfernt, Turckheim sieben, und beide sind vor Mittag noch angenehm leer. Drei Tage decken zusätzlich Riquewihr und Kaysersberg oder einen Abstecher zur Hochkönigsburg über Sélestat ab. Länger als drei Tage brauchst du Colmar selbst nicht, als Standquartier für das gesamte Oberelsass dagegen sehr wohl.

zoomen mit KlickSehenswürdigkeitenErlebnisse
Stadtviertel

Colmars Stadtviertel von der Altstadt bis zum Bahnhofsviertel

Colmar hat keine Vororte, die dich interessieren müssten – die relevanten Viertel liegen alle innerhalb eines Fußwegs von fünfzehn Minuten.

La Petite Venise
La Petite Venise

Die Altstadt ist die Schaubühne. Zwischen Collégiale Saint-Martin, Koifhus und Rue des Marchands stehen die Bürgerhäuser der freien Reichsstadt so dicht beieinander, dass du fünf Jahrhunderte Baugeschichte in einer einzigen Straßenflucht siehst: Fachwerk des 15. Jahrhunderts neben Renaissancefassaden neben klassizistischen Umbauten. Das ist tagsüber der vollste Teil der Stadt, weil hier fast alle Läden, Cafés und Reisegruppen unterwegs sind. Es ist aber auch der Teil, der sich abends am stärksten verändert – wenn die letzten Busse abgefahren sind, gehören die Gassen zwischen Place Jeanne d'Arc und Grand'Rue wieder denen, die dort wohnen oder übernachten.

Südlich schließt La Petite Venise an, wo die Lauch in stille Kanalarme abzweigt und die Häuser niedriger werden. Das ist die Gegend mit den Terrassen am Wasser, den Barken und dem meistfotografierten Blick der Stadt, entsprechend hat sie tagsüber den höchsten Besucherdruck pro Quadratmeter. Direkt daneben liegt das Quartier des Tanneurs, zwei enge Gassen mit hohen, schmalen Gerberhäusern, in denen es aus unerfindlichen Gründen fast immer ruhig bleibt, obwohl es nur eine Straßenecke weiter ist. Wenn dir in Klein-Venedig zu viel los ist, brauchst du keine zwei Minuten, um daraus zu verschwinden.

Nordwestlich der Altstadt liegt das Quartier des Dominicains, Colmars kulturelles Zentrum. Musée Unterlinden und Église des Dominicains stehen keine dreihundert Meter auseinander, und damit hängen die beiden wichtigsten Bilder des Oberrheins praktisch nebeneinander. Rundherum ist das Viertel weniger auf Schauwert gebürstet als die Kerngassen: normale Geschäfte, ein Kino, Bänke unter Bäumen, im Advent einer der größeren Weihnachtsmärkte. Es ist das ruhigere Ende der Fußgängerzone und für alle interessant, die nicht nur zum Fotografieren gekommen sind.

Bleibt das Quartier de la Gare im Westen, rund um das Jugendstil-Bahnhofsgebäude. Hier ist Colmar sachlich – Hotels aller Kategorien, Parkhäuser, Autovermietungen, die Busabfahrten in die Weindörfer und ein paar Brasserien, die auch spät noch etwas servieren. Bis zum Musée Unterlinden läufst du gut zehn Minuten durch die Avenue de la République, vorbei am Champ de Mars. Für Bahnreisende ist das die unkomplizierteste Basis, für alle mit Auto ohnehin, weil du hier stehen bleiben kannst, statt dich in die weitgehend autofreie Altstadt zu quälen.

Übernachten

Hotels in Colmar und die passende Lage für deinen Aufenthalt

Die meisten Besucher kommen als Tagesgäste aus Straßburg, Basel oder Freiburg – und genau deshalb lohnt die Übernachtung, denn ab sieben Uhr abends leert sich die Altstadt.

Ganz oben steht La Maison des Têtes, ein Fünf-Sterne-Haus der Relais & Châteaux hinter der Renaissancefassade von 1609, mit Restaurant im Erdgeschoss und Zimmern, die sich um den Innenhof legen. Die romantischere Alternative ist das Hôtel Le Maréchal, ein Vier-Sterne-Fachwerkhaus direkt an der Lauch in Klein-Venedig, dessen bessere Zimmer aufs Wasser hinausgehen – die Adresse, wenn dir der Blick aus dem Fenster wichtiger ist als die Quadratmeterzahl. Beide Häuser sind klein, beide sind an Adventswochenenden und während der Weinmesse im Sommer früh weg. Wer zu diesen Terminen kommt, bucht Monate vorher oder gar nicht.

Eine Stufe darunter wird die Auswahl in der Altstadt interessant. Das Hôtel Quatorze ist ein Vier-Sterne-Boutique-Hotel in einer ehemaligen Apotheke mitten im Zentrum, sehr reduziert eingerichtet und mit kurzen Wegen zu allem. Das Hôtel Saint-Martin bringt dich in einem patrizischen Renaissancehaus unter und ist die klassische Drei-Sterne-Variante mit historischer Substanz statt Designanspruch. Etwas außerhalb des Trubels, im Gerberviertel am Rand der Altstadt Richtung Klein-Venedig, liegt das Hôtel Turenne, eine solide Drei-Sterne-Adresse mit Wellnessbereich. Alle drei liegen so, dass du das Auto stehen lassen und den ganzen Aufenthalt zu Fuß bestreiten kannst.

Für Bahnreisende und Autofahrer ist das Bahnhofsviertel die pragmatische Wahl. Das Grand Hôtel Bristol ist ein traditionsreiches Vier-Sterne-Haus mit 91 Zimmern direkt gegenüber dem Bahnhof, also ohne einen Meter Gepäckschlepperei, und trotzdem nur zehn Gehminuten von der Altstadt entfernt. Das James Boutique Hôtel liegt zwischen Bahnhof und Altstadt, rund zehn Gehminuten vom Zentrum, setzt auf modernes Design und bietet Blick über die Dächer, was in einer Stadt mit derart vielen bunten Ziegeln kein leeres Versprechen ist. Der Vorteil dieser Lage ist banal, aber real: Du erreichst dein Zimmer mit dem Auto, ohne durch die Fußgängerzone zu navigieren, und stellst den Wagen für den ganzen Aufenthalt ab.

Die Preisfrage entscheidet in Colmar weniger die Kategorie als das Datum. An den Adventswochenenden zwischen Ende November und Weihnachten sind die Häuser im Zentrum lange im Voraus ausgebucht und die Raten ein Vielfaches des Normalen; dasselbe gilt für die Tage der Elsässer Weinmesse Ende Juli und Anfang August. Unter der Woche im März, im November vor dem ersten Advent oder im Januar bekommst du dieselben Zimmer zu einem Bruchteil. Und noch ein Hinweis, den viele unterschätzen: Hotels in der Altstadt haben selten eigene Parkplätze. Frag beim Buchen nach dem Kontingent im nächsten Parkhaus, viele Häuser haben eines und geben es vergünstigt weiter.

Hotels in Colmar

Alle 7 Hotels

Ferienhäuser & Villen mit Pool

Die beliebteste Wahl in der Region — privates Ferienhaus oder Villa mit Pool, oft mitten in den Weinbergen.

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Agriturismi & Weingüter

Urlaub auf dem Land: übernachten auf einem Weingut oder Bauernhof, mit Wein und Öl aus eigener Ernte.

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Essen & Trinken

Restaurants in Colmar und was im Elsass auf den Teller kommt

Zwischen Zwei-Sterne-Küche und Wistub mit karierter Tischdecke liegen in Colmar oft nur zweihundert Meter.

Die Spitze markiert JY'S, das Zwei-Sterne-Restaurant von Jean-Yves Schillinger. Es liegt seit dem Umzug im Oktober 2020 nicht mehr an der Lauch, sondern am Rand des Champ de Mars (3 Allée du Champ de Mars, im MGallery-Hotel), rund fünf Gehminuten nördlich der Altstadt – geh also nicht ins Kanalviertel, wenn du dort reserviert hast. Gekocht wird sehr modern und weltläufig, mit Sauerkraut hat das wenig zu tun. In der Altstadt kocht Loïc Lefebvre im L'Atelier du Peintre ebenfalls auf Sterne-Niveau, kreativ und marktnah, in einem Rahmen, der deutlich unaufgeregter ist als die Küche. Beide Häuser sind klein, beide arbeiten mit Menüs, und beide sind an Wochenenden und in der Adventszeit wochenlang im Voraus ausgebucht. Wenn du an einem festen Datum dort essen willst, reserviere vor der Anreise und nicht am Anreisetag.

Für den normalen Abend ist die Wistub die richtige Ebene – die elsässische Weinstube, halb Kneipe, halb Wirtshaus, mit Holzvertäfelung, engen Tischen und einer Karte, die seit Jahrzehnten gleich aussieht. Die Wistub Brenner mit ihrer Terrasse am Wasser von Klein-Venedig ist die bekannteste Adresse dieser Art und entsprechend voll; La Maison Rouge in der Altstadt kocht elsässisch-französisch in stimmungsvollem Rahmen. Aux Trois Poissons erinnert im alten Fischerviertel daran, dass hier nicht nur Schwein auf den Tisch kam, und ist die Adresse für alle, denen nach drei Tagen Elsass der Sinn nach etwas Leichterem steht.

Auf der Karte steht dann die klassische Reihe. Choucroute garnie ist Sauerkraut mit Speck, Kasseler und Würsten und kommt in Portionen, die für zwei reichen würden. Baeckeoffe ist ein Schmortopf aus drei Fleischsorten, Kartoffeln und Riesling, der stundenlang im Tontopf gart und traditionell vom Bäcker gebacken wurde, während die Hausfrauen wuschen. Tarte flambée, elsässisch Flammekueche, ist der dünne Boden mit Rahm, Zwiebeln und Speck, abends frisch aus dem Holzofen und meist so lange nachbestellt, bis niemand mehr kann. Dazu Fleischschnacka, in Nudelteig gerollte Fleischschnecken aus dem Oberelsass, Munster mit Kümmel, Bibeleskäs und zum Schluss Kougelhopf.

Getrunken wird Weißwein aus dem grünstieligen Elsassglas, und die Karte ist übersichtlicher, als sie aussieht: Riesling trocken und mineralisch, Gewurztraminer üppig und blumig, Pinot Gris kräftig genug für Schmorgerichte, dazu Muscat, Pinot Blanc, Sylvaner und als einziger Roter der Pinot Noir. Crémant d'Alsace ist der Schaumwein derselben Region und in fast jeder Wistub glasweise zu haben. Zwei praktische Punkte noch: In Frankreich wird zu festen Zeiten gegessen, mittags etwa zwischen zwölf und halb zwei und abends ab neunzehn Uhr – wer um halb elf noch warm essen will, sucht lange. Und viele kleinere Häuser schließen an ein bis zwei festen Wochentagen ganz, häufig Sonntag und Montag.

Restaurants in Colmar

Weinstraße & Winzerdörfer

Colmar als Ausgangspunkt der Elsässer Weinstraße

Von der Altstadt bis zur ersten Rebzeile sind es keine zwei Kilometer, weiter hat es in Colmar noch nie jemand zum Wein gehabt.

Die Route des Vins d'Alsace zieht sich über rund 170 Kilometer von Marlenheim westlich von Straßburg bis nach Thann im Süden, immer am Fuß der Vogesen entlang, und Colmar liegt ziemlich genau in ihrer Mitte. Das ist der Grund, warum die Stadt in fast jedem Reiseplan für das Elsass als Standquartier auftaucht: Von hier erreichst du beide Enden der Strecke in gut einer Stunde und die Kernzone mit den bekanntesten Dörfern in fünfzehn Minuten. Die Weinstraße ist dabei kein einzelner Weg, sondern ein Netz aus Landstraßen zwischen Dörfern, die alle nach demselben Muster gebaut sind – Kirche, Marktplatz, Winzerhöfe mit Toreinfahrt, ringsum Reben bis zum Waldrand.

Die nächstgelegenen Ziele erreichst du in Minuten. Eguisheim liegt sechs Kilometer südwestlich und ist um seinen Burgkern in konzentrischen Ringen gebaut, was es zum kompaktesten Dorf der ganzen Route macht. Turckheim, sieben Kilometer westlich am Ausgang des Munstertals, hat drei erhaltene Stadttore und im Sommer abends einen Nachtwächter, der seine Runde tatsächlich noch geht. Kaysersberg mit seiner Burgruine über dem Ort liegt zwölf Kilometer nordwestlich, Riquewihr, ganz von seiner Stadtmauer umschlossen, rund fünfzehn Kilometer nördlich, Ribeauvillé unter drei Burgen noch ein Stück weiter. Alle sind zwischen elf und siebzehn Uhr voll und davor oder danach fast leer.

Beim Wein selbst hilft ein bisschen Systematik. Das Elsass baut sieben Rebsorten an, und anders als in Frankreich sonst üblich steht die Sorte groß auf dem Etikett: Riesling, Gewurztraminer, Pinot Gris, Muscat, Pinot Blanc, Sylvaner und Pinot Noir. Darüber liegt die Ebene der Alsace Grands Crus, einundfünfzig abgegrenzte Einzellagen mit strengeren Regeln – rund um Colmar sind das etwa der Hengst bei Wintzenheim, der Brand über Turckheim und Eichberg wie Pfersigberg bei Eguisheim. Verkostungen laufen fast überall direkt im Hof des Winzers; melde dich für größere Gruppen vorher an, und rechne damit, dass am Ende eine Kiste im Kofferraum steht, weil ab Hof deutlich günstiger ist als im deutschen Handel.

Praktisch kommst du auf drei Arten hin. Mit dem Auto bist du am flexibelsten, brauchst dann aber jemanden, der nüchtern bleibt, oder spuckst wie die Profis aus. Mit dem Rad funktioniert die Weinstraße ausgezeichnet, weil die Ebene flach ist und ein durchgehender Radweg die Dörfer verbindet – nur die Anstiege in die Grand-Cru-Lagen selbst haben es in sich. Und wenn beides ausfällt, buchst du eine geführte Weintour ab Colmar, bei der Fahrer, Route und zwei bis drei Kellertermine schon organisiert sind. Als Ergänzung lohnt die Hochkönigsburg über Sélestat, die als wiederaufgebaute Höhenburg über der ganzen Rheinebene thront und sich gut mit einem Weindorf am selben Tag verbinden lässt.

Anreise & vor Ort

Anreise nach Colmar aus Deutschland und Parken in der Stadt

Von Freiburg sind es rund 60 Kilometer über den Rhein, von Basel gut 65 und von Straßburg 70 – Colmar liegt für den ganzen Oberrhein in Tagesausflugsdistanz.

Mit dem Auto führt der Weg aus Baden über eine der Rheinbrücken bei Breisach, Marckolsheim oder Neuenburg/Chalampé und dann auf die A35, die Autobahn der Elsässer Rheinebene, die von Straßburg über Colmar nach Mulhouse läuft und mautfrei ist. Aus dem Norden Deutschlands fährst du über Karlsruhe und Straßburg, aus dem Süden über Basel. Eine Sache erledigst du vor der Abfahrt: In mehreren französischen Städten – im Elsass betrifft das vor allem Straßburg – gilt eine Umweltzone mit Crit'Air-Plakette. Die Plakette kostet nur wenige Euro, gilt für die Lebensdauer des Fahrzeugs und wird per Post zugestellt, du solltest sie also einige Wochen vorher online bestellen und nicht erst am Vorabend.

Ohne Auto geht es genauso gut, teilweise besser. Colmar liegt an der Bahnstrecke Straßburg–Mulhouse–Basel, die Regionalzüge brauchen ab Straßburg rund eine halbe Stunde, ab Mulhouse gut zwanzig Minuten und ab Basel etwa vierzig. Aus Paris gibt es TGV-Verbindungen, aus Deutschland reist du in der Regel über Straßburg, Basel oder Offenburg an. Aus Freiburg im Breisgau führt der übliche Weg per Bahn nach Breisach und von dort mit einem grenzüberschreitenden Bus weiter nach Colmar – prüfe die Fahrpläne für deinen Reisetag, das Angebot ist an Wochenenden und Feiertagen dünner als werktags. Der nächste größere Flughafen ist der EuroAirport Basel-Mulhouse-Freiburg.

Beim Parken gilt die einfache Regel: nicht in die Altstadt. Das historische Zentrum ist weitgehend Fußgängerzone oder Anliegerbereich, und die Gassen sind so eng, dass jede Fehleinfahrt in einer Wendemanöver-Vorstellung endet. Steuere stattdessen eines der ausgeschilderten Parkhäuser am Altstadtrand an, etwa das Parkhaus unter der Place Rapp im Westen oder das Parkhaus Montagne Verte im Süden nahe Klein-Venedig. Von beiden läufst du wenige Minuten ins Zentrum. Wer mehrere Tage bleibt, fragt im Hotel nach dem vergünstigten Tagessatz – viele Häuser haben Kontingente in den nahen Parkhäusern und geben sie an Gäste weiter.

In der Stadt selbst brauchst du nichts weiter als Schuhe. Vom Bahnhof bis zum Musée Unterlinden sind es gut zehn Gehminuten, vom Unterlinden bis zur letzten Brücke in Klein-Venedig noch einmal zehn, und damit hast du Colmar durchquert. Für längere Wege gibt es das städtische Busnetz, das auch die Randgebiete und einige Nachbargemeinden bedient. Räder sind eine gute Idee, weil die Ebene flach ist und die ersten Weindörfer in einer knappen halben Stunde erreichbar sind. Und wer schlecht zu Fuß ist, nimmt die touristische Bimmelbahn: Sie startet am Unterlinden zu einer festen Runde durch die Altstadt und Klein-Venedig, fährt aber üblicherweise nur von April bis Oktober und noch einmal im Advent – kein Erkenntnisgewinn, aber eine brauchbare Übersicht.

Mietwagen

Die schönsten Orte liegen abseits von Bahn und Bus — mit dem Mietwagen bist du flexibel.

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Weihnachtsmärkte & Feste

Der Weihnachtsmarkt in Colmar und die Feste im Jahreslauf

Im Advent verteilt sich der Markt auf mehrere Plätze im Zentrum, statt sich auf einen einzigen zu drängen – das ist der Grund, warum er trotz des Andrangs funktioniert.

Colmars Weihnachtsmarkt ist kein Markt, sondern ein halbes Dutzend, verteilt über die Altstadt: an der Place des Dominicains vor der Kirche, an der Place Jeanne d'Arc, an der Place de l'Ancienne Douane vor dem Koifhus, im Innenhof des Koifhus der Handwerkermarkt und unten in Klein-Venedig auf der Place des Six Montagnes Noires der Kindermarkt mit Karussell, Tieren und dem großen Briefkasten für den Weihnachtsmann, dazu der Marché Gourmand an der Montagne Verte. Zwischen den Plätzen läufst du jeweils drei bis fünf Minuten, sodass sich der Besucherstrom verteilt statt sich an einem Punkt zu stauen. Geöffnet ist üblicherweise von Ende November bis kurz nach Weihnachten, wobei sich Termine, Öffnungszeiten und die genaue Zahl der Plätze von Jahr zu Jahr leicht ändern – schau vor der Fahrt auf die Seite des städtischen Tourismusbüros.

Was Colmar im Dezember von anderen Weihnachtsstädten unterscheidet, ist die Kulisse in Klein-Venedig. Die Fachwerkfassaden an der Lauch werden beleuchtet, an manchen Abenden fahren geschmückte Barken über den Kanal, und die Spiegelung im Wasser doppelt jedes Licht. Das ist gleichzeitig der Ort mit dem größten Gedränge: An Adventssamstagen stehst du in den Gassen im Schritttempo, und Busse aus Deutschland, der Schweiz und halb Frankreich reihen sich am Stadtrand auf. Wer die Stimmung ohne die Masse will, kommt an einem Werktag oder bleibt über Nacht und geht abends nach acht noch einmal hinunter ans Wasser, wenn die Tagesgäste weg sind.

Das zweite große Datum liegt im Hochsommer. Die Foire aux Vins d'Alsace, die Elsässer Weinmesse, findet Ende Juli oder Anfang August auf dem Messegelände am Rand der Stadt statt und verbindet Verkostungen mit einem Konzertprogramm, das regelmäßig international bekannte Namen holt. Für die Stadt bedeutet das ausgebuchte Hotels und höhere Zimmerpreise über mehrere Tage, für Weininteressierte die Gelegenheit, in kurzer Zeit einen Querschnitt durch die gesamte Region zu probieren. Auch hier verschieben sich die Termine jährlich, also vorher prüfen – egal, ob du hin willst oder bewusst ausweichen möchtest.

Der Rest des Jahres ist ruhiger, aber nicht leer. Anfang Juli läuft in Colmar ein internationales Festival für klassische Musik mit Konzerten in Kirchen und historischen Sälen. Über den Sommer feiern die Dörfer an der Weinstraße reihum ihre Winzerfeste, meist an Wochenenden und meist mit Blasmusik, langen Tischen und offenen Kellern. Im September beginnt die Lese, dann riecht es in den Gassen der Weindörfer nach Most, und die Winzer haben weniger Zeit für Besucher als sonst. Wer flexibel plant, legt seine Reise in eine Woche ohne Großereignis – dann bekommst du dieselbe Stadt zu deutlich niedrigeren Preisen.

Stadtviertel

Die Stadtviertel von Colmar – und welches zu dir passt

AltstadtAltstadtZwischen Collégiale Saint-Martin, Koifhus und Rue des Marchands drängen sich die Bürgerhäuser der freien Reichsstadt auf engstem Raum – Maison Pfister, Maison des Têtes und das Corps de Garde von 1575 liegen keine fünf Gehminuten auseinander. Tagsüber der vollste, abends der ruhigste Teil der Stadt.Ideal für: Erste Orientierung1 TagLa Petite VeniseLa Petite VeniseSüdlich der Altstadt zweigt die Lauch in stille Kanalarme ab, an denen die niedrigen Häuser der einstigen Fischer und Gemüsebauern stehen. Vom Pont Saint-Pierre hast du den bekanntesten Blick der Stadt, unterhalb legen die flachen Barken ab, und am Wasser reihen sich Terrassen aneinander.Ideal für: Kanäle & Bootsfahrt½ TagQuartier des TanneursQuartier des TanneursZwei enge Gassen zwischen Altstadt und Klein-Venedig, gesäumt von hohen, schmalen Fachwerkhäusern mit offenen Trockenböden unter dem Dach. Die Rue des Tanneurs führt auf gut zweihundert Metern von der Grand'Rue hinunter an den Quai de la Poissonnerie – ein Umweg von einer Minute, der über Gedränge oder leere Gasse entscheidet.Ideal für: Stille Gassen1 StundeQuartier des DominicainsQuartier des DominicainsColmars kulturelles Zentrum rund um das Musée Unterlinden und die Église des Dominicains, wo Grünewalds Isenheimer Altar und Schongauers Madonna im Rosenhag keine dreihundert Meter auseinanderhängen. Im Advent steht hier einer der Weihnachtsmärkte, sonst ist es das ruhigere Ende der Fußgängerzone.Ideal für: Museen & Kunst½ TagQuartier de la GareQuartier de la GareRund um das Jugendstil-Bahnhofsgebäude liegt das praktische Colmar mit Hotels aller Kategorien, Parkhäusern, Autovermietungen und den Busabfahrten in die Weindörfer. Bis zum Musée Unterlinden läufst du gut zehn Minuten, was das Viertel für Bahnreisende zur unkompliziertesten Basis macht.Ideal für: Anreise & Hotels½ Tag
Beste Reisezeit & Wetter

Beste Reisezeit für Colmar: Wetter und Feste im Jahreslauf

Colmar liegt im Regenschatten der Vogesen und gehört zu den trockensten Orten Frankreichs, was die Sommer heiß und die Übergangsmonate ungewöhnlich verlässlich macht.

Das Klima in Colmar ist halbkontinental und deutlich trockener als weiter nördlich in der Rheinebene – die Vogesen fangen die Westwinde ab, bevor sie die Stadt erreichen, weshalb Colmar regelmäßig unter den niederschlagsärmsten Orten Frankreichs auftaucht. Die Folge sind kalte, oft neblige Winter mit Nachtfrost, ein rasch wärmer werdendes Frühjahr, heiße Sommertage jenseits der dreißig Grad und ein langer, milder Herbst, in dem die Weinlese läuft. Entscheidender als das Thermometer ist allerdings der Kalender: Weihnachtsmarkt, Weinmesse und die französischen Sommerferien verändern Andrang und Zimmerpreise stärker als jedes Wetter.

Jan5°-1°kalt und neblig, Museumswetter
Feb7°-1°still, günstige Zimmer
Mär12°2°Rebschnitt, erste Terrassen
Apr17°5°mild, Weinberge treiben aus
Mai21°9°lange Abende, ideal
Jun25°13°warm, Weinstraße in Bestform
Jul27°15°heiß, Festival und Weinmesse
Aug27°14°heiß und voll, Ferienzeit
Sep22°11°Weinlese, klare Luft
Okt16°7°goldene Reben, ruhige Gassen
Nov9°3°grau, zum Monatsende Advent
Dez5°0°Weihnachtsmarkt, sehr voll

Beste Reisezeit · Balken = Tageshöchstwert

Die beste Reisezeit für Colmar sind Mai, Juni und September. Dann liegen die Höchstwerte zwischen 21 und 25 Grad, die Weinberge stehen im Saft oder in der Lese, die Terrassen an der Lauch sind bis in den späten Abend besetzt, und weder Weinmesse noch Weihnachtsmarkt treiben die Zimmerpreise nach oben. Juli und August sind heiß und in der Altstadt eng, dafür laufen dann die Winzerfeste in den Dörfern. Der Dezember ist eine bewusste Entscheidung für den Weihnachtsmarkt – stimmungsvoll, aber an Samstagen so voll, dass du in der Rue des Marchands im Schritttempo gehst. Im Januar und Februar stehst du im Unterlinden ohne Schlange – kleinere Häuser wie das Musée Bartholdi haben im Januar allerdings geschlossen.

Gut zu wissen

Häufige Fragen zu Colmar

Wie viele Tage sollte man für Colmar einplanen?
Ein voller Tag reicht für die Altstadt mit Musée Unterlinden, Renaissancehäusern und Klein-Venedig. Zwei Tage sind die bessere Wahl, weil dann Bootsfahrt, Musée Bartholdi und ein Nachmittag an der Weinstraße dazupassen. Bei drei Tagen kommen Riquewihr, Kaysersberg oder die Hochkönigsburg dazu, ohne dass du das Hotel wechseln musst.
Was sollte man in Colmar auf keinen Fall auslassen?
Den Isenheimer Altar im Musée Unterlinden, Schongauers Madonna im Rosenhag in der Église des Dominicains, die Maison Pfister und die Maison des Têtes, den Blick vom Pont Saint-Pierre über die Kanäle und einen Gang durch die schmalen Gerberhäuser der Rue des Tanneurs. Dazu ein Abend in einer Wistub am Wasser.
Wie kommt man von Freiburg oder Basel nach Colmar?
Aus Basel fährst du in etwa vierzig Minuten mit dem Regionalzug über Mulhouse. Aus Freiburg führt der übliche Weg per Bahn nach Breisach und von dort mit einem grenzüberschreitenden Bus weiter; das Angebot ist an Wochenenden dünner als werktags, prüf den Fahrplan für deinen Reisetag. Mit dem Auto sind es jeweils rund 60 bis 65 Kilometer.
Wo parkt man in Colmar am besten?
Nicht in der Altstadt – das Zentrum ist weitgehend Fußgängerzone, und die Gassen sind zu eng zum Wenden. Steuere ein ausgeschildertes Parkhaus am Altstadtrand an, etwa unter der Place Rapp im Westen oder Montagne Verte im Süden nahe Klein-Venedig. Von beiden läufst du wenige Minuten ins Zentrum; Hotels haben oft vergünstigte Kontingente.
Wann ist der Weihnachtsmarkt in Colmar?
Üblicherweise von Ende November bis kurz nach Weihnachten, verteilt auf mehrere Plätze im Zentrum plus einen Kindermarkt in Klein-Venedig auf der Place des Six Montagnes Noires. Die genauen Termine und Öffnungszeiten ändern sich jedes Jahr, schau also vor der Fahrt auf die Seite des Tourismusbüros. An Adventssamstagen ist es extrem voll – Werktage sind deutlich entspannter.
Lohnt sich die Bootsfahrt durch La Petite Venise?
Ja, wenn du den Zeitpunkt richtig wählst. Die Fahrt in der flachen Barke dauert etwa eine halbe Stunde und zeigt dir die Rückseiten der Häuser, die du vom Ufer aus nie siehst. Abgelegt wird an der Rue de la Herse am Fuß des Pont Saint-Pierre. Morgens vor elf oder in der letzten Stunde vor Betriebsschluss ist die Schlange kurz, im Hochwinter ruht der Betrieb meist.
In welchem Viertel wohnt man in Colmar am besten?
In der Altstadt bist du mitten im Geschehen und läufst überall hin, zahlst dafür aber am meisten. Klein-Venedig ist die stimmungsvollere Variante mit Wasserblick und tagsüber dem größten Trubel vor der Tür. Das Bahnhofsviertel ist die praktische Wahl für Bahnreisende und Autofahrer und liegt trotzdem nur zehn Gehminuten vom Unterlinden entfernt.
Was ist der Isenheimer Altar und warum ist er so berühmt?
Ein mehrflügeliges Altarretabel, das Matthias Grünewald um 1512 bis 1516 für das Antoniterkloster im nahen Issenheim malte, wo Kranke mit dem Antoniusfeuer behandelt wurden. Die drastische Darstellung des geschundenen Christus spiegelt genau deren Leiden. Heute steht das Werk zerlegt im Musée Unterlinden, seit einer mehrjährigen Restaurierung wieder in seinen originalen Farben.
Welche Weindörfer erreicht man von Colmar aus schnell?
Eguisheim liegt sechs Kilometer südwestlich, Turckheim sieben Kilometer westlich, Kaysersberg zwölf und Riquewihr rund fünfzehn Kilometer nördlich; Ribeauvillé folgt kurz darauf. Alle sind mit dem Auto in unter zwanzig Minuten erreichbar und mit dem Rad über die flache Ebene ebenfalls gut zu schaffen. Vor elf und nach siebzehn Uhr sind sie am leersten.
Kommt man in Colmar ohne Auto zurecht?
In der Stadt problemlos – vom Bahnhof bis Klein-Venedig läufst du zwanzig Minuten und hast dabei alles gesehen. Für die Weinstraße brauchst du entweder ein Rad, den Bus in ausgewählte Dörfer oder eine geführte Weintour ab Colmar, bei der Fahrer und Kellertermine schon organisiert sind. Für einen reinen Städtetrip ist das Auto eher hinderlich als hilfreich.
Was isst man in Colmar typischerweise?
Choucroute garnie, also Sauerkraut mit Speck, Kasseler und Würsten, den Schmortopf Baeckeoffe aus drei Fleischsorten und Riesling, dünne Tarte flambée aus dem Holzofen und Fleischschnacka, die im Nudelteig gerollten Fleischschnecken des Oberelsass. Dazu Munster mit Kümmel und als Kuchen Kougelhopf. Getrunken wird Weißwein aus dem grünstieligen Elsassglas.
Colmar oder Straßburg – was lohnt sich mehr?
Straßburg ist die Großstadt mit Münster, Europaviertel und großem Kulturangebot, Colmar die kompakte Kleinstadt, die du in einem Tag zu Fuß erfasst und die näher an den Weindörfern liegt. Zwischen beiden liegen 70 Kilometer und eine halbe Stunde Bahnfahrt – wer eine Woche im Elsass hat, nimmt schlicht beide und wohnt in Colmar.
Wann ist die beste Reisezeit für Colmar?
Mai, Juni und September mit Höchstwerten zwischen 21 und 25 Grad, langen Abenden an der Lauch und moderaten Zimmerpreisen. Juli und August sind heiß und voll, dafür laufen die Winzerfeste. Der Dezember gehört dem Weihnachtsmarkt und ist an Wochenenden extrem stark besucht, Januar und Februar sind die Monate für das Unterlinden ohne Schlange, wobei kleinere Häuser wie das Musée Bartholdi im Januar geschlossen bleiben.

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