Stadt · Griechenland

Naxos

Wenn die Fähre am späten Nachmittag in den Hafen von Chora einläuft, glüht das Marmortor der Portara auf seiner vorgelagerten Halbinsel im tiefen Westlicht, und dahinter beginnt eine Insel, die sehr viel größer ist als das, was man vom Schiff aus sieht.

4 Stadtviertel7 Sehenswürdigkeiten4 Hotels
Überblick

Deine Naxos-Reise auf einen Blick

Beste Reisezeit
Ende Mai bis Anfang Oktober; Juni und September am ausgewogensten
Anreise
Fähre ab Piräus ca. 3,5–7 Std. oder Flug nach Naxos (JNX), ab Athen ca. 45 Min.
Region
Kykladen, Südägäis, Griechenland
Zeitzone
Europe/Athens (OEZ/OESZ)
Wahrzeichen
Portara – Marmortor des unvollendeten Apollon-Tempels (ab ca. 530 v. Chr.)
Höchster Punkt
Berg Zas (Zeus), 1.004 m – höchster Gipfel der Kykladen
Über Naxos

Reisen nach Naxos

Naxos ist mit rund 430 Quadratkilometern die größte und fruchtbarste Insel der Kykladen und die einzige, die von ihrer eigenen Landwirtschaft leben könnte: In der Tragea, dem grünen Hochtal im Inselinneren, stehen Olivenhaine zwischen Marmordörfern und byzantinischen Kapellen, darüber steigt der Zas mit 1.004 Metern zum höchsten Punkt des gesamten Archipels auf, und aus den Feldern darunter kommen die Kartoffeln, der Graviera-Käse und die Zitronatzitronen für den Kitron-Likör, die man in ganz Griechenland unter dem Namen der Insel kennt. Die Westküste ist das Gegenprogramm: ein fast durchgehender heller Sandstreifen, der südlich von Chora bei Agios Georgios beginnt und über Agios Prokopios, Agia Anna, den vier Kilometer langen Plaka-Strand, die Landzunge von Mikri Vigla, Kastraki und den Wacholderwald von Alyko, den die Einheimischen Zedernwald nennen, bis hinunter nach Pyrgaki reicht. Dazwischen liegt Chora, ein Hafenort, dessen Gassen vom Kai hinauf ins Kastro klettern – die venezianische Burgstadt, die Marco Sanudo ab 1207 zur Hauptstadt seines Herzogtums im Archipel machte und in der bis heute Familien wohnen. Ihr vorgelagert steht auf der Halbinsel Palatia die Portara, das Marmortor eines nie vollendeten Apollon-Tempels und das Wahrzeichen der Insel. Der Osten ist rauer und leerer, mit dem alten Schmirgel-Verladehafen Moutsouna und Dörfern, die vom Bergbau lebten. Und weil im Hafen von Chora auch die Schiffe zu den Kleinen Kykladen ablegen, ist Naxos zugleich die praktischste Drehscheibe für alle, die mehr als eine Insel sehen wollen.

Naxos – Karte
Reiseführer

Naxos von A bis Z

Aktualisiert August 2026

Gegen sieben steht auf dem Damm vor Chora eine Reihe Menschen im Gegenlicht der Portara, unten am Kai legt das kleine Schiff zu den Kleinen Kykladen ab, und in den Gassen darüber werden die ersten Tavernentische gedeckt. Naxos hat für eine Kykladeninsel ungewöhnlich viele Schauplätze auf einmal – einen Hafenort mit mittelalterlicher Burgstadt, eine Westküste, an der ein Sandstrand auf den nächsten folgt, und dahinter ein Bergland, in dem die Dörfer aus Marmor gebaut sind und im Frühjahr das Wasser über die Terrassen läuft.

Strände & Buchten

Die schönsten Strände auf Naxos von Agios Prokopios bis Pyrgaki

Die Westküste ist im Grunde ein einziger langer Sandstreifen, den nur ein paar Felsnasen unterbrechen – und je weiter du nach Süden fährst, desto leerer wird er.

Die Strände der Westküste
Die Strände der Westküste

Der erste Strand beginnt schon am Ortsrand von Chora: Agios Georgios ist eine flache, von einem vorgelagerten Riff geschützte Bucht, in der man zwanzig Meter weit hineinlaufen kann, ohne dass das Wasser über die Hüfte steigt. Genau deshalb sitzen hier die Wind- und Wingsurfschulen der Insel und genau deshalb funktioniert der Strand mit kleinen Kindern besser als jeder andere. Vom Hafen läufst du in einer Viertelstunde hin, abends reihen sich Bars und Tavernen an der Promenade. Ein paar Kilometer weiter südlich, hinter der Anhöhe von Stelida, liegt Agios Prokopios, der populärste Badeort von Naxos: ein langer Streifen weichen, hellen Sandes vor ruhigem Wasser, gesäumt von Liegenreihen, Cafés und Strandbars, dahinter eine flache Salzlagune, an der im Frühjahr regelmäßig Zugvögel rasten.

Südlich davon geht es ruhiger zu. Agia Anna ist ein kleiner Hafenort mit Fischerbooten, ein paar Tavernen direkt über dem Wasser – die Gorgona arbeitet dort seit 1970 – und einem kurzen, gut versorgten Sandstrand. Gleich dahinter beginnt Plaka, der mit rund vier Kilometern längste Strand der Insel und für viele der schönste: feiner Sand, niedrige Dünen, Tamarisken als einziger natürlicher Schatten und in großen Abständen eine Strandbar oder Taverne. Weil Plaka so lang ist, findest du hier selbst im August noch Platz, wenn du nur ein paar Minuten weiter läufst; der mittlere Abschnitt ist organisiert, an den Rändern liegt man frei, und ein Teilstück wird traditionell von FKK-Gästen genutzt.

Hinter Plaka wird die Küste rauer. Mikri Vigla ist eine Landzunge, die zwei sehr unterschiedliche Strände trennt: Auf der Nordseite steht der Meltemi im Sommer so verlässlich an, dass sich hier eines der bekanntesten Kitesurf-Reviere der Ägäis entwickelt hat, während die Südseite im Windschatten flach und ruhig bleibt – an windigen Tagen wechselst du also nicht den Ort, sondern die Seite der Landzunge. Danach folgt der weite Bogen von Kastraki mit wenig Infrastruktur, dahinter Alyko, wo ein Wacholderwald, den die Einheimischen Zedernwald nennen, direkt auf den Dünen wächst und die Ruine eines nie fertiggestellten Hotels von Streetart-Künstlern übernommen wurde. Ganz im Süden liegen Pyrgaki und Agiassos, wo der Asphalt streckenweise endet und an vielen Tagen kaum jemand liegt.

Drei Dinge machen den Strandtag auf Naxos einfacher. Erstens der Schatten: Außer den Tamarisken an Plaka und dem Wäldchen von Alyko gibt es kaum welchen, du mietest also eine Liege mit Schirm oder bringst einen mit. Zweitens die Anbindung – bis Plaka fahren im Sommer regelmäßig Busse ab dem Hafen von Chora, südlich von Mikri Vigla bleibt im Hochsommer nur noch eine dünne Linie bis Pyrgaki, sodass du für spontane Wechsel zwischen den Buchten ein eigenes Fahrzeug brauchst, und für die letzten Meter zu einzelnen Buchten sind unbefestigte Pisten normal, die viele Mietverträge ausschließen. Und drittens die Ostseite: Wenn an der Westküste zu viel Betrieb herrscht, lohnt die Fahrt über die Berge nach Moutsouna oder Psili Ammos, wo du Kiesel- und Sandbuchten fast ohne Liegenreihen findest, dafür aber auch ohne Versorgung.

Sehenswürdigkeiten

Die wichtigsten Sehenswürdigkeiten auf Naxos

Fast alles, was auf Naxos Rang hat, liegt entweder in Chora oder an der einen Straße, die vom Hafen quer über die Insel nach Osten führt.

Die Portara ist der Anfang und für die meisten auch das stärkste Bild der Insel. Auf der dem Hafen vorgelagerten Halbinsel Palatia, die über einen kurzen Damm zu Fuß erreichbar ist, steht das gewaltige Marmortor eines Apollon-Tempels, dessen Bau der Tyrann Lygdamis um 530 vor Christus begann und den niemand je vollendete. Vom Rest der Anlage blieb wenig übrig – die Blöcke wanderten über Jahrhunderte in andere Bauten –, nur der Rahmen aus wenigen, extrem schweren Marmorstücken war zu massiv zum Abtransport und blieb deshalb stehen. Die Türöffnung ist auf Delos ausgerichtet, die heilige Insel des Apollon rund 30 Kilometer nord-nordwestlich. Der Platz kostet nichts, ist rund um die Uhr zugänglich und gehört dir am ehesten früh morgens; abends teilst du ihn mit der halben Stadt.

In Chora selbst führt der Weg anschließend nach oben ins Kastro, das Burgviertel von 1207. Dort sitzt im ehemaligen Schulgebäude das Archäologische Museum mit einer der bedeutendsten Sammlungen kykladischer Marmoridole Griechenlands – jener schmalen, abstrahierten Figuren aus dem dritten Jahrtausend vor Christus, die die moderne Bildhauerei bis heute beschäftigen. Ein venezianischer Wohnturm am Rand des Rings ist als Museum zugänglich und zeigt, wie die herzoglichen Familien tatsächlich wohnten, mit Zisterne, Küche und Empfangsräumen übereinandergestapelt. Rechne für Kastro und Museum zusammen einen halben Vormittag, am besten vor der Mittagshitze, weil das Viertel steil ist und der Marmor unter den Füßen die Sonne zurückwirft.

Der zweite Schwerpunkt liegt im Inselinneren. Bei Sangri, rund zwanzig Fahrminuten vom Hafen entfernt, steht mitten in Feldern der Demeter-Tempel von Gyroulas, ein spätarchaischer Bau aus dem 6. Jahrhundert vor Christus, komplett aus naxischem Marmor errichtet und in Teilen wieder aufgerichtet; ein kleines Museum daneben erklärt, wie aus dem Tempel später eine frühchristliche Basilika wurde. Nur wenige Kilometer entfernt erhebt sich der Bazeos-Turm, ein Wehrturm aus dem 17. Jahrhundert, der ursprünglich als Kloster errichtet wurde und heute im Sommer Ausstellungen und Konzerte des Naxos-Festivals beherbergt. Beide Ziele liegen an derselben Strecke und lassen sich mit den Bergdörfern zu einem Tag verbinden.

Und dann sind da die Kouroi, die Marmorjünglinge, die nie ihr Ziel erreichten. Bei Flerio im Tal von Melanes liegt ein rund fünfeinhalb Meter langer Kouros aus dem 6. Jahrhundert vor Christus im Gelände eines antiken Steinbruchs – vermutlich wegen eines Fehlers im Stein oder eines Bruchs an Ort und Stelle aufgegeben; ein zweiter liegt in der Nähe. Der größte von allen ruht ganz im Norden über dem Fischerdorf Apollonas, gut zehn Meter lang, ebenfalls unvollendet. Dass diese Figuren einfach liegen blieben, sagt mehr über die antike Marmorwirtschaft der Insel als jedes Museum. Beide Fundorte liegen an Nebenstraßen und sind über kurze Fußwege erreichbar – für Melanes reicht eine gute Stunde, Apollonas verbindest du am besten mit der Nordrunde.

Sehenswürdigkeiten in Naxos

Alle 7 Sehenswürdigkeiten
Chora & Hafen

Chora mit Kastro, Bourgos und der Uferpromenade

Chora ist in Schichten gebaut – unten der Hafen, darüber das Händlerviertel Bourgos, ganz oben die Burgstadt der Venezianer.

Chora und das Kastro
Chora und das Kastro

Vom Fähranleger führt die Uferpromenade nach Süden, gesäumt von Reisebüros, Bäckereien, Cafés und den Ticketschaltern der Reedereien – hier landest du bei der Ankunft und hier findest du abends die belebtesten Tische. Hinter der ersten Häuserzeile beginnt der Bourgos, das alte Händlerviertel: ein enges Netz aus Gassen, überbauten Durchgängen und Treppen, in dem Wäscheleinen über den Köpfen hängen und Läden in ehemaligen Lagerräumen sitzen. Verlaufen gehört dazu, ist aber folgenlos, weil das Gelände alles regelt – bergab kommst du immer ans Wasser, bergauf immer ans Kastro. Weil im Bourgos jahrhundertelang die orthodoxe Bevölkerung wohnte und im Kastro die katholische, laufen hier zwei Stadtgeschichten übereinander.

Der Kastro-Ring darüber ist geschlossen: Die Außenwände der Häuser bilden die Mauer, hinein kommst du nur durch wenige Tore, von denen die Trani Porta im Nordwesten das bekannteste ist. An den Türstürzen sitzen die Wappen der venezianischen Familien, die nach 1207 unter Marco Sanudo das Herzogtum im Archipel regierten, und ein Teil der Häuser wird bis heute bewohnt – du gehst also nicht durch eine Ruine, sondern durch ein Wohnviertel mit Museen darin. Neben dem Archäologischen Museum stehen hier die katholische Kathedrale und das ehemalige Ursulinenkloster. Abends ist das Kastro der ruhigste Ort der Stadt, weil kaum jemand ohne Ziel hinaufsteigt.

Gegessen wird unten, und zwar spät: Vor neun bleiben viele Tische leer, danach füllt sich die Uferpromenade in einem Zug. Welche Adressen sich lohnen, steht weiter unten in der Sektion Essen & Trinken – für die bekannten unter ihnen gilt im Juli und August: reservieren, sonst stehst du. Dazwischen gehört die Volta dazu, der langsame Gang über die Promenade, bei dem sich die halbe Stadt begegnet, Kinder zwischen den Tischen hindurchlaufen und die Begrüßungen länger dauern als der Weg. Danach teilt sich der Abend: In den Gassen des Bourgos sitzen kleine Bars in ehemaligen Lagerräumen und Innenhöfen, am Hafen ziehen die Lokale mit Blick aufs Wasser die späteren Runden an – und wer es ruhig mag, geht die paar Minuten über den Damm zur Portara, die nachts angestrahlt wird und nach dem Sonnenuntergangsandrang wieder deutlich leerer ist.

Praktisch ist Chora einfacher als viele Kykladen-Hauptorte, weil die Fähren mitten im Ort anlegen und die Straße bis an den Rand der Altstadt heranführt. Die Gassen des Bourgos sind trotzdem eng, mit Treppen und ohne Autozufahrt – frag dein Hotel vor der Anreise, wo der Transfer halten kann und wer den Koffer die letzten Meter trägt. Parkplätze liegen entlang des Hafens und im Norden Richtung Grotta und sind im August ab dem späten Vormittag belegt. Und plane den Tagesrhythmus mit: Zwischen der Ankunft der großen Fähren am Vormittag und dem frühen Nachmittag ist im Zentrum am meisten los, danach wird es für ein paar Stunden merklich ruhiger.

Bergdörfer & Tragea

Die Bergdörfer der Tragea von Halki bis Apeiranthos

Zwanzig Fahrminuten vom Strand entfernt riecht es nach Oliven und feuchtem Stein, und der Kaffee kostet die Hälfte.

Die Tragea und der Zas
Die Tragea und der Zas

Die Tragea ist ein Hochtal im Inselinneren, das von alten Olivenhainen bedeckt ist – ein Anblick, den man auf den Kykladen sonst kaum findet, weil die Nachbarinseln zu trocken dafür sind. Zwischen den Bäumen stehen Dutzende kleiner byzantinischer Kapellen, viele davon aus dem 10. bis 13. Jahrhundert, einige deutlich älter. Die bekannteste ist die Panagia Drosiani bei Moni, deren Wandmalereien zu den ältesten erhaltenen Griechenlands gezählt werden; sie ist ein niedriger, gedrungener Bau aus unverputztem Bruchstein, in dem es auch im August kühl bleibt. Wenn du nur eine Kirche im Inselinneren ansiehst, dann diese – und wenn du fotografierst, frag vorher, denn viele dieser Kapellen sind bis heute in Gebrauch.

Halki war lange der wirtschaftliche Mittelpunkt der Insel und ist heute das Dorf, in dem die meisten zuerst halten. Eine kurze Ladenzeile mit Keramik- und Textilwerkstätten, ein venezianischer Wohnturm, die byzantinische Kirche Panagia Protothroni und mittendrin die Destillerie Vallindras von 1896, die älteste Kitron-Brennerei der Insel: Der alte Brennapparat steht noch, es gibt eine kurze Führung durch die Räume und anschließend eine Verkostung der drei Sorten. Wer den Likör mag, kauft ihn hier direkt statt am Flughafen. Ringsum lohnt der Spaziergang durch die Olivenhaine, denn die alten Wege zwischen den Dörfern sind teilweise als Wanderrouten ausgeschildert.

Filoti, das größte Dorf der Insel, zieht sich ein paar Kilometer weiter östlich den Hang unter dem Zas hinauf. Auf der Plateia unter alten Bäumen sitzen morgens die Männer beim Kaffee, und von hier starten die meisten Wanderer zum Gipfel. Noch einmal höher, auf rund 600 Metern, liegt Apeiranthos, das anders aussieht als alle anderen Orte auf Naxos: Gassen komplett aus Marmor gepflastert, Häuser aus grauem Stein statt aus weiß gekalktem Putz, überbaute Durchgänge und gleich mehrere kleine Museen. Die Bewohner führen ihre Herkunft auf kretische Zuwanderer zurück und sprechen einen eigenen Dialekt. Zwischen Filoti und Apeiranthos liegt an der Passstraße das Rotonda mit Panoramablick über das Ägäische Meer – der logische Mittagsstopp der Runde.

Wer weiterfährt, kommt in den Osten, der von etwas anderem lebte als vom Tourismus. Rund um Koronos und Apeiranthos wurde jahrhundertelang Schmirgel abgebaut, ein extrem hartes Schleifmineral, das über eine Seilbahn quer über die Berge zum Verladehafen Moutsouna schwebte; die Masten der Anlage stehen bis heute in der Landschaft, der Betrieb ist längst eingestellt. Von Moutsouna führt die Küstenstraße nach Süden zu einsamen Buchten, nach Norden geht es über Koronos und Skado ins Fischerdorf Apollonas mit dem größten Kouros der Insel. Für die komplette Runde Chora – Sangri – Halki – Filoti – Apeiranthos – Moutsouna und zurück brauchst du einen ganzen Tag, für die Nordschleife über Apollonas noch einmal so lange.

Wandern & Wassersport

Wandern auf den Berg Zas und Wassersport bei Mikri Vigla

Der höchste Punkt der Kykladen ist von Filoti aus in gut anderthalb Stunden erreichbar – vorausgesetzt, du startest, bevor die Sonne über den Grat kommt.

Der Zas ist mit 1.004 Metern der höchste Berg der Kykladen, und der Aufstieg ist eher eine lange, steinige Wanderung als eine Bergtour. Der gängigste Einstieg liegt an der Kapelle Agia Marina oberhalb von Filoti, wo die Straße einen kleinen Parkplatz freigibt; von dort führt ein markierter Pfad in Serpentinen über offenes Weideland zum höchsten Punkt. Rechne mit rund anderthalb bis zwei Stunden hinauf und etwas weniger zurück, und plane das Wasser großzügig, denn unterwegs gibt es weder Quelle noch Schatten. Oben liegt bei klarer Luft der halbe Archipel vor dir: Paros und Antiparos im Westen, die Kleinen Kykladen und Amorgos im Südosten, bei sehr guter Sicht Ios und Santorin am Horizont.

Die zweite Variante führt über die Zas-Höhle, die größte Tropfsteinhöhle der Insel, deren weites Eingangsportal in der Felswand liegt. Der Weg dorthin beginnt weiter unten an der Straße Richtung Danakos und lässt sich mit dem Gipfelweg zu einer Runde verbinden. Die Höhle ist frei zugänglich, aber unbeleuchtet und feucht – ohne Taschenlampe und mit glatter Sohle kommst du keine zehn Meter weit hinein. Auf der Route liegt außerdem ein Felsblock mit einer antiken Inschrift, die den Berg dem Zeus zuordnet und daran erinnert, dass dieser Gipfel schon in der Antike ein Kultort war. Geh die Runde im Frühjahr oder Herbst; zwischen Mitte Juni und Anfang September ist sie ab dem späten Vormittag schlicht zu heiß.

Am Wasser hat Naxos zwei sehr unterschiedliche Reviere. Die flache, von einem Riff geschützte Lagune am Stadtstrand Agios Georgios ist so seicht, dass Anfänger im Wind- und Wingsurfen dort stehen können, wenn das Board wegrutscht – entsprechend viele Schulen arbeiten an diesem Abschnitt, und Material lässt sich stundenweise mieten. Für alles, was Wind braucht, ist Mikri Vigla die Adresse: An der Nordseite der Landzunge sitzen Kite- und Windsurfschulen mit Verleih, Kursen und Betreuung vom Wasser aus, und das Publikum kommt hierher wegen des Windes und nicht trotz ihm. Die Sportsaison deckt sich mit dem Meltemi, also grob mit den Monaten Juni bis September; Kurse legst du besser vorab fest, weil die Schulen in den Sommerwochen ausgebucht sein können. Und wenn du zum ersten Mal am Kite stehst, buch einen Kurs, statt es allein zu versuchen – die Bucht ist offen, und der Wind steht dort kräftiger an, als er vom Sand aus aussieht.

Dazwischen liegt alles, was die Insel sonst noch an Programm hat. Das alte Wegenetz aus Eselspfaden und gepflasterten Kalderimia verbindet viele Bergdörfer miteinander und ist in Teilen als Wanderrouten markiert – etwa von Apeiranthos hinunter nach Moutsouna oder von Halki durch die Olivenhaine der Tragea. Für den Nachmittag bietet sich eine Bergdorf-Tour durchs Inselinnere an, die Halki, Filoti und Apeiranthos in einer Rundfahrt verbindet und dabei die Kitron-Verkostung in Halki mitnimmt. Wer lieber aufs Wasser will, findet in Chora Anbieter für Segeltörns entlang der Westküste und für Bootstouren zu den Nachbarinseln. Und für Regentage – die es zwischen November und März durchaus gibt – bleiben die Museen in Chora und Apeiranthos.

Aktivitäten & Touren in Naxos

Urlaub planen & Route

Naxos-Urlaub planen mit Route für vier bis sieben Tage

Vier bis fünf Tage sind das Minimum, wenn du nicht nur am Strand liegen willst – eine Woche ist die Zahl, mit der die Insel aufgeht.

Naxos ist groß genug, dass sich zwei Urlaubsarten überlagern: der reine Badeurlaub an der Westküste, für den du im Grunde nichts planen musst, und die Insel dahinter mit Bergdörfern, Antike und Wanderwegen, für die du Fahrzeit einkalkulieren solltest. Wer beides will, braucht mindestens vier bis fünf Tage; mit einer Woche bekommst du zusätzlich einen Tag für die Ostküste, einen für die Kleinen Kykladen und mindestens einen, an dem nichts im Kalender steht. Den Anreisetag zählst du besser nicht mit: Fähre, Transfer und Check-in fressen ihn zuverlässig auf, und das erste Abendessen wird spät.

Ein Ablauf, der funktioniert: Tag eins gehört Chora – Bourgos, Kastro mit Archäologischem Museum und zum Sonnenuntergang die Portara, danach essen an der Promenade. Tag zwei ist der erste Strandtag, am besten Agios Prokopios oder Agia Anna, weil du dorthin auch ohne Auto kommst. Ab Tag drei brauchst du ein Fahrzeug: die Querung ins Inselinnere mit Demeter-Tempel bei Sangri, Halki samt Kitron-Verkostung, Mittagessen an der Passstraße und Apeiranthos am Nachmittag. Tag vier entweder der Zas-Aufstieg früh am Morgen mit anschließendem Bad, oder der Süden der Westküste von Mikri Vigla über Kastraki bis Alyko. Ab Tag fünf verteilst du frei: Ostküste und Moutsouna, der Norden mit Apollonas, ein Bootstag oder ein Abstecher nach Koufonisia.

Ein Standquartier reicht für die ganze Woche. Die Insel misst in der längsten Ausdehnung gut dreißig Kilometer, aber die Bergstraßen sind kurvig, und für die Strecke von Chora nach Apeiranthos brauchst du trotz überschaubarer Entfernung rund eine Stunde. Umziehen lohnt trotzdem nicht – wähle die Lage stattdessen nach deinem Abend: In Chora bist du zu Fuß im Restaurantviertel und an der Fähre, in Agios Prokopios oder Agia Anna wachst du am Strand auf und fährst zum Essen in die Stadt oder bleibst gleich vor Ort, weiter südlich hast du Ruhe und brauchst zwingend ein Auto. Ein Mietwagen ab Tag drei ist meist die günstigste Lösung, weil du die ersten beiden Tage ohnehin keinen brauchst.

Wer mehr als eine Insel sehen will, hat es von Naxos aus leicht. Paros liegt in kurzer Überfahrt gegenüber und lässt sich als Tagesausflug oder als zweite Station anhängen, Mykonos und Santorin sind mit den schnellen Schiffen in überschaubarer Zeit erreichbar, und die Kleinen Kykladen vor der Südostküste sind die entspannteste Fortsetzung überhaupt. Für eine Zwei-Insel-Reise ist Naxos die pragmatische Basis, weil hier fast alle Linien zusammenlaufen. Buche Fährtickets im Juli und August vorab, und lege den Rückflug ab Athen nicht auf denselben Tag wie die Überfahrt – bei starkem Meltemi werden zuerst die Schnellfähren gestrichen.

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Übernachten

Hotels auf Naxos und die passende Lage für deinen Urlaub

Die entscheidende Frage ist auf Naxos nicht die Sternezahl, sondern ob du abends zu Fuß zum Essen kommst oder fahren musst.

Die gehobenen Häuser der Insel konzentrieren sich auf der Anhöhe von Stelida zwischen Chora und Agios Prokopios, wo die Hänge den Blick über die Bucht freigeben. Das Naxos Imperial Resort & Spa ist ein Fünf-Sterne-Haus in kykladischem Stil und liegt oberhalb des Strands von Agios Prokopios, nur einen kurzen Weg vom Sand entfernt. Die Naxian Collection setzt auf Villen und Suiten mit eigenem Pool und gehört zu den Small Luxury Hotels of the World, während die Naxian Rhapsody in derselben Gegend elegante Suiten und Villen anbietet, einige davon mit Pool oder Hot Tub. Etwas bodenständiger, aber mit demselben kurzen Weg zum Strand, arbeitet das Kavos Naxos, eine Boutique-Anlage aus Villen, Suiten und Studios in mediterranen Gärten oberhalb der Bucht.

Für die meisten entscheidet sich die Buchung aber zwischen drei Gegenden. In Chora wohnst du mitten in der Stadt, gehst abends zu Fuß essen, hast Museen, Läden und den Fähranleger vor der Tür und mit Agios Georgios einen ordentlichen Stadtstrand – dafür ist es lauter und im Bourgos treppenreich. Agios Prokopios und Agia Anna sind die klassischen Badeadressen mit Busanbindung, Tavernen am Sand und einem Angebot von der einfachen Studio-Anlage bis zum Resort. Alles südlich davon, von Plaka über Mikri Vigla bis Kastraki, ist die ruhige Variante mit weiten Stränden, wenigen Häusern und der Notwendigkeit, für Einkäufe und die meisten Abendessen ins Auto zu steigen.

Die Saison bestimmt Preis und Verfügbarkeit stärker als die Kategorie. Naxos arbeitet grob von Ostern bis Ende Oktober; im Juli und August sind gute Häuser Monate im Voraus vergeben, im Mai, Juni und September zahlst du deutlich weniger und findest kurzfristig noch etwas. Prüfe bei einer Reise in den Randmonaten, ob dein Haus überhaupt geöffnet hat und ob der Pool schon oder noch beheizt wird. Insgesamt liegt Naxos preislich spürbar unter Mykonos und Santorin, und das gilt für Hotels genauso wie für Tavernen – einer der Hauptgründe, warum viele nach dem ersten Besuch wiederkommen.

Drei Kleinigkeiten sparen später Ärger. Erstens der Transfer: Wenn dein Haus in der Altstadt von Chora liegt, klär vor der Anreise, wo ein Taxi halten kann und wie die Koffer die letzten Treppen hinaufkommen. Zweitens die Hanglage – viele Anlagen auf Stelida und über den Buchten sind terrassiert, was auf Fotos gut aussieht und im Alltag Stufen bedeutet; frag konkret nach, wenn Knie oder Kinderwagen ein Thema sind. Und drittens das Parken: Häuser in Strandnähe haben meist eigene Flächen, in Chora ist das die Ausnahme, dort landest du an den öffentlichen Plätzen am Hafen, die im August früh belegt sind.

Hotels in Naxos

Alle 4 Hotels

Ferienhäuser & Villen mit Pool

Die beliebteste Wahl in der Region — privates Ferienhaus oder Villa mit Pool, oft mitten in den Weinbergen.

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Agriturismi & Weingüter

Urlaub auf dem Land: übernachten auf einem Weingut oder Bauernhof, mit Wein und Öl aus eigener Ernte.

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Essen & Trinken

Essen und Trinken auf Naxos von Graviera bis Kitron

Naxos ist die einzige Kykladeninsel, die sich weitgehend selbst versorgt – und das merkst du an jedem zweiten Teller.

Die Insel hat Wasser, Weideland und Ackerböden, und deshalb kommt hier vieles vom Ort statt von der Fähre. Die Kartoffeln von Naxos werden in ganz Griechenland unter dem Namen der Insel verkauft, der Graviera ist ein fester Kuhmilchkäse mit geschützter Ursprungsbezeichnung, dazu kommen der salzige Arseniko, frischer Xinomizithra, Honig aus dem Bergland und Rindfleisch von den Weiden der Tragea, das auf den Karten oft eigens ausgewiesen wird. Bestell dir bei der ersten Vorspeisenrunde einfach Käse, Tomaten, Kartoffeln und Brot – klingt banal, ist aber der schnellste Weg zu verstehen, warum diese Insel unter Griechen einen anderen Ruf hat als ihre kahlen Nachbarn.

In Chora liegen die bekanntesten Adressen dicht beieinander. To Elliniko serviert naxische Küche in einem begrünten Garten um einen alten Olivenbaum und ist entsprechend gefragt; das Scirocco am Protodikiou-Platz arbeitet seit 1995 als Familienbetrieb und kocht ägäisch aus eigenen Zutaten; das Meze 2 an der Uferpromenade ist der Ort für frischen Fisch, Mezedes und Portionen, die man besser teilt. An der Küste kommt die Gorgona in Agia Anna dazu, eine Strandtaverne seit 1970 mit Tischen direkt am Wasser und einer großen Meeresfrüchteplatte. Und in den Hügeln hinter Kastraki arbeitet die Axiotissa als Bio-Taverne mit eigenen Zutaten und eigenem Wein – eine der ehrlichsten Küchen der Kykladen und ein Grund, den Rückweg vom Strand entsprechend zu legen.

Im Inselinneren isst du anders. Statt Fisch stehen dort gegrilltes Fleisch, Ofengerichte und Hülsenfrüchte auf der Karte, die Preise liegen unter denen der Strandorte, und der Blick ersetzt jede Dekoration – das Rotonda an der Passstraße zwischen Filoti und Apeiranthos schaut über das halbe Ägäische Meer. Dazu gehört der Kitron, der Likör aus den Blättern und Früchten der Zitronatzitrone, den es in drei Ausbaustufen gibt: grün und mild-süß, gelb als Mittelweg und klar als die kräftigste Variante. In der Destillerie Vallindras in Halki, gegründet 1896, gehört eine Verkostung zur Führung. Wer Käse, Kitron oder Honig mitnehmen will, kauft am besten direkt in den Dörfern oder im Laden der landwirtschaftlichen Genossenschaft in Chora.

Ein paar praktische Regeln erleichtern den Abend. Gegessen wird spät – vor 21 Uhr sind viele Tavernen halb leer, danach füllen sie sich schnell. Im Juli und August solltest du in Chora und an den Strandorten reservieren, auch unter der Woche. Kleine Betriebe in den Bergdörfern nehmen nicht immer Karte, ein Schein in der Tasche schadet also nie. Und wenn du Fisch nach Gewicht bestellst, lass dir die Ware vor dem Wiegen zeigen und den Kilopreis nennen; das ist in Griechenland üblich und beugt Missverständnissen bei der Rechnung vor. Frühstück wiederum ist auf der Insel eher eine Hotelsache – in den Dörfern gibt es morgens Kaffee und Gebäck, mehr selten.

Restaurants in Naxos

Anreise & Mobilität

Anreise nach Naxos mit Fähre und Flugzeug

Direktflüge aus dem deutschsprachigen Raum gibt es nicht – der Weg führt über Athen, und dann entscheidet sich, ob du fliegst oder fährst.

Der übliche Weg ist die Fähre. Ab dem Hafen Piräus bei Athen brauchen die Schiffe je nach Typ und Route rund dreieinhalb bis sieben Stunden: Die schnellen Katamarane schaffen die Strecke in gut dreieinhalb Stunden, die konventionellen Autofähren brauchen etwa fünf, Verbindungen mit vielen Zwischenstopps entsprechend länger – dafür sind die großen Schiffe wetterfester und preiswerter. Alternativ starten Verbindungen in Rafina an der Ostküste Attikas, das näher am Athener Flughafen liegt und für Umsteiger oft die klügere Wahl ist. Angelegt wird mitten in Chora, du stehst nach dem Aussteigen also direkt in der Stadt. Buche im Juli und August vorab, besonders mit Fahrzeug, und rechne bei starkem Meltemi damit, dass zuerst die Schnellfähren gestrichen werden.

Der zweite Weg ist der Inlandsflug. Der Flughafen von Naxos liegt wenige Kilometer südlich von Chora, wird ausschließlich national bedient und von kleinen Propellermaschinen angeflogen; der Flug ab Athen dauert rund 45 Minuten. Die Kontingente sind klein, die Freigepäckgrenzen niedriger als auf internationalen Strecken, und die Verbindungen sind schnell ausgebucht – wer diese Variante will, bucht früh. In der Praxis kombinieren viele beides: Hinflug nach Athen, Fähre auf die Insel, und am Ende der Reise dieselbe Strecke zurück. Plane zwischen Fähre und Anschlussflug immer eine Nacht Puffer ein.

Vor Ort fahren die Überlandbusse der KTEL Naxos ab dem Hafen von Chora. Im Sommer verkehren sie dicht Richtung Agios Prokopios, Agia Anna und Plaka, dazu mehrmals täglich ins Inselinnere nach Halki, Filoti und Apeiranthos sowie in den Norden nach Apollonas; außerhalb der Saison dünnt der Fahrplan deutlich aus. Taxis gibt es, aber nicht viele, und abends kann die Wartezeit lang werden. Für die Ostküste, den Norden und die kleinen Kapellen und Kouroi im Landesinneren führt deshalb kaum ein Weg am Mietwagen vorbei, und auch im Süden der Westküste bist du damit deutlich freier als mit der dünnen Sommerlinie bis Pyrgaki – Roller und Quads sind ebenfalls überall zu haben, auf den kurvigen Bergstraßen aber deutlich anstrengender.

Beim Fahren selbst gibt es zwei Dinge zu wissen. Erstens sind die Bergstraßen eng, kurvig und ohne Randstreifen, Ziegen stehen regelmäßig auf der Fahrbahn, und für dreißig Kilometer brauchst du gern eine Stunde – plane die Etappen entsprechend und fahre nach Einbruch der Dunkelheit langsamer. Zweitens enden viele Zufahrten zu abgelegenen Buchten im Süden als unbefestigte Piste, und die ist in den meisten Mietverträgen ausgeschlossen; ein Schaden dort geht komplett auf deine Rechnung. Tankstellen konzentrieren sich rund um Chora und die Hauptstraße ins Inselinnere, im Osten und Norden solltest du nicht mit halb leerem Tank losfahren.

Mietwagen

Die schönsten Orte liegen abseits von Bahn und Bus — mit dem Mietwagen bist du flexibel.

Partnerangebote in Kürze
Inselhopping & Ausflüge

Ausflüge ab Naxos zu den Kleinen Kykladen und nach Paros

Von kaum einer anderen Kykladeninsel kommst du so leicht weiter – im Hafen von Chora laufen die Linien fast aller Nachbarn zusammen.

Die Portara
Die Portara

Südöstlich von Naxos liegen die Kleinen Kykladen, eine Gruppe winziger Inseln, die von hier aus angebunden sind: Iraklia, Schinoussa, Koufonisia und Donoussa, dazu weiter östlich Amorgos. Bedient werden sie neben den großen Linien von einem kleinen Versorgungsschiff, das die Inseln der Reihe nach abklappert und für viele Reisende zur eigentlichen Attraktion wird – es transportiert Post, Baumaterial und Passagiere in derselben Fahrt. Koufonisia mit seinen hellen Sandbuchten funktioniert als Tagesausflug, alle anderen lohnen eher eine Übernachtung. Prüfe die Fahrpläne genau: Die kleinen Schiffe fahren nicht täglich in jede Richtung und reagieren empfindlich auf Wind.

In die andere Richtung liegt Paros in kurzer Überfahrt gegenüber, mit mehreren Verbindungen pro Tag in der Saison – gut genug für einen Tagesausflug nach Parikia oder Naoussa und zurück. Mykonos ist mit den schnellen Schiffen ebenfalls in überschaubarer Zeit erreichbar, und in der Saison werden ab Naxos auch Tagestouren zur Ausgrabungsinsel Delos angeboten, die in der Antike das religiöse Zentrum der Kykladen war. Nach Santorin und Ios dauert es je nach Boot länger, funktioniert aber als Etappe einer Rundreise. Wer sich nicht festlegen will, bucht Naxos als Basis und entscheidet vor Ort nach Wetterlage.

Für die Planung gelten drei einfache Regeln. Erstens: Buche Fährtickets im Juli und August im Voraus, besonders auf den beliebten Strecken und immer dann, wenn du ein Fahrzeug mitnimmst. Zweitens: Lege nie den Rückflug ab Athen auf denselben Tag wie eine Überfahrt – bei starkem Meltemi fallen zuerst die schnellen Schiffe aus, und der Flieger wartet nicht. Und drittens: Unterschätze die Wege im Hafen nicht. Große Fähren legen in Chora nur kurz an, das Einsteigen läuft zügig, und wer erst zehn Minuten vorher am Kai steht, sucht im Gedränge noch nach dem richtigen Schiff.

Stadtviertel

Die Stadtviertel von Naxos – und welches zu dir passt

Beste Reisezeit & Wetter

Beste Reisezeit für Naxos zwischen Badesaison und Meltemi

Zwischen Ostern und Ende Oktober läuft die Saison – und weil Naxos von der eigenen Landwirtschaft lebt, steht die Insel auch danach nicht komplett still.

Das Klima auf Naxos ist mediterran und stark vom Meer geprägt: milde, feuchte Winter um 14 Grad, ein spät startendes Frühjahr, sehr trockene Sommer und ein langer, warmer Herbst. Regen fällt fast ausschließlich zwischen November und März, dann ist das Inselinnere für ein paar Wochen grün. Über den Sommer entscheidet weniger das Thermometer als der Meltemi, der trockene Nordwind, der von Juni bis September auftritt und im Juli und August tagelang durchhalten kann: Er nimmt der Hitze die Schwere, treibt aber die exponierten Strände auf und lässt Schnellfähren ausfallen. Weil die Insel Berge hat, liegen die Werte im Inselinneren ein paar Grad unter denen an der Küste.

Jan14°9°still, Bergland grün
Feb14°9°windig und feucht
Mär16°10°Mandelblüte, kaltes Meer
Apr19°12°Saisonstart um Ostern
Mai23°15°warm, Strände leer
Jun27°19°Meer badbar, faire Preise
Jul29°22°Hochsaison, Meltemi
Aug29°23°heiß, alles ausgebucht
Sep26°20°Meer noch sommerwarm, ruhiger
Okt22°17°mild, Saison läuft aus
Nov19°14°Regen, Olivenernte
Dez15°11°leer, kaum Betrieb

Beste Reisezeit · Balken = Tageshöchstwert

Die beste Reisezeit für Naxos sind Mai, Juni und September. Dann liegen die Höchstwerte zwischen 23 und 27 Grad, das Meer ist ab Juni angenehm warm und bleibt im September noch fast so warm wie im August, der Meltemi bläst schwächer als im Hochsommer, und Preise wie Andrang bleiben deutlich unter dem Niveau von Juli und August. Für Wanderungen auf den Zas und durch die Tragea sind April, Mai und Oktober die klar besseren Monate, weil im Hochsommer ab dem späten Vormittag jeder Aufstieg zur Quälerei wird. Juli und August funktionieren als reiner Strandurlaub, verlangen aber frühe Buchungen. Von November bis März ist die Insel ruhig, viele Strandbetriebe geschlossen – dafür grün wie sonst nie.

Gut zu wissen

Häufige Fragen zu Naxos

Wie viele Tage sollte man für Naxos einplanen?
Vier bis fünf Tage sind das Minimum, wenn du Chora, zwei Strandtage und eine Runde durch die Bergdörfer unterbringen willst. Mit einer Woche kommen die Ostküste, ein Zas-Aufstieg und ein Abstecher zu den Kleinen Kykladen dazu. Den Anreisetag zählst du besser nicht mit, den frisst die Fährüberfahrt.
Braucht man auf Naxos einen Mietwagen?
Für Chora und die Strände bis Plaka nicht – dorthin fahren im Sommer regelmäßig Busse ab dem Hafen. Sobald du ins Inselinnere oder an die Ostküste willst, brauchst du ein Fahrzeug; südlich von Mikri Vigla fährt im Hochsommer zwar noch eine dünne Linie bis Pyrgaki, flexibel bist du dort aber nur mit eigenem Auto. Am günstigsten mietest du erst ab dem dritten Tag, weil die ersten beiden ohnehin ohne auskommen.
Welcher Strand auf Naxos passt zu welchem Urlaubstyp?
Agios Georgios für Familien mit kleinen Kindern und Surfanfänger, Agios Prokopios für Liegen, Bars und kurze Wege, Agia Anna für Tavernen direkt am Wasser, Plaka für lange Spaziergänge und Platz auch im August, Mikri Vigla für Kitesurfer und Alyko, Kastraki und Pyrgaki für alle, die möglichst wenig Infrastruktur wollen.
Wie lange dauert die Wanderung auf den Berg Zas?
Vom Einstieg an der Kapelle Agia Marina oberhalb von Filoti rechne mit anderthalb bis zwei Stunden hinauf und etwas weniger zurück. Der Weg ist markiert, steinig und komplett ohne Schatten und Wasser – starte früh, nimm mehr zu trinken mit als du denkst und feste Schuhe. Die Variante über die Zas-Höhle verlängert die Runde spürbar.
Ist Naxos günstiger als Mykonos oder Santorin?
Deutlich. Hotels, Tavernen und Liegen kosten hier spürbar weniger als auf den beiden bekannten Nachbarn, und das liegt auch daran, dass die Insel eigene Landwirtschaft hat und nicht alles importieren muss. Teuer wird es nur in der Hochsaison in den Strandorten – im Mai, Juni und September verschiebt sich das Preisniveau noch einmal nach unten.
Eignet sich Naxos für Familien mit Kindern?
Sehr gut. Der Stadtstrand Agios Georgios fällt so flach ab, dass Kinder weit hinauslaufen können, Agios Prokopios und Agia Anna bieten Liegen, Tavernen und Busanbindung, und die Wege zwischen Unterkunft, Strand und Abendessen bleiben kurz. Für Ausflüge ins Bergland brauchst du ein Auto und solltest die kurvigen Strecken bei empfindlichen Mägen einplanen.
Was ist Kitron und wo probiert man ihn?
Kitron ist ein Likör aus Blättern und Früchten der Zitronatzitrone, den es auf Naxos in drei Ausbaustufen gibt: grün und mild-süß, gelb als Mittelweg und klar als kräftigste Variante. Probieren kannst du ihn in der Destillerie Vallindras in Halki, die seit 1896 arbeitet und zur Führung durch die alten Brennräume eine Verkostung anbietet.
Welche Spezialitäten sollte man auf Naxos probieren?
Den Graviera, einen festen Kuhmilchkäse mit geschützter Ursprungsbezeichnung, dazu den salzigen Arseniko und frischen Xinomizithra. Die Kartoffeln der Insel werden in ganz Griechenland unter ihrem Namen verkauft, das Rindfleisch von den Weiden der Tragea steht auf vielen Karten eigens ausgewiesen, und zum Abschluss gehört ein Glas Kitron dazu.
Wie kommt man von Naxos zu den Kleinen Kykladen?
Ab dem Hafen von Chora. Neben den großen Linien bedient ein kleines Versorgungsschiff Iraklia, Schinoussa, Koufonisia und Donoussa und fährt weiter bis Amorgos. Koufonisia funktioniert als Tagesausflug, für die übrigen lohnt eine Übernachtung. Die Fahrpläne wechseln saisonal und die kleinen Schiffe reagieren empfindlich auf Wind – prüfe sie am Vortag.
Wo wohnt man auf Naxos am besten?
In Chora, wenn du abends zu Fuß essen gehen und ohne Auto auskommen willst. In Agios Prokopios oder Agia Anna, wenn Strand und Busanbindung zählen. Weiter südlich zwischen Plaka und Kastraki, wenn du Ruhe suchst und ein Fahrzeug hast. Die Häuser der gehobenen Kategorie liegen fast alle auf der Anhöhe von Stelida zwischen Chora und Agios Prokopios.
Was bedeutet der Meltemi für den Strandtag?
Der trockene Nordwind tritt von Juni bis September auf, ist im Juli und August am kräftigsten und kann tagelang durchhalten. Er senkt die gefühlte Hitze deutlich, wirbelt an offenen Abschnitten aber Sand auf. Die Lösung ist kein Ortswechsel, sondern ein Wechsel der Seite: An Landzungen wie Mikri Vigla liegt der Süden im Windschatten, während der Norden zum Kitesurf-Revier wird.
Lohnt sich Naxos außerhalb der Hauptsaison?
Ja, wenn du weißt, was dich erwartet. Im April und Mai ist das Inselinnere grün, die Tragea blüht und Wanderungen sind angenehm, nur das Meer ist noch frisch. Im Oktober bleibt das Wasser lange warm, während nach und nach Strandbetriebe schließen. Von November bis März ist die Insel ruhig und viele Restaurants geschlossen – prüfe vorher, ob deine Unterkunft geöffnet hat.
Kann man Naxos gut mit einer anderen Insel verbinden?
Naxos ist dafür eine der besten Basen der Kykladen. Paros liegt in kurzer Überfahrt gegenüber, Mykonos ist mit schnellen Schiffen gut erreichbar, Santorin und Ios dauern länger, funktionieren aber als Etappe. Buche im Juli und August vorab und plane zwischen der letzten Überfahrt und dem Rückflug ab Athen eine Nacht Puffer ein.

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Was erleben.

NaxosWenn die Fähre am späten Nachmittag in den Hafen von Chora einläuft, glüht das Marmortor der Portara auf seiner vorgelagerten Halbinsel im tiefen Westlicht, und dahinter beginnt eine Insel, die sehr viel größer ist als das, was man vom Schiff aus sieht.
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