Die schönsten Strände auf Naxos von Agios Prokopios bis Pyrgaki
Die Westküste ist im Grunde ein einziger langer Sandstreifen, den nur ein paar Felsnasen unterbrechen – und je weiter du nach Süden fährst, desto leerer wird er.

Der erste Strand beginnt schon am Ortsrand von Chora: Agios Georgios ist eine flache, von einem vorgelagerten Riff geschützte Bucht, in der man zwanzig Meter weit hineinlaufen kann, ohne dass das Wasser über die Hüfte steigt. Genau deshalb sitzen hier die Wind- und Wingsurfschulen der Insel und genau deshalb funktioniert der Strand mit kleinen Kindern besser als jeder andere. Vom Hafen läufst du in einer Viertelstunde hin, abends reihen sich Bars und Tavernen an der Promenade. Ein paar Kilometer weiter südlich, hinter der Anhöhe von Stelida, liegt Agios Prokopios, der populärste Badeort von Naxos: ein langer Streifen weichen, hellen Sandes vor ruhigem Wasser, gesäumt von Liegenreihen, Cafés und Strandbars, dahinter eine flache Salzlagune, an der im Frühjahr regelmäßig Zugvögel rasten.
Südlich davon geht es ruhiger zu. Agia Anna ist ein kleiner Hafenort mit Fischerbooten, ein paar Tavernen direkt über dem Wasser – die Gorgona arbeitet dort seit 1970 – und einem kurzen, gut versorgten Sandstrand. Gleich dahinter beginnt Plaka, der mit rund vier Kilometern längste Strand der Insel und für viele der schönste: feiner Sand, niedrige Dünen, Tamarisken als einziger natürlicher Schatten und in großen Abständen eine Strandbar oder Taverne. Weil Plaka so lang ist, findest du hier selbst im August noch Platz, wenn du nur ein paar Minuten weiter läufst; der mittlere Abschnitt ist organisiert, an den Rändern liegt man frei, und ein Teilstück wird traditionell von FKK-Gästen genutzt.
Hinter Plaka wird die Küste rauer. Mikri Vigla ist eine Landzunge, die zwei sehr unterschiedliche Strände trennt: Auf der Nordseite steht der Meltemi im Sommer so verlässlich an, dass sich hier eines der bekanntesten Kitesurf-Reviere der Ägäis entwickelt hat, während die Südseite im Windschatten flach und ruhig bleibt – an windigen Tagen wechselst du also nicht den Ort, sondern die Seite der Landzunge. Danach folgt der weite Bogen von Kastraki mit wenig Infrastruktur, dahinter Alyko, wo ein Wacholderwald, den die Einheimischen Zedernwald nennen, direkt auf den Dünen wächst und die Ruine eines nie fertiggestellten Hotels von Streetart-Künstlern übernommen wurde. Ganz im Süden liegen Pyrgaki und Agiassos, wo der Asphalt streckenweise endet und an vielen Tagen kaum jemand liegt.
Drei Dinge machen den Strandtag auf Naxos einfacher. Erstens der Schatten: Außer den Tamarisken an Plaka und dem Wäldchen von Alyko gibt es kaum welchen, du mietest also eine Liege mit Schirm oder bringst einen mit. Zweitens die Anbindung – bis Plaka fahren im Sommer regelmäßig Busse ab dem Hafen von Chora, südlich von Mikri Vigla bleibt im Hochsommer nur noch eine dünne Linie bis Pyrgaki, sodass du für spontane Wechsel zwischen den Buchten ein eigenes Fahrzeug brauchst, und für die letzten Meter zu einzelnen Buchten sind unbefestigte Pisten normal, die viele Mietverträge ausschließen. Und drittens die Ostseite: Wenn an der Westküste zu viel Betrieb herrscht, lohnt die Fahrt über die Berge nach Moutsouna oder Psili Ammos, wo du Kiesel- und Sandbuchten fast ohne Liegenreihen findest, dafür aber auch ohne Versorgung.












