Wohin in Griechenland — von den Kykladen bis zum Festland
Die erste Entscheidung fällt nicht beim Hotel, sondern bei der See – die kahlen Kykladen liegen anders als das grüne Ionische Meer, und Kreta zählt fast als eigenes Land.

Griechenland zerfällt in zwei grundverschiedene Reisewelten, und die erste Weiche stellst du zwischen Inseln und Festland. Die Ägäis im Osten trägt die berühmten Namen: die Kykladen mit Santorin, Mykonos und dem größeren, entspannteren Naxos, dazu der Dodekanes um Rhodos und Kos direkt vor der türkischen Küste. Das Ionische Meer im Westen ist grüner, feuchter und italienisch geprägt, mit Korfu, Kefalonia und Zakynthos. Wer zum ersten Mal kommt und das weiß-blaue Postkartenbild sucht, landet fast zwangsläufig auf den Kykladen; wer Pinien, Schatten und türkise Buchten statt kahler Felsen will, fliegt besser ins Ionische Meer.
Das Festland wird als Ziel oft übersehen, dabei liegt hier die halbe Antike samt der eindrucksvollsten Landschaften. Von Athen aus erreichst du den Peloponnes mit Mykene, Olympia und Epidauros in wenigen Stunden, während Delphi am Parnass und die Klosterfelsen von Meteora nach Norden führen. Wer Berge statt Strände sucht, fährt in den Epirus mit der Vikos-Schlucht und den steinernen Dörfern der Zagoria, und Thessaloniki im Norden ist die junge, kulinarische Gegenspielerin Athens. Das Festland verlangt fast immer einen Mietwagen, belohnt dich dafür aber mit Ruinen, die du dir mit einer Handvoll Reisender teilst statt mit ganzen Kreuzfahrtschiffen.
Kreta spielt in einer eigenen Liga und ist fast ein kleiner Kontinent für sich, mit dem Minoerpalast von Knossos, der Samaria-Schlucht, den Lagunen von Balos und einer Bergkette, die im April noch Schnee trägt. Für Kreta allein planst du gut eine Woche. Ähnlich autark ist der Peloponnes. Als grobe Faustregel reicht eine Woche für eine Insel oder eine Festlandregion; fürs klassische Inselhüpfen über mehrere Kykladen oder für die Kombination aus Athen und Insel nimmst du dir besser zehn bis vierzehn Tage. Kürzer als eine Woche lohnt vor allem ein Städtetrip nach Athen, den du mit einem Tagesausflug auf eine der Saronischen Inseln verlängerst.











































