Stadt · Spanien

Girona

Vom Pont de Sant Agustí aus doppeln sich morgens die ocker- und rostroten Fassaden im stehenden Wasser des Onyar, und darüber schieben sich der abgeschlagene Turm von Sant Feliu und die Kathedrale in den Himmel.

5 Stadtviertel10 Sehenswürdigkeiten7 Hotels
Überblick

Deine Girona-Reise auf einen Blick

Beste Reisezeit
Frühling und Frühherbst (April bis Juni, September bis Oktober) sind ideal: angenehm mild, gut zum Treppensteigen und Bummeln, mit weniger Andrang. Im Mai verwandelt das Blumenfestival Temps de Flors die Altstadt und Innenhöfe in ein Blütenmeer. Der Sommer ist warm und belebt, der Winter ruhig und kühl.
Über Girona

Reisen nach Girona

Girona ist die Stadt, die die meisten Reisenden nur vom Flughafenschild oder aus dem Zugfenster kennen – dabei liegt sie knapp 40 Minuten mit dem Hochgeschwindigkeitszug nördlich von Barcelona, auf halber Strecke zwischen den Pyrenäenausläufern und den Buchten der Costa Brava. Die Römer legten hier an der Via Augusta das befestigte Gerunda an, und der Grundriss dieser Força Vella steckt bis heute im Barri Vell: ein Geflecht aus Treppengassen, Bogengängen und Innenhöfen, das sich am Osthang über dem Fluss staut und von der Kathedrale Santa Maria gekrönt wird, deren Schiff mit knapp 23 Metern das breiteste gotische Kirchenschiff der Welt ist. Ein paar Schritte tiefer beginnt mit El Call eines der besterhaltenen jüdischen Viertel Europas, in dem im 13. Jahrhundert mit Nachmanides einer der bedeutendsten Gelehrten des mittelalterlichen Judentums lehrte. Am Wasser reihen sich die Cases de l'Onyar aneinander, deren Farbigkeit aus einem Sanierungsplan der 1980er-Jahre stammt; dazwischen spannt sich die leuchtend rote Eisenbrücke, die Gustave Eiffels Firma 1877 lieferte. Über allem läuft der Passeig de la Muralla, ein begehbarer Wehrgang, von dem aus du an klaren Tagen bis in die Pyrenäen siehst. Auf dem Westufer wird es alltäglich: Mercadal mit der Plaça de la Independència, dahinter der Parc de la Devesa mit seinen ungewöhnlich hohen Platanen. Und weil im Umland eine der dichtesten Küchenlandschaften Europas gewachsen ist – bis hin zum dreifach besternten El Celler de Can Roca –, ist Girona für viele zuerst eine Essensstadt und erst danach eine Kulisse.

Girona – Karte
Reiseführer

Girona von A bis Z

Aktualisiert August 2026

Der Zug aus Barcelona hält nach knapp vierzig Minuten, du läufst zehn Minuten ostwärts, überquerst den Onyar – und stehst vor einer Häuserzeile in Ocker, Rost und Senfgelb, die sich im stehenden Wasser verdoppelt. Dahinter beginnt eine mittelalterliche Stadt, die man erklettern muss – Treppengassen, Bogengänge, ein Wehrgang über den Dächern und ganz oben eine Kathedrale, deren Schiff breiter ist als jedes andere gotische der Welt. Girona ist keine Kulisse für einen Nachmittag, auch wenn die meisten Besucher genau das daraus machen. Es ist eine Stadt, die man in der zweiten Nacht versteht, wenn die Tagesgäste zurück an die Küste gefahren sind und in den Gassen des Barri Vell nur noch Schritte auf Kopfstein zu hören sind.

Sehenswürdigkeiten

Die wichtigsten Sehenswürdigkeiten in Girona

Das historische Zentrum passt in einen Kreis von gut einem Kilometer – der Aufwand steckt nicht in der Entfernung, sondern in den Höhenmetern.

Der Bezugspunkt für alles Weitere ist die Kathedrale Santa Maria. Von der Plaça de la Catedral führt eine barocke Freitreppe mit rund neunzig Stufen hinauf zur Fassade, und oben wartet der eigentliche Superlativ: ein einziges Schiff von knapp 23 Metern Breite, das ohne Seitenschiffe auskommt und damit als breitestes gotisches Kirchenschiff der Welt gilt. Über Jahrhunderte wuchs der Bau in Etappen, weshalb an der Nordseite noch der romanische Kreuzgang mit seinen erzählfreudigen Kapitellen steht. Was du dort keinesfalls auslassen solltest, ist die Schatzkammer mit dem Tapís de la Creació, einer romanischen Stickerei, die den Schöpfungsbericht in konzentrischen Kreisen ausbreitet, sowie dem Beatus-Codex aus dem 10. Jahrhundert mit seinen leuchtenden Apokalypse-Miniaturen. Gleich neben der Treppe zeigt das Museu d'Art im ehemaligen Bischofspalast mittelalterliche Tafelmalerei und Skulptur aus der ganzen Region.

Ein paar Höhenmeter tiefer, am nördlichen Ende der Altstadt, steht die Basílica de Sant Feliu mit ihrem markant abgeschlagenen Glockenturm, dessen Spitze nach einem Blitzschlag im 16. Jahrhundert nie wieder aufgesetzt wurde. Im Inneren sind acht frühchristliche und römische Sarkophage in die Wände des Presbyteriums eingelassen, dazu liegen hier die Gebeine des Stadtpatrons Sant Narcís, um den sich die bekannteste Legende Gironas rankt: Als französische Truppen im Mittelalter sein Grab schändeten, sollen Schwärme von Fliegen daraus hervorgekommen sein und die Belagerer vertrieben haben. Vor der Kirchentreppe steht auf einer Säule die Lleona, eine steinerne Löwin – wer der Tradition folgt und ihr Hinterteil küsst, kehrt angeblich nach Girona zurück. Die Kopie sitzt weit oben auf ihrer Säule, du musst also hinaufklettern – dafür gibt es eine Stufe am Sockel, und genau dieses Bild machen hier alle.

Am Fluss selbst liegt das meistfotografierte Motiv der Stadt. Die Cases de l'Onyar stehen mit den Rückseiten direkt im Flussbett, ihre Farbigkeit in Ocker, Rost, Gelb und gebrochenem Rot geht auf einen Sanierungsplan der 1980er-Jahre zurück, für den Künstler und Architekten gemeinsam eine Palette festlegten. Betreten kannst du nur eines dieser Häuser: die Casa Masó in der Carrer de les Ballesteries, Geburtshaus des Architekten Rafael Masó, der Girona im frühen 20. Jahrhundert seinen noucentistischen Stempel aufdrückte. Die Räume sind komplett möbliert erhalten, und von der Galerie schaust du direkt aufs Wasser. Zwischen den Häuserzeilen spannt sich der leuchtend rote Pont de les Peixateries Velles, 1877 von Gustave Eiffels Werkstatt geliefert – das Fachwerk der Brücke rahmt den Blick auf die Kathedrale so präzise, als wäre es dafür gebaut worden.

Nach oben gehört der Passeig de la Muralla, der begehbare Wehrgang auf der mittelalterlichen Stadtmauer, und nach unten die Banys Àrabs, eine Badeanlage des späten 12. Jahrhunderts mit achteckigem Becken unter einer Lichtlaterne. Nördlich davon, jenseits des Bachs Galligants, steht das romanische Kloster Sant Pere de Galligants, das heute die archäologische Sammlung Kataloniens beherbergt. Wer Museen mag oder in einen Regentag gerät, findet in der Carrer de la Força das Museu d'Història de Girona, untergebracht in einem ehemaligen Kapuzinerkonvent mit den steinernen Nischen des alten Konventsfriedhofs im Keller, und auf der anderen Flussseite das Museu del Cinema mit einer der besten europäischen Sammlungen zur Vorgeschichte des Films – Laterna magica, Schattenspiele, frühe Projektoren.

Sehenswürdigkeiten in Girona

Alle 10 Sehenswürdigkeiten
El Call

El Call und die jüdische Geschichte von Girona

Das jüdische Viertel ist kein Museumsquartier, sondern ein bewohnter Teil der Altstadt – die meisten Türen, an denen du vorbeigehst, sind Wohnungstüren.

El Call
El Call

Die Achse des Call ist die Carrer de la Força, die dem Verlauf der römischen Hauptstraße durch die Força Vella folgt. Nach Osten und Westen zweigen von ihr Gassen ab, die nach wenigen Metern zu Treppen werden, sich unter Bogengängen verengen und in Innenhöfen enden, aus denen es keinen Ausgang gibt. Genau diese Dichte macht den Reiz aus: Girona besitzt eines der besterhaltenen jüdischen Viertel Europas, weil hier nach der Vertreibung kaum abgerissen, sondern zugemauert und überbaut wurde. Häuser wuchsen zusammen, Fenster verschwanden hinter Mauerwerk, ganze Gassenabschnitte lagen jahrhundertelang unter späteren Anbauten. Erst ab der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts wurde das Viertel systematisch freigelegt und restauriert – was du heute abläufst, ist zu großen Teilen wiedergewonnener Stadtraum.

Die jüdische Gemeinde Gironas ist seit dem 9. Jahrhundert belegt und war über Jahrhunderte eine der einflussreichsten der Iberischen Halbinsel. Ihr bekanntester Kopf war Moshe ben Nachman, in Katalonien Bonastruc ça Porta genannt und als Nachmanides bekannt: Rabbiner, Arzt, Bibelkommentator und eine zentrale Figur der Girona-Schule der Kabbala, die im 13. Jahrhundert mystische Traditionen systematisierte, welche bis heute nachwirken. Mit den Pogromen des 14. Jahrhunderts und dem Vertreibungsedikt von 1492 endete diese Geschichte abrupt; die Gemeinde verließ die Stadt, ihre Häuser wechselten den Besitzer, der Friedhof am Hang der Montjuïc wurde abgeräumt und die Grabsteine als Baumaterial verwendet. Ein Teil dieser Steine ist erhalten und heute wieder zu sehen.

Erzählt wird das im Museu d'Història dels Jueus im Centre Bonastruc ça Porta, mitten im Viertel und in einem Gebäudekomplex untergebracht, in dem die letzte Synagoge der Stadt vermutet wird. Die Ausstellung führt vom Alltag der Gemeinde über Handwerk, Handel und Gelehrsamkeit bis zu Vertreibung und Nachleben, mehrere Räume gruppieren sich um einen stillen Innenhof, und im Untergeschoss stehen die geborgenen mittelalterlichen Grabsteine. Für einen ersten Zugang reicht eine gute Stunde, wer Inschriften liest, bleibt länger. Im selben Haus sitzt ein Institut, das die jüdische Geschichte Kataloniens erforscht – entsprechend sachlich und ohne Folklore ist der Ton der Ausstellung.

Praktisch gilt für das Call dasselbe wie für die ganze Altstadt: Geh früh oder spät. Zwischen elf und vier schieben sich Gruppen durch die Carrer de la Força, danach hast du die Seitengassen fast für dich, und im Licht des späten Nachmittags kommt die Struktur der Steinwände überhaupt erst zur Geltung. Feste Schuhe sind keine Übertreibung, das Pflaster ist unregelmäßig und stellenweise abgelaufen glatt. Wer die Zusammenhänge verstehen will, statt Gassen abzuhaken, nimmt einen geführten Rundgang durch El Call – die Erklärungen sind hier deutlich wertvoller als bei den großen Bauwerken, weil man dem Viertel seine Geschichte von außen kaum ansieht. Und ein Hinweis, den man in Girona öfter hört: Hinter vielen der schönsten Türen wohnen Menschen, die morgens zur Arbeit wollen.

Stadtmauer & Flussufer

Auf der Stadtmauer von Girona und am Onyar entlang

Der Wehrgang ist der beste erste Programmpunkt der Reise, weil du von oben in einer halben Stunde begreifst, wie die Stadt gebaut ist.

Passeig de la Muralla
Passeig de la Muralla

Gironas Mauern sind ein Palimpsest: römische Fundamente aus der Gründungszeit der Stadt, karolingische und mittelalterliche Aufstockungen, dazu Bastionen aus der Zeit, als Girona zu den am häufigsten belagerten Städten Europas gehörte – die Chronik zählt Dutzende Belagerungen, die berühmteste hielt 1809 monatelang gegen napoleonische Truppen stand. Im 19. Jahrhundert wurden Abschnitte geschleift, weil die Stadt Luft brauchte; ab der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts stellte man die erhaltenen Teile als durchgehenden Spazierweg wieder her. Der Passeig de la Muralla führt heute vom Bereich um Sant Pere de Galligants im Norden entlang der Ostflanke der Altstadt bis in die Höhe der Universitätsgebäude im Süden, mit Auf- und Abstiegen an mehreren Stellen.

Oben wechseln sich schmale Wehrgänge, begrünte Abschnitte und quadratische Türme ab, auf die du hinaufsteigen kannst. Vom höchsten Punkt bei der Torre Gironella liegt die Altstadt als Ziegeldachlandschaft unter dir, dahinter die Ebene mit dem Fluss Ter, im Osten die bewaldeten Rücken der Gavarres und bei klarer Luft nach Norden die Silhouette der Pyrenäen. In den Jardins dels Alemanys direkt an der Mauer stehen die Ruinen einer alten Kaserne zwischen Zypressen und Efeu. Zwei Dinge solltest du einplanen: Schatten gibt es nur streckenweise, im Juli und August läufst du den Wehrgang deshalb besser vor zehn oder nach sieben. Und an einigen Kanten ist es weit nach unten, ohne dass ein Geländer daran erinnert – mit kleinen Kindern gehst du besser Hand in Hand.

Unten übernimmt der Onyar. Der Fluss ist schmal, oft träge und im Sommer stellenweise fast still – genau deshalb funktioniert die Spiegelung der Häuserfassaden so gut. Die klassische Perspektive hast du vom Pont de Sant Agustí flussabwärts nach Norden, mit den bunten Rückseiten links und rechts und der Kathedrale als Abschluss; die zweite gute Position ist die rote Eiffelbrücke selbst, deren Fachwerk als Rahmen dient. Er fließt dabei von Süden nach Norden, und die vielfotografierte Zeile steht am östlichen Altstadtufer – sie kehrt dem Wasser ihre Westfassaden zu. Morgens liegt die Sonne auf den Fassaden der Westseite, am späten Nachmittag und Abend auf denen der Ostseite, und in der halben Stunde vor Sonnenuntergang bekommt der ganze Zug ein warmes, sattes Rot. Der Pont de Pedra, die steinerne Hauptbrücke, ist tagsüber der belebteste Übergang und der praktischste Bezugspunkt, wenn du dich in den Gassen verlaufen hast.

Einmal im Jahr kippt dieses Bild vollständig. Beim Blumenfestival Temps de Flors im Mai öffnen Höfe, Treppenhäuser und Baudenkmäler, die sonst verschlossen sind, und werden mit Blumeninstallationen bespielt – die Kathedralentreppe, die Banys Àrabs, private Patios im Call, ganze Gassenabschnitte. Die meisten Installationen sind frei zugänglich, das Publikum kommt aus ganz Katalonien, und du solltest wissen, worauf du dich einlässt: Die Altstadt ist dann so voll, dass an vielen Stellen Einbahnverkehr für Fußgänger gilt, und Hotelzimmer sind Monate vorher weg. Wer die Installationen sehen will, ohne im Strom zu stehen, geht früh am Morgen los. Wer Ruhe sucht, legt die Reise bewusst daneben.

Rundgang & Tagesplan

Girona an einem Tag – ein Rundgang durch das Barri Vell

Ein voller Tag reicht für das Wesentliche, wenn du die Reihenfolge nach dem Licht und nicht nach der Karte wählst.

Starte auf dem Westufer, dort kommst du vom Bahnhof ohnehin an. Erster Halt ist der Pont de Sant Agustí für den Blick flussabwärts auf die Cases de l'Onyar, solange das Wasser noch spiegelglatt ist und niemand vor dir auf der Brücke steht – die Farben der Zeile kommen erst am späten Nachmittag, für die Spiegelung ist der frühe Morgen die bessere Zeit. Danach über die rote Eiffelbrücke hinüber in die Altstadt und durch die Rambla de la Llibertat, deren Arkaden um diese Zeit noch nach nassem Stein und Kaffee riechen. Von dort steigst du über die Carrer de les Ballesteries hinauf; wenn du die Casa Masó mitnehmen willst, das einzige begehbare der bunten Häuser, klärst du die Besuchszeiten am besten vorab, weil der Zugang in kleinen Gruppen erfolgt.

Am Vormittag gehört die Höhe dir. Über die Pujada de Sant Domènec oder die Carrer de la Força arbeitest du dich hinauf zur Kathedrale, nimmst dort die Freitreppe, das breite Schiff, den Kreuzgang und die Schatzkammer mit dem Tapís de la Creació mit, und gehst anschließend gleich weiter auf den Passeig de la Muralla – von oben ordnet sich alles, was am Nachmittag noch folgt. Der Abstieg im Norden bringt dich zu den Banys Àrabs und über den Galligants zum romanischen Kloster Sant Pere. Für die Mittagspause bist du damit am richtigen Ende der Stadt: Die Terrassen rund um Sant Feliu und in den Gassen darunter füllen sich ab halb zwei, vorher bekommst du problemlos einen Tisch.

Der Nachmittag gehört dem Call. Nimm dir die Carrer de la Força vor, biege in jede Seitengasse ab, die dich interessiert, und plane das Museu d'Història dels Jueus fest ein – ohne diesen Kontext bleibt das Viertel eine hübsche Gasse. Wer danach noch Kraft hat, hängt das Museu d'Història de Girona an oder wechselt über den Pont de Pedra zurück nach Mercadal, um durch die Carrer Santa Clara zu bummeln und auf der Plaça de la Independència einen Kaffee zu trinken. Bei Hitze ist der Parc de la Devesa der logische Zwischenstopp, weil die Platanenalleen selbst um vier Uhr nachmittags Schatten werfen.

Für den Abend zurück ins Barri Vell. Die Stunde vor Sonnenuntergang auf der Stadtmauer oder auf der Treppe vor der Kathedrale ist die beste des Tages, danach isst du in der Altstadt oder auf der Mercadal-Seite – reserviere, gerade an Wochenenden. Wer zwei Tage hat, nimmt am zweiten Vormittag den Spaziergang hinauf ins Tal von Sant Daniel mit dem Benediktinerinnenkloster oder weiter auf den Hausberg Montjuïc mit Blick zurück auf die Stadt, und lässt den Nachmittag im Museu del Cinema oder bei einem Ausflug nach Besalú ausklingen. Drei Tage decken zusätzlich einen Tag an der Costa Brava oder in Figueres ab.

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Essen & Trinken

Restaurants in Girona und die Küche des Empordà

Girona isst spät, gut und erstaunlich ambitioniert für seine Größe – und der Grund dafür trägt seit Jahrzehnten denselben Nachnamen.

Für den normalen Abend funktioniert die mittlere Ebene am besten. Cal Ros kocht seit 1890 hinter der Rambla katalanische Marktküche in Gewölberäumen, unaufgeregt und ohne Interesse an Moden. Das Cafè Le Bistrot an der Treppe von Sant Martí ist der Klassiker mit französischem Brasserie-Einschlag und Tischen direkt auf den Stufen – einer der wenigen Orte, an denen sich der Trubel lohnt. Auf der anderen Flussseite ist Txalaka die laute, gute Variante: eine baskische Pintxos-Bar nahe der Devesa, in der du dir von der Theke nimmst, was dir gefällt, und am Ende die Spieße gezählt werden. Und König an der Plaça de la Independència ist seit 1973 die Adresse für Tapas und belegte Brote unter den Arkaden, wenn es schnell gehen soll.

Eine Stufe darüber wird es kreativ. Nu im Barri Vell arbeitet mit asiatischen Einflüssen auf katalanischer Grundlage und ist aus dem Umfeld des Sternehauses Massana hervorgegangen; Occi nahe der Rambla kocht katalanisch, aber mit sichtbarem eigenen Kopf. Beide Häuser sind klein, beide arbeiten mit wechselnden Menüs, und in beiden Fällen ist eine Reservierung kein Formalismus, sondern Voraussetzung. Wer das Spektrum der Region an einem Abend probieren will, fährt mit Menüs besser als mit der Karte – die Küchen des Empordà denken ohnehin in Abfolgen und nicht in Hauptgerichten.

Der Grund, warum Feinschmecker Girona überhaupt auf dem Zettel haben, steht am Stadtrand. El Celler de Can Roca der Brüder Joan, Josep und Jordi Roca trägt drei Michelin-Sterne und stand zweimal an der Spitze der Liste der weltbesten Restaurants; Tische werden viele Monate im Voraus vergeben, und die Warteliste ist eher eine Frage der Geduld als des Geldes. Wer keinen Platz bekommt, hat trotzdem Zugang zur Familiengeschichte: Can Roca, das Elternlokal von 1967, serviert weiterhin bodenständige katalanische Hausmannskost zu Preisen, die mit dem Nachbarn nichts zu tun haben, und in der Innenstadt verkauft Jordi Rocas Eisdiele Rocambolesc die verspielte Variante seiner Desserts über die Theke.

Regional heißt hier Empordà. Aus L'Escala kommen gesalzene Sardellen, aus den Hügeln Richtung Küste die Weine der DO Empordà, aus der Ebene Gemüse, und die Küche verbindet traditionell Meer und Land zu mar i muntanya – Hühnchen mit Langusten, Fleischbällchen mit Tintenfisch. Dazu Escalivada, über der Glut geröstete Auberginen und Paprika, gehäutet und mit Olivenöl angemacht, und im Empordà die botifarra dolça, eine süße Wurst, die Ortsfremde erst einmal irritiert. Die Süßspeise der Stadt ist der Xuixo, eine frittierte, mit Crema catalana gefüllte Teigrolle im Zuckermantel, die es in guten Konditoreien frisch gibt. Und zur Uhrzeit: Mittagessen beginnt gegen halb zwei, Abendessen selten vor neun. Wer um sieben in eine Küche will, landet in der Tapas-Ebene, was kein Nachteil ist.

Restaurants in Girona

Alle 8 Restaurants
Übernachten

Hotels in Girona und die passende Lage für die Nacht

Die meisten kommen als Tagesgäste – genau deshalb lohnt die Übernachtung, weil die Altstadt gegen sieben eine andere Stadt wird.

Im Barri Vell wohnst du klein und historisch. Die Pensió Bellmirall liegt in einem jahrhundertealten Steinhaus keine hundert Meter von der Kathedrale, die Casa Cundaro nutzt Räume im Call, teils mit sichtbarem mittelalterlichem Mauerwerk, ebenfalls in Rufweite des Doms. Beide Häuser sind charaktervoll und knapp bemessen: wenige Zimmer, Treppen statt Aufzug, kein Zufahrtsweg für Autos. Wer mit schwerem Gepäck kommt, sollte das einkalkulieren – die letzten hundert Meter gehen über Kopfstein und Stufen. Dafür stehst du morgens vor der Tür und hast die Gassen für dich, bevor die ersten Gruppen vom Bahnhof heraufkommen.

Etwas mehr Komfort bei ähnlicher Lage bieten das Hotel Nord 1901, ein familiengeführtes Haus mit Garten und Pool nur Minuten von der Kathedrale, und das Hotel Museu Llegendes de Girona in einem restaurierten Gebäude des 18. Jahrhunderts zwischen Kathedrale und Sant Feliu. Direkt am Übergang zwischen beiden Stadthälften liegt das Hotel Peninsular am Pont de Pedra, ein Traditionshaus, das bis in die Mitte des 19. Jahrhunderts zurückreicht und das Tor zur Altstadt vor der Tür hat. Wer nachts empfindlich ist, fragt in allen zentralen Häusern nach einem Zimmer zum Hof – die Gassen tragen Stimmen weiter, als ihre Breite vermuten lässt.

Auf der Westseite wohnst du praktischer. Das Hotel Gran Ultonia im Mercadal ist die klassische Vier-Sterne-Wahl mit kurzem Weg zu Bahnhof, Läden und Altstadt und ohne die Treppenlogistik des Barri Vell. Nicht auf dieser Seite, sondern auf der Anhöhe nordöstlich über der Altstadt liegt dagegen das Hotel Palau de Bellavista: Dachterrasse, Pool und der beste Panoramablick auf die Altstadtsilhouette, dafür ein Anstieg auf dem Rückweg, den du nach einem langen Tag spürst. Familien und alle, die mit dem Auto anreisen, fahren mit den Häusern außerhalb der Altstadtgassen grundsätzlich besser, weil dort Parkmöglichkeiten Teil des Angebots sind.

Der Preis entscheidet sich in Girona weniger über die Kategorie als über das Datum. Zum Blumenfestival Temps de Flors im Mai und zu den Fires de Sant Narcís um den Namenstag des Stadtpatrons Ende Oktober ist das Zentrum früh ausgebucht, und wer erst vier Wochen vorher sucht, findet kaum noch etwas Zentrales. Auch im Frühjahr ziehen die Preise an, weil Girona in dieser Zeit als Trainingsbasis von Radsportlern und -reisenden voll ist. Ruhig und günstig wird es unter der Woche im Spätherbst und im Winter, mit dem Nebeneffekt, dass du dann auch in guten Restaurants noch kurzfristig einen Tisch bekommst.

Hotels in Girona

Alle 7 Hotels

Ferienhäuser & Villen mit Pool

Die beliebteste Wahl in der Region — privates Ferienhaus oder Villa mit Pool, oft mitten in den Weinbergen.

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Agriturismi & Weingüter

Urlaub auf dem Land: übernachten auf einem Weingut oder Bauernhof, mit Wein und Öl aus eigener Ernte.

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Stadtviertel

Gironas Stadtviertel vom Barri Vell bis Sant Narcís

Der Onyar teilt die Stadt in zwei Hälften mit sehr unterschiedlichem Tempo, und beide sind über eine Brücke in drei Minuten verbunden.

Cases de l'Onyar
Cases de l'Onyar

Auf dem Osthang liegt das Barri Vell, die Altstadt im engeren Sinn, und in ihr steckt der römische Kern der Força Vella. Hier drängen sich Kathedrale, Sant Feliu, El Call, die Banys Àrabs, die Stadtmauer und der überwiegende Teil der Sehenswürdigkeiten auf wenigen Hektar, dazwischen Weinbars, kleine Läden und Wohnhäuser, in denen tatsächlich noch gewohnt wird. Für einen ersten Besuch ist das die richtige Adresse, wenn du kurze Wege willst und Treppen nicht scheust. Wer abends Ruhe braucht, sollte wissen, dass die Gassen um die Rambla und die Plaça del Vi bis spät belebt bleiben.

Gegenüber, am Westufer, schlägt mit Mercadal der Alltagspuls. Rund um die Carrer Santa Clara und die Plaça de la Independència reihen sich Geschäfte, Cafés und Bars, abends verschiebt sich das Ausgehleben hierher, und mit dem Parc de la Devesa liegt die größte Grünfläche Kataloniens innerhalb einer Stadt direkt nebenan. Auch das Museu del Cinema findest du auf dieser Seite. Wer in Girona übernachtet, ohne die Altstadt-Romantik zu brauchen, wohnt hier am praktischsten: kurze Wege zum Bahnhof, kurze Wege über die Brücken, und Supermärkte, die es im Barri Vell so nicht gibt.

Nördlich der Altstadt, dort wo die alte Landstraße nach Norden führte, liegt Pedret – ein schmales Viertel am Fluss, das über Jahrhunderte das Eingangstor der Stadt war. Heute ist es vor allem für Restaurants bekannt und für den Uferweg, der von hier aus flussabwärts führt und schnell aus der Stadt hinaus in die Auen am Ter bringt. Deutlich weiter westlich beginnt das Eixample, die gründerzeitliche Erweiterung aus dem 19. und frühen 20. Jahrhundert: ein gerades Raster aus breiten Straßen, Wohnblocks und Ladenzeilen, mit der Markthalle und dem Bahnhof im Umfeld. Sehenswürdigkeiten gibt es hier kaum, dafür das ungeschminkte Girona.

Und dann ist da Sant Narcís, administrativ zum Eixample gehörend und trotzdem ein eigener Kosmos. Das Viertel entstand ab den 1950er-Jahren als planmäßige Wohnsiedlung mit niedrigen Häusern, Innenhöfen und einem zentralen Platz, und es hat seinen ruhigen, nachbarschaftlichen Charakter behalten – hier hörst du keine Rollkoffer, sondern Kinder auf dem Platz. Für Besucher ist es kein Programmpunkt, aber ein gutes Beispiel dafür, dass Girona weit mehr ist als die tausend Meter zwischen Fluss und Kathedrale. Zu Fuß bist du von dort in gut zwanzig Minuten im Zentrum, mit dem Stadtbus in deutlich weniger.

Drehorte

Game-of-Thrones-Drehorte in Girona

Ein einziger Dreh im Spätsommer 2015 hat Girona eine zweite Besucherwelle beschert – und die Kulissen stehen alle in Gehweite zueinander.

Kathedrale Santa Maria
Kathedrale Santa Maria

Für die sechste Staffel verwandelte die Produktion das Barri Vell in gleich zwei Schauplätze. Die barocke Freitreppe der Kathedrale diente als Aufgang zur Großen Septe von Baelor in Königsmund – die Perspektive, in der Jaime Lannister hoch zu Ross die Stufen hinaufreitet, erkennst du sofort wieder, wenn du unten auf der Plaça de la Catedral stehst. Die Gassen ringsum, die Umgebung von Sant Pere de Galligants und mehrere Winkel des jüdischen Viertels lieferten dagegen die Straßen von Braavos, durch die Arya Stark läuft. Dass eine europäische Altstadt zwei so unterschiedliche Städte spielen kann, liegt an genau der Schichtung, die Girona ohnehin ausmacht: römischer Grundriss, mittelalterliche Substanz, barocke Aufbauten.

Auf eigene Faust findest du die wichtigsten Punkte ohne Mühe, weil sie auf der normalen Altstadtrunde ohnehin liegen. Kathedralentreppe, Plaça de la Catedral, die Carrer del Bisbe Josep Cartañà an der Nordflanke des Doms, die Umgebung von Sant Pere de Galligants, die Steintreppe der Pujada de Sant Domènec und die Passage der Banys Àrabs – mehr als eine Stunde brauchst du für die Runde nicht. Wer die Szenen im Kopf hat, sieht die Stadt dabei zweimal: einmal als das, was sie ist, und einmal als das, was sie im Schnitt geworden ist.

Eine geführte Drehort-Tour lohnt weniger wegen der Orte als wegen der Details. Guides zeigen, wo Fassaden verkleidet, Schilder abgehängt und ganze Häuserzeilen digital ergänzt wurden, sie erzählen von den Drehtagen, an denen die Altstadt weiträumig gesperrt war, und sie ordnen ein, welche Szene wo entstand – was gerade bei den Braavos-Sequenzen hilft, die aus mehreren, weit auseinanderliegenden Gassen zusammengeschnitten sind. Solche Rundgänge werden in Girona regelmäßig angeboten, meist auf Englisch und Spanisch; deutschsprachige Termine gibt es seltener und eher in der Hauptsaison.

Girona war übrigens schon vorher eine Filmstadt. Für die Verfilmung von Das Parfum wurde die Altstadt in ein Paris des 18. Jahrhunderts verwandelt, und regelmäßig drehen spanische und internationale Produktionen in denselben Gassen – der Grund ist immer derselbe: kaum sichtbare Moderne, kurze Wege und eine Stadtverwaltung mit Routine. Wenn du also auf eine gesperrte Gasse und einen Kabelbaum triffst, ist das weniger Ausnahme als Betriebsalltag. Und für alle, die mit Serien nichts anfangen können, bleibt die tröstliche Erkenntnis, dass die Drehorte auch ohne Vorwissen die besten Ecken der Stadt sind.

Ausflüge & Radtouren

Ausflüge ab Girona an die Costa Brava und ins Hinterland

Von Girona aus liegen Küste, Vulkanlandschaft und Dalí-Land jeweils in weniger als einer Stunde – die Stadt ist der beste Standort der Provinz.

Zur Costa Brava sind es je nach Ziel rund 35 bis 50 Kilometer. Am schnellsten erreichst du Sant Feliu de Guíxols und das benachbarte S'Agaró, weiter nördlich liegen Palamós, Calella de Palafrugell und Tamariu mit ihren kleinen Buchten. Das eigentliche Erlebnis ist dort nicht der Strand, sondern der Camí de Ronda: der alte Küstenpfad, der auf Felsnasen und Treppen von Bucht zu Bucht führt und auf dem du an einem Vormittag mehr von der Costa Brava siehst als an drei Tagen auf einer Liege. Nimm Wasser mit, der Weg ist schattenlos. Wer den Strand mit Altstadt kombinieren will, fährt nach Tossa de Mar mit seiner befestigten Vila Vella über dem Meer.

Nach Norden beginnt das Dalí-Land. In Figueres, gut eine halbe Stunde entfernt, steht das Teatre-Museu Dalí, das der Künstler selbst als begehbares Gesamtkunstwerk anlegte und in dem er begraben liegt; Zeitfenstertickets sind dringend zu empfehlen, an Feiertagen ist der Andrang groß. Ergänzen lässt sich das durch Dalís Wohnhaus in Portlligat bei Cadaqués, das nur in kleinen Gruppen und nach vorheriger Buchung zu besichtigen ist, sowie durch das Schloss Púbol, das er Gala schenkte. Alle drei Orte sind mit dem Mietwagen an einem langen Tag machbar, mit öffentlichen Verkehrsmitteln planst du besser nur eines davon ein.

Ins Hinterland führen die stilleren Ausflüge. Besalú, knapp 40 Kilometer nordwestlich, ist ein mittelalterlicher Ort mit einer vielbogigen Steinbrücke über den Fluvià und einer erhaltenen Mikwe, dem jüdischen Ritualbad. Weiter westlich beginnt die Garrotxa mit ihren erloschenen Vulkankegeln, dem Buchenwald der Fageda d'en Jordà und dem Dorf Santa Pau. Näher liegt Banyoles mit seinem See, auf dem 1992 die olympischen Ruderwettbewerbe ausgetragen wurden und der sich in gut zwei Stunden umrunden lässt. Und für einen halben Tag ohne Auto reicht das Tal von Sant Daniel direkt hinter der Stadtmauer, mit Quellen, schattigen Wegen und einem Benediktinerinnenkloster am Talgrund.

Girona ist außerdem eine Radstadt, und zwar in zwei Ausprägungen. Für Rennradfahrer ist die Gegend seit Jahren europäische Trainingsbasis – Anstiege wie Rocacorba oder die Straße hinauf zum Sanktuarium Els Àngels sind unter Profis Begriffe, entsprechend viele Leihstationen und geführte Touren gibt es in der Stadt. Entspannter geht es auf den Vies Verdes, stillgelegten Bahntrassen, die heute als gut befahrbare Radwege dienen. Der Belag ist überwiegend wassergebunden, verdichteter Sand und feiner Schotter, asphaltiert nur in Ortsnähe – Gravel- oder Trekkingrad statt Rennrad. Eine Route führt in gut vierzig Kilometern und mit kaum spürbarer Steigung von Girona bis ans Meer nach Sant Feliu de Guíxols, eine zweite nach Norden Richtung Olot. Beide funktionieren auch mit E-Bike, mit Kindern und als Halbtagestour, wenn du nur ein Stück fährst und mit dem Bus zurückkehrst.

Aktivitäten & Touren in Girona

Anreise & vor Ort

Anreise nach Girona und der Tagesausflug ab Barcelona

Vom Bahnsteig bis zur ersten Brücke über den Onyar sind es keine zehn Minuten zu Fuß – Girona ist eine der bequemsten Städtereisen Spaniens.

Der Hochgeschwindigkeitszug ist der Normalfall. Ab Barcelona Sants liegt die Fahrzeit bei knapp vierzig Minuten, der Bahnhof Girona liegt westlich des Flusses im Eixample, und von dort läufst du in gut zehn Minuten ins Zentrum. Dieselbe Strecke führt weiter nach Figueres und über die Grenze nach Frankreich, weshalb Girona sich gut mit Perpignan oder Narbonne zu einer Bahnreise verbinden lässt. Parallel verkehren langsamere Regionalzüge, die deutlich günstiger sind und rund anderthalb Stunden brauchen – für Tagesausflügler mit Zeit die entspanntere Wahl, weil die Tickets nicht kontingentiert sind wie beim Schnellzug und du auch spontan einsteigen kannst.

Für die Anreise aus Deutschland gibt es zwei Flughäfen. Girona-Costa Brava liegt rund zwölf Kilometer südwestlich der Stadt und wird vor allem von Billigfluglinien angeflogen; ein Zubringerbus fährt ins Zentrum, die Abfahrten richten sich nach den Flugzeiten, weshalb du bei später Landung vorher prüfen solltest, ob noch etwas geht. Die größere Auswahl bietet Barcelona El Prat, von dem aus du per Zug über Sants oder direkt mit dem Fernbus weiterkommst. Rechne für diesen Weg insgesamt gut zwei Stunden ein. Wer die Costa Brava mit Girona verbindet, fliegt in der Regel ohnehin nach Girona und mietet dort ein Auto.

Mit dem Auto kommst du über die AP-7 beziehungsweise die parallele N-II heran, und dann beginnt der schwierigere Teil. Das Barri Vell ist weitgehend autofrei, viele Gassen sind Anliegern vorbehalten oder schlicht Treppen, und Hotels in der Altstadt haben so gut wie nie eigene Stellplätze. Praktikabel ist es, den Wagen in einem der Parkhäuser auf der Westseite rund um die Devesa und den Mercadal abzustellen und alles Weitere zu Fuß zu machen. Frag beim Buchen nach, ob dein Haus ein Kontingent in einer nahen Tiefgarage hat – das ist in Girona verbreitet und spart Suchfahrten in Einbahnstraßen.

In der Stadt selbst brauchst du nichts weiter als Schuhe. Die gesamte Altstadt lässt sich zu Fuß erledigen, Busse braucht es nur für die Außenviertel oder den Weg zu Restaurants am Stadtrand. Kalkuliere allerdings die Höhenmeter ein: Vom Fluss bis zur Kathedrale sind es mehrere Treppenläufe, das Kopfsteinpflaster ist uneben, und mit Rollstuhl oder Kinderwagen ist die obere Altstadt nur eingeschränkt zugänglich. Wer als Tagesgast aus Barcelona kommt, nimmt am besten einen frühen Zug und einen späten zurück – der Unterschied zwischen elf Uhr vormittags und sieben Uhr abends ist in diesen Gassen größer als jede Sehenswürdigkeit.

Mietwagen

Die schönsten Orte liegen abseits von Bahn und Bus — mit dem Mietwagen bist du flexibel.

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Stadtviertel

Die Stadtviertel von Girona – und welches zu dir passt

Barri VellBarri VellDie Altstadt am Osthang, in der noch der römische Grundriss der Força Vella steckt. Kathedrale, Sant Feliu, El Call, Banys Àrabs und der Wehrgang auf der Stadtmauer liegen auf wenigen Hektar beieinander, verbunden durch Treppengassen, Bogengänge und Innenhöfe.Ideal für: Sehenswürdigkeiten & erste Orientierung1–2 TageMercadalMercadalDirekt gegenüber der Altstadt am Westufer des Onyar liegt das Alltagsviertel mit Läden, Cafés und dem Nachtleben rund um die Plaça de la Independència. Nebenan beginnt der Parc de la Devesa, und auch das Museu del Cinema findest du auf dieser Seite des Flusses.Ideal für: Ausgehen & Einkaufen½ TagPedretPedretDas schmale Viertel unmittelbar nördlich der Altstadt war jahrhundertelang das Eingangstor Gironas von Norden. Heute ist es für seine Restaurants bekannt und für den Uferweg, der von hier flussabwärts schnell aus der Stadt hinaus in die Auen am Ter führt.Ideal für: Essen gehen & Flussspaziergang2–3 StundenEixampleEixampleDie Stadterweiterung des 19. und frühen 20. Jahrhunderts westlich des Flusses, ein gerades Raster aus breiten Straßen, Wohnblocks und Ladenzeilen. Sehenswürdigkeiten gibt es kaum, dafür Markthalle, Bahnhof und das ungeschminkte Girona der Einheimischen.Ideal für: Ankommen & Alltag1–2 StundenSant NarcísSant NarcísAdministrativ Teil des Eixample, atmosphärisch ein eigener Kosmos: eine planmäßig ab den 1950er-Jahren angelegte Wohnsiedlung mit niedrigen Häusern, Innenhöfen und einem zentralen Platz, die ihren ruhigen, nachbarschaftlichen Charakter behalten hat.Ideal für: Ruhig wohnen abseits der Gassen1 Stunde
Beste Reisezeit & Wetter

Beste Reisezeit für Girona mit Wetter und Festen im Jahreslauf

Girona liegt zwar nur eine halbe Autostunde vom Meer entfernt, hat aber das Klima des Binnenlands – heißere Sommer und kühlere Nächte als die Küste.

Das Klima in Girona ist mediterran mit deutlich kontinentalem Einschlag, weil die Stadt im Talkessel des Onyar und nicht am Wasser liegt. Im Hochsommer klettern die Höchstwerte regelmäßig über dreißig Grad und die Altstadtgassen speichern die Wärme bis in die Nacht, während im Winter die Nächte in klaren Phasen bis an den Gefrierpunkt fallen können – Frost am Morgen ist hier, anders als an der Costa Brava, keine Seltenheit. Der meiste Niederschlag fällt im Frühjahr und Herbst, dann oft als kräftiger, aber kurzer Schauer. Entscheidender als das Thermometer sind zwei Termine im Kalender: das Blumenfestival Temps de Flors im Mai und die Fires de Sant Narcís um den Namenstag des Stadtpatrons Ende Oktober füllen die Stadt und treiben die Zimmerpreise nach oben.

Jan14°1°kühle Nächte, leere Gassen
Feb15°1°klar und still, Museumswetter
Mär18°3°erste Terrassen, wechselhaft
Apr20°5°grün, Radsaison beginnt
Mai24°9°Temps de Flors, sehr voll
Jun28°13°warm, lange Abende
Jul31°16°heiß, Schatten in der Devesa
Aug30°16°heiß, viele Küstengäste
Sep26°13°mild, Meer noch warm
Okt22°10°Fires de Sant Narcís
Nov17°5°ruhig, gutes Licht
Dez14°2°kalte Nächte, Weihnachtsmarkt

Beste Reisezeit · Balken = Tageshöchstwert

Die beste Reisezeit für Girona sind Mai, September und Oktober. Dann liegen die Höchstwerte zwischen 22 und 26 Grad, die Altstadt lässt sich ohne Hitzepause erlaufen, das Meer an der Costa Brava ist im September noch warm, und der Oktober bringt mit den Fires de Sant Narcís das größte Stadtfest des Jahres. Der Mai ist landschaftlich und atmosphärisch der stärkste Monat, wegen Temps de Flors aber auch der vollste – wer die Installationen sehen will, bucht Monate vorher, wer Ruhe sucht, weicht auf die zweite Maihälfte aus. April und Juni sind angenehme Alternativen, Juli und August sind heiß und in den engen Gassen anstrengend, und der Winter ist die Zeit für Museen, freie Restauranttische und niedrige Preise.

Gut zu wissen

Häufige Fragen zu Girona

Wie viele Tage sollte man für Girona einplanen?
Ein voller Tag reicht für Kathedrale, Stadtmauer, El Call und die bunten Häuser am Onyar. Zwei Tage sind die bessere Wahl, weil dann die Museen, das Tal von Sant Daniel und ein entspannter Abend in der Altstadt dazupassen. Bei drei Tagen kommt ein Ausflug an die Costa Brava, nach Besalú oder nach Figueres hinzu.
Lohnt sich Girona als Tagesausflug ab Barcelona?
Ja, und zwar besser als die meisten Alternativen: Der Hochgeschwindigkeitszug braucht ab Barcelona Sants knapp vierzig Minuten, der Bahnhof liegt zehn Gehminuten vom Zentrum. Nimm einen frühen Hinzug und einen späten Rückzug – zwischen elf und vier ist die Altstadt am vollsten, morgens und abends gehört sie fast dir allein.
Was sollte man in Girona auf keinen Fall auslassen?
Die Kathedrale mit ihrer Freitreppe, dem breitesten gotischen Kirchenschiff der Welt und dem Tapís de la Creació in der Schatzkammer. Dazu den Wehrgang auf der Stadtmauer, das jüdische Viertel El Call samt Museum, die Banys Àrabs und den Blick vom Pont de Sant Agustí auf die bunten Häuser am Onyar.
Kann man die Stadtmauer in Girona kostenlos begehen?
Der Passeig de la Muralla ist ein öffentlicher Spazierweg über die mittelalterliche Stadtmauer und tagsüber frei zugänglich, mit mehreren Auf- und Abstiegen entlang der Altstadt. Rechne mit rund einer halben bis dreiviertel Stunde, festen Schuhen und wenig Schatten – im Hochsommer gehst du besser früh am Morgen oder am Abend.
Wo macht man in Girona die besten Fotos der bunten Häuser?
Vom Pont de Sant Agustí flussabwärts nach Norden, mit den Fassaden links und rechts und der Kathedrale im Hintergrund. Die zweite gute Position ist die rote Eisenbrücke Pont de les Peixateries Velles, deren Fachwerk als Rahmen wirkt. Am kräftigsten wirken die Farben in der halben Stunde vor Sonnenuntergang.
Was ist El Call in Girona?
El Call ist das mittelalterliche jüdische Viertel entlang der Carrer de la Força, eines der besterhaltenen Europas. Erhalten blieb es, weil nach der Vertreibung von 1492 nicht abgerissen, sondern zugemauert und überbaut wurde. Das Museu d'Història dels Jueus im Centre Bonastruc ça Porta erzählt die Geschichte der Gemeinde.
Wo wurde in Girona Game of Thrones gedreht?
Vor allem im Barri Vell: Die barocke Kathedralentreppe diente als Aufgang zur Großen Septe in Königsmund, die Gassen um Sant Pere de Galligants und im jüdischen Viertel als Straßen von Braavos. Alle Punkte liegen in Gehweite und lassen sich in einer Stunde auch ohne Führung ablaufen.
Wann ist die beste Reisezeit für Girona?
Mai, September und Oktober mit Höchstwerten zwischen 22 und 26 Grad. Im Mai findet das Blumenfestival Temps de Flors statt, das die Stadt füllt und Zimmerpreise nach oben treibt; Ende Oktober folgen die Fires de Sant Narcís. Juli und August sind heiß, der Winter ist ruhig, günstig und gut für Museen.
In welchem Viertel wohnt man in Girona am besten?
Im Barri Vell wohnst du mitten zwischen den Sehenswürdigkeiten, dafür in kleinen Häusern mit Treppen und ohne Zufahrt. Mercadal auf der Westseite ist praktischer, mit Läden, Bahnhofsnähe und kurzen Wegen über die Brücken. Wer mit dem Auto kommt oder Panoramablick sucht, ist auf der Anhöhe über der Stadt besser aufgehoben.
Was isst man in Girona typischerweise?
Die Küche des Empordà verbindet Meer und Land zu mar i muntanya, dazu kommen Sardellen aus L'Escala, Escalivada, Weine der DO Empordà und die süße botifarra dolça. Die Spezialität der Stadt ist der Xuixo, eine frittierte, mit Crema catalana gefüllte Teigrolle im Zuckermantel.
Kommt man ohne Reservierung ins El Celler de Can Roca?
In der Regel nicht. Das Drei-Sterne-Restaurant der Brüder Roca vergibt seine Tische viele Monate im Voraus, spontane Plätze sind die Ausnahme. Wer keinen bekommt, kann sich der Familiengeschichte anders nähern: im bodenständigen Elternlokal Can Roca oder bei den Eiskreationen von Jordi Roca in der Innenstadt.
Was kann man in Girona bei Regen machen?
Die Museumsdichte ist für die Stadtgröße hoch: Kathedrale mit Schatzkammer, das Museu d'Art im Bischofspalast, das jüdische Museum im Call, die archäologische Sammlung in Sant Pere de Galligants und das Museu del Cinema auf der Westseite. Dazu die überdachten Arkaden der Rambla de la Llibertat für den Weg dazwischen.
Ist Girona für Radfahrer interessant?
Sehr. Die Hügel rund um die Stadt sind seit Jahren europäische Trainingsbasis für Profis, Anstiege wie Rocacorba oder Els Àngels sind entsprechend bekannt, und Leihstationen sowie geführte Touren gibt es reichlich. Entspannter fährt man auf den Vies Verdes, alten Bahntrassen, die fast steigungsfrei bis ans Meer führen.
Wie kommt man von Girona an die Costa Brava?
Zur Küste sind es je nach Ziel rund 35 bis 50 Kilometer. Mit dem Auto bist du in etwa einer halben bis dreiviertel Stunde in Sant Feliu de Guíxols, Palamós oder Calella de Palafrugell, Überlandbusse verbinden die Orte ebenfalls. Sportlich geht es über die Vies Verdes mit dem Rad, gut vierzig Kilometer fast ohne Steigung.

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GironaVom Pont de Sant Agustí aus doppeln sich morgens die ocker- und rostroten Fassaden im stehenden Wasser des Onyar, und darüber schieben sich der abgeschlagene Turm von Sant Feliu und die Kathedrale in den Himmel.
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