Region · Deutschland

Schwarzwald

Zwischen Titisee, Triberger Wasserfällen und der Schwarzwaldhochstraße liegt Deutschlands größtes Mittelgebirge – dunkle Tannen, offene Höhen, warme Täler.

Die Region

Was Schwarzwald ausmacht

Der Schwarzwald ist die klassische deutsche Ferienregion, und sie hat sich das nicht ausgedacht: Zwischen Pforzheim im Norden und der Schweizer Grenze im Süden stapeln sich Tannenwälder, Karseen und Höfe mit tief gezogenen Walmdächern auf 160 Kilometern Länge. Am Titisee spiegeln sich die Hänge des Hochschwarzwalds, in Triberg stürzt die Gutach 163 Meter über sieben Granitstufen, und die Schwarzwaldhochstraße zieht von Baden-Baden nach Freudenstadt über die Kämme des Nationalparks. Dazu Freiburg mit Münster und Bächle, der Feldberg als Deutschlands höchster Gipfel außerhalb der Alpen, Thermen von Baden-Baden bis Bad Wildbad – und eine Küche, die von der Kirschtorte bis zu den Sternerestaurants von Baiersbronn reicht.

Reiseführer

Schwarzwald von A bis Z

Aktualisiert Juli 2026

Hinter Freiburg schraubt sich die B31 ins Höllental, die Felswände rücken zusammen, und irgendwo über dir hängt das Viadukt der Höllentalbahn im Hang. Dann öffnet sich das Tal, der Titisee liegt still zwischen den Tannen, und im ersten Gasthof am Weg riecht es nach Vesper und Kirschwasser. Ein Ortsschild brauchst du hier nicht – du merkst am dunkler werdenden Wald, an den bis fast auf den Boden gezogenen Dächern der Höfe und daran, dass jede zweite Kurve einen neuen Blick über die Kämme freigibt, dass du angekommen bist.

Sehenswürdigkeiten

Die schönsten Sehenswürdigkeiten im Schwarzwald

Morgens um neun, wenn der Nebel noch in den Tälern hängt, hast du die Aussichtsplattformen über den Triberger Wasserfällen fast für dich allein.

Die großen Namen zuerst: Die Triberger Wasserfälle stürzen 163 Meter über sieben Granitstufen und sind das meistbesuchte Naturziel der Region – komm früh oder nach 17 Uhr, dann gehören dir die Holzstege. Der Titisee ist der bekannteste See des Schwarzwalds, mit Promenade, Bootsverleih und einem Uferweg von rund sechs Kilometern. Und der Feldberg überragt mit 1.493 Metern alles: Bei klarer Sicht reicht der Blick vom Gipfelplateau über das Alpenpanorama vom Säntis bis zum Mont Blanc – die Feldbergbahn nimmt dir den Aufstieg ab.

Weniger überlaufen, aber mindestens so eindrücklich: Das Freilichtmuseum Vogtsbauernhof in Gutach versammelt original wiederaufgebaute Schwarzwaldhöfe aus vier Jahrhunderten – mit Rauchküchen, Hofkapellen und Handwerkern, die Körbe flechten und Schindeln spalten. In Alpirsbach kannst du das Kloster mit seiner romanischen Basilika und die angeschlossene Brauerei an einem Nachmittag verbinden. Und die Ravennaschlucht im Höllental führt auf Stegen unter dem 40 Meter hohen Bahnviadukt hindurch – im Advent verwandelt ein Weihnachtsmarkt die Schlucht in eine Lichterkulisse.

Für den Adrenalin-Anteil sorgt der Nordschwarzwald: In Bad Wildbad laufen Baumwipfelpfad und die Hängebrücke Wildline auf dem Sommerberg zusammen – die Brücke spannt sich 380 Meter frei über das Tal. Bei Todtnau im Süden hängt eine zweite Hängebrücke, die Blackforestline, über dem Wasserfall, der dort 97 Meter über mehrere Stufen fällt. Wer es klassischer mag, steigt auf den Aussichtsturm der Hornisgrinde, mit 1.164 Metern der höchste Berg des Nordschwarzwalds, und schaut über Moorflächen bis in die Rheinebene.

Plane die Ziele nach Wetter, nicht nach Liste: Die Wasserfälle von Triberg und Todtnau sind nach Regen am eindrucksvollsten, die Fernsichten von Feldberg und Hornisgrinde brauchen klare Luft – im Herbst liegt die Rheinebene oft unter Nebel, während oben die Sonne scheint, Inversionswetterlage heißt das Stichwort. Viele Ziele kosten Eintritt oder Parkgebühr; mit der KONUS-Gästekarte, die du bei Übernachtung in den meisten Orten automatisch bekommst, fährst du dafür kostenlos mit Bus und Bahn an – oft entspannter als die Parkplatzsuche am Wochenende.

Titisee & Schluchsee

Titisee und Schluchsee – die Seen des Hochschwarzwalds

Wenn gegen acht die ersten Ruderboote vom Steg ablegen, liegt der Titisee noch glatt wie Glas, und vom gegenüberliegenden Ufer schallt nur das Kreischen der Milane.

Der Titisee ist mit knapp zwei Kilometern Länge kein großer See, aber ein kompletter: dunkles Gletscherwasser, bewaldete Hänge, eine Promenade mit Cafés und Bootsverleih. Die Seestraße in Titisee-Neustadt ist unbestritten touristisch – Kuckucksuhren-Läden, Eisdielen, Reisegruppen –, aber du entkommst ihr in fünf Minuten: Der Uferweg führt in gut anderthalb Stunden einmal um den See, am Südufer wird es schnell still, und im Sommer badest du im Strandbad am Nordufer bei 20 bis 22 Grad Wassertemperatur.

Der Schluchsee, zehn Minuten weiter südlich, ist der Gegenentwurf: als aufgestauter See der größte des Schwarzwalds, höher gelegen, kühler, weitläufiger. Hier trainieren Ruderer und Segler, der Rundweg misst rund 18 Kilometer – gut mit dem Rad zu fahren –, und die Dreiseenbahn bringt dich von Titisee direkt ans Ufer. Wer Badebuchten ohne Eintritt sucht, wird am Westufer fündig. Und der dritte im Bunde, der Feldsee, ist Naturschutzgebiet: ein kreisrunder Karsee unter der Feldberg-Ostwand, nur zu Fuß erreichbar und gerade deshalb der stimmungsvollste der drei.

Das Badeparadies Schwarzwald am Ortsrand von Titisee ist die Schlechtwetter-Versicherung des Hochschwarzwalds: eine Palmenhalle mit bis zu 33 Grad warmen Lagunen für die Ruhe, dazu ein separater Bereich mit über 20 Rutschen für Kinder – buch das Zeitfenster am Wochenende vorab. Als Standquartier taugt die Ecke ohnehin: Titisee-Neustadt, Hinterzarten und Schluchsee liegen alle an der Bahn, mit KONUS-Karte fährst du kostenlos nach Freiburg, auf den Feldberg-Bus oder mit der Dreiseenbahn zwischen den Seen hin und her.

Triberger Wasserfälle

Triberger Wasserfälle und die Heimat der Kuckucksuhr

Schon auf dem Parkplatz hörst du das Rauschen, und je höher du den Stegen folgst, desto feiner wird der Sprühnebel, der zwischen den Fichten hängt.

Triberger Wasserfälle und die Heimat der Kuckucksuhr
Triberger Wasserfälle

Die Gutach fällt mitten in Triberg 163 Meter über sieben Kaskaden – damit gehören die Triberger Wasserfälle zu den höchsten Deutschlands, und sie sind mit Abstand die zugänglichsten: Drei Eingänge führen ins Gelände, gut ausgebaute Wege und Plattformen begleiten die Fälle bis zur obersten Stufe, der Rundweg dauert je nach Tempo 45 Minuten bis anderthalb Stunden. Der Eintritt liegt für Erwachsene bei knapp zehn Euro, Kinder zahlen weniger – das Geld finanziert die Wegpflege. Am eindrucksvollsten ist das Wasser nach Schneeschmelze oder Regen; im Winter werden die unteren Fälle abends beleuchtet.

Triberg selbst ist die Hauptstadt der Kuckucksuhr, und der Ort trägt das mit einer Mischung aus Ernst und Augenzwinkern: Im Haus der 1000 Uhren und den Werkstätten der Umgebung entstehen Uhren in Handarbeit, gleich zwei Attraktionen konkurrieren um den Titel der größten Kuckucksuhr der Welt, und das Schwarzwaldmuseum erklärt, warum ausgerechnet dieses Tal im 18. Jahrhundert zur Uhrmacherregion wurde – lange Winter, Holz vor der Hütte und Bauern, die ein zweites Einkommen brauchten.

Der wichtigste kulinarische Halt liegt an der Hauptstraße: Im Café Schäfer wird die Schwarzwälder Kirschtorte nach dem überlieferten Originalrezept von Josef Keller gebacken, dem Konditor, der die Torte nach eigener Darstellung 1915 erfunden hat – mit ordentlich Kirschwasser, nicht als Andeutung. Kombiniere Triberg mit einer Fahrt auf der Schwarzwaldbahn: Die Strecke Offenburg–Konstanz windet sich hier mit 39 Tunneln durch die Hänge, eine Ingenieursleistung von 1873, die du am besten vom Zugfenster aus würdigst – Triberg hat einen eigenen Bahnhof.

Schwarzwaldhochstraße

Schwarzwaldhochstraße – Panoramafahrt von Baden-Baden nach Freudenstadt

Kurz hinter Baden-Baden steigt die B500 aus den Weinbergen in den Wald, und nach ein paar Kehren fährst du oben auf dem Kamm, links die Rheinebene, rechts nur noch Tannen.

Die Schwarzwaldhochstraße ist Deutschlands älteste Ferienstraße: rund 60 Kilometer B500 zwischen Baden-Baden und Freudenstadt, fast durchgehend auf 800 bis 1.000 Metern Höhe. An klaren Tagen begleitet dich der Blick über die Rheinebene bis zu den Vogesen, und die Strecke selbst ist das Programm – breite Kurven, kaum Ortsdurchfahrten, Parkplätze an den Aussichtspunkten. Fahr sie nicht als Transit, sondern als Tagesetappe mit Stopps; an Sommerwochenenden ist sie auch bei Motorradfahrern die beliebteste Strecke der Region, morgens hast du sie ruhiger.

Der bekannteste Halt ist der Mummelsee unterhalb der Hornisgrinde: ein dunkler Karsee mit Sagentradition, Berghotel und Rundweg – touristisch, aber als Pausenpunkt gesetzt. Wer die Aussicht will, steigt in einer halben Stunde von dort auf die Hornisgrinde, mit 1.164 Metern der höchste Berg des Nordschwarzwalds, mit Aussichtsturm und Hochmoor-Bohlenweg. Ein paar Kilometer weiter lohnt der Abstecher hinunter zu den Allerheiligen-Wasserfällen und der Klosterruine im Lierbachtal – die Kombination aus Wasserfallschlucht und gotischen Mauerresten ist ein eigener Halbtag.

Seit 2014 führt die Straße mitten durch den Nationalpark Schwarzwald, den ersten Baden-Württembergs. Das Nationalparkzentrum am Ruhestein ist der beste Einstieg: ein spektakulärer Holzbau, dessen Ausstellung erklärt, warum hier Wald wieder Wildnis werden darf, mit einem Skywalk über den Baumkronen. Der Lotharpfad in der Nähe macht das Konzept begreifbar – ein Bohlenpfad durch die Windwurffläche des Orkans Lothar von 1999, auf der seit 25 Jahren niemand aufräumt und der Wald sich sichtbar selbst zurückholt. Im Winter laufen an der Strecke mehrere kleine Skilifte und Loipen; die B500 wird geräumt, Schneeketten brauchst du normalerweise nicht.

Freiburg

Freiburg Sehenswürdigkeiten – ein Tag in der Stadt der Bächle

Auf dem Münsterplatz riecht es vormittags nach Bratwurst vom Markt, über allem steht der durchbrochene Turmhelm des Münsters, und durch die Gassen plätschern die Bächle.

Freiburg Sehenswürdigkeiten – ein Tag in der Stadt der Bächle
Freiburg

Freiburg ist das städtische Gegengewicht zum Wald: eine der wärmsten und sonnigsten Städte Deutschlands, Universitätsstadt mit badischer Gelassenheit. Das Münster Unserer Lieben Frau ist der Fixpunkt – sein 116 Meter hoher Turm mit der filigranen, durchbrochenen Steinspitze gilt als einer der schönsten der Gotik, und der Aufstieg über die Turmstube lohnt die Stufen. Werktags morgens umringt ihn der Münstermarkt: Bauernstände auf der Nordseite, Handwerk auf der Südseite, und die 'Lange Rote' vom Bratwurststand isst du im Stehen, traditionell mit Zwiebeln.

Danach lässt du dich treiben: Durch die Altstadt laufen die Bächle, schmale Wasserrinnen aus dem Mittelalter, die früher Brauchwasser lieferten und heute an heißen Tagen Kinderfüße kühlen – wer versehentlich hineintritt, muss der Legende nach eine Freiburgerin oder einen Freiburger heiraten. Die Gassen dazwischen sind mit Rheinkieseln zu Mosaiken gepflastert, die Konviktstraße mit ihren Glyzinien ist die fotogenste. Vom Schwabentor steigst du in wenigen Minuten auf den Schlossberg: Vom Aussichtsturm überblickst du Stadt, Rheinebene und bei klarer Luft die Vogesen.

Der beste Ausflug beginnt an der Talstation im Stadtteil Günterstal: Die Schauinslandbahn ist die längste Umlaufseilbahn Deutschlands und schwebt in 20 Minuten fast 750 Höhenmeter hinauf auf den Schauinsland – oben Wanderwege, ein Aussichtsturm und das Museums-Bergwerk im alten Silberstollen. So hast du an einem einzigen Tag Großstadtmarkt und 1.284 Meter Gipfel. Praktisch: Freiburg ist ICE-Halt, von hier fährt die Höllentalbahn direkt nach Titisee – mit KONUS-Karte kostenlos, weshalb die Stadt der logische Regentag- und Ankunftsort für den ganzen Südschwarzwald ist.

Wandern

Wandern im Schwarzwald – Westweg, Schluchten und Gipfel

Auf dem Feldberggipfel zerrt der Wind an der Jacke, unten liegt der Feldsee wie ein dunkles Auge im Kar, und am Horizont zeichnet sich an klaren Tagen die Alpenkette ab.

Der Klassiker ist der Westweg: 285 Kilometer von Pforzheim nach Basel, seit 1900 mit der roten Raute markiert und damit einer der ältesten Fernwanderwege Europas. Er sammelt auf zwölf Etappen die großen Höhen ein – Hornisgrinde, Kniebis, Feldberg – und lässt sich dank Bahnanschlüssen problemlos in Einzeletappen zerlegen: Mit der KONUS-Karte fährst du abends kostenlos zum Quartier zurück. Wer nur eine Etappe geht, nimmt die über den Feldberg: Vom Gipfelplateau reicht der Blick bei Föhnlage bis zum Mont Blanc, und der Abstieg zum Feldsee gehört zu den besten Kilometern der Region.

Die Schluchten sind das zweite Kapitel: Die Wutachschlucht im Süden ist die wildeste – ein tief eingeschnittener Canyon, in dem die Wutach über 30 Kilometer durch Urwaldreste mäandert, Kernstück des 119 Kilometer langen Schluchtensteigs. Kompakter ist die Ravennaschlucht bei Hinterzarten: Auf Stegen und Treppen steigst du an Wasserfällen vorbei unter dem Viadukt der Höllentalbahn hindurch – zwei Stunden, die sich wie eine große Tour anfühlen. Nach Regen sind beide am eindrucksvollsten, feste Schuhe sind Pflicht, Kinderwagen bleiben unten.

Dazwischen liegt ein Netz kürzerer Premiumwege, die hier Genießerpfade heißen: halbtags, durchmarkiert, mit Einkehr kalkuliert. Gut zu wissen fürs Planen: Die Höhenlagen sind von November bis April regelmäßig verschneit – was oben Winterwanderweg ist, steht unten als Matschpiste da, prüfe also die Webcams von Feldberg und Ruhestein statt nur die Wetter-App. Im Sommer gilt das Umgekehrte: Wenn die Rheinebene bei 34 Grad flirrt, hat es auf 1.000 Metern angenehme 24 – der Schwarzwald ist das natürliche Hitze-Ausweichquartier des Südwestens.

Wellness & Thermen

Wellness im Schwarzwald – Thermen von Baden-Baden bis Bad Wildbad

Im Friedrichsbad läufst du unter einer Kuppel von 1877 durch siebzehn Stationen aus warmem Dampf und kaltem Wasser, und nach zwei Stunden weißt du wieder, wie sich Ruhe anfühlt.

Baden-Baden ist die Kur-Ikone: Seit 2021 gehört die Stadt als eine der 'Great Spa Towns of Europe' zum UNESCO-Welterbe, und ihre zwei Bäder decken beide Temperamente ab. Das Friedrichsbad zelebriert das römisch-irische Ritual in einem Prachtbau des 19. Jahrhunderts – textilfrei, in fester Stationenfolge, mit Seifenbürstenmassage als Option. Die Caracalla Therme nebenan ist das moderne Gegenstück mit Innen- und Außenbecken aus denselben Thermalquellen, die schon die Römer nutzten. Dazu kommen Kurhaus, Casino und die Lichtentaler Allee für den Verdauungsspaziergang.

Bad Wildbad im nördlichen Enztal ist die kleinere, günstigere Alternative mit einem eigenen Schatz: Das Palais Thermal badet in maurisch inspirierten Jugendstil-Hallen, deren historischer Kern textilfrei bleibt. Der Ort verbindet Therme und Höhenluft direkt – die Sommerbergbahn fährt vom Zentrum hinauf zu Baumwipfelpfad und Hängebrücke. Im Hochschwarzwald übernimmt das Badeparadies Schwarzwald in Titisee den Wellness-Part mit Palmenhalle, warmen Lagunen und Saunawelt, und in Bad Krozingen und Badenweiler am Westrand kurst du zwischen Reben statt Tannen.

Die dritte Säule sind die Wellnesshotels, und hier spielt der Schwarzwald in der ersten Liga: Baiersbronn im Murgtal ist mit Häusern wie der Traube Tonbach und dem Bareiss der bekannteste Hotelort der Region, mit Spa-Landschaften, die ganze Hanggrundstücke füllen, und einer Sternedichte, die unten im Abschnitt zum Essen ihren eigenen Auftritt bekommt. Buchungstipp für alle Thermen: Wochentags vormittags gehören die Becken dir und den Stammgästen; Samstagnachmittag ist überall die vollste Zeit, und für Friedrichsbad und Badeparadies lohnt das Online-Zeitfenster.

Hotels & Unterkünfte

Hotels im Schwarzwald – vom Schwarzwaldhof bis zum Wellnesshotel

Abends, wenn der Nebel ins Tal sinkt und in der Gaststube der Kachelofen arbeitet, versteht man, warum der halbe Südwesten hier sein Stammhaus hat.

Die Bandbreite ist größer als in fast jeder anderen deutschen Ferienregion: Am oberen Ende stehen die Wellness- und Gourmethotels von Baiersbronn, Titisee und Hinterzarten mit Spa, Halbpension und Preisen ab etwa 150 bis 200 Euro pro Person und Nacht. Die Mitte gehört den familiengeführten Landgasthöfen – oft seit Generationen im Besitz, mit guter Küche und ehrlichen Zimmern. Und am bodenständigen Ende vermieten Schwarzwaldhöfe Ferienwohnungen zwischen Heuwiese und Stall: Urlaub auf dem Bauernhof ist hier kein Marketingbegriff, sondern gelebter Nebenerwerb, gerade mit Kindern die entspannteste Wahl.

Die Standortfrage entscheidet mehr als die Sternezahl. Für den Südschwarzwald mit Titisee, Feldberg und Freiburg wohnst du zentral in Titisee-Neustadt, Hinterzarten oder Schluchsee – alle drei mit Bahnhof, was mit der KONUS-Karte zählt. Für Schwarzwaldhochstraße und Nationalpark sind Baiersbronn, Freudenstadt oder ein Höhenhotel direkt an der B500 die logische Basis. Triberg und das Kinzigtal liegen für eine Nord-Süd-Kombination am günstigsten. Wer Stadt und Berg mischen will, nimmt Freiburg und pendelt mit der Höllentalbahn – abends Altstadt, tagsüber Gipfel.

Zwei Dinge solltest du beim Buchen wissen: Fast überall kommt eine Kurtaxe von grob zwei bis drei Euro pro Person und Nacht auf den Zimmerpreis – dafür steckt in ihr die KONUS-Gästekarte, mit der du im ganzen Schwarzwald kostenlos Bus und Bahn fährst; sie refinanziert sich oft am ersten Tag. Und die Nachfragespitzen sind planbar: Schulferien im Sommer, die Adventswochenenden (Ravennaschlucht-Weihnachtsmarkt!) und die Skiwochen um Fasnacht sind früh ausgebucht, während im November und im März vielerorts Ruhe herrscht und die Preise spürbar nachgeben – manche Häuser machen dann allerdings Betriebsferien.

Ferienhäuser & Villen mit Pool

Die beliebteste Wahl in der Region — privates Ferienhaus oder Villa mit Pool, oft mitten in den Weinbergen.

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Agriturismi & Weingüter

Urlaub auf dem Land: übernachten auf einem Weingut oder Bauernhof, mit Wein und Öl aus eigener Ernte.

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Essen & Trinken

Essen und Trinken im Schwarzwald

Das Vesperbrett kommt mit geräuchertem Schinken, Brot und einem Stück Bibeleskäs, und dazu stellt die Wirtin ungefragt ein Tannenzäpfle auf den Tisch.

Die badische Küche gilt als die feinste Deutschlands, und der Schwarzwald ist ihr Herzstück: Schwarzwälder Schinken, über Tannenreisig kalt geräuchert und geschützt als Herkunftsbezeichnung, gehört auf jedes Vesperbrett; dazu kommen Maultaschen aus dem württembergischen Osten der Region, Forellen aus den Bachtälern und im Frühjahr Spargel aus der Rheinebene. Die Schwarzwälder Kirschtorte ist das süße Wahrzeichen – im Café Schäfer in Triberg nach Josef Kellers Originalrezept, und die entscheidende Zutat ist das Kirschwasser, der Obstbrand aus den Kirschgärten der Vorbergzone.

Getrunken wird auf zwei Arten: Der Badische Wein wächst an der warmen Westflanke – am Kaiserstuhl, dem Vulkanhügel vor Freiburg, reifen einige der besten Spätburgunder Deutschlands, und in den Straußwirtschaften der Winzerdörfer isst du im Herbst neuen Wein mit Flammkuchen direkt beim Erzeuger. Die andere Fraktion hält das Tannenzäpfle hoch: Die Badische Staatsbrauerei Rothaus braut auf gut 1.000 Metern in Grafenhausen und hat es mit der kleinen Flasche vom Schwarzwald-Bier zum Kultgetränk der ganzen Republik gebracht – der Brauereigasthof lohnt den Umweg.

Und dann ist da Baiersbronn, das Dorf, das zur Pilgerstätte der deutschen Spitzenküche wurde: Mit der Schwarzwaldstube der Traube Tonbach und dem Restaurant Bareiss kochen hier gleich zwei Küchen auf Drei-Sterne-Niveau, dazu eine Riege weiterer ausgezeichneter Häuser – eine Dichte, die sonst nur Großstädte erreichen. Reserviere Monate im Voraus, oder nimm die zugänglichere Abkürzung: Beide Häuser betreiben Zweitrestaurants und Wanderhütten, in denen dieselbe Sorgfalt in Vesper und Wildgerichten steckt. Grundregel für die ganze Region: Sonntagabends und montags haben viele Gasthäuser Ruhetag – prüfe das, bevor du hungrig losfährst.

Anreise

Anreise in den Schwarzwald mit Bahn und Auto

Hinter Offenburg taucht die Schwarzwaldbahn in den ersten der 39 Tunnel, und wenn sie in Triberg wieder ans Licht kommt, liegen die Höfe schon steil über dem Gleis.

Mit der Bahn ist der Schwarzwald besser erschlossen als sein Ruf: Die Rheintalbahn mit ICE-Halten in Karlsruhe, Baden-Baden, Offenburg und Freiburg bildet die westliche Zubringerachse – aus Frankfurt bist du in gut anderthalb Stunden in Baden-Baden, aus Köln in rund drei Stunden in Freiburg. Von dort greifen die Panoramastrecken ins Gebirge: die Schwarzwaldbahn von Offenburg über Triberg nach Konstanz, ein Meisterstück des Ingenieurs Robert Gerwig von 1873, und die Höllentalbahn von Freiburg nach Titisee und weiter zum Schluchsee, eine der steilsten Hauptbahnen Deutschlands. Beide sind Anreise und Ausflug in einem.

Vor Ort löst die KONUS-Gästekarte das Verkehrsproblem: Wer in einem der teilnehmenden Orte übernachtet, fährt mit der Karte kostenlos im gesamten Nahverkehr des Schwarzwalds – Regionalzüge, Busse, auch über Landkreisgrenzen. Zusammen mit dem Deutschlandticket für die Anreise ist ein komplett autofreier Schwarzwald-Urlaub realistisch, solange du dein Quartier an einer Bahnlinie wählst: Höllental, Kinzigtal, Murgtal (mit der S-Bahn ab Karlsruhe bis Freudenstadt) und das Enztal nach Bad Wildbad sind die vier gut getakteten Achsen. Abgelegene Höhenorte bedienen Busse, abends allerdings dünn.

Mit dem Auto kommst du über die A5, die am Westrand entlangführt und alle Quertäler anbindet – aus dem Norden bis Baden-Baden oder Offenburg, in den Süden bis Freiburg, wo die B31 durchs Höllental zum Titisee steigt. Aus dem Osten und von Stuttgart führt die A81 heran, weiter geht es über Freudenstadt oder die B462 ins Murgtal. Rechne Landstraßen-Tempo: 40 Kilometer über die Kämme dauern schnell eine Stunde. Im Winter sind Höhenstraßen wie die B500 geräumt; bei Schnee und Glätte gilt wie überall die situative Winterreifenpflicht – ohne Winterreifen kommst du im Hochschwarzwald von Dezember bis März praktisch nicht zuverlässig durch. Und am Wochenende gilt: Wanderparkplätze an Feldberg, Mummelsee und Triberg füllen sich bis 10 Uhr – früh starten oder Bus fahren.

Mietwagen

Die schönsten Orte liegen abseits von Bahn und Bus — mit dem Mietwagen bist du flexibel.

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Beste Reisezeit & Wetter

Beste Reisezeit für den Schwarzwald im Jahreslauf

Der Schwarzwald hat zwei Klimazonen übereinander – Weinbergwärme in den Tälern, raue Höhenluft auf den Kämmen – und deshalb eigentlich das ganze Jahr Saison.

Die Werte unten gelten für Freiburg und die Tallagen, die zu den wärmsten Ecken Deutschlands gehören; auf Feldberg und Hornisgrinde liegen die Temperaturen sechs bis zehn Grad darunter, und von Dezember bis März musst du oben mit Schnee rechnen. Für Wanderungen und die Panoramastraßen sind spätes Frühjahr und Frühherbst am verlässlichsten, der Hochsommer gehört den Badeseen, der Winter den Loipen und Thermen.

Jan5°-1°Skisaison am Feldberg
Feb7°0°Schnee oben, Fasnacht
Mär12°2°Tal grün, Höhen weiß
Apr16°5°wechselhaft, Obstblüte
Mai20°9°Wandersaison beginnt
Jun24°13°lange Tage, klare Sicht
Jul26°14°Badeseen, Hochsaison
Aug26°14°warm, Ferienandrang
Sep21°10°stabil, Weinlese
Okt15°6°Herbstfarben, Nebelchance
Nov9°2°still, Thermenzeit
Dez6°0°Advent, Ravennaschlucht

Beste Reisezeit · Balken = Tageshöchstwert

Die beste Reisezeit für den Schwarzwald sind Mai, Juni, September und der frühe Oktober: verlässliches Wanderwetter, klare Fernsicht von Feldberg und Hornisgrinde und deutlich weniger Betrieb als in den Sommerferien. Der Hochsommer punktet an Titisee und Schluchsee, der Winter mit Ski am Feldberg, Loipen und Thermentagen in Baden-Baden – nur der November verlangt Nebeltoleranz oder gleich ein Thermenwochenende.

Gut zu wissen

Häufige Fragen zu Schwarzwald

Wie viele Tage braucht man für den Schwarzwald?
Für eine Ecke – etwa Titisee, Feldberg und Freiburg – reicht ein verlängertes Wochenende. Wer Nord und Süd verbinden will, also Schwarzwaldhochstraße, Triberg und Hochschwarzwald, plant fünf bis sieben Tage mit ein bis zwei Standquartieren; die Distanzen sind kurz, die Landstraßen aber langsam.
Braucht man im Schwarzwald ein Auto?
Nicht zwingend: Mit der KONUS-Gästekarte, die bei Übernachtung in den meisten Orten enthalten ist, fährst du kostenlos mit Bus und Bahn durch die ganze Region. Entlang von Höllental-, Schwarzwald- und Murgtalbahn geht vieles ohne Auto; für abgelegene Höhenorte und die Schwarzwaldhochstraße ist ein Auto komfortabler.
Was ist die KONUS-Gästekarte?
KONUS steht für kostenlose Nutzung des öffentlichen Nahverkehrs für Schwarzwald-Urlauber: Wer in einem teilnehmenden Ort übernachtet und Kurtaxe zahlt, bekommt die Karte vom Gastgeber und fährt damit gratis in Regionalzügen und Bussen im gesamten Schwarzwald – von der Anreisebahnhof-Abholung bis zum Tagesausflug.
Kann man im Titisee baden?
Ja – der Titisee erreicht im Hochsommer rund 20 bis 22 Grad, am Nordufer liegt ein Strandbad mit Liegewiese, dazu gibt es Boots- und SUP-Verleih. Der Schluchsee ist kühler und weitläufiger, mit frei zugänglichen Badebuchten am Westufer. Bei Schlechtwetter übernimmt das Badeparadies Schwarzwald in Titisee.
Was kosten die Triberger Wasserfälle?
Der Zugang ist bewirtschaftet: Erwachsene zahlen knapp zehn Euro Eintritt, Kinder weniger, dazu gibt es Familienkarten – die aktuellen Preise nennt die Website der Stadt Triberg. Das Geld finanziert die Pflege der Stege und Plattformen. Geöffnet ist ganzjährig; am eindrucksvollsten sind die Fälle nach Regen oder Schneeschmelze, im Winter werden die unteren Stufen abends beleuchtet.
Wo verläuft die Schwarzwaldhochstraße?
Sie ist der rund 60 Kilometer lange Abschnitt der B500 zwischen Baden-Baden und Freudenstadt und verläuft fast durchgehend auf 800 bis 1.000 Metern. Unterwegs liegen Mummelsee, Hornisgrinde und das Nationalparkzentrum Ruhestein. Als reine Fahrzeit reicht eine gute Stunde – mit Stopps ist es ein voller Tagesausflug.
Wo kann man im Schwarzwald am besten wandern?
Die Klassiker sind der Westweg von Pforzheim nach Basel, die Feldberg-Runde mit Feldsee, die Wutachschlucht und die Ravennaschlucht bei Hinterzarten. Dazu kommen die halbtägigen Genießerpfade mit Einkehr. Dank KONUS-Karte lassen sich Streckenwanderungen gut planen – hin zu Fuß, zurück mit Bus oder Bahn.
Was lohnt sich im Schwarzwald mit Kindern?
Bewährt sind die Sommerrodelbahn am Hasenhorn in Todtnau, der Steinwasen-Park mit Wildgehege, das Freilichtmuseum Vogtsbauernhof in Gutach, die Feldbergbahn und das Badeparadies Schwarzwald. Der Europa-Park in Rust am Westrand der Region ist Deutschlands größter Freizeitpark und füllt einen kompletten Tag.
Kann man im Schwarzwald Ski fahren?
Ja: Das Skigebiet am Feldberg ist das größte Deutschlands außerhalb der Alpen, dazu kommen kleinere Lifte an der Schwarzwaldhochstraße, am Kandel und in Todtnauberg sowie ein dichtes Loipennetz um Hinterzarten, Schonach und den Notschrei. Verlässlich ist die Saison in den Hochlagen meist von Januar bis Anfang März.
Welcher Ort ist der beste Ausgangspunkt für den Schwarzwald?
Für den Süden Titisee-Neustadt oder Hinterzarten – beide an der Höllentalbahn, mit Freiburg, Feldberg und Schluchsee in Reichweite. Für den Norden Baiersbronn oder Freudenstadt nahe Schwarzwaldhochstraße und Nationalpark. Wer Stadt und Berge mischen will, wohnt in Freiburg und pendelt mit der Bahn.
Ist der Schwarzwald teuer?
Mittelfeld: Landgasthöfe und Ferienwohnungen auf Höfen sind günstiger als vergleichbare Alpenorte, ein Abendessen im Gasthaus liegt meist bei 20 bis 35 Euro pro Person. Teuer wird es in den Wellnesshotels von Baiersbronn und Titisee sowie an Adventswochenenden; die Kurtaxe von grob zwei bis drei Euro pro Nacht enthält dafür die KONUS-Karte.
Woher kommt die Schwarzwälder Kirschtorte?
Als Erfinder gilt der Konditor Josef Keller, der die Torte nach eigener Darstellung 1915 kreierte; sein überliefertes Originalrezept wird heute im Café Schäfer in Triberg gebacken. Entscheidend ist das Kirschwasser aus der Region – ohne den Obstbrand ist es nach badischem Verständnis keine echte Kirschtorte.
Lohnt sich Freiburg für einen Tagesausflug?
Ja – Münster mit Turmbesteigung, Münstermarkt, Bächle und Schlossberg füllen einen Tag locker, und mit der Schauinslandbahn hängst du einen 1.284-Meter-Gipfel an. Aus dem Hochschwarzwald bringt dich die Höllentalbahn ab Titisee in rund 40 Minuten hin, mit KONUS-Karte kostenlos.
Wann ist die beste Reisezeit für den Schwarzwald?
Mai, Juni, September und früher Oktober bieten das verlässlichste Wander- und Ausflugswetter mit klarer Fernsicht. Juli und August sind Badesee- und Ferienzeit, Dezember bis März gehören Skipisten, Loipen und Thermen. Der November ist die stillste Zeit – gut für Thermenwochenenden, oft neblig in den Tälern.
SchwarzwaldZwischen Titisee, Triberger Wasserfällen und der Schwarzwaldhochstraße liegt Deutschlands größtes Mittelgebirge – dunkle Tannen, offene Höhen, warme Täler.
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