Region · Deutschland

Mecklenburgische Seenplatte

Über tausend Seen, dazwischen Buchenwälder, Backsteinstädte und Hausboote im Schritttempo – die Mecklenburgische Seenplatte ist Deutschlands größtes zusammenhängendes Wasserrevier.

Die Region

Was Mecklenburgische Seenplatte ausmacht

Zwischen Plau am See im Westen und der Kleinseenplatte um Mirow im Osten spannt sich ein Netz aus mehr als tausend Seen, verbunden durch Kanäle, Schleusen und stille Waldflüsse. Mittendrin die Müritz, mit 112 Quadratkilometern der größte See, der komplett in Deutschland liegt, an ihrem Ufer das Heilbad Waren mit Stadthafen und Müritzeum. Östlich davon schützt der Müritz-Nationalpark Fischadler, Kraniche und die alten Buchenwälder von Serrahn, die zum UNESCO-Weltnaturerbe gehören. Man kommt zum Hausbootfahren ohne Führerschein, zum Paddeln durch die Kleinseen, zum Baden an klaren Badestellen – und bleibt wegen der Ruhe, die zwischen den Ufern liegt.

Reiseführer

Mecklenburgische Seenplatte von A bis Z

Aktualisiert Juli 2026

Kurz hinter Röbel hört die Uferstraße auf, ein Kiesweg führt durch den Schilfgürtel, und dann liegt die Müritz vor dir – so breit, dass das gegenüberliegende Ufer nur als dunkler Strich zu erahnen ist. Ein Fischadler rüttelt über dem Wasser, irgendwo tuckert ein Hausboot Richtung Schleuse, und du verstehst, warum hier alle vom Entschleunigen reden, ohne dass es nach Werbeprospekt klingt.

Sehenswürdigkeiten

Die schönsten Sehenswürdigkeiten der Mecklenburgischen Seenplatte

Im Müritzeum drückt ein Maränenschwarm silbern gegen die Scheibe des großen Beckens, und draußen vor dem Fenster liegt der See, aus dem die Fische stammen.

Anfangen solltest du in Waren an der Müritz: Das Müritzeum am Herrensee zeigt in Deutschlands größter Aquarienlandschaft für heimische Süßwasserfische, was unter der Wasseroberfläche der Seenplatte lebt – vom Hecht bis zum Schwarm Kleiner Maränen im lichtdurchfluteten Großbecken. Danach schlenderst du durch die Altstadt mit ihren Giebelhäusern zur Georgenkirche und hinunter an den Stadthafen, wo Ausflugsschiffe zu Rundfahrten über die Müritz ablegen. Für den Überblick von oben lohnt der Turm der Marienkirche.

Im Osten wartet der Müritz-Nationalpark mit seinen Beobachtungspunkten: In Federow siehst du per Kamera und mit etwas Glück live, wie Fischadler auf einem Mast brüten, und der 55 Meter hohe Käflingsbergturm bei Speck hebt dich über die Baumkronen – an klaren Tagen reicht der Blick über Seen und Wälder bis zur Müritz. Der Teilbereich Serrahn bei Neustrelitz gehört mit seinen jahrhundertealten Buchenwäldern zum UNESCO-Weltnaturerbe; ein stiller Rundweg führt dort zur kleinen Ausstellung im ehemaligen Forsthaus.

Geschichte findest du auf der Schlossinsel von Mirow: Im barocken Schloss wuchs Sophie Charlotte auf, die 1761 als Gemahlin von Georg III. Königin von Großbritannien wurde – die Räume sind restauriert und erzählen von diesem unwahrscheinlichen Weg von der Kleinseenplatte auf den englischen Thron. In Neustrelitz beeindruckt der barocke Stadtgrundriss, dessen acht Straßen sternförmig auf den quadratischen Markt zulaufen, dazu der Schlossgarten am Zierker See – das Schloss selbst ging 1945 verloren, der Park blieb.

Im Westen der Seenplatte hebt sich in Plau am See noch immer die stählerne Hubbrücke von 1916 für den Bootsverkehr auf der Elde, ein paar Schritte weiter räuchern die Fischer direkt am Hafen. Malchow wiederum ist die Inselstadt der Seenplatte: Der historische Kern liegt auf einer Insel im Malchower See, der zwischen Fleesensee und Plauer See liegt, verbunden durch eine Drehbrücke, die sich stündlich für Boote öffnet – vom Klosterberg bei Kloster Malchow am Südufer hast du den besten Blick auf die Insel. Und in Rechlin dokumentiert das Luftfahrttechnische Museum die Geschichte der einstigen Erprobungsstelle am Südufer der Müritz.

Waren an der Müritz

Waren an der Müritz – Hafenstadt am größten See Deutschlands

Abends, wenn die Ausflugsschiffe festgemacht haben, riecht es am Stadthafen von Waren nach Räucherfisch, und die Schwalben jagen zwischen den Masten.

Waren ist der natürliche Mittelpunkt der Seenplatte: rund 21.000 Einwohner, eine Altstadt aus Fachwerk und Backstein, zwei mittelalterliche Kirchen und ein Stadthafen, der im Sommer zur Flaniermeile wird. Die Müritz – mit 112 Quadratkilometern der größte See, der vollständig innerhalb Deutschlands liegt – beginnt direkt an der Hafenkante. Seit die Stadt als Heilbad anerkannt ist, kommen auch Kur- und Wellnessgäste; eine Kurabgabe wird in Waren wie in den meisten Orten der Region fällig und ist meist im Übernachtungspreis ausgewiesen.

Der beste Einstieg ist eine Runde zu Fuß: vom Neuen Markt mit der Georgenkirche durch die Lange Straße hinunter zum Hafen, vorbei an Cafés und kleinen Läden, dann die Promenade entlang zur Steinmole, wo Segler und Ausflugsschiffe ein- und auslaufen. Um den See selbst zu begreifen, musst du aufs Wasser: Vor Waren liegt die geschützte Binnenmüritz, dahinter öffnet sich die weite Außenmüritz, deren Gegenufer bei Dunst wie eine Küstenlinie wirkt. Die Ausflugsschiffe verbinden Waren je nach Linie mit Klink und Röbel oder fahren am Nationalparkufer entlang; wer lieber selbst fährt, leiht sich am Hafen ein Boot – für kleine Motorboote bis 15 PS brauchst du keinen Führerschein. Und wer die Müritz ganz umrunden will, nimmt das Rad: Der Müritz-Rundweg führt in rund 90 Kilometern einmal um den See.

Waren funktioniert auch als Standort für alles andere: Der Müritz-Nationalpark beginnt am östlichen Stadtrand, die Badestelle am Volksbad liegt fußläufig im Stadtwald, und mit dem Rad bist du in einer halben Stunde in Federow bei den Fischadlern. Bahnreisende steigen hier direkt aus dem RE5 aus Berlin; Autofahrer finden Parkplätze am Rand der Altstadt, die in der Saison allerdings früh voll sind. Plane für Waren selbst einen vollen Tag ein – und rechne damit, dass du abends öfter zurückkommst, weil hier die meisten Restaurants der Region sitzen.

Müritz-Nationalpark

Müritz-Nationalpark – Fischadler, Kraniche und alte Buchenwälder

Kurz vor Sonnenuntergang fallen die ersten Keile ein, dann werden es Hunderte: Im Oktober landen am Rederangsee Abend für Abend Tausende Kraniche zum Schlafen.

Der Müritz-Nationalpark schützt seit 1990 rund 322 Quadratkilometer Wald, Moor, Wiesen und über hundert Seen östlich der Müritz – dazu den kleineren, getrennten Teilbereich Serrahn bei Neustrelitz. Er ist der größte deutsche Nationalpark auf dem Festland und ein Revier für Arten, die anderswo selten geworden sind: See- und Fischadler brüten hier in bemerkenswerter Dichte, dazu Kraniche, Rohrdommeln und Eisvögel. Autos bleiben draußen; erschlossen ist der Park über Rad- und Wanderwege sowie den Nationalparkbus, der in der Saison die Dörfer im Parkinneren anfährt.

Die klassischen Ziele erreichst du ab Waren oder Federow: In Federow steht die Nationalpark-Information mit der bekannten Fischadler-Beobachtung – das Nest auf dem Masten ist per Kamera auf einen Bildschirm geschaltet, mit Fernglas siehst du die Anflüge live. Weiter südlich hebt dich der Käflingsbergturm 55 Meter über den Wald, und am Ostufer der Müritz führen Bohlenstege durch Schilf und Bruchwald ans offene Wasser. Von Boek aus läufst du zur Aussichtsplattform am Müritzufer, wo im Sommer Rothirsche auf den Wiesen stehen.

Der Herbst ist die spektakulärste Zeit: Ab Ende September sammeln sich Kraniche aus Nordeuropa im Park, und der abendliche Einflug am Rederangsee – oft mehrere tausend Vögel – gehört zu den großen Naturschauspielen Deutschlands. Die Beobachtungsstände sind ausgeschildert und frei zugänglich, geführte Kranich-Touren der Nationalparkverwaltung solltest du früh reservieren. Bring Fernglas, warme Kleidung und Zeit mit; fotografieren mit Blitz und das Verlassen der Wege sind tabu, die Ruhe am Schlafplatz hat Vorrang.

Am besten erkundest du den Park mit dem Rad: Der Rundweg um die Müritz misst rund 90 Kilometer und lässt sich mit Fährpassagen abkürzen, die Parkwege selbst sind überwiegend gut befahrbare Sand- und Waldwege – ein Rad mit breiteren Reifen ist angenehmer als ein Rennrad. Leihräder gibt es in Waren, Federow und den umliegenden Dörfern. Zu Fuß lohnen der Serrahner Urwaldpfad zwischen Zinow und Serrahn und die Runde um den Priesterbäker See; für beides gilt: Karte oder App vorher laden, im Parkinneren ist der Empfang lückenhaft.

Hausboot

Hausboot auf der Mecklenburgischen Seenplatte – führerscheinfrei durchs Revier

Mit acht Stundenkilometern schiebt sich das Boot durch den Kanal, links trommelt ein Specht, und die einzige Entscheidung des Tages lautet: welcher See zum Ankern.

Die Seenplatte ist Deutschlands größtes zusammenhängendes Hausboot-Revier – und das entspannteste, weil du hier ohne Sportbootführerschein starten darfst: Auf den meisten Gewässern gilt die Charterbescheinigung, die der Vercharterer nach einer rund dreistündigen theoretischen und praktischen Einweisung ausstellt. Sie erlaubt Boote bis 15 Meter Länge bei maximal 12 km/h. Charterbasen findest du unter anderem in Mirow, Rechlin, Jabel und rund um Waren; die Saison läuft von April bis Oktober, die Sommerferienwochen sind Monate im Voraus vergeben.

Das Herz des Reviers ist die Kleinseenplatte zwischen Mirow und der Havelquellregion: eine Kette kleiner Seen, verbunden durch schmale Kanäle und Schleusen, in denen du selbst Hand anlegst oder auf den Schleusenwärter wartest – Wartezeit ist hier Programm, nicht Ärgernis. Übernachtet wird an Marinas mit Strom und Sanitär oder vor Anker in einer Bucht, mit Abendessen an Bord und Sprung ins Wasser vor dem Frühstück. Wer mehr Weite will, quert die Müritz Richtung Waren; bei auflandigem Wind und Starkwindwarnung bleiben Charterboote allerdings im Hafen, das gehört zur Einweisung.

Für die Routenplanung gilt die Faustregel: weniger ist mehr. In einer Woche schaffst du entspannt die Runde Mirow – Kleinseenplatte – Rheinsberger Gewässer oder die Tour über Müritz, Kölpinsee und Fleesensee bis Malchow und zurück; wer bis Plau am See will, sollte zehn Tage einplanen. Rechne pro Tag mit drei bis vier Stunden Fahrt, mehr macht keinen Spaß – die schönsten Momente passieren ohnehin vor Anker. Brücken- und Schleusenzeiten stehen im Revierführer, den jede Basis mitgibt; die Drehbrücke von Malchow etwa öffnet stündlich.

Zur Kalkulation: Ein kleines Boot für zwei bis vier Personen startet in der Nebensaison grob bei 1.000 bis 1.500 Euro pro Woche, komfortable Boote für Familien liegen in den Ferien deutlich darüber. Dazu kommen Diesel nach Verbrauch, Liegegebühren in Häfen und meist Endreinigung und Kaution. Ein Tipp aus der Praxis: Buche die erste und letzte Nacht in einer Marina nahe der Basis, dann bist du bei der Rückgabe nicht vom Wind abhängig – und übernimm das Boot möglichst früh am Tag, damit die erste Etappe bei Tageslicht endet.

Orte & Rundtour

Von Plau am See bis Mirow – die schönsten Orte der Seenplatte

Jeder Ort an der Seenplatte hat seinen eigenen Hafen-Rhythmus – in Plau hebt sich die Brücke, in Malchow dreht sie sich, und in Mirow liegt ein Schloss im See.

Plau am See ist das westliche Tor der Seenplatte: ein Luftkurort mit Fachwerkgassen, Burgturm und einem Hafen an der Elde, über den sich die genietete Hubbrücke von 1916 hebt, wenn Boote passieren. Der Plauer See davor ist der drittgrößte See Mecklenburg-Vorpommerns, mit Badestellen und Strandabschnitten am Ost- wie Westufer. Plau eignet sich für alle, die es eine Spur ruhiger wollen als in Waren – und für Angler, die hier auf Hecht und Zander gehen. Ohne Auto ist der Ort allerdings mühsam zu erreichen, der Bahnanschluss fehlt.

Weiter östlich folgt Malchow, die Inselstadt: Der historische Kern liegt tatsächlich auf einer Insel im Malchower See – Fleesensee und Plauer See sind die Nachbarseen im Osten und Westen –, verbunden über einen Damm und die Drehbrücke, deren stündliches Öffnen im Sommer kleine Menschentrauben anzieht. Vom Klosterberg am Südufer überblickst du die ganze Anlage. Röbel wiederum, am Westufer der Müritz, ist die heimliche Schönheit der Region: zwei Backsteinkirchen über bunten Fachwerkzeilen, ein langer Hafen mit Seglern und die MüritzTherme für Regentage – deutlich stiller als Waren, aber mit demselben See vor der Tür.

Mirow ist der Schlüsselort der Kleinseenplatte: Auf der Schlossinsel stehen Schloss, Johanniterkirche und das kleine Kavaliershaus, dahinter führt ein Steg zur sogenannten Liebesinsel mit dem Grab des letzten Großherzogs. Von Mirow aus starten viele Hausboot- und Kanutouren Richtung Süden. Neustrelitz schließlich, die einstige Residenzstadt, überrascht mit ihrem sternförmigen barocken Stadtgrundriss und dem Schlossgarten am Zierker See; vom Stadthafen fährst du mit dem Kanu in Richtung Nationalpark oder schlicht zum Sonnenuntergang auf den See hinaus.

Als Rundtour mit dem Auto ergibt das eine entspannte Woche: zwei, drei Tage Waren mit Nationalpark, dann über Röbel nach Plau am See, zurück über Malchow, weiter nach Mirow und Neustrelitz – keine Etappe dauert länger als 45 Minuten. Schöner ist es, unterwegs zu bleiben, wo es dich hält: eine Nacht mehr in Röbel, ein Nachmittag am Badestrand von Klink, ein Abstecher zum Schloss, das dort direkt am Müritzufer steht. Die Entfernungen sind klein, die Straßen leer – Hektik müsstest du hier schon mitbringen, die Region selbst produziert keine.

Paddeln & Baden

Paddeln, Baden und Angeln zwischen tausend Seen

Das Kanu gleitet durch einen Kanal, der kaum breiter ist als das Paddel lang, ein Eisvogel schießt als blauer Strich voraus – und der nächste See öffnet sich wie ein Zimmer.

Die Kleinseenplatte südlich von Mirow ist eines der besten Kanureviere Deutschlands: kleine, windgeschützte Seen, verbunden durch schmale Fließe, dazwischen Wasserwanderrastplätze, auf denen du mit Zelt übernachten darfst. Klassische Mehrtagestouren führen von Mirow über die Rheinsberger Gewässer oder durch die Havelquellseen; Einsteiger nehmen eine Tagesrunde ab Mirow, Wesenberg oder Neustrelitz. Kanuverleiher mit Einweisung, Karten und Rücktransport sitzen in fast jedem Ort – im Nationalpark selbst ist das Paddeln nur auf freigegebenen Strecken erlaubt, halte dich an die Markierungen.

Gebadet wird überall, und zwar in bemerkenswert klarem Wasser: Die Badegewässer der Seenplatte schneiden bei den amtlichen Kontrollen regelmäßig mit Bestnoten ab. Bewachte Strände findest du am Volksbad in Waren, in Klink, Röbel und Plau am See; dazu kommen unzählige frei zugängliche Badestellen, oft nur ein Wiesenstreifen mit Steg. Im Hochsommer erreichen die flacheren Seen 20 bis 22 Grad. Ein Hinweis für Familien: Viele Ufer fallen flach ab, aber nicht alle Badestellen sind bewacht – die DLRG-Stationen konzentrieren sich auf die größeren Strände.

Angler finden hier eines der fischreichsten Binnenreviere des Landes: Hecht, Zander, Barsch und Aal in den großen Seen, dazu die Kleine Maräne als Spezialität der tiefen, klaren Gewässer. Für das Angeln brauchst du neben dem Fischereischein eine Angelerlaubnis für das jeweilige Gewässer; Touristen ohne Fischereischein können in Mecklenburg-Vorpommern einen zeitlich befristeten Touristenfischereischein erwerben – die Ausgabestellen und Regeln erklärt dir jeder Angelladen vor Ort. Viele Gewässer werden von der örtlichen Fischerei bewirtschaftet, deren Verkaufsstellen gleich noch den Räucherfisch fürs Abendbrot liefern.

Camping

Camping an der Mecklenburgischen Seenplatte

Morgens um sieben ziehen Nebelfetzen über den See, vom Steg springt schon jemand ins Wasser, und am Zelt riecht es nach Kaffee vom Gaskocher.

Kaum eine deutsche Region ist so aufs Zelten am Wasser eingerichtet: Dutzende Campingplätze liegen direkt am Seeufer, viele mit eigenem Badestrand, Steg und Bootsverleih. Bekannte Adressen sind der Campingplatz Ecktannen in Waren am Rand des Nationalparks und die großen Ferienparks an Plauer See und Kleinseenplatte; dazwischen liegen kleine, einfache Plätze, auf denen abends nur das Wasser zu hören ist. Wer mit Kanu oder Boot unterwegs ist, nutzt die Wasserwanderrastplätze – einfache Biwakplätze mit Feuerstelle, die nur vom Wasser aus angesteuert werden.

Der Standard reicht vom Wiesenplatz mit Plumpsklo-Charme bis zur Anlage mit Sanitärgebäuden, Brötchenservice und Mietunterkünften: Safarizelte, Schlaffässer und Mobilheime gibt es inzwischen auf vielen Plätzen, sodass du auch ohne eigene Ausrüstung anreisen kannst. Wohnmobile finden neben den Campingplätzen kommunale Stellplätze an den Häfen von Waren, Röbel und Plau – praktisch, weil du morgens direkt an der Promenade aufwachst. Wildes Campen ist verboten und wird gerade in Ufernähe und im Nationalpark kontrolliert; die Rastplatz-Infrastruktur macht es auch unnötig.

Zur Planung: In den Sommerferien sind die Seeplätze voll, reserviere die erste und letzte Nacht fest und bleib dazwischen flexibel. Mai, Juni und September sind die besten Campingmonate – warm genug zum Baden, mit freien Plätzen, ohne Mückenhochsaison der schwülen Juliabende. Pack für die Übergangszeiten eine warme Schicht ein: Die Nächte an der Seenplatte kühlen auch im Sommer auf 10 bis 13 Grad ab, und der Wind über den großen Seen ist frischer, als der Wetterbericht vermuten lässt. Ein Tarp gegen den kurzen Landregen hat noch niemandem geschadet.

Unterkünfte

Ferienhaus, Hotel oder Hausboot – so wohnst du an der Seenplatte

Das beste Ferienhaus der Seenplatte erkennst du am eigenen Steg mit Badeleiter und Ruderboot – und daran, dass du abends vom Küchenfenster die Sonne im See versinken siehst.

Das Ferienhaus am Wasser ist die klassische Wahl für die Seenplatte – und die Auswahl ist groß: vom umgebauten Fischerkaten in Röbel über Neubau-Feriendörfer bei Klink und Untergöhren bis zum Alleinlagen-Haus an einem der kleinen Seen um Mirow. Entscheidend ist die Lagebeschreibung: 'Seeblick' heißt nicht Seezugang, und ein eigener Steg mit Ruderboot ist der Unterschied zwischen Urlaub am Wasser und Urlaub in Wassernähe. Die guten Häuser für Juli und August sind früh vergeben; wer in der Nebensaison kommt, zahlt oft ein Drittel weniger und hat die Stege für sich.

Hotels konzentrieren sich auf Waren und die größeren Orte: In Waren wohnst du fußläufig zu Hafen, Restaurants und Müritzeum, mit Wellnessangeboten, die zum Heilbad-Status passen. Am Müritzufer bei Klink steht mit dem historischen Schloss Klink eine der markantesten Adressen der Region direkt am Wasser. Kleinere Pensionen und Gasthöfe findest du in Röbel, Plau und Neustrelitz – oft familiengeführt, mit Frühstück, bei dem der Fisch aus dem See von nebenan kommt. Rechne fast überall mit Kurabgabe, die pro Person und Nacht zum Zimmerpreis dazukommt.

Die dritte Option ist die eigenwilligste: wohnen auf dem Wasser. Neben klassischen Hausboot-Charters gibt es fest vertäute Hausboote und schwimmende Ferienhäuser in Marinas, etwa rund um Waren, Rechlin und die Kleinseenplatte – du schläfst auf dem See, brauchst aber weder Einweisung noch Routenplan. Für Familien ist das ein guter Kompromiss: Steg vor der Tür, Strom und Dusche wie im Ferienhaus, morgens Enten statt Autoverkehr. Buche auch hier früh; die Zahl der Liegeplätze ist begrenzt, und die Sommerwochen sind schnell weg.

Ferienhäuser & Villen mit Pool

Die beliebteste Wahl in der Region — privates Ferienhaus oder Villa mit Pool, oft mitten in den Weinbergen.

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Agriturismi & Weingüter

Urlaub auf dem Land: übernachten auf einem Weingut oder Bauernhof, mit Wein und Öl aus eigener Ernte.

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Essen & Trinken

Essen & Trinken an der Mecklenburgischen Seenplatte

An der Räucherei hängen die Maränen goldgelb in Reihe, und der Fischer reicht sie dir noch warm über den Tresen – Teller braucht es dafür keinen.

Die Küche der Seenplatte kommt aus dem Wasser: Die Kleine Maräne, ein feiner Verwandter des Lachses aus den tiefen, klaren Seen, ist die Spezialität der Region – gebraten mit Speckstippe oder goldgelb geräuchert direkt vom Fischerhof. Dazu Zander, Hecht, Barsch und Aal, die hier nicht als Fangfrisch-Behauptung auf der Karte stehen, sondern tatsächlich aus dem See vor der Tür kommen: Die örtliche Fischerei bewirtschaftet die großen Gewässer und betreibt eigene Verkaufsstellen und Räuchereien, unter anderem in Waren, Boek und Plau.

Am Stadthafen von Waren ist das Fischbrötchen die Standardwährung – Matjes, Brathering oder eben Maräne, gegessen auf der Mole mit Blick auf die einlaufenden Boote. Wer sich hinsetzen will, findet in Waren die größte Restaurantdichte der Region, von der Hafenkneipe bis zum Feinschmeckerlokal, dazu Gasthöfe in den Dörfern, die mecklenburgisch-deftig kochen: Rippenbraten mit Backpflaumen, Schmorgurken, Kartoffeln in allen Formen. Reserviere in der Saison für den Abend, die guten Adressen sind klein und schnell voll – und montags haben viele Küchen Ruhetag.

Getrunken wird, was die Region hergibt: Sanddorn aus Mecklenburg als Saft und Likör, Bier aus kleinen Brauereien der Umgebung, dazu inzwischen erstaunlich passable Obstbrände von den Höfen des Hinterlands. Auf den Wochenmärkten in Waren, Neustrelitz und Röbel kaufst du für die Ferienhausküche ein: geräucherten Fisch, Wild aus den Wäldern der Umgebung, Honig und Beeren je nach Saison. Und wenn du auf dem Hausboot unterwegs bist, gehört der Stopp an einer Fischerei-Verkaufsstelle zur Route wie die Schleuse – warmer Räucherfisch an Deck ersetzt jedes Restaurant.

Anreise & Mobilität

Anreise zur Mecklenburgischen Seenplatte mit Bahn und Auto

Hinter Neustrelitz wechselt der Blick aus dem Zugfenster von Kiefernwald zu Wasser, und wenn der RE5 in Waren hält, bist du vom Berliner Hauptbahnhof aus keine zwei Stunden unterwegs.

Mit der Bahn ist die Seenplatte überraschend gut erreichbar: Der RE5 verbindet Berlin über Neustrelitz und Waren an der Müritz mit Rostock – ab Berlin Hauptbahnhof brauchst du nach Waren rund anderthalb Stunden, und die Fahrt ist komplett mit dem Deutschlandticket abgedeckt. Aus Hamburg reist du mit Umstieg, meist über Bützow oder Berlin, und planst eher drei Stunden ein. Fahrräder nimmt der RE5 mit, in den Sommerferien sind die Stellplätze am Wochenende allerdings knapp – früh einsteigen oder auf Randzeiten ausweichen.

Mit dem Auto kommst du aus Richtung Berlin über die A24 und ab dem Dreieck Wittstock über die A19, die mit den Abfahrten Röbel, Malchow und Waren die Seenplatte westlich flankiert – ab Berlin sind es je nach Ziel eineinhalb bis zwei Stunden, ab Hamburg gut zweieinhalb. Die letzten Kilometer führen über Alleen und Landstraßen, auf denen Wildwechsel in der Dämmerung ein reales Thema ist; fahre abends defensiv. In den Orten parkst du am besten auf den ausgeschilderten Plätzen am Ortsrand, die Altstadtgassen von Waren und Plau sind eng und in der Saison dicht.

Vor Ort brauchst du einen Plan, denn der Nahverkehr ist ehrlich gesagt dünn: Zwischen Waren, Röbel und den Dörfern fahren Busse vor allem im Schülertakt, in den Westen um Plau am See gibt es keinen Bahnanschluss. Verlass dich stattdessen auf die Verkehrsmittel der Region selbst – den Nationalparkbus, der in der Saison die Parkorte verbindet, die Ausflugsschiffe zwischen Waren, Klink und Röbel sowie Leihräder, die es in jedem größeren Ort gibt. Wer ohne Auto anreist, wählt Waren oder Neustrelitz als Basis; von dort funktioniert die Kombination aus Rad, Bus und Schiff erstaunlich gut.

Ein Sonderfall ist die Anreise auf dem Wasser: Über die Müritz-Elde-Wasserstraße von der Elbe bei Dömitz oder über die Havel aus Richtung Berlin erreichen Bootsurlauber die Seenplatte auf eigenem Kiel – eine Reise von mehreren Tagen, die Schleuse für Schleuse entschleunigt. Für alle anderen gilt bei der Terminwahl: Meide die An- und Abreisesamstage der Sommerferien von Berlin, Hamburg und Sachsen, wenn A19 und A24 voll laufen und in den Charterbasen Übergabestau herrscht. Ein Start am Sonntag oder unter der Woche entzerrt Anfahrt und Bootsübernahme spürbar.

Mietwagen

Die schönsten Orte liegen abseits von Bahn und Bus — mit dem Mietwagen bist du flexibel.

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Beste Reisezeit & Wetter

Beste Reisezeit für die Mecklenburgische Seenplatte

Zwischen Eisdecke im Januar und Kranichhimmel im Oktober liegt an der Seenplatte ein langes Wasserjahr – die Kernsaison für Boot und Badesteg dauert von Mai bis September.

Das Klima der Seenplatte ist norddeutsch mit leicht kontinentalem Einschlag: kalte, oft graue Winter, ein spät startendes, dann schnell grünendes Frühjahr und Sommer um 22 bis 24 Grad, die selten drückend heiß werden. Der Wind über den großen Seen macht warme Tage angenehm und kühle Tage frisch. Die Werte unten gelten für Waren an der Müritz; auf dem Wasser fühlt es sich fast immer ein, zwei Grad kühler an als an Land.

Jan3°-2°still, oft Eis auf den Seen
Feb4°-2°grau, sehr ruhig
Mär8°0°erste Sonnentage
Apr13°3°Saisonstart der Charterboote
Mai18°8°grün, leer, ideal
Jun21°11°lange Tage, erstes Baden
Jul23°13°Hochsaison, Badewasser
Aug23°13°warm, Ferienandrang
Sep19°10°mild, klares Licht
Okt13°6°Kraniche am Rederangsee
Nov7°2°Nebel, Nebensaison
Dez4°0°still, kurze Tage

Beste Reisezeit · Balken = Tageshöchstwert

Die beste Reisezeit für die Mecklenburgische Seenplatte sind Mai, Juni und September: warm genug für Boot, Rad und erste beziehungsweise letzte Badetage, aber ohne den Ferienbetrieb des Hochsommers. Juli und August bleiben die verlässlichsten Monate zum Baden und für Familien – dann heißt es früh buchen. Der Oktober ist die Zeit der Kraniche im Nationalpark, der Winter gehört den Stillesuchenden.

Gut zu wissen

Häufige Fragen zu Mecklenburgische Seenplatte

Wo macht man am besten Urlaub an der Mecklenburgischen Seenplatte?
Waren an der Müritz ist die vielseitigste Basis: Altstadt, Stadthafen, Bahnanschluss und der Nationalpark vor der Tür. Ruhiger wohnst du in Röbel oder Plau am See, wasserlastiger auf der Kleinseenplatte um Mirow – dort starten die meisten Hausboot- und Kanutouren.
Wie groß ist die Müritz?
Die Müritz misst rund 112 Quadratkilometer und ist damit der größte See, der vollständig innerhalb Deutschlands liegt – der Bodensee ist zwar größer, teilt sich aber auf drei Länder auf. Von Ufer zu Ufer sind es an der breitesten Stelle etliche Kilometer, das Gegenufer wirkt wie eine Meereslinie.
Braucht man für ein Hausboot einen Bootsführerschein?
Auf den meisten Gewässern der Seenplatte nicht: Mit der Charterbescheinigung, die du nach einer rund dreistündigen Einweisung beim Vercharterer erhältst, darfst du Boote bis 15 Meter Länge mit maximal 12 km/h fahren. Bei Starkwind gelten auf der offenen Müritz Einschränkungen.
Was kostet ein Hausboot an der Mecklenburgischen Seenplatte?
Kleine Boote für zwei bis vier Personen starten in der Nebensaison grob bei 1.000 bis 1.500 Euro pro Woche, Familienboote in den Sommerferien liegen deutlich darüber. Dazu kommen Diesel, Liegegebühren und meist Endreinigung plus Kaution – und gefragte Termine sind Monate im Voraus weg.
Kann man in den Seen der Mecklenburgischen Seenplatte baden?
Ja, die Wasserqualität ist fast überall ausgezeichnet. Bewachte Strände gibt es unter anderem in Waren, Klink, Röbel und Plau am See, dazu unzählige frei zugängliche Badestellen. Im Hochsommer erreichen die flacheren Seen angenehme 20 bis 22 Grad Wassertemperatur.
Wie kommt man mit der Bahn zur Mecklenburgischen Seenplatte?
Der RE5 fährt von Berlin über Neustrelitz und Waren an der Müritz nach Rostock; ab Berlin Hauptbahnhof dauert es nach Waren rund anderthalb Stunden, das Deutschlandticket gilt. Aus Hamburg reist du mit Umstieg in etwa drei Stunden. In den Westen um Plau am See gibt es keinen Bahnanschluss.
Braucht man an der Seenplatte ein Auto?
Für Waren, Neustrelitz und den Nationalpark nicht zwingend – Bahn, Nationalparkbus, Ausflugsschiffe und Leihräder decken viel ab. Für Plau am See, die Dörfer und flexible Standortwechsel ist ein Auto praktisch, denn die Busse fahren dünn und oft im Schülertakt.
Wann sieht man die Kraniche im Müritz-Nationalpark?
Von Ende September bis in den Oktober rasten Tausende Kraniche im Nationalpark; der abendliche Einflug zum Schlafplatz am Rederangsee ist der Höhepunkt. Die Beobachtungsstände bei Federow sind frei zugänglich, geführte Abendtouren solltest du vorab bei der Nationalparkverwaltung reservieren.
Ist die Mecklenburgische Seenplatte für Familien mit Kindern geeignet?
Sehr gut: flache Badestellen, das Müritzeum mit Aquarien in Waren, Fischadler-Beobachtung in Federow, kurze Wege und Campingplätze direkt am See. Auf dem Hausboot helfen Kinder beim Schleusen, und Kanutouren auf den windgeschützten Kleinseen funktionieren schon mit Schulkindern.
Wie viele Tage sollte man für die Seenplatte einplanen?
Ein verlängertes Wochenende reicht für Waren plus Nationalpark. Für die klassische Kombination aus Städtchen, Baden, Rad- oder Kanutour planst du eine Woche; eine Hausboot-Runde über die Kleinseenplatte oder bis Plau am See braucht ebenfalls sieben bis zehn Tage, damit Fahrzeit und Ankerbuchten im Verhältnis bleiben.
Kann man um die Müritz mit dem Fahrrad fahren?
Ja, der Rundweg um die Müritz misst rund 90 Kilometer und führt am Ostufer durch den Nationalpark – überwiegend auf Wald- und Sandwegen, für die sich breitere Reifen lohnen. Sportliche fahren die Runde an einem Tag, entspannter sind zwei Etappen mit Übernachtung in Röbel oder Rechlin.
Was isst man typischerweise an der Mecklenburgischen Seenplatte?
Fisch aus den Seen: gebratene oder geräucherte Kleine Maräne, Zander, Hecht und Aal, am Hafen klassisch als Fischbrötchen. Dazu mecklenburgische Hausmannskost wie Rippenbraten mit Backpflaumen und Schmorgurken sowie Sanddornprodukte und Räucherfisch direkt von den Fischerei-Verkaufsstellen.
Mecklenburgische SeenplatteÜber tausend Seen, dazwischen Buchenwälder, Backsteinstädte und Hausboote im Schritttempo – die Mecklenburgische Seenplatte ist Deutschlands größtes zusammenhängendes Wasserrevier.
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