Region · Deutschland

Bayerischer Wald

Zwischen Großem Arber und Lusen liegt Deutschlands ältester Nationalpark – ein Waldmeer, das über den Grenzkamm bis nach Böhmen reicht.

Die Region

Was Bayerischer Wald ausmacht

Der Bayerische Wald ist das größte zusammenhängende Waldgebirge Mitteleuropas – und seit 1970 steht sein Herzstück als erster Nationalpark Deutschlands unter dem Motto, Natur einfach Natur sein zu lassen. Zwischen den Gipfeln von Großem Arber, Rachel und Lusen wächst aus Windwurf und Totholz ein neuer Urwald, durch dessen Kronendach sich bei Neuschönau der Baumwipfelpfad mit seinem 44 Meter hohen Baumei schraubt. Dazu kommen Kurorte wie Bodenmais mit Silberberg und Rieslochfällen, die Glasstadt Zwiesel mit Kristallglas und Dampfbier, Bergseen wie der Große Arbersee und ein Wanderwegenetz vom Goldsteig bis zur Himmelsleiter auf den Lusen. Ein Urlaub hier ist unaufgeregt, günstig und grün – Wirtshaus statt Rummel, Waldbahn statt Stau.

Reiseführer

Bayerischer Wald von A bis Z

Aktualisiert Juli 2026

Hinter Deggendorf steigt die B11 in Serpentinen aus dem Donautal, und mit jedem Kilometer werden die Fichten dichter, bis irgendwann nur noch Wald da ist – Wellen aus Grün bis zum Horizont. Der Bayerische Wald protzt nicht – kein Gletscher, kein Postkartensee, stattdessen das größte zusammenhängende Waldgebirge Mitteleuropas, in dem seit 1970 ein Nationalpark einfach wachsen darf, wie er will. Wer hierher fährt, tauscht Programm gegen Ruhe – und merkt spätestens auf dem Lusen-Gipfel, dass das ein guter Tausch war.

Sehenswürdigkeiten

Die schönsten Sehenswürdigkeiten im Bayerischen Wald

Morgens um neun liegt der Große Arbersee noch spiegelglatt unter der Seewand, und außer ein paar Anglern ist niemand auf dem Uferweg unterwegs.

Die beiden größten Publikumsmagnete liegen im und am Nationalpark: der Baumwipfelpfad bei Neuschönau mit seinem 44 Meter hohen Aussichtsei und die Tier-Freigelände, in denen Wolf, Luchs und Braunbär in weitläufigen Waldgehegen leben – beiden widmen wir weiter unten eigene Kapitel. Dazu kommt der Große Arbersee am Fuß des höchsten Bayerwald-Gipfels: ein dunkler Karsee unter einer steilen Felswand, auf dem schwimmende Inseln aus verfilztem Torf treiben. Der Rundweg am Ufer ist in einer halben Stunde gegangen, die Verlängerung hinauf zur Seewand macht daraus eine echte Wanderung.

Bei Bodenmais rauschen die Rieslochfälle durch eine Schlucht aus Granitblöcken und moosigem Bergwald – mit rund 55 Metern Gesamthöhe die größten Wasserfälle des Bayerischen Waldes. Der Zustieg vom Wanderparkplatz am Ortsrand dauert eine knappe Stunde und lohnt am meisten nach Regentagen oder zur Schneeschmelze, wenn der Riesbach richtig Wasser führt. Gleich daneben liegt der Silberberg, in dessen Barbarastollen du bei konstant kühlen Temperaturen einfährst und erlebst, wie hier über Jahrhunderte Erz abgebaut wurde – im Sommer kombiniert mit einer Sommerrodelbahn am Hang.

Zwei Ziele abseits der bekannten Route: Bei Regen stehen an der Burgruine Weißenstein die gläsernen Bäume des Gläsernen Waldes zwischen echten Fichten – ein Kunstprojekt, das die Glasgeschichte der Region in die Landschaft stellt, dazu der Blick vom Burgfelsen über das Regental. Und in Tittling zeigt das Museumsdorf Bayerischer Wald auf einem weitläufigen Gelände über hundert originale Gebäude aus drei Jahrhunderten – Bauernhöfe, Mühlen, Kapellen und eine alte Dorfschule, in der du verstehst, wie karg das Leben im Waldgebirge einmal war.

Wer Schluchten mag, hat die Wahl: Die Buchberger Leite bei Freyung ist eine wilde Bachklamm, durch die sich die Wolfsteiner Ohe zwischen Felswänden windet – der Steig hindurch gehört zu den eindrucksvollsten Wegen der Region. Bei Sankt Englmar wiederum steht mit dem Waldwipfelweg ein zweiter Höhenweg samt Haus am Kopf, einem komplett auf dem Dach stehenden Wohnhaus, das vor allem Kinder begeistert. Grundregel für alle Ziele: Komm unter der Woche oder früh am Tag – an Ferienwochenenden füllen sich die Parkplätze an Arbersee und Baumwipfelpfad ab dem späten Vormittag.

Nationalpark

Nationalpark Bayerischer Wald: Wildnis zwischen Lusen und Rachel

Zwischen den silbergrauen Stämmen abgestorbener Fichten drängt kniehoch die nächste Waldgeneration nach – nirgendwo siehst du dem Wald so beim Neuanfang zu wie hier.

Der Nationalpark Bayerischer Wald war 1970 der erste Nationalpark Deutschlands, und er verfolgt bis heute eine radikale Idee: Natur Natur sein lassen. Auf rund 25.000 Hektar zwischen Bayerisch Eisenstein und Finsterau wird nicht aufgeforstet, nicht aufgeräumt, nicht eingegriffen – als in den Achtzigern und Neunzigern Stürme und Borkenkäfer ganze Hänge kahllegten, ließ die Parkverwaltung die toten Bäume stehen. Was damals erbitterten Streit auslöste, ist heute das Anschauungsstück: Unter dem silbrigen Totholz wächst ein junger, wilder Mischwald heran, dichter und artenreicher als jeder Forst. Zusammen mit dem böhmischen Nachbarpark Šumava bildet das Schutzgebiet das größte zusammenhängende Waldschutzgebiet Mitteleuropas.

Der Lusen ist der Charakterberg des Parks: 1.373 Meter hoch, und sein Gipfel besteht aus nichts als aufgetürmten Granitblöcken – ein graues Blockmeer, über das im letzten Stück die Himmelsleiter genannte Steintreppe schnurgerade nach oben führt. Der klassische Zustieg startet am Parkplatz Fredenbrücke oder an der Waldhausreibe bei Neuschönau, in gut zwei Stunden bist du oben; kurz unterhalb des Gipfels versorgt dich das Lusenschutzhaus in der Saison mit Brotzeit und Suppe. Bei klarem Wetter reicht der Blick weit nach Böhmen hinein – und über ein Meer aus Wald, in dem keine einzige Straße zu sehen ist.

Der Große Rachel ist mit 1.453 Metern der höchste Punkt des Nationalparks und die stillere Alternative: längerer Zustieg, weniger Betrieb. Unterhalb des Gipfels liegt der Rachelsee, ein dunkler Karsee, über dem die Rachelkapelle auf einem Felsvorsprung klebt – einer der stimmungsvollsten Plätze des ganzen Gebirges. Wer es kürzer mag, geht bei Spiegelau den Seelensteig: ein rund 1,3 Kilometer langer Bohlenpfad durch sich selbst überlassenen Wald, der die Nationalpark-Idee auf Kinderwagenlänge erklärt. Im Winter werden viele Wege zu markierten Schneeschuh- und Winterwanderrouten.

Praktisch wichtig: Der Eintritt in den Park ist frei, bezahlt wird nur das Parken. Erste Anlaufstellen sind die beiden Besucherzentren – das Hans-Eisenmann-Haus bei Neuschönau fürs Lusen-Gebiet, das Haus zur Wildnis bei Ludwigsthal fürs Falkenstein-Gebiet, jeweils mit angeschlossenem Tier-Freigelände. Von Mai bis Oktober verbinden die Igelbusse die Ausgangspunkte im Takt, sodass du Streckenwanderungen ohne zweites Auto planen kannst; mit vielen Gästekarten der Region fährst du kostenlos. Bleib auf den markierten Wegen – in den Kernzonen ist das Pflicht und schützt Auerhuhn und Luchs.

Baumwipfelpfad

Baumwipfelpfad Bayerischer Wald: über den Kronen von Neuschönau

Auf den letzten Metern im Baumei stehst du plötzlich über allem, und unter dir wogt das Kronendach wie eine grüne Dünung bis zum Lusen.

Der Baumwipfelpfad bei Neuschönau war bei seiner Eröffnung 2009 einer der ersten seiner Art und ist bis heute der Maßstab: Ein 1,3 Kilometer langer Holzsteg zieht sich in 8 bis 25 Metern Höhe durch den Bergmischwald am Rand des Nationalparks, vorbei an Fichten, Tannen und Buchen, deren Kronen du zum ersten Mal aus der Nähe siehst statt von unten. Erlebnisstationen zwischendurch – Wackelbrücken, Balancierbalken, Infotafeln zur Waldökologie – lockern den Weg auf, ohne ihn zum Rummel zu machen. Das Finale ist das Baumei: ein 44 Meter hoher, eiförmiger Turm, in dessen Innerem sich eine Rampe um drei alte Baumriesen nach oben schraubt.

Oben belohnt dich ein Rundumblick über das Waldmeer des Nationalparks bis zu Lusen und Rachel – und an klaren Tagen mit Föhn steht am südlichen Horizont tatsächlich die Alpenkette. Der gesamte Pfad ist über flache Rampen erschlossen, sodass Kinderwagen und Rollstühle bis ganz nach oben kommen; genau das macht ihn zum verlässlichen Ziel für Drei-Generationen-Ausflüge. Plane ein bis zwei Stunden ein, mit Kindern eher mehr. Tickets bekommst du am Eingang beim Hans-Eisenmann-Haus; früh morgens oder ab dem späten Nachmittag hast du die Plattform oft fast für dich, während um die Mittagszeit die Reisegruppen kommen.

Der eigentliche Trick ist die Kombination: Der Pfad beginnt direkt am Nationalparkzentrum Lusen, wo das Hans-Eisenmann-Haus die Ausstellung zum Park kostenlos zeigt und das Tier-Freigelände auf einem rund sieben Kilometer langen Rundweg durch den Wald führt. Wer beides verbindet, hat einen vollen Tag – erst über den Kronen, dann auf Augenhöhe mit Wolf, Luchs und Bär. Nicht verwechseln solltest du den Baumwipfelpfad übrigens mit dem Waldwipfelweg in Sankt Englmar: Der liegt eine Autostunde entfernt im Vorderen Bayerischen Wald und ist ein eigenes Ausflugsziel mit anderem Charakter.

Großer Arber

Großer Arber: der König des Bayerischen Waldes

Oberhalb der Baumgrenze pfeift der Wind über Latschen und Granit, und die beiden weißen Radarkuppeln am Gipfel tauchen auf wie gelandete Monde.

Mit 1.456 Metern ist der Große Arber der höchste Berg des Bayerischen Waldes und des gesamten Böhmerwald-Kamms – der einzige, der über die Baumgrenze hinausreicht und oben fast alpin wirkt. Auf dem weiten Gipfelplateau verteilen sich Gipfelkreuz, die kleine Arberkapelle und die Felstürme des Richard-Wagner-Kopfs, dazu die markanten weißen Radarkuppeln, die seit dem Kalten Krieg zur Silhouette des Berges gehören. Die Rundumsicht ist die beste der Region: im Norden der Osser, im Osten der böhmische Wald, und bei Föhnlage schiebt sich im Süden die komplette Alpenkette über den Horizont.

Hinauf kommst du auf zwei Arten: Die Gondelbahn schwebt von der Talstation am Brennes-Sattel in wenigen Minuten fast bis zum Plateau – bequem für Familien und alle, die nur den Blick wollen. Schöner ist der Aufstieg zu Fuß vom Großen Arbersee: erst am dunklen Karsee mit seinen schwimmenden Torfinseln entlang, dann in Kehren durch die steile Seewand hinauf, in etwa anderthalb bis zwei Stunden. Wer mehr will, hängt den Abstieg über den stilleren Kleinen Arbersee an und macht daraus eine Tagesrunde. Einkehr gibt es oben im Arberschutzhaus, unten am See im Arberseehaus.

Im Winter wird der Arber zum wichtigsten Skiberg Ostbayerns: ein überschaubares, familientaugliches Skigebiet mit Gondel und Sesselliften, auf dessen Hängen früher Weltcuprennen der Damen ausgetragen wurden. Die Saison läuft dank Höhenlage und Beschneiung meist von Dezember bis in den März – deutlich verlässlicher als an den niedrigeren Liften der Umgebung. Langläufer zieht es auf die andere Bergflanke: Das Loipenzentrum Bretterschachten oberhalb von Bodenmais liegt auf über 1.100 Metern und gehört mit seinem weitverzweigten, oft bis ins Frühjahr schneesicheren Netz zu den besten Langlaufrevieren Deutschlands.

Bodenmais & Zwiesel

Bodenmais und Zwiesel: Kurort trifft Glasstadt

In Bodenmais riecht die Fußgängerzone nach frischen Auszogenen, während zehn Kilometer weiter in Zwiesel ein Glasmacher die glühende Kugel an der Pfeife dreht.

Bodenmais ist der Ferienort des Bayerischen Waldes schlechthin: heilklimatischer Kurort in einem weiten Talkessel am Südfuß des Arber, mit der dichtesten Hotelszene der Region und kurzen Wegen zu fast allem, was oben in diesem Guide vorkommt. Die Hausberge liefern das Programm – der Silberberg mit Besucherbergwerk und Sommerrodelbahn direkt über dem Ort, die Rieslochfälle eine Gehstunde entfernt, der Bretterschachten für den Winter. Dazu kommt das Glasparadies von JOSKA am Ortsrand, halb Schauwerkstatt, halb Verkaufswelt, das an Regentagen halb Niederbayern anzieht. Wer zentral wohnen und wenig fahren will, ist hier richtig.

Zwiesel, die heimliche Hauptstadt des Bayerwaldes, verdankt dem Wald ausgerechnet sein Glas: Holz zum Feuern und Quarz aus den Bergen machten die Region ab dem Mittelalter zum Glasland, und Zwiesel hat daraus eine Identität gebaut. Die Glasfachschule bildet seit 1904 Glasmacher, Graveure und Designer aus, die Kristallglas-Manufaktur am Ortsrand produziert bis heute, und als Wahrzeichen glitzert eine rund acht Meter hohe Pyramide aus mehr als 90.000 Trinkgläsern vor dem Werk. Im Waldmuseum sortierst du danach die Geschichte, und in der Dampfbierbrauerei probierst du das obergärige Hausbier, das den Ort seit dem 19. Jahrhundert begleitet.

Rund um die beiden Orte spannt sich die Glasstraße, eine Ferienstraße, die auf rund 290 Kilometern die Glasorte des ostbayerischen Grenzgebirges verbindet. Lohnendste Station in der Nähe ist Frauenau: Das dortige Glasmuseum erzählt Glasgeschichte von den ägyptischen Anfängen bis zur Studioglas-Bewegung, und in der Manufaktur von Poschinger – die Familie bläst seit dem 16. Jahrhundert Glas – schaust du der Produktion direkt über die Schulter. Wer mag, hängt das Glasdorf Weinfurtner in Arnbruck an. So wird aus einem Regentag im Bayerwald ein kompletter Kulturtag, ohne dass du weit fahren musst.

Praktisch verbindet die Waldbahn beide Orte besser als jedes Auto: Zwiesel ist der Knoten, von dem die Äste nach Bodenmais, nach Grafenau und über Bayerisch Eisenstein zur tschechischen Grenze auslaufen – im Stundentakt, mit Deutschlandticket oder in vielen Orten kostenlos per Gästekarte. Bayerisch Eisenstein selbst lohnt den kurzen Abstecher: Der historische Grenzbahnhof, durch dessen Empfangsgebäude die Staatsgrenze mitten hindurchläuft, beherbergt heute ein Eisenbahnmuseum, und drüben beginnt mit Železná Ruda der böhmische Teil des Waldes samt eigener Wanderreviere.

Wandern & Goldsteig

Wandern im Bayerischen Wald: Goldsteig und Gipfeltouren

Auf dem Kammweg zwischen Falkenstein und Rachel gehst du stundenlang durch nichts als Wald, und das einzige Geräusch ist dein eigener Schritt auf Granit.

Das Rückgrat des Wanderreviers ist der Goldsteig: Mit rund 660 Kilometern von Marktredwitz nach Passau ist er Deutschlands längster zertifizierter Qualitätswanderweg, und seine Nordroute läuft mitten durch den Bayerischen Wald – über Kaitersberg, Osser, Arber und den Nationalparkkamm mit Rachel und Lusen. Du musst ihn nicht komplett gehen: Die Etappen zwischen Bayerisch Eisenstein und Finsterau sind das Herzstück und lassen sich dank Waldbahn und Igelbus einzeln als Tagestouren herauspicken, ohne dass du ein zweites Auto am Zielort brauchst. Wer mehrere Tage geht, übernachtet in den Orten am Weg – Gepäcktransfer vermitteln die örtlichen Tourismusbüros.

Die drei Klassiker unter den Tagestouren: der Lusen über die Himmelsleiter durchs Blockmeer, der Arber vom Großen Arbersee durch die Seewand – beide oben schon beschrieben – und als dritter der Große Falkenstein, 1.315 Meter, ab Bayerisch Eisenstein oder Scheuereck. Sein schönster Zustieg führt durchs Höllbachgspreng, eine wilde Fels- und Bachlandschaft, in der der Weg über Wurzeln und Granitstufen klettert; oben versorgt dich das Falkenstein-Schutzhaus, und mit etwas Glück äsen unterhalb des Gipfels Gämsen. Für alle drei gilt: gutes Schuhwerk, denn Bayerwald-Wege sind steinig und nach Regen glatt – aber technisch bleibt alles im Wanderbereich, Kletterpassagen gibt es keine.

Es geht auch gemütlicher: Der Seelensteig bei Spiegelau und die Racheldiensthütten-Runde bringen die Wildnis auf kurze Distanz, um Bodenmais führen Kurwege und die Rieslochrunde, und die Uferwege an Großem und Kleinem Arbersee sind auch mit Kinderwagen machbar. Im Herbst ist die Fernsicht am verlässlichsten – wenn im Oktober die Buchen im Nationalpark golden werden und über den Tälern Nebel liegt, während die Gipfel in der Sonne stehen, erlebst du die Region auf ihrem Höhepunkt. Im Winter präparieren die Orte markierte Winterwanderwege, und geführte Schneeschuhtouren bringen dich sicher auch abseits der Räumfahrzeuge in den verschneiten Wald.

Unterkünfte

Hotels und Ferienwohnungen im Bayerischen Wald

Abends um acht liegst du im Außenpool, über dir dampft die kalte Luft, und hinter der Saunawand beginnt einfach nur Wald.

Der Bayerische Wald ist Deutschlands unterschätzte Wellnessregion: Kaum irgendwo gibt es so viele Hotels mit großen Sauna- und Poollandschaften zu so vernünftigen Preisen – gewachsen aus der Kurtradition der heilklimatischen Orte und einem Publikum, das im November genauso kommt wie im August. Die größte Dichte findest du in und um Bodenmais, weitere Häuser verteilen sich über Sankt Englmar, das Lamer Winkel und die Orte am Nationalpark. Viele Betriebe sind familiengeführt in dritter Generation, mit Halbpension als Standard; wer das klassische Vier-Gänge-Menü nach dem Saunatag mag, wird hier glücklich.

Ferienwohnungen und Ferienhöfe sind die zweite Säule – und oft die bessere Wahl mit Kindern: Urlaub auf dem Bauernhof hat im Bayerwald echte Tradition, mit Tieren im Stall, Heuboden und Gastgebern, die morgens Eier und Milch vor die Tür stellen. Dazu ist in den letzten Jahren eine neue Generation von Chalet- und Feriendörfern entstanden, meist mit eigener Sauna und Kamin in der Hütte. Preislich liegt die Region deutlich unter Alpen- und Küstenniveau: Selbst in den Ferien findest du solide Wohnungen zu Preisen, für die du anderswo ein Zimmer bekommst – nur Weihnachten bis Neujahr und die Faschingswoche musst du früh sichern.

Bei der Ortswahl entscheidet dein Programm: Für den Nationalpark wohnst du am besten in Grafenau, Neuschönau, Spiegelau oder Sankt Oswald – von dort bist du vor den Tagesgästen am Baumwipfelpfad und an den Lusen-Parkplätzen. Für Arber, Silberberg und Langlauf sind Bodenmais und Bayerisch Eisenstein die logische Basis, für Ausflüge Richtung Donau und Gäuboden der Vordere Wald um Sankt Englmar. Ein Detail mit großem Hebel: Frag bei der Buchung nach der Gästekarte GUTi – in den teilnehmenden Orten fährst du damit Waldbahn und Igelbus im ganzen Gebiet kostenlos, und das Auto bleibt öfter stehen, als du denkst.

Ferienhäuser & Villen mit Pool

Die beliebteste Wahl in der Region — privates Ferienhaus oder Villa mit Pool, oft mitten in den Weinbergen.

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Agriturismi & Weingüter

Urlaub auf dem Land: übernachten auf einem Weingut oder Bauernhof, mit Wein und Öl aus eigener Ernte.

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Essen & Trinken

Essen und Trinken im Bayerischen Wald

Im Wirtshaus stellt die Bedienung den Schweinsbraten mit zwei Knödeln hin, ungefragt kommt die dunkle Soße extra – und am Nebentisch wird noch Karten gespielt.

Die Küche des Bayerischen Waldes ist niederbayerische Wirtshausküche in Reinform: Schweinsbraten mit Kruste und Semmelknödel, Ente an Blaukraut, Brotzeitbrettl mit Geräuchertem – ehrlich, reichlich und zu Preisen, über die man in München nur staunen kann. Die Wirtshauskultur lebt hier noch flächendeckend, vom Dorfgasthof mit Stammtisch bis zum Landgasthaus mit Biergarten unter Kastanien. Eine Eigenheit hat die Region ganz für sich: den Pichelsteiner, einen deftigen Eintopf aus dreierlei Fleisch und Gemüse, der aus der Gegend um Regen stammt – die Stadt feiert ihm zu Ehren seit weit über hundert Jahren Ende Juli ihr Pichelsteinerfest.

Der Wald selbst liefert die Saisonküche: Ab dem Hochsommer stehen Schwammerlgerichte auf den Karten – Pfifferlinge in Rahm, Steinpilze gebraten –, und die Heidelbeeren, hier Schwarzbeeren genannt, landen als Datschi und in Dessertvarianten auf dem Teller. Dazu kommen Bachforellen und Saiblinge aus den Fischzuchten der Bergbäche und Wild aus den umliegenden Revieren, im Herbst als Rehbraten mit Preiselbeeren. Wer selbst sammeln will: Pilze- und Beerensuchen ist für den Eigenbedarf erlaubt und Volkssport – in den Kernzonen des Nationalparks allerdings tabu, dort bleibt alles, wo es wächst.

Getrunken wird Regionales: Die Brauereien der Gegend – vom Dampfbier aus Zwiesel über die Brauhäuser in Regen und Grafenau – halten eine Bierkultur am Leben, die ohne Tourismusfolklore auskommt. Und dann ist da der Bärwurz: ein klarer Wurzelschnaps mit erdig-herbem Ton, das flüssige Wahrzeichen des Bayerwaldes, traditionell nach dem Essen gereicht. Brennereien wie Penninger und Hieke destillieren ihn seit Generationen, dazu den milderen, rotgoldenen Blutwurz; ihre Schaubrennereien und Läden findest du in mehreren Orten der Region. Eine Flasche im Kofferraum ist das ehrlichste Bayerwald-Souvenir – haltbarer als jede Glas-Deko.

Anreise & Mobilität

Anreise in den Bayerischen Wald mit Auto und Waldbahn

Ab Plattling zuckelt die Waldbahn das Regental hinauf, und spätestens hinter Regen fährt der Zug mitten durch den Wald, dem er seinen Namen verdankt.

Mit dem Auto ist der Bayerische Wald aus dem Süden Deutschlands schnell erreicht: Von München nimmst du die A92 bis Deggendorf und steigst dort auf die B11, die über Regen nach Zwiesel und weiter zum Brennes-Sattel am Arber führt – gut zweieinhalb Stunden bis in die Zentren. Aus Richtung Nürnberg und Frankfurt läuft die Anfahrt über die A3 bis Deggendorf oder Hengersberg, aus dem Norden über Cham in den Lamer Winkel. Die letzten Kilometer sind überall Landstraße durchs Mittelgebirge – im Winter gehören Winterreifen zwingend dazu, denn die Orte liegen zwischen 500 und 700 Metern und die Pässe höher.

Mit der Bahn fährst du über Plattling: Der Knoten an der Strecke München–Regensburg–Passau ist von München aus mit dem ICE in rund einer Stunde erreicht, mit dem Regionalzug in gut eineinviertel Stunden – und dort beginnt die Waldbahn, eine der schönsten Nebenbahnen Deutschlands, die sich in etwa 50 Minuten das Regental hinauf nach Zwiesel arbeitet. In Zwiesel verzweigt sich das Netz in drei Äste: nach Bodenmais, nach Grafenau und über Bayerisch Eisenstein bis an die tschechische Grenze, wo Anschlusszüge weiter nach Železná Ruda und in den Böhmerwald fahren. Ab Plattling ist alles Regionalverkehr und damit im Deutschlandticket – und wer aus München oder Regensburg gleich den Regionalzug nimmt, fährt die komplette Anreise ohne Aufpreis.

Vor Ort brauchst du weniger Auto, als du glaubst: Übernachtungsgäste in vielen Orten des ArberLandes bekommen mit der Kurkarte das GUTi-Ticket und fahren damit Waldbahn und Busse im Gebiet kostenlos. Dazu takten von Mai bis Oktober die Igelbusse des Nationalparks zwischen Grafenau, Neuschönau, Spiegelau und den Wanderparkplätzen – so startest du eine Streckenwanderung am Lusen und kommst vom Ziel bequem zurück. Nur für die Winkel abseits der Bahnäste, etwa Sankt Englmar, den Lamer Winkel oder das Museumsdorf in Tittling, bleibt das eigene Auto die praktischere Wahl; die Parkplätze an den Ausflugszielen sind fast überall bewirtschaftet, aber günstig.

Mietwagen

Die schönsten Orte liegen abseits von Bahn und Bus — mit dem Mietwagen bist du flexibel.

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Mit Kindern

Bayerischer Wald mit Kindern

Nach zehn Minuten am Wolfsgehege will niemand mehr weiter, denn das Rudel ist gerade aufgestanden und trabt einmal quer durchs Revier.

Der Bayerische Wald ist eine der entspanntesten Familienregionen Deutschlands – vor allem, weil die Attraktionen kindgerecht und die Preise moderat sind. Das Pflichtprogramm liegt in Neuschönau dicht beieinander: das Tier-Freigelände, in dem Wolf, Luchs, Bär und Fischotter in großen Waldgehegen leben und der Rundweg selbst schon eine kleine Wanderung ist, direkt daneben der Baumwipfelpfad, dessen Wackelstationen aus dem Spaziergang einen Bewegungsparcours machen. Beides funktioniert mit Kinderwagen, beides auch bei durchwachsenem Wetter – und mit dem Hans-Eisenmann-Haus als kostenloser Schlechtwetter-Reserve gleich nebenan.

Für Abenteuertage gibt es drei sichere Karten: die Einfahrt in den Silberberg bei Bodenmais, wo es im Stollen auch im Hochsommer kühl ist und draußen die Sommerrodelbahn wartet; das Westernstädtchen Pullman City in Eging am See mit Shows, Reitangeboten und Goldwaschen; und der Bayerwald-Tierpark in Lohberg, der ausschließlich heimische Arten zeigt – vom Elch bis zum Auerhuhn. Dazu kommen der Waldwipfelweg in Sankt Englmar mit dem auf dem Kopf stehenden Haus und die Sommerrodelbahnen dort, die aus dem Vorderen Wald ein eigenes Familienrevier machen.

Auch das Wandern funktioniert mit Kindern, wenn du die Touren richtig wählst: Die Uferrunde am Großen Arbersee ist kurz und spektakulär genug, der Seelensteig bei Spiegelau erzählt die Urwald-Geschichte auf einem Kilometer, und größere Kinder ab dem Grundschulalter schaffen den Lusen über die Himmelsleiter – das Blockmeer am Gipfel fühlt sich an wie eine natürliche Kletterlandschaft, bleibt aber auf dem Weg gut gesichert. Im Winter übernehmen Schlittenhänge in fast jedem Ort, Kinderskikurse am Arber und die Möglichkeit, am Bretterschachten erste Langlaufschritte zu probieren. Als Basis lohnt ein Ferienhof: Stalltiere schlagen jede Animation.

Beste Reisezeit & Wetter

Beste Reisezeit für den Bayerischen Wald: Wetter im Jahreslauf

Der Bayerwald hat zwei Gesichter – grüne Wandermonate von Mai bis Oktober und einen echten Mittelgebirgswinter, der in den Tallagen oft strenger ausfällt als in den Alpen.

Das Klima im Bayerischen Wald ist rauer, als die Lage vermuten lässt: Die Täler um Zwiesel gehören zu den kältesten bewohnten Ecken Deutschlands, in klaren Winternächten fällt das Thermometer zweistellig unter null, und auf den Kämmen liegt oft bis in den April Schnee. Dafür sind die Sommer angenehm – warm, aber selten drückend heiß, mit frischen Nächten zum Schlafen. Die Werte unten gelten für die Tallagen um Zwiesel und Bodenmais; auf Arber, Rachel und Lusen musst du je nach Höhe fünf bis acht Grad abziehen.

Jan0°-8°Ski und Loipen
Feb2°-7°schneesicherster Monat
Mär7°-3°Firn oben, Frühling unten
Apr12°1°launisch, Schmelzwasser
Mai17°5°frisches Grün, ruhig
Jun20°9°lange Wandertage
Jul22°11°Ferienbetrieb, Gewitter
Aug22°10°Schwammerlzeit beginnt
Sep18°7°klare Fernsicht
Okt12°3°goldener Buchenwald
Nov5°-1°Nebel, Nebensaison
Dez1°-6°erste Loipen, still

Beste Reisezeit · Balken = Tageshöchstwert

Die beste Reisezeit für den Bayerischen Wald sind Mai, Juni, September und Oktober: verlässliches Wanderwetter, klare Fernsicht vom Arber bis zu den Alpen und deutlich weniger Betrieb als in den Sommerferien – im Oktober kommt das Buchengold im Nationalpark dazu. Der Winter ist eine eigene Empfehlung für Langläufer und Familien, verlangt aber Winterreifen und in den Tälern Toleranz für strengen Frost.

Gut zu wissen

Häufige Fragen zu Bayerischer Wald

Wie viele Tage braucht man für den Bayerischen Wald?
Ein verlängertes Wochenende reicht für Baumwipfelpfad, Tier-Freigelände und eine Gipfeltour. Für die klassische Woche kombinierst du Nationalpark, Arber, Bodenmais und die Glasorte – und hast trotzdem noch Puffer für einen Wellness- oder Regentag. Länger lohnt vor allem für Wanderer auf dem Goldsteig.
Was muss man im Bayerischen Wald unbedingt gesehen haben?
Die drei Klassiker sind der Baumwipfelpfad mit Tier-Freigelände in Neuschönau, der Große Arber samt Arbersee und eine Wanderung im Nationalpark – am besten auf den Lusen über die Himmelsleiter. Dazu gehören ein Glasbesuch in Zwiesel oder Frauenau und ein Wirtshausabend mit Schweinsbraten.
Kostet der Nationalpark Bayerischer Wald Eintritt?
Nein, der Nationalpark ist kostenlos zugänglich, ebenso die Tier-Freigelände und die beiden Besucherzentren Hans-Eisenmann-Haus und Haus zur Wildnis. Bezahlt wird nur das Parken an den Einstiegen sowie der privat betriebene Baumwipfelpfad am Nationalparkzentrum Lusen.
Braucht man im Bayerischen Wald ein Auto?
Nicht zwingend: Die Waldbahn verbindet Plattling mit Zwiesel, Bodenmais, Grafenau und Bayerisch Eisenstein, die Igelbusse erschließen den Nationalpark, und mit der Gästekarte GUTi fährst du in vielen Orten kostenlos. Nur für Sankt Englmar, den Lamer Winkel und entlegene Ziele ist das Auto praktischer.
Wo wohnt man am besten im Bayerischen Wald?
Für den Nationalpark sind Grafenau, Neuschönau und Spiegelau die beste Basis, für Arber, Silberberg und Langlauf Bodenmais oder Bayerisch Eisenstein. Zwiesel liegt als Bahnknoten am zentralsten, Sankt Englmar passt für den Vorderen Wald mit seinen Familienattraktionen.
Ist der Bayerische Wald günstig?
Ja – er zählt zu den preiswertesten Ferienregionen Deutschlands: Wellnesshotels, Ferienwohnungen und Wirtshausessen kosten spürbar weniger als in den Alpen oder an der Küste, viele Ausflugsziele wie Nationalpark und Arbersee sind kostenlos oder günstig. Nur der Jahreswechsel und Fasching sind gefragt.
Kann man auf den Großen Arber mit der Bahn fahren?
Ja, eine Gondelbahn schwebt von der Talstation am Brennes-Sattel fast bis zum Gipfelplateau auf 1.456 Metern – auch für Kinderwagen geeignet. Sportlicher ist der Aufstieg vom Großen Arbersee durch die Seewand, für den du etwa anderthalb bis zwei Stunden rechnen solltest.
Was ist Bärwurz?
Bärwurz ist der klassische Wurzelschnaps des Bayerischen Waldes: klar, erdig-herb und traditionell als Verdauungsschnaps nach dem Essen gereicht. Brennereien wie Penninger und Hieke stellen ihn seit Generationen her, dazu den milderen, rotgoldenen Blutwurz – beide bekommst du in Schaubrennereien und Hofläden der Region.
Wo kann man im Bayerischen Wald Glasbläser sehen?
In Zwiesel bei der Kristallglas-Manufaktur und rund um die Glasfachschule, in Frauenau bei der Manufaktur von Poschinger und im Glasmuseum, außerdem im Glasparadies von JOSKA in Bodenmais und im Glasdorf Weinfurtner in Arnbruck. Alle Orte liegen an der Glasstraße und nur wenige Kilometer auseinander.
Ist der Bayerische Wald etwas für Urlaub mit Hund?
Sehr gut: Wälder und Wanderwege ohne Almvieh, viele Ferienwohnungen und Gasthöfe nehmen Hunde unkompliziert auf, und die Wirtshauskultur ist hundefreundlich. Im Nationalpark gilt Leinenpflicht, ins Tier-Freigelände dürfen Hunde nicht mit – plane dort eine Alternative ein.
Wie kommt man ohne Stau in den Bayerischen Wald?
Mit der Bahn über Plattling: Von München bist du mit dem ICE in rund einer Stunde dort, mit dem Regionalzug in gut eineinviertel Stunden – der gilt im Deutschlandticket, genau wie die Waldbahn, die dich in rund 50 Minuten weiter nach Zwiesel bringt. Mit dem Auto fährst du von München über die A92 bis Deggendorf und die B11 in gut zweieinhalb Stunden in die Zentren.
Was macht man im Bayerischen Wald bei Regen?
Die Glasorte sind das beste Schlechtwetterprogramm: Schauwerkstätten in Zwiesel und Frauenau, das Glasmuseum, dazu das Waldmuseum und die Besucherzentren des Nationalparks. Der Silberberg-Stollen ist wetterunabhängig, und die Sauna- und Poollandschaften der Wellnesshotels füllen jeden verregneten Nachmittag.
Wann ist Schwammerlzeit im Bayerischen Wald?
Je nach Wetter ab Juli, mit dem Höhepunkt im August und September: Dann stehen Pfifferlinge und Steinpilze auf den Wirtshauskarten, und das Sammeln für den Eigenbedarf ist in den Wäldern erlaubt. Ausnahme sind die Kernzonen des Nationalparks – dort bleibt jeder Pilz und jede Beere stehen.
Bayerischer WaldZwischen Großem Arber und Lusen liegt Deutschlands ältester Nationalpark – ein Waldmeer, das über den Grenzkamm bis nach Böhmen reicht.
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