Die schönsten Sehenswürdigkeiten im Bayerischen Wald
Morgens um neun liegt der Große Arbersee noch spiegelglatt unter der Seewand, und außer ein paar Anglern ist niemand auf dem Uferweg unterwegs.
Die beiden größten Publikumsmagnete liegen im und am Nationalpark: der Baumwipfelpfad bei Neuschönau mit seinem 44 Meter hohen Aussichtsei und die Tier-Freigelände, in denen Wolf, Luchs und Braunbär in weitläufigen Waldgehegen leben – beiden widmen wir weiter unten eigene Kapitel. Dazu kommt der Große Arbersee am Fuß des höchsten Bayerwald-Gipfels: ein dunkler Karsee unter einer steilen Felswand, auf dem schwimmende Inseln aus verfilztem Torf treiben. Der Rundweg am Ufer ist in einer halben Stunde gegangen, die Verlängerung hinauf zur Seewand macht daraus eine echte Wanderung.
Bei Bodenmais rauschen die Rieslochfälle durch eine Schlucht aus Granitblöcken und moosigem Bergwald – mit rund 55 Metern Gesamthöhe die größten Wasserfälle des Bayerischen Waldes. Der Zustieg vom Wanderparkplatz am Ortsrand dauert eine knappe Stunde und lohnt am meisten nach Regentagen oder zur Schneeschmelze, wenn der Riesbach richtig Wasser führt. Gleich daneben liegt der Silberberg, in dessen Barbarastollen du bei konstant kühlen Temperaturen einfährst und erlebst, wie hier über Jahrhunderte Erz abgebaut wurde – im Sommer kombiniert mit einer Sommerrodelbahn am Hang.
Zwei Ziele abseits der bekannten Route: Bei Regen stehen an der Burgruine Weißenstein die gläsernen Bäume des Gläsernen Waldes zwischen echten Fichten – ein Kunstprojekt, das die Glasgeschichte der Region in die Landschaft stellt, dazu der Blick vom Burgfelsen über das Regental. Und in Tittling zeigt das Museumsdorf Bayerischer Wald auf einem weitläufigen Gelände über hundert originale Gebäude aus drei Jahrhunderten – Bauernhöfe, Mühlen, Kapellen und eine alte Dorfschule, in der du verstehst, wie karg das Leben im Waldgebirge einmal war.
Wer Schluchten mag, hat die Wahl: Die Buchberger Leite bei Freyung ist eine wilde Bachklamm, durch die sich die Wolfsteiner Ohe zwischen Felswänden windet – der Steig hindurch gehört zu den eindrucksvollsten Wegen der Region. Bei Sankt Englmar wiederum steht mit dem Waldwipfelweg ein zweiter Höhenweg samt Haus am Kopf, einem komplett auf dem Dach stehenden Wohnhaus, das vor allem Kinder begeistert. Grundregel für alle Ziele: Komm unter der Woche oder früh am Tag – an Ferienwochenenden füllen sich die Parkplätze an Arbersee und Baumwipfelpfad ab dem späten Vormittag.








