Land · Afrika

Madagaskar

Die viertgrößte Insel der Welt, wo über hundert Lemurenarten durch den Wald turnen und uralte Baobabs im Abendlicht über der Allee stehen.

Über Madagaskar

Urlaub in Madagaskar

Madagaskar liegt als viertgrößte Insel der Welt im Indischen Ozean, durch den Kanal von Mosambik vom afrikanischen Festland getrennt. Weil sich die Insel vor Jahrmillionen abspaltete, entwickelte sich hier eine Tier- und Pflanzenwelt, die es sonst nirgends gibt. Über hundert Lemurenarten turnen durch die Wälder, Chamäleons wechseln die Farbe, und die dicken Baobabs prägen die Trockenwälder des Westens. Für viele beginnt die Reise in der Hauptstadt Antananarivo im kühlen Hochland und führt von dort in ganz unterschiedliche Landschaften. Der Süden folgt der Nationalstraße RN7 von den Reisterrassen des Hochlands über den Regenwald von Ranomafana bis zu den Sandsteinschluchten des Isalo. Im Westen stehen bei Morondava die Baobabs der berühmten Allee, während im Norden die Insel Nosy Be mit warmem Wasser und Riffen lockt. Die Wege sind weit und oft rau, viele reisen deshalb mit privatem Fahrer und Geländewagen. Wer Zeit und etwas Geduld mitbringt, erlebt eine der eigenständigsten Naturen der Erde.

Madagaskar – Karte
Reiseführer

Madagaskar von A bis Z

Aktualisiert Juli 2026

Dieser Reiseführer nimmt dich mit vom kühlen Hochland um Antananarivo entlang der Nationalstraße RN7 durch Regenwald und Sandsteinschluchten bis zu den Baobabs im Westen und den Stränden von Nosy Be. Du erfährst, welche Region wann lohnt, wie du Natur und Küste zu einer Rundreise verbindest und worauf es bei der Planung auf den weiten Pisten ankommt.

Regionen im Überblick

Madagaskars Regionen vom Hochland bis an die Küste

Madagaskar teilt sich in wenige große Reisegebiete vom Hochland bis an die Küste, die sich zu einer Route verbinden lassen. Wer die grobe Geografie kennt, plant klüger und spart lange Fahrten auf rauen Pisten.

Die meisten Reisen beginnen im zentralen Hochland rund um die Hauptstadt Antananarivo, die sich auf gut 1.200 Metern über mehrere Hügel ausbreitet und mit ihren schmalen, mehrstöckigen Backsteinhäusern das Herz des Landes bildet. Nach Süden führt die Nationalstraße RN7 durch die Reisterrassen des Merina- und Betsileo-Landes, vorbei an der Thermalstadt Antsirabe mit ihren bunten Rikschas und an der Weinstadt Fianarantsoa. Dieses kühle, dicht besiedelte Hochland liegt großteils zwischen 1.000 und 1.600 Metern und wird im Südwinter nachts empfindlich frisch. Antananarivo selbst lohnt einen halben Tag für den früheren Königshügel Ambohimanga und die Märkte der Oberstadt.

Nach Osten fällt das Land steil zum Indischen Ozean ab, wo dichter Regenwald die Hänge überzieht und deutlich mehr Regen fällt als im Rest der Insel. Hier liegen der leicht erreichbare Andasibe-Wald mit dem singenden Indri, der artenreiche Nationalpark Ranomafana und, weit im Nordosten, die entlegene Halbinsel Masoala, wo der Wald bis ans Meer reicht. Vor der Ostküste ruht die frühere Pirateninsel Sainte-Marie, an der von Juli bis September Buckelwale vorbeiziehen. Die Hafenstadt Toamasina ist das wirtschaftliche Tor dieser feuchten, grünen Seite.

Der Westen um Morondava ist trockener und wärmer, hier stehen die berühmten Baobabs der Allee und, über raue Pisten erreichbar, das Kalksteinlabyrinth des Tsingy de Bemaraha. Der Süden entlang der RN7 endet in den Sandsteinschluchten des Isalo und an der Riffküste um Toliara mit den Badeorten Ifaty und Anakao. Ganz im Norden locken die tropische Insel Nosy Be, die Bucht des Smaragdmeers bei Antsiranana und der Bergregenwald der Montagne d'Ambre. So reihen sich auf engem Raum sehr unterschiedliche Landschaften aneinander. Zwischen diesen Ecken liegen jeweils lange Fahrtstunden, weshalb kaum eine Reise alle Regionen auf einmal schafft.

Höhepunkte des Landes

Die wichtigsten Sehenswürdigkeiten in Madagaskar

Die Höhepunkte der Insel verteilen sich auf Trockenwald, Regenwald und Küste. Die folgende Auswahl bündelt die Orte, die auf kaum einer ersten Reise fehlen.

Ganz oben steht die Baobab-Allee bei Morondava, das bekannteste Bild des Landes. Rund zwei Dutzend uralte Adansonia-grandidieri-Bäume säumen eine rote Sandpiste, ihre mächtigen Stämme tragen die Krone erst in großer Höhe und werden auf mehrere hundert Jahre geschätzt. Am eindrucksvollsten wirkt die Reihe kurz vor Sonnenuntergang, wenn Ochsenkarren und Menschen als Silhouetten zwischen den Riesen vorbeiziehen. Die Allee liegt gut eine Autostunde von Morondava entfernt und ist nur in der Trockenzeit verlässlich erreichbar. Gleich nebenan windet sich der Baobab amoureux, zwei ineinander verwachsene Stämme, die als Wahrzeichen der Gegend gelten.

Nicht weit dahinter, aber nur über raue Pisten zu erreichen, ragt der Tsingy de Bemaraha auf, ein Labyrinth messerscharfer Kalksteinnadeln, durch das Stege und Hängebrücken führen. Weiter südlich, an der RN7, öffnet sich der Nationalpark Isalo mit seinen ockerfarbenen Sandsteinschluchten, klaren Felsbecken und Palmen in den Tälern. Beide gehören zu den eindrücklichsten Landschaften der Insel und verlangen etwas Wanderlust, belohnen aber mit Formen, die es so kaum ein zweites Mal gibt. Für beide brauchst du feste Schuhe und etwas Trittsicherheit auf den Stegen und Felsen.

Die zweite große Attraktion ist die Tierwelt, allen voran die Lemuren. Im Regenwald von Andasibe, keine drei Stunden östlich von Antananarivo, lässt sich der Indri hören und sehen, im Bergwald von Ranomafana leben Bambuslemuren und zahllose Chamäleons. Im Norden bilden die Montagne d'Ambre mit ihren Wasserfällen und die roten und grauen Tsingy bei Antsiranana ein weiteres Ziel. So spannt sich der Bogen der Höhepunkte vom Trockenwald des Westens über die Schluchten des Südens bis in den feuchten Regenwald des Ostens. Wer tiefer eintauchen will, ergänzt die entlegene Halbinsel Masoala, wo der größte Regenwald des Landes bis an die Buchten reicht.

Inseln im Indischen Ozean

Strände und Inseln rund um Nosy Be

Nach der Natur im Landesinneren folgt das Meer. Nosy Be und die vorgelagerten Inseln reihen warmes Wasser, Riffe und ruhige Buchten aneinander und bilden den klassischen zweiten Teil einer Reise.

Das wichtigste Strandziel ist Nosy Be im Nordwesten, eine tropische Vulkaninsel mit Ylang-Ylang-Feldern, an der das Wasser das ganze Jahr über warm bleibt. Vom Hauptort Hell-Ville reihen sich nach Süden Strände wie Ambondrona und Andilana aneinander, an denen abends die Pirogen vor der Sonne kreuzen. Rundherum liegen kleine Inseln, die sich als Tagesausflug per Boot verbinden lassen, und vor der Küste ziehen zwischen Juli und September Buckelwale vorbei. Diese Ecke des Landes ist am lebhaftesten und bündelt Strandhotels, Bootstouren und Tauchbasen. Viele bleiben einfach einige Tage an einem Ort und pendeln per Boot zwischen den Stränden und den kleinen Nachbarinseln.

Der eigentliche Reiz liegt in den vorgelagerten Eilanden. Nosy Komba, ein bewaldeter Vulkankegel, ist für seine zutraulichen Mohrenmakis bekannt, die winzige Sandbank Nosy Iranja verbindet bei Ebbe zwei Inseln über einen hellen Streifen Sand. Das Meeresschutzgebiet von Nosy Tanikely gilt als bestes Schnorchelrevier der Region, mit Meeresschildkröten und dichten Korallengärten in flachem, klarem Wasser. Diese Bootstouren gehören für die meisten zum festen Programm eines Aufenthalts auf Nosy Be und lassen sich gut mit einer Tauchbasis verbinden.

Wer den langen Weg an die Ostküste nicht scheut, findet auf der Insel Sainte-Marie ruhigere, ursprünglichere Buchten, allerdings mit mehr Regen und der Walsaison im Südwinter. Ganz im Südwesten, um Toliara, säumt eines der längsten Korallenriffe der Welt die Orte Ifaty und Anakao, wo trockenes Klima auf flaches, warmes Wasser trifft. Insgesamt ist Madagaskar aber weniger ein reines Badeziel als eine Insel, auf der ein paar Strandtage die Natur- und Rundreise entspannt abrunden. Wer allein die Küste sucht, ist auf anderen Inseln des Indischen Ozeans oft schneller am Ziel, doch die Mischung aus Natur und Meer macht hier den Reiz aus.

Routen und Reisedauer

Rundreise durch Madagaskar planen

Eine Rundreise folgt meist der Nationalstraße RN7 und verbindet Hochland, Regenwald und Schluchten. Wie viel du schaffst, entscheidet vor allem die Reisedauer und das gewählte Tempo.

Das Rückgrat fast jeder Rundreise ist die Nationalstraße RN7, die am besten ausgebaute Fernstraße des Landes, die von Antananarivo rund tausend Kilometer nach Süden bis Toliara führt. Unterwegs reihen sich die Thermalstadt Antsirabe, die Weinstadt Fianarantsoa, der Regenwald von Ranomafana und die Sandsteinschluchten des Isalo aneinander. Für diese Strecke mit mehreren Stopps solltest du zehn Tage bis zwei Wochen einplanen, denn die Fahrten sind wegen des Verkehrs und der vielen Ortsdurchfahrten langsam. Ein guter Richtwert sind zwei bis vier Stunden Fahrt pro Etappe, unterbrochen von Stopps an Märkten und Aussichtspunkten.

Wer die Baobabs sehen will, zweigt von der RN7 nach Westen zur Küstenstadt Morondava ab, entweder auf einer langen Überlandfahrt oder per kurzem Inlandsflug. Der Abstecher zum Tsingy de Bemaraha kostet zusätzliche Tage auf rauen Pisten und ist nur in der Trockenzeit sinnvoll. Der tropische Norden um Nosy Be und Antsiranana liegt so weit entfernt, dass er sich meist nur mit einem Inlandsflug und einer eigenen Woche lohnt, statt ihn direkt an die RN7 zu hängen. Ein solcher Flug spart hier schnell zwei volle Reisetage auf der Piste.

Weil die Distanzen groß und die Straßen abseits der RN7 schlecht sind, reisen die meisten mit privatem Fahrer und Geländewagen, oft als organisierte Rundreise mit fester Route. Für die klassische Strecke von Tana nach Süden mit ein paar Tagen am Strand reichen etwa zwei Wochen, wer Baobabs, Tsingy oder den Norden ergänzt, plant besser drei Wochen ein. Feste Etappen und genug Puffer zwischen den Zielen machen die Reise auf den langen Pisten deutlich entspannter. Viele Veranstalter bieten die RN7 als feste Route an, die sich um Morondava oder den Norden erweitern lässt, ohne dass du selbst navigieren musst.

Küche und Spezialitäten

Essen und Trinken in Madagaskar

Madagaskars Küche dreht sich um Reis und würzige Beilagen. Zwischen dem Hochland und den Küsten wechseln die Zutaten spürbar.

Grundlage fast jeder Mahlzeit ist Reis, den viele Malagasy drei Mal am Tag essen, meist begleitet von einer würzigen Beilage aus Fleisch oder Gemüse. Das Nationalgericht Romazava ist ein Eintopf aus Zebufleisch und verschiedenen Blattgemüsen, während Ravitoto gestampfte Maniokblätter mit Schweinefleisch verbindet. Dazu wird gern Achard gereicht, eingelegtes Gemüse mit Kurkuma und Chili. Das Zebu, das buckelige Rind der Insel, landet als Steak oder in kleinen Spießen auf dem Teller. In den einfachen Garküchen, den Hotely, bekommst du diese Gerichte günstig und frisch gekocht, die Portionen sind reichlich und der Reis bildet fast immer die Basis.

An den Küsten und auf Nosy Be prägt der Indische Ozean die Küche, mit fangfrischem Fisch, Langusten, Garnelen und Tintenfisch, oft in Kokosmilch geschmort. An Straßenständen bekommst du Sambos, die madagassische Variante der Samosa, dazu Mofo Gasy, kleine Reispfannkuchen, und Koba, einen festen Riegel aus Reis, Erdnuss und Banane. Tropische Früchte wie Mango, Lychee und Ananas gibt es je nach Saison an fast jeder Ecke, die Lychee-Ernte fällt in die Wochen um Weihnachten. Zum Frühstück isst man vielerorts eine warme Reissuppe oder süßes Kleingebäck mit sehr süßem Kaffee.

Getrunken wird viel Ranon'apango, ein leicht rauchiges Wasser aus dem angebrannten Reis vom Topfboden, das als Tischgetränk dient. Der Kaffee wächst im Osten und wird stark und süß serviert, das helle Bier der Insel heißt Three Horses Beer und ist fast überall zu haben. Aus dem Nordosten stammt zudem die berühmte Bourbon-Vanille, eines der wichtigsten Ausfuhrprodukte des Landes. Leitungswasser trinkst du besser nicht, abgefülltes Wasser ist dafür fast überall erhältlich. Wer einen empfindlichen Magen hat, bleibt bei gekochten Speisen und geschältem Obst und kommt damit meist gut durch die Reise.

Familienreisen und Natur

Madagaskar mit Kindern erleben

Madagaskar eignet sich für eine Familienreise, wenn das Tempo zum Alter der Kinder passt. Vor allem die zutraulichen Lemuren begeistern fast jeden Nachwuchs.

Für Kinder ist vor allem die Tierwelt ein großer Anziehungspunkt, denn Lemuren lassen sich an vielen Orten aus nächster Nähe beobachten. Besonders leicht klappt das im Lemurs' Park nahe Antananarivo, im Wald von Andasibe und auf der Insel Nosy Komba, wo die Tiere an Besucher gewöhnt sind. Chamäleons, Geckos und bunte Frösche entlang der Wege sorgen für zusätzliche Entdeckungen. Kurze, gut begehbare Rundwege in den Parks passen auch zum Tempo jüngerer Kinder. Ein Besuch bei den Lemuren bleibt fast jedem Kind als Höhepunkt der Reise in Erinnerung.

Die größte Hürde einer Familienreise sind die langen Fahrten, denn zwischen den Höhepunkten liegen oft viele Stunden auf kurvigen Straßen. Es lohnt sich, die Route kurz zu halten, etwa nur den oberen Teil der RN7 bis Ranomafana oder Isalo, und dafür länger an einem Ort zu bleiben. Ein privater Fahrer mit Geländewagen erlaubt spontane Pausen, was mit Kindern deutlich entspannter ist als starre Etappen. Ein paar Strandtage auf Nosy Be am Ende geben allen Zeit zum Durchatmen. So bleibt die Reise auch für kleinere Kinder überschaubar und jeder Tag hat genug Pausen.

Weite Teile der tropischen Tiefländer und Küsten liegen in Regionen, in denen Malaria vorkommt, weshalb sich eine reisemedizinische Beratung vor der Buchung empfiehlt. Guter Sonnen- und Mückenschutz sowie ausreichend Trinkwasser gehören für Kinder wie Erwachsene ins Gepäck. Im kühlen Hochland wird es abends frisch, warme Kleidung ist deshalb auch in den Tropen sinnvoll. Mit ruhigem Tempo, kurzen Wegen und genug Pausen nehmen schon kleinere Kinder viel von der Insel mit. Feuchttücher, Snacks und ein Fernglas für die Tierbeobachtung erleichtern die langen Etappen zusätzlich.

Anreise und Mobilität

Anreise und Fortbewegung in Madagaskar

Die meisten Reisen starten am Flughafen bei Antananarivo und setzen sich mit dem Geländewagen oder kleinen Flügen fort. Ein Überblick zur Anreise und zu den Wegen im Land.

Direktflüge von Deutschland nach Madagaskar gibt es nicht, üblich sind Verbindungen mit einem Umstieg über Paris, Addis Abeba oder Nairobi, teils auch über Mauritius oder Réunion. Fast alle internationalen Flüge landen am Flughafen Ivato bei der Hauptstadt Antananarivo, von wo die Rundreise startet. Je nach Route dauert die Anreise mit Umstieg rund fünfzehn bis zwanzig Stunden. Ein Puffertag in Tana zu Beginn nimmt Druck aus dem Start und hilft gegen die Müdigkeit der langen Reise. Den letzten Abend planst du am besten wieder in der Hauptstadt ein, um den internationalen Rückflug sicher zu erreichen.

Innerhalb der Insel sind die Entfernungen groß und die Straßen abseits der RN7 langsam, weshalb Inlandsflüge die weit entfernten Regionen wie Nosy Be, Diego Suarez oder Toliara mit Tana verbinden. Sie sparen viel Zeit, gelten aber als nicht immer zuverlässig, sodass ein zeitlicher Puffer vor dem Rückflug sinnvoll ist. Wer überland reist, ist meist mit privatem Fahrer und Geländewagen unterwegs, was auf den rauen Pisten sicherer und flexibler ist als ein Mietwagen auf eigene Faust. Ein ortskundiger Fahrer kennt zudem die passenden Stopps und hilft bei der Verständigung auf Malagasy.

Bezahlt wird mit dem Ariary, und weil Kartenzahlung nur in größeren Hotels und Städten funktioniert, ist ausreichend Bargeld wichtig. Geldautomaten gibt es in den Städten entlang der RN7, in abgelegenen Orten aber kaum. Als günstiges Verkehrsmittel der Einheimischen fahren überfüllte Sammeltaxis, die Taxi-Brousse, zwischen den Städten, sie sind allerdings langsam und wenig komfortabel. Für kurze Wege in den Städten sind vereinbarte Taxis am unkompliziertesten, ein paar Worte Französisch helfen dabei fast überall. Etwas Bargeld in kleinen Scheinen ist für Trinkgelder, Märkte und die Parkgebühren jederzeit praktisch.

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Klima und Reisezeit

Beste Reisezeit für Madagaskar

Madagaskar liegt auf der Südhalbkugel, daher richtet sich das Reisejahr nach Trockenzeit und Regenzeit statt nach Sommer und Winter. Die Höhe und die Küstenlage bestimmen, wie warm und wie feucht es wirklich wird.

Die Werte in der Tabelle gelten für die zentrale Hochebene um Antananarivo auf gut 1.200 bis 1.400 Metern, wo es dank der Höhe angenehm mild bleibt und die Nächte im Südwinter empfindlich kühl werden. Die Trockenzeit reicht etwa von April bis November, die heiße Regenzeit von Dezember bis März bringt vor allem an der Ostküste kräftige Niederschläge und zwischen Januar und März gelegentlich Wirbelstürme. An der Küste und auf Nosy Be ist es das ganze Jahr über deutlich wärmer und schwüler als im Hochland.

Jan26°17°heiße Regenzeit mit häufigen Schauern und schwüler Luft im Hochland
Feb26°17°feuchtester Teil des Jahres, an der Ostküste Zyklongefahr
Mär26°16°auslaufende Regenzeit, noch feucht und sehr grün
Apr25°14°Beginn der Trockenzeit, frisches Grün nach dem Regen
Mai23°11°trocken und mild, klare Sicht im Hochland
Jun21°9°kühler Südwinter, trockene Tage und kalte Nächte
Jul20°9°kühlster Monat, trocken, Buckelwale vor Sainte-Marie
Aug21°9°trocken und kühl, gute Tierbeobachtung
Sep24°11°trocken und wärmer, viele Lemurenjunge und Walsaison
Okt26°13°warm und trocken, blühende Jacaranda im Hochland
Nov27°15°warm, letzte trockene Wochen vor dem Regen
Dez27°16°einsetzende Regenzeit, warm und zunehmend feucht

Beste Reisezeit · Balken = Tageshöchstwert

Die beste Reisezeit ist die Trockenzeit von April bis November, wenn die Pisten befahrbar sind und sich die Tiere gut beobachten lassen. Am stärksten sind September bis November mit warmen, trockenen Tagen, dem Lemurennachwuchs und der blühenden Jacaranda im Hochland. Buckelwale ziehen von Juli bis September vor Sainte-Marie vorbei, während die heiße Regenzeit von Dezember bis März grün und ruhig ist, an der Ostküste aber kräftige Niederschläge und zeitweise Wirbelstürme bringt.

Gut zu wissen

Häufige Fragen zu Madagaskar

Wann ist die beste Reisezeit für Madagaskar?
Am besten reist du in der Trockenzeit von April bis November, wenn die Pisten befahrbar sind und die Tiere gut zu sehen sind. Die stärksten Monate sind September bis November, Buckelwale ziehen von Juli bis September vor Sainte-Marie vorbei.
Wie viele Tage sollte ich für Madagaskar einplanen?
Für die klassische Strecke entlang der RN7 mit ein paar Strandtagen solltest du rund zwei Wochen einplanen. Wer die Baobabs bei Morondava, den Tsingy oder den Norden um Nosy Be ergänzen möchte, plant besser drei Wochen ein.
Wie sieht die klassische Route durch Madagaskar aus?
Die klassische Rundreise folgt der Nationalstraße RN7 von Antananarivo über Antsirabe, Fianarantsoa und Ranomafana bis zum Isalo und weiter nach Toliara. Diese Strecke lässt sich gut mit ein paar Tagen am Meer oder auf Nosy Be verbinden.
Wie komme ich von Deutschland nach Madagaskar?
Direktflüge gibt es nicht, üblich sind Verbindungen mit einem Umstieg über Paris, Addis Abeba oder Nairobi. Fast alle Flüge landen am Flughafen Ivato bei Antananarivo, die Anreise dauert je nach Route rund fünfzehn bis zwanzig Stunden.
Wie reist man innerhalb Madagaskars am besten?
Wegen der großen Entfernungen und schlechten Straßen reisen die meisten mit privatem Fahrer und Geländewagen. Inlandsflüge verbinden weit entfernte Regionen wie Nosy Be oder Toliara mit der Hauptstadt, gelten aber als nicht immer zuverlässig.
Wo kann ich in Madagaskar Lemuren sehen?
Am leichtesten begegnest du Lemuren im Regenwald von Andasibe östlich von Antananarivo, wo auch der große Indri lebt. Weitere gute Orte sind der Nationalpark Ranomafana an der RN7 und die Insel Nosy Komba im Norden.
Wo steht die berühmte Baobab-Allee?
Die Baobab-Allee liegt im Westen, rund eine Autostunde von der Küstenstadt Morondava entfernt. Die rote Piste dorthin ist vor allem in der Trockenzeit befahrbar, am eindrucksvollsten wirkt die Reihe der Bäume zum Sonnenuntergang.
Ist Madagaskar für einen Strandurlaub geeignet?
Für Strandtage eignen sich vor allem Nosy Be im Nordwesten und die Insel Sainte-Marie im Osten. Madagaskar ist aber eher eine Natur- und Rundreise-Insel, deshalb verbindet man den Strand meist mit einer Tour über die RN7 und durch die Nationalparks.
Was isst man in Madagaskar?
Grundlage ist Reis, dazu kommen Gerichte wie Romazava, ein Eintopf aus Zebufleisch und Blattgemüse, oder Ravitoto mit Maniokblättern. An den Küsten gibt es viel frischen Fisch und Meeresfrüchte, dazu tropische Früchte und das Bier Three Horses Beer.
Ist Madagaskar für eine Reise mit Kindern geeignet?
Kinder begeistern sich meist für die zutraulichen Lemuren, Chamäleons und die kurzen Wege in den Parks. Die Herausforderung sind die langen Fahrten, weshalb sich eine kurze Route, ein privater Fahrer und ein paar ruhige Strandtage am Ende empfehlen.
Muss ich mich vor Malaria schützen?
In den tropischen Tiefländern und an den Küsten kommt Malaria vor, weshalb du dich vor der Reise reisemedizinisch beraten lassen solltest. Mückenschutz und lange Kleidung am Abend gehören ins Gepäck, das kühle Hochland gilt als weniger belastet.
MadagaskarDie viertgrößte Insel der Welt, wo über hundert Lemurenarten durch den Wald turnen und uralte Baobabs im Abendlicht über der Allee stehen.
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