Land · Afrika

Kap Verde

Zehn Inseln im Atlantik, wo Wüstenwind auf Passatmusik trifft – Kap Verde ist Afrikas leuchtender Vorposten zwischen Sahara und Meer.

Über Kap Verde

Urlaub in Kap Verde

Rund 600 Kilometer vor der Westküste Afrikas liegt ein Archipel, das alle Klischees sprengt: endlose Sandstrände auf Sal und Boa Vista, schroffe Vulkankegel auf Fogo, grüne Schluchten auf Santo Antão und die musikverliebte Hafenstadt Mindelo auf São Vicente. Ein Kap Verde Urlaub ist immer mehrere Reisen in einer – mal Strandtage unter Palmen, mal Trekking auf Lavahängen, mal Morna-Melancholie in einer Bar bei Sonnenuntergang. Die Kapverden zählen zu den sichersten und entspanntesten Zielen Westafrikas und punkten mit ganzjährig mildem Klima. Wer einen Kap Verde Urlaub plant, sollte sich auf die kreolische Lebensart – „morabeza", die typische Gastfreundschaft – einstellen: unaufgeregt, herzlich, mit Zeit für ein Gespräch. Die Inseln sind erstaunlich verschieden. Sal und Boa Vista leben vom Strand- und Wassersporttourismus, während São Vicente, Santo Antão und Fogo das authentische, ursprüngliche Kap Verde zeigen. Genau dieser Kontrast macht den Reiz aus. Von Wal-Watching über Kitesurfen bis zu Wanderungen durch ein Mondlandschaft-Vulkanmassiv: Die Kapverden bieten eine Vielfalt, die man einem so kleinen Land kaum zutraut. Dazu kommen kurze Flugzeiten ab Europa, kaum Zeitverschiebung und das ganze Jahr über Badewetter – ideal für alle, die der grauen Jahreszeit entfliehen wollen.

Kap Verde – Karte
Reiseführer

Kap Verde von A bis Z

Aktualisiert Juli 2026

Zehn Inseln mit ganz eigenen Charakteren – die Strandwelten von Sal und Boa Vista, die grünen Bergpfade auf Santo Antão, der Vulkan Fogo und die Musikstadt Mindelo – dieser Reiseführer hilft dir, aus Insel, Reisezeit und Route den passenden Kap-Verde-Urlaub zusammenzustellen.

Inseln & Regionen

Wohin auf Kap Verde reisen

Kap Verde ist kein einheitliches Ziel, sondern ein Archipel mit sehr unterschiedlichen Inseln, und die Wahl der richtigen prägt deinen ganzen Urlaub.

Die meisten Reisen beginnen auf Sal oder Boa Vista, den beiden flachen Sandinseln im Norden des Archipels. Sal ist die touristischste Insel, ihr Ferienort Santa Maria reiht helle Strände, Hotels und Kitespots aneinander und wird von den meisten Direktflügen ab Europa angesteuert. Boa Vista, eine kurze Fährfahrt oder einen Inlandsflug weiter, ist noch ursprünglicher, mit endlosen Dünenstränden, dem Wüstenstrich von Viana und der kleinen Inselhauptstadt Sal Rei. Beide Inseln stehen für Strandurlaub, Wassersport und Resorts und eignen sich am besten für einen ersten, unkomplizierten Besuch.

Wer das ursprüngliche Kap Verde sucht, fliegt weiter nach São Vicente. Die Hafenstadt Mindelo gilt als kulturelle Hauptstadt des Landes, berühmt für ihren Karneval, die Morna-Musik von Cesária Évora und ein lebendiges Nachtleben rund um die Bucht. Von hier setzt die Fähre in gut einer Stunde nach Santo Antão über, der grünsten und bergigsten Insel. Statt Stränden gibt es hier tief eingeschnittene Täler wie das Ribeira do Paúl, terrassierte Felder und eines der schönsten Wandernetze Westafrikas – ideal für alle, die zu Fuß unterwegs sein wollen.

Im Süden liegen Santiago und Fogo. Santiago ist die größte Insel, trägt mit der Hauptstadt Praia das politische Herz des Landes und zeigt in Cidade Velha die älteste Kolonialstadt der Tropen samt Festung und Sklavereigeschichte; ihre Märkte und das Bergland um Serra Malagueta wirken am afrikanischsten. Fogo ist die Vulkaninsel des Archipels: Über dem Städtchen São Filipe erhebt sich der 2.829 Meter hohe Pico do Fogo, in dessen Kraterkessel Chã das Caldeiras Winzer Wein und Kaffee auf schwarzer Lava anbauen.

Dazu kommen die stilleren Inseln. Maio besticht mit langen, fast menschenleeren Stränden, São Nicolau mit Bergwanderungen und alten Drachenbäumen, und die winzige Blumeninsel Brava belohnt Reisende mit viel Ruhe. Für einen ersten Urlaub genügt eine Insel, meist Sal oder Boa Vista; wer Kap Verde wirklich kennenlernen will, kombiniert eine Strandinsel mit São Vicente, Santo Antão oder Fogo und erlebt so die ganze Bandbreite von Wüste bis Weinberg.

Highlights & Natur

Sehenswürdigkeiten auf Kap Verde

Vom aktiven Vulkan über Wanderdünen bis zur ältesten Kolonialstadt der Tropen liegen die Höhepunkte weit über den Archipel verteilt.

Sehenswürdigkeiten auf Kap Verde
Highlights & Natur

Das eindrücklichste Naturwunder ist der Pico do Fogo, mit 2.829 Metern der höchste Berg Kap Verdes und ein noch aktiver Vulkan. Wer den Aufstieg wagt, klettert in drei bis vier Stunden durch Asche und Lava zum Kraterrand, mit weitem Blick über den Kessel Chã das Caldeiras. In diesem Kessel liegt ein Dorf, dessen Bewohner nach dem Ausbruch von 2014 zurückgekehrt sind und auf dem fruchtbaren Vulkanboden Wein, Kaffee und Obst anbauen – ein Landstrich wie von einem anderen Stern.

Auf Boa Vista wandert mitten im Atlantik eine kleine Wüste: Die Dünen von Viana bestehen aus feinem Saharasand, den der Passat übers Meer getragen hat. An der Nordküste rostet das Wrack der Cabo Santa Maria im Sand vor sich hin. Auf der Nachbarinsel Sal steigt man bei Pedra de Lume in einen alten Salzkrater, dessen Sole so dicht ist, dass man wie im Toten Meer an der Oberfläche treibt, während die Felslagune Buracona mit ihrem sogenannten blauen Auge Taucher und Fotografen anzieht.

Kulturell führt kein Weg an Cidade Velha auf Santiago vorbei, der 1462 gegründeten ersten Europäerstadt der Tropen und heutigem UNESCO-Welterbe. Über dem Ort thront das Fort Real de São Filipe, in den Gassen erinnern Pranger und die alte Rua Banana an die Anfänge des atlantischen Sklavenhandels. Auf São Vicente wiederum lebt in den bunten Kolonialhäusern von Mindelo die kreolische Kultur, deren Morna-Klänge die Sängerin Cesária Évora einst in die ganze Welt trug.

Für Wanderer sind die Berge selbst die größte Sehenswürdigkeit. Auf Santo Antão führen alte Pflasterwege vom Kraterrand der Cova hinunter ins grüne Ribeira do Paúl, vorbei an Zuckerrohrfeldern, aus denen der Inselschnaps Grogue gebrannt wird. Wer die Höhepunkte bündeln will, kombiniert am besten zwei bis drei Inseln, denn Vulkan, Dünen, Welterbe und Wanderwege liegen jeweils auf verschiedenen Eilanden und lassen sich nicht an einem einzigen Ort abhaken.

Strände & Küsten

Die schönsten Strände auf Kap Verde

Helle Sandstrände gibt es vor allem auf Sal und Boa Vista, doch jede Küste hat ihren eigenen Sand und ihr eigenes Tempo.

Die schönsten Strände auf Kap Verde
Strände & Küsten

Die klassische Postkartenkulisse mit feinem, hellem Sand und türkisem Wasser findest du auf Sal. Der lange Strand von Santa Maria ist das Zentrum des Inseltourismus, gesäumt von Hotels, Strandbars und einem alten Fischersteg, an dem morgens der Fang angelandet wird. Weiter draußen sorgen Spots wie Ponta Preta und die Kite Beach für Wind und Wellen, während die geschützten Buchten näher am Ort ruhiges Badewasser bieten. Auf Ausflügen erreicht man einsamere Abschnitte im Norden der Insel.

Boa Vista setzt noch eins drauf und gilt vielen als die eigentliche Strandinsel Kap Verdes. Die Praia de Santa Mónica zieht sich über viele Kilometer als breites, fast menschenleeres Sandband, die Praia de Chaves liegt wild hinter Dünen, und rund um die Hauptstadt Sal Rei reihen sich weitere Buchten. Weil der Atlantik hier offen anrollt, ist die Strömung an manchen Abschnitten kräftig – zum Schwimmen wählt man die geschützten Stellen, zum Kitesurfen die windigen.

Auf den übrigen Inseln wird der Sand dunkler und die Küste ursprünglicher. Der Palmenstrand von Tarrafal im Norden Santiagos gilt als der schönste außerhalb der Sandinseln, in Mindelo lädt die stadtnahe Praia de Laginha zum Bad zwischen zwei Fahrten, und auf dem stillen Maio dehnen sich lange, kaum erschlossene Strände. Fogo und Santo Antão dagegen haben schwarze Lavastrände und schroffe Felsküsten, an denen eher gewandert als gebadet wird.

Als Faustregel gilt, dass klassische Badeferien mit Liegen, Bars und flach abfallendem Wasser auf Sal oder Boa Vista am besten aufgehoben sind, während einsame und wilde Strände eher auf Maio, im Norden Santiagos oder als Bootsausflug zu vorgelagerten Inselchen warten. Für Wassersport zählt Kap Verde ganzjährig zu den windsichersten Zielen des Atlantiks, mit den besten Bedingungen im Winterhalbjahr von November bis Mai.

All-inclusive & Hotels

All-inclusive und Pauschalreise auf Kap Verde

Kaum ein Afrikaziel ist so konsequent auf Strandresorts ausgelegt, was die Anreise günstig macht und die Wahl der Insel entscheidend.

Kap Verde ist eines der aufstrebenden All-inclusive-Ziele im Atlantik, und ein großer Teil der Gäste bucht Flug, Transfer und Hotel als ein Paket. Die dichteste Resortlandschaft liegt in Santa Maria auf Sal sowie rund um die Praia de Chaves und Sal Rei auf Boa Vista. Hier betreiben internationale Ketten große Ferienanlagen direkt am Strand, viele davon im All-inclusive-Format mit Buffets, Pools, Sportangebot und Abendprogramm.

Abseits dieser beiden Inseln sieht Kap Verde ganz anders aus. Auf São Vicente, Santo Antão, Fogo und Santiago dominieren kleine Pensionen, Gästehäuser und familiengeführte Hotels, oft mit mehr Nähe zur kreolischen Lebensart, der berühmten morabeza. Wer wandern, Musik hören oder Land und Leute erleben will, bucht Flüge und Unterkünfte dort meist einzeln und bleibt so beweglich zwischen den Inseln.

Für die Wahl hilft ein Blick auf den eigenen Reisetyp. Wer vor allem entspannen, baden und wenig planen möchte, fährt mit einem All-inclusive-Paket auf Sal oder Boa Vista am unkompliziertesten; wer Abwechslung und Authentizität sucht, kombiniert eine Resortwoche mit individuellen Tagen auf einer zweiten Insel. Da Pauschalreisen dank der Charterflüge oft günstiger ausfallen als Einzelbuchungen, lohnt sich in jedem Fall der Vergleich mehrerer Reisezeiten und Abflughäfen.

Beim Umfang der Leistungen lohnt der genaue Blick, denn zwischen den Häusern liegen Welten. Grundpakete decken meist Buffet, Hausgetränke und einfachen Sport ab, während À-la-carte-Restaurants, Ausflüge und Markengetränke je nach Anlage zusätzlich anfallen. Wer viel unternehmen will, wählt ein Haus mit guter Anbindung an Flughafen, Hafen und Ausflugsziele statt der abgelegensten Anlage am Inselrand. Als Reisedauer ist eine Woche der Klassiker; wer Erholung mit mehreren Ausflügen oder einem Inselwechsel verbinden will, plant eher zehn bis vierzehn Tage ein.

Routen & Inselhopping

Inselhopping und Rundreise auf Kap Verde

Wer mehr als eine Insel sehen will, kombiniert Strand, Berge und Musik zu einer Schleife aus Inlandsflügen und Fähren.

Inselhopping und Rundreise auf Kap Verde
Routen & Inselhopping

Kap Verde lädt zum Inselhopping wie kaum ein anderes Strandziel, denn die Inseln sind grundverschieden und liegen doch nah beieinander. Die beliebteste Kombination verbindet eine Strandinsel mit den Bergen und der Musik des Nordens: von Sal oder Boa Vista per Inlandsflug nach São Vicente, dort ein bis zwei Tage in Mindelo, dann mit der Fähre nach Santo Antão zum Wandern. Diese Runde vereint in gut zwei Wochen Strand, Kultur und Trekking.

Für die Verbindungen gibt es zwei Verkehrsmittel. Inlandsflüge verknüpfen die Flughafeninseln Sal, Boa Vista, São Vicente und Santiago in je unter einer Stunde, sollten aber früh gebucht werden, da sich die Zeiten ändern. Fähren fahren vor allem die verlässliche Strecke Mindelo–Porto Novo zwischen São Vicente und Santo Antão in rund einer Stunde; andere Seewege sind seltener und bei rauem Atlantik wetterabhängig.

Wer Zeit hat, hängt Fogo an. Von Santiago aus ist die Vulkaninsel per kurzem Flug oder Fähre erreichbar, und der Aufstieg zum Pico do Fogo mit einer Nacht im Kraterdorf zählt zu den Höhepunkten des Landes. Auch Santiago selbst mit Cidade Velha und den Bergen lohnt einen Zwischenstopp, sodass sich eine große Runde über vier Inseln in etwa drei Wochen ergibt.

Als Faustregel reicht eine Woche für eine Insel mit ein paar Ausflügen, während zwei Wochen für die klassische Dreier-Kombination aus Strand, Mindelo und Santo Antão genügen. Wer nur begrenzt Zeit hat, verzichtet lieber auf zu viele Wechsel, denn jeder Inselsprung kostet mit An- und Abreise zum Flughafen oder Hafen einen halben Reisetag. Fährverbindungen plant man mit etwas Puffer, falls der Seegang eine Überfahrt verschiebt.

Küche & Spezialitäten

Essen und Trinken auf Kap Verde

Die kreolische Küche ist deftig, ehrlich und viel spannender als das internationale Buffet im Strandresort.

Das Nationalgericht heißt Cachupa, ein langsam geschmorter Eintopf aus Mais, Bohnen und Wurzelgemüse, den jede Insel etwas anders kocht. In der reichhaltigen Variante kommen Fleisch und Wurst hinein, in der einfachen bleibt es vegetarisch; die Reste werden am nächsten Morgen als Cachupa refogada mit einem Spiegelei angebraten und gelten als das kapverdische Frühstück schlechthin. Wer einmal richtig essen war, versteht, warum das Gericht als essbares Sinnbild des Landes gilt.

Als Atlantikarchipel lebt Kap Verde vom Meer. Frischer Thunfisch, Zackenbarsch, Muränen und Languste landen fangfrisch auf dem Teller, dazu gibt es Reis, Maisbrei oder gebratene Kochbananen. An der Küste probiert man gegrillten Oktopus und Napfschnecken, die Lapas, von den Felsen, und an vielen Ecken locken kleine Pastéis, frittierte Teigtaschen mit würziger Thunfischfüllung, als Snack für zwischendurch.

Getrunken wird vor allem Grogue, der kräftige Zuckerrohrschnaps, den man auf Santo Antão noch in kleinen Brennereien destilliert. Mit Melasse oder Honig gesüßt wird daraus der mildere Ponche. Dazu kommen der Inselkaffee vom Vulkanhang des Fogo, der überraschend gute Wein aus dem Krater von Chã das Caldeiras und das einheimische Bier Strela – Zutaten, die es so nur auf diesem Archipel gibt.

Am ehrlichsten schmeckt es dort, wo die Einheimischen essen, in einfachen Lokalen mit Tagesgericht oder an den Grills der Hafenorte. In den Strandresorts von Sal und Boa Vista dominiert internationale Buffetküche, doch schon ein Ausflug ins nächste Dorf bringt die echte kreolische Küche auf den Tisch. Vegetarier kommen mit Bohnen, Mais, Gemüse und Obst gut zurecht, auch wenn Fisch und Fleisch die Landküche prägen.

Familienurlaub

Kap Verde mit Kindern

Kurze Flugzeiten, warmes Wasser und Resorts mit Kinderbetreuung machen Sal und Boa Vista zu entspannten Familienzielen.

Für einen Familienurlaub spielen Sal und Boa Vista ihre Stärken aus. Der Flug ab Europa dauert nur rund sechs Stunden, die Zeitverschiebung ist gering, und das milde, trockene Klima macht den Archipel das ganze Jahr über zu einem verlässlichen Warmwasserziel ohne große Hitze. Viele Resorts sind auf Familien eingestellt und bieten Pools, Kinderclubs und flach abfallende Hausstrände direkt vor der Tür.

An Programm mangelt es nicht. Auf Boa Vista und Sal lassen sich je nach Jahreszeit Meeresschildkröten und Buckelwale beobachten; die Schildkröten legen von Sommer bis Herbst an den Stränden ihre Eier ab, und Schutzprojekte bieten geführte, kindgerechte Touren an. Ein Bad im Salzkrater von Pedra de Lume, bei dem selbst kleine Kinder wie von selbst treiben, eine Bootsfahrt oder eine Quad-Tour durch die Dünen sorgen für Abwechslung zwischen den Strandtagen.

Bei der Planung lohnt etwas Umsicht. Die Sonne ist auch bei Wind kräftig, sodass Sonnen- und Kopfschutz Pflicht sind, und an offenen Atlantikstränden ist die Strömung nicht zu unterschätzen – kleine Kinder baden am besten in den geschützten Buchten nahe dem Ort oder Steg. Kap Verde gilt heute als malariafrei; zu Gesundheitsvorsorge und Reiseapotheke berät am besten eine reisemedizinische Sprechstunde vor dem Flug.

Für die Unterkunft ist das All-inclusive-Modell mit Kindern praktisch, weil Essen, Getränke und Programm inklusive sind und der Nachwuchs jederzeit versorgt ist. Ausflüge legt man am besten in die kühleren Morgenstunden, längere Bootstouren plant man mit Pausen und genug Trinkwasser. Für Familien mit kleinen Kindern sind die ruhigen Strandinseln Sal und Boa Vista deutlich entspannter als die bergigen Wanderinseln, die eher zu älteren Kindern und Jugendlichen passen.

Anreise & Praktisches

Reiseplanung und Anreise für Kap Verde

Von der Anreise über die Fähren bis zum Mietwagen lässt sich das meiste schon vor dem Abflug klären.

Die meisten Gäste landen auf Sal am Flughafen Amílcar Cabral oder auf Boa Vista, die beide von Direktflügen ab Europa in rund sechs Stunden erreicht werden. Weitere internationale Tore sind Praia auf Santiago und Mindelo auf São Vicente. Wer keine passende Direktverbindung findet, reist bequem mit einem Zwischenstopp über Lissabon an. Welchen Flughafen du wählst, richtet sich nach deiner Zielinsel, denn ein späterer Inselwechsel kostet einen zusätzlichen Flug oder eine Fährfahrt.

Vor Ort hängt die Fortbewegung von der Insel ab. Zwischen den Inseln verbinden Inlandsflüge und einzelne Fähren die wichtigsten Ziele, wobei die Strecke Mindelo–Porto Novo nach Santo Antão am verlässlichsten ist. Auf den flachen Inseln Sal und Boa Vista kommt man mit Mietwagen, Taxi oder den geteilten Sammelbussen, den Aluguers, gut voran; auf den Bergstraßen von Santo Antão oder Fogo lohnt sich oft ein Fahrer, der die kurvigen Pflasterpisten kennt.

Bezahlt wird im Kap-Verde-Escudo, der fest an den Euro gekoppelt ist; in den Touristenorten werden Euro und Karte häufig akzeptiert, etwas Bargeld für kleine Läden und Trinkgelder bleibt aber praktisch. Amtssprache ist Portugiesisch, im Alltag spricht man das kreolische Kriolu, in den Resorts kommt man mit Englisch und oft Deutsch weiter. Für die Einreise genügt Deutschen ein gültiger Reisepass sowie eine vorab online zu zahlende Flughafengebühr; die aktuellen Bestimmungen prüfst du vor der Reise beim Auswärtigen Amt.

Ein paar Details erleichtern den Start. Die Zeitverschiebung nach Mitteleuropa beträgt nur zwei Stunden, im europäischen Sommer drei, sodass kaum ein Jetlag entsteht. Leitungswasser trinkt man besser nicht, abgefülltes ist überall erhältlich, und für mobiles Internet gibt es vor Ort SIM-Karten oder vorab eine eSIM. Kap Verde zählt zu den sichersten und stabilsten Ländern Afrikas; wie überall achtet man in den Städten nachts auf Wertsachen und wenig belebte Ecken.

Mietwagen

Die schönsten Orte liegen abseits von Bahn und Bus — mit dem Mietwagen bist du flexibel.

Partnerangebote in Kürze
Klima & beste Reisezeit

Beste Reisezeit für Kap Verde

Mild und trocken ist es fast das ganze Jahr, den Unterschied machen Wind, Luftfeuchte und die kurze Regenzeit im Spätsommer.

Kap Verde liegt gut 600 Kilometer vor der Küste Westafrikas und hat ein trocken-warmes, vom Nordost-Passat gemildertes Atlantikklima. Über das Jahr schwanken die Temperaturen nur wenig, das Meer bleibt mild, und Regen fällt selten – die flachen Inseln Sal, Boa Vista und Maio sind nahezu wüstenhaft, die Berginseln Santo Antão und Fogo fangen etwas mehr Feuchtigkeit und bleiben grüner. Deutlicher als die Wärme wechselt der Wind. Von November bis Mai weht der Passat kräftig und macht Sal zum Kite-Revier, im Spätsommer wird es schwüler und bringt die wenigen Regenfälle. Die folgenden Klimawerte gelten für Sal und den Urlaubsort Santa Maria.

Jan25°20°trocken und sonnig, kräftiger Passat
Feb25°19°trockenster Monat, viel Wind
Mär25°19°mild und windig, Walsaison beginnt
Apr25°19°angenehm warm, beste Walbeobachtung
Mai26°20°warm und trocken, noch guter Wind
Jun27°21°sommerlich, Passat lässt langsam nach
Jul27°22°warm und meist trocken
Aug28°23°heiß, erste Schauer möglich
Sep29°24°wärmster Monat, kurze Regengüsse
Okt29°24°warm, Ausklang der Regenzeit, warmes Meer
Nov28°22°trocken und angenehm, Wind frischt auf
Dez26°21°mild und trocken, Passat kehrt zurück

Beste Reisezeit · Balken = Tageshöchstwert

Die beste Reisezeit für Kap Verde reicht von November bis Juni, wenn es trocken und sonnig ist, die Temperaturen angenehm bleiben und der Passat für Badewind und gute Kite-Bedingungen sorgt. Wer Buckelwale erleben will, reist von März bis Mai. Die Monate Juli bis Oktober sind am wärmsten und schwülsten und bringen die wenigen Regengüsse, eignen sich aber weiter gut für Strandtage; zwischen November und Februar kann gelegentlich der Sahara-Dunst bruma seca den Himmel milchig färben.

Gut zu wissen

Häufige Fragen zu Kap Verde

Wann ist die beste Reisezeit für Kap Verde?
Ideal ist die trockene, sonnige Zeit von November bis Juni mit angenehmen Temperaturen und viel Wind für Wassersport. Buckelwale ziehen von März bis Mai vorbei, die Monate Juli bis Oktober sind am wärmsten und schwülsten, bleiben aber gute Strandmonate.
Wie ist das Wetter auf Kap Verde im Oktober?
Der Oktober gehört zur wärmsten Jahreszeit mit Höchstwerten um 29 Grad und angenehm warmem Meer. Es ist die kurze, sparsame Regenzeit, doch die wenigen Schauer fallen meist nur auf den Berginseln; auf Sal und Boa Vista bleibt es überwiegend trocken und sonnig.
Welche Insel ist die richtige für mich?
Sal und Boa Vista stehen für Strand, Resorts und Wassersport, São Vicente für Musik und Kultur, Santo Antão fürs Wandern, Fogo für den Vulkan und Santiago für Geschichte und afrikanisches Flair. Für einen ersten Urlaub eignen sich Sal oder Boa Vista am besten.
Wie lange dauert der Flug nach Kap Verde?
Direktflüge ab Deutschland nach Sal oder Boa Vista dauern rund sechs Stunden. Alternativ reist man mit einem Zwischenstopp über Lissabon an. Die Zeitverschiebung beträgt nur zwei bis drei Stunden, sodass kein nennenswerter Jetlag entsteht.
Was sind die wichtigsten Sehenswürdigkeiten auf Kap Verde?
Zu den Höhepunkten zählen der Vulkan Pico do Fogo, die Wanderdünen von Viana auf Boa Vista, der Salzkrater Pedra de Lume auf Sal, das UNESCO-Welterbe Cidade Velha auf Santiago und die Musikstadt Mindelo. Dazu kommen die grünen Wanderwege auf Santo Antão.
Kann man auf Kap Verde gut Inselhopping machen?
Ja, das Inselhopping ist einer der Reize des Landes. Inlandsflüge verbinden die großen Inseln in unter einer Stunde, die Fähre Mindelo–Porto Novo führt zuverlässig nach Santo Antão. Eine beliebte Runde kombiniert eine Strandinsel mit Mindelo und den Bergen von Santo Antão.
Ist Kap Verde ein gutes Ziel für Familien?
Ja, besonders Sal und Boa Vista mit kurzem Flug, warmem Wasser und familienfreundlichen Resorts. Kinder freuen sich über Schildkröten- und Walbeobachtung je nach Saison sowie das Schwimmen im Salzkrater. An offenen Stränden sollte man wegen der Strömung auf ruhige Badebuchten achten.
Lohnt sich ein Mietwagen auf Kap Verde?
Auf den flachen Inseln Sal und Boa Vista ist ein Mietwagen praktisch, um Strände und Dörfer abseits des Resorts zu erreichen. Auf den Bergstraßen von Santo Antão oder Fogo empfiehlt sich dagegen oft ein ortskundiger Fahrer. Für reinen Resorturlaub genügen Transfers und Taxis.
Was sollte man auf Kap Verde essen?
Probier unbedingt die Cachupa, den Nationaleintopf aus Mais und Bohnen, dazu fangfrischen Fisch und Languste an der Küste. Als Getränk gehört der Zuckerrohrschnaps Grogue dazu, ebenso der Kaffee und der Wein von der Vulkaninsel Fogo sowie das einheimische Bier Strela.
Ist Kap Verde ein sicheres Reiseland?
Kap Verde zählt zu den stabilsten und sichersten Ländern Afrikas, in den Urlaubsorten reist man sehr entspannt. Gewaltkriminalität gegen Reisende ist selten; wie überall achtet man in den Städten Praia und Mindelo nachts auf Wertsachen und wenig belebte Gegenden.
Welche Einreisebestimmungen gelten für Kap Verde?
Für deutsche Reisende genügt ein bei Einreise mehrere Monate gültiger Reisepass, ein klassisches Visum ist nicht nötig. Vorab wird online eine Flughafensicherheitsgebühr fällig. Da sich Regeln ändern können, prüfst du die aktuellen Einreise- und Gesundheitshinweise vor der Reise beim Auswärtigen Amt.
Eignet sich Kap Verde zum Kitesurfen und für den Winter?
Gerade im Winterhalbjahr von November bis Mai weht der Passat zuverlässig und macht Sal, besonders Ponta Preta und die Kite Beach, zu einem der besten Kitespots des Atlantiks. Zugleich bleibt es mit Höchstwerten um 25 Grad mild, ideal, um dem europäischen Winter zu entfliehen.
Kap VerdeZehn Inseln im Atlantik, wo Wüstenwind auf Passatmusik trifft – Kap Verde ist Afrikas leuchtender Vorposten zwischen Sahara und Meer.
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