Die wichtigsten Sehenswürdigkeiten auf Boa Vista
Die großen Ziele der Insel sind keine Bauwerke, sondern Landschaften – ein gestrandetes Schiff, eine kleine Wüste und ein Hafenstädtchen, das den Alltag nicht wegsperrt.
Das bekannteste Motiv der Insel liegt an der offenen Nordküste: das Wrack der Cabo Santa Maria, eines spanischen Frachters, der 1968 auf einer Sandbank auflief und seither dort verrostet. Bei Ebbe kannst du bis auf wenige Meter herangehen, während die Brandung gegen den rostroten Stahl schlägt und der Wind Gischt über den Strand treibt. Der Weg dorthin führt nur über Piste, meist mit Buggy, Quad oder Geländewagen – und genau das macht den Reiz aus: Rundherum ist nichts als Sand, Wind und offenes Meer, ein Ort ohne Souvenirstände und Absperrungen.
Im Inselinneren wartet das Deserto de Viana, eine echte kleine Wüste mitten in der steinigen Ebene. Der feine helle Sand wurde über Jahrhunderte vom Passat aus der Sahara herübergeweht und türmt sich hier zu wandernden Dünen. Am frühen Morgen oder in der letzten Abendsonne zeichnet der Wind saubere Rippel in den Sand, die Kämme werfen scharfe Schatten, und außer dem Rauschen des Windes hörst du nichts. Viele Inseltouren halten hier für eine Wanderung barfuß über die Dünen – nimm dir Zeit, denn der Ort wirkt völlig anders als die Strände ringsum.
Sal Rei, der einzige größere Ort, ist die Sehenswürdigkeit für alle, die mehr wollen als Hotelbucht. Um den Hauptplatz mit seinen pastellfarbenen Kolonialhäusern gruppieren sich kleine Restaurants, Bars mit Live-Musik und ein Markt, auf dem afrikanische Stoffe und Gemüse nebeneinanderliegen. Vor der Bucht liegt das Ilhéu de Sal Rei mit den Ruinen der Festung Duque de Bragança, die einst gegen Piratenüberfälle schützte. Ein kurzer Bootstransfer bringt dich hinüber; drüben hast du meist einen einsamen Strand und den Blick zurück auf das Städtchen für dich.
Wer die Geschichte der Insel sucht, fährt nach Rabil und Povoação Velha. Rabil war die frühere Hauptstadt und ist bis heute für seine Töpferei bekannt, oberhalb thront die schlichte Kirche São Roque. Povoação Velha im Süden gilt als älteste Siedlung Boa Vistas – ein paar Häuser, eine kleine Kirche, ein Kiosk mit Grogue. Beide Orte sind in Minuten durchschritten, geben dir aber ein Gefühl dafür, wie die Insel jenseits der All-inclusive-Anlagen tickt: langsam, karg und freundlich.





