Die Strände und Buchten von Lloret de Mar
Der Hauptstrand ist nur der Anfang – die Küste rechts und links davon zerfällt in ein gutes Dutzend Buchten, und zu den stillsten kommst du zu Fuß entspannter als mit dem Auto.

Die Platja de Lloret zieht sich über rund anderthalb Kilometer vor der Altstadt entlang und ist der Grund, warum der Ort überhaupt groß geworden ist. Der Sand ist gröber als auf den Balearen, fast schon feiner Kies, dafür fällt das Wasser zügig ab und bleibt bis in den Herbst klar. Hinter der Liegereihe läuft der Passeig Jacint Verdaguer als breite Promenade mit Palmen, Bars und Bootsverleih. Am östlichen Ende schiebt sich ein Fels ins Wasser, auf dem das Castell d'en Plaja steht; dahinter versteckt sich mit Sa Caleta eine kleine Bucht, die deutlich ruhiger ist als der Rest und morgens fast leer bleibt. Am anderen Ende, dort wo die Promenade endet, führen Stufen hinauf zur Felskante von Cala Banys – kein Badestrand, sondern eine Terrasse über den Wellen, die als Sundowner-Adresse funktioniert.
Hinter dem bewaldeten Klippenrücken mit der Burgruine Sant Joan beginnt die Platja de Fenals, die zweite große Bucht des Ortes. Sie ist mit rund 700 Metern nicht einmal halb so lang wie der Hauptstrand, liegt geschützter und ist deutlich familientauglicher: flacherer Einstieg, weniger Durchgangsverkehr auf der Promenade, mehr Pinien im Rücken. Wer mit kleinen Kindern reist und trotzdem nicht ins Hinterland ziehen will, ist hier richtig. Vom südwestlichen Ende der Bucht steigt der Küstenweg über Stufen zu den Jardins de Santa Clotilde hinauf, und von dort geht es weiter zur nächsten Bucht – dieser Abschnitt ist einer der Gründe, warum sich in Fenals ein Aufenthalt ohne Auto gut aushalten lässt.
Südwestlich davon liegen die drei Buchten, für die man sich die Mühe machen sollte. Sa Boadella ist eine Sandbucht zwischen Felsnasen, erreichbar über eine lange Treppe durch Pinienwald; ein Teil des Strands wird traditionell textilfrei genutzt, der übrige nicht, und beide Bereiche kommen problemlos miteinander aus. Weiter westlich folgt Santa Cristina unterhalb der gleichnamigen Wallfahrtskapelle im Wald, und hinter den Felsen an ihrem Westende öffnet sich als letzte und kleinste die Cala Treumal, die schon an der Grenze nach Blanes liegt. Alle drei sind im Hochsommer zwar keine Geheimtipps mehr, aber du hörst dort das Meer statt der Strandbar. Parkplätze sind knapp und die Zufahrten eng – wer kann, kommt zu Fuß über die Waldpfade oder früh am Vormittag.
Nach Norden hin wird die Küste felsiger. Zwischen Sa Caleta und Canyelles reihen sich mehrere kleine Einschnitte aneinander: zuerst die Cala dels Frares direkt unter dem Burgfelsen, dahinter die Cala Trons, teils nur über Treppen zugänglich, teils reine Schnorchelplätze ohne Sand. Am Ende der Reihe öffnet sich die Cala Canyelles, die einzige Bucht mit einem Yachthafen: heller Sand, bewaldete Hänge voller Ferienvillen, Bootsverleih und Wassersport direkt am Strand. Von der Küstenstraße geht es steil hinunter, mit dem Bus aus dem Zentrum ist sie in der Saison erreichbar, mit dem Mietwagen sowieso. Für einen ganzen Badetag abseits der Hotelmeile ist Canyelles die praktikabelste Adresse.












