Wohin in Kolumbien reisen
So klein Kolumbien auf der Karte wirkt, so verschieden sind seine Regionen. Karibikküste, Andenmetropolen, Kaffeeregion und der wilde Süden sind eigene Welten, und kaum jemand verbindet sie alle in einer Reise.
Fast jede Reise beginnt in einer der drei großen Andenstädte, die zugleich drei Charaktere des Landes verkörpern. Bogotá liegt auf rund 2.640 Metern in einer kühlen Hochebene und verbindet das Kolonialviertel La Candelaria, das Goldmuseum und eine ernsthafte Restaurantszene mit grauem Bergwetter. Medellín liegt tiefer im Aburrá-Tal, trägt den Beinamen Stadt des ewigen Frühlings und hat sich mit Seilbahnen und Bibliotheken vom Krisenort zum viel zitierten Vorzeigemodell gewandelt. Cali im Südwesten schließlich lebt für den Salsa und bildet das Tor zur Pazifikregion.
Nach Norden fällt das Land zur Karibik ab, wo die Hitze steigt und das Tempo langsamer wird. Cartagena setzt mit seiner ummauerten Altstadt und dem Ausgehviertel Getsemaní den historischen Höhepunkt, während Santa Marta als älteste erhaltene Stadt des Landes und als Sprungbrett zum Tayrona-Nationalpark dient. Dahinter ragt die Sierra Nevada de Santa Marta auf, das höchste Küstengebirge der Welt, in dessen Dschungel die Steinterrassen der Ciudad Perdida liegen. Wer Städte gegen Strände tauschen will, findet an dieser Küste beides dicht beieinander.
Zwischen den Metropolen liegt das grüne Herz, die Kaffeeregion rund um Salento, Filandia und Manizales, wo Fincas zwischen Bananenstauden und den hohen Wachspalmen des Cocora-Tals stehen. Etwas nördlich von Bogotá reihen sich koloniale Kleinstädte wie Villa de Leyva mit seinem weiten Kopfsteinpflasterplatz und das Handwerksdorf Barichara aneinander, und das nahe San Gil gilt als Zentrum für Rafting und Paragliding. In diesen Orten kommt die Reise spürbar zur Ruhe, bevor es weiter an die Küste oder in den Süden geht.
An den Rändern wird Kolumbien wilder und einsamer. Die Pazifikküste um Nuquí zeigt schwarze Strände und dichten Regenwald, in dem sich von Juli bis Oktober Buckelwale sammeln, während die Wüste La Guajira im Nordosten bis zum nördlichsten Punkt Südamerikas reicht und vom Volk der Wayuu geprägt ist. Ganz im Süden beginnt bei Leticia der Amazonas, den du nur per Flugzeug erreichst, und weit draußen im Meer liegen die Inseln San Andrés und Providencia mit ihrem karibischen Inselleben. Diese Ecken kosten Zeit, belohnen sie aber mit einem völlig anderen Kolumbien.














