Land · Südamerika

Bolivien

Wo sich der Himmel im größten Salzsee der Erde spiegelt und La Paz in über 3.600 Metern Höhe an die Andenhänge klebt.

Über Bolivien

Urlaub in Bolivien

Bolivien ist Südamerikas Höhen-Land: Fast alles Bekannte liegt hier über 3.000 Metern, vom weißen Salzmeer des Salar de Uyuni über den tiefblauen Titicacasee bis zur Regierungsstadt La Paz, die sich in einen Andenkessel drängt. Wer herkommt, akklimatisiert sich erst und wird dann mit Landschaften belohnt, die es so kein zweites Mal gibt. Dazu kommt ein zweites, ganz anderes Bolivien: Hinter der Cordillera Real fallen die Yungas in grünen Nebelwald ab, und im Tiefland um Rurrenabaque beginnt das Amazonasbecken mit Flussfahrten und Dschungel-Lodges. Zwischen kolonialen Silberstädten wie Potosí und Sucre, indigenen Märkten und Vulkanlagunen im Süden reist du durch ein Land, das arm an Massentourismus und reich an Kontrasten ist.

Bolivien – Karte
Reiseführer

Bolivien von A bis Z

Aktualisiert Juli 2026

Kaum ein Reiseland zwingt dich so sehr, langsam zu machen wie Bolivien. Der Flieger setzt in El Alto auf über 4.000 Metern auf, und die ersten zwei Tage gehören dem Atmen, nicht dem Programm. Danach aber öffnet sich ein Land, das zwischen dem weißen Salzmeer von Uyuni, dem tiefblauen Titicacasee und dem grünen Amazonastiefland mehr Landschaften auf einmal bündelt als fast jedes andere in Südamerika – dünn besucht, hoch gelegen und billiger, als die Entfernung vermuten lässt.

Orte & Regionen

Die schönsten Orte und Regionen in Bolivien

Zwischen dem Regierungskessel von La Paz und dem Dschungelflughafen von Rurrenabaque liegen keine 400 Kilometer Luftlinie und trotzdem 3.000 Höhenmeter.

Die meisten Bolivien-Reisen beginnen in La Paz, dem Regierungssitz auf 3.600 Metern, der sich in einen Talkessel drängt und über dessen Rand die junge Millionenstadt El Alto wächst. Von hier gondelst du mit den bunten Seilbahnen über die Dächer, besuchst den Hexenmarkt und machst den ersten Ausflug zum Valle de la Luna oder zu den Ruinen von Tiwanaku. La Paz ist Ankunfts- und Akklimatisierungsort zugleich – die Höhe zwingt fast jeden, die ersten Tage ruhig anzugehen.

Nordwestlich liegt der Titicacasee mit dem Wallfahrtsort Copacabana und der Isla del Sol, dem klassischen ersten Tagesausflug ins Hochland. Weiter südlich beginnt das koloniale Bolivien: Sucre, die weiße Verfassungshauptstadt mit mildem Klima und entspanntem Tempo, und Potosí, die einst reiche Silberstadt am Fuß des Cerro Rico auf über 4.000 Metern. Beide Städte lassen sich gut zu einer Schleife verbinden und geben der Andenlandschaft ihre menschliche, geschichtsträchtige Seite.

Der Süden gehört den großen Landschaften. Vom staubigen Wüstenort Uyuni starten die Jeep-Touren auf den Salar de Uyuni und weiter durch die Vulkanlagunen des Sud Lípez bis an die chilenische Grenze bei San Pedro de Atacama. Wer Bolivien mit Peru oder Chile zu einer größeren Runde verbindet, nutzt genau diese Achse zwischen Titicacasee, Salzwüste und Atacama.

Ganz anders fühlt sich das Tiefland an. Santa Cruz im Osten ist die größte, tropisch-heiße Stadt und wirtschaftlicher Motor des Landes, weit weg vom Anden-Klischee. Und im Norden führt ein kurzer Flug oder eine lange Busfahrt nach Rurrenabaque, dem Tor zum Amazonas: Von hier startest du zu Fluss- und Dschungeltouren in den Madidi-Nationalpark und die Pampas, wo Kaimane, Flussdelfine und Brüllaffen leben.

Sehenswürdigkeiten

Die schönsten Sehenswürdigkeiten in Bolivien

Fast jede große Sehenswürdigkeit Boliviens liegt jenseits der 3.500-Meter-Marke, allen voran das weiße Nichts des Salar de Uyuni.

Der Salar de Uyuni führt jede Liste an. Die größte Salzfläche der Erde erstreckt sich über rund 10.000 Quadratkilometer auf 3.660 Metern und wechselt mit der Jahreszeit ihr Gesicht: In der Trockenzeit überzieht ein Muster aus sechseckigen Salzwaben den Boden, nach dem Regen wird die Fläche zum Spiegel, in dem sich der Himmel verdoppelt. Von der Salzinsel Incahuasi mit ihren Riesenkakteen überblickst du das blendend weiße Meer bis zum Horizont.

Südlich schließt der Sud Lípez an, eine Vulkanwüste mit farbigen Lagunen. Die rostrote Laguna Colorada ist voller Flamingos, aus dem Boden zischen die Geysire von Sol de Mañana, und der windgeschliffene Árbol de Piedra steht wie eine Skulptur in der Leere. Im Hochland des Nordens zieht der Titicacasee mit der Isla del Sol die Besucher an, wo alte Inka-Pfade über terrassierte Hänge führen.

Die zweite große Klasse sind die kolonialen Städte. In Potosí erzählt die Silbermine im Cerro Rico von der reichsten und härtesten Epoche des Kontinents, während Sucre mit weißen Kirchen und Höfen die eleganteste Altstadt des Landes hat – beide zählen zum UNESCO-Welterbe. Nahe dem Titicacasee zeugen die Ruinen von Tiwanaku vom wichtigsten Reich der Anden vor den Inka.

Vieles davon liegt weit auseinander. Der Salar und die Lagunen des Sud Lípez verlangen eine geführte Jeep-Tour über mehrere Tage, oft mit Übernachtung in einfachen Salz- oder Steinunterkünften. Titicacasee und Tiwanaku erreichst du dagegen als Tagesausflug von La Paz, die kolonialen Städte Sucre und Potosí liegen im Süden nah beieinander. Plane die großen Ziele nicht auf einen Ankunftstag – die Höhe verlangt anfangs Ruhe, und die Wege sind länger, als die Karte vermuten lässt.

Natur & Landschaft

Boliviens Natur zwischen Salzwüste, Anden und Amazonas

Vom höchsten schiffbaren See der Erde bis in den Amazonasregenwald durchmisst Bolivien fast jede Klimazone Südamerikas auf engem Raum.

Der Titicacasee ist Boliviens meistgesuchtes Naturziel und liegt auf gut 3.800 Metern an der Grenze zu Peru. Als höchster schiffbarer See der Welt spannt er sein tiefes Blau zwischen kargen Hügeln auf; von Copacabana setzt du zur Isla del Sol über, wo Steinpfade, Terrassen und kleine Aymara-Dörfer den Rhythmus vorgeben. An klaren Morgen spiegelt sich die vergletscherte Cordillera Real im Wasser – eine der ruhigsten Kulissen des Andenraums.

Hinter La Paz türmt sich die Cordillera Real mit vergletscherten Sechstausendern wie dem Illimani und dem Huayna Potosí auf, an dem sich Bergsteiger an die Höhe wagen. Weiter südlich beginnt die endlose Weite des Altiplano mit dem Salar de Uyuni und den Vulkanlagunen des Sud Lípez, wo Flamingos in mineralroten und smaragdgrünen Seen stehen. Die Landschaft ist baumlos, hart und über weite Strecken menschenleer.

Nach Osten und Norden kippt das Land dramatisch ab. Über die Yungas-Straße fällt die Piste von den kalten Höhen in den warmen, grünen Nebelwald der Yungas, ein beliebtes Ziel für Downhill-Radtouren nach Coroico. Ganz unten, um Rurrenabaque, beginnt das Amazonasbecken: In den Flussarmen des Madidi-Nationalparks und den Pampas beobachtest du Kaimane, Wasserschweine, Flussdelfine und unzählige Vögel.

Wann du welche Natur siehst, hängt stark von der Jahreszeit ab. In der Trockenzeit von Mai bis Oktober sind die Pisten im Altiplano fest und die Sicht auf die Andengipfel klar, während der Salar seine weiße Salzkruste zeigt. Nach den Regenfällen zwischen Januar und März verwandelt sich die Fläche in den viel fotografierten Spiegel, dafür sind manche Wege im Hochland und rund um den Amazonas dann schwerer befahrbar.

Rundreise & Routen

Bolivien Rundreise: Routen und Reisezeit

Zwei Wochen reichen für die Anden-Klassiker, drei, wenn der Amazonas oder eine Verlängerung nach Peru dazukommt.

Die klassische Bolivien-Runde beginnt in La Paz, gönnt sich zwei Tage zum Akklimatisieren und führt dann an den Titicacasee nach Copacabana und auf die Isla del Sol. Von dort geht es in den Süden nach Sucre und Potosí, bevor die mehrtägige Jeep-Tour ab Uyuni über den Salar und die Lagunen des Sud Lípez den Höhepunkt setzt. Wer mag, endet auf bolivianischer Seite oder fährt über die Grenze weiter nach San Pedro de Atacama in Chile.

Viele hängen Bolivien an eine größere Anden-Reise. Die Kombination mit Peru ist am beliebtesten, weil der Titicacasee beide Länder verbindet und Machu Picchu nur eine Etappe entfernt liegt. Innerhalb Boliviens sind die Entfernungen groß und die Straßen langsam – für weite Strecken wie La Paz nach Uyuni oder ins tropische Santa Cruz nimmst du besser einen der günstigen Inlandsflüge oder einen Nachtbus, statt tagelang zu fahren.

Beim Tempo gilt: lieber weniger Orte, dafür Zeit für die Höhe. Rechne für die reine Anden-Runde aus La Paz, Titicacasee, Sucre, Potosí und dem Salar rund zwei Wochen; mit einem Abstecher in den Amazonas um Rurrenabaque oder einer Peru-Verlängerung eher drei. Die Jeep-Tour durch den Salar buchst du am besten vorab, und die Reisezeit richtest du danach aus, ob du die trockene Salzkruste oder den Spiegel-Effekt der Regenzeit sehen willst.

Ein paar Buchungshinweise erleichtern die Runde. Die mehrtägige Salar-Jeep-Tour und die Inlandsflüge sind in der Hochsaison schnell ausgebucht, beides sicherst du dir besser vorab. Die Grenzübergänge nach Peru am Titicacasee und nach Chile über den Sud Lípez sind eingespielt, kosten aber Zeit. Wer wenig Puffer hat, legt An- und Abreisetag nicht auf die entlegenen Etappen, damit ein ausgefallener Bus oder ein Wettertag nicht gleich den Anschlussflug kostet.

Essen & Trinken

Essen und Trinken in Bolivien

Boliviens Küche ist deftig und höhentauglich – viel Kartoffel, Mais und Quinoa, dazu die scharfe Llajwa auf fast jedem Tisch.

Boliviens Küche ist Anden-Hausmannskost und macht satt für die Höhe. Kartoffeln in dutzenden Sorten, Mais und Quinoa bilden die Basis, dazu Rind, Huhn oder Lama und die feurige Chilisauce Llajwa. Der beliebteste Snack ist die Salteña, eine saftig gefüllte Teigtasche, die am Vormittag gegessen wird; auf Märkten dampfen Suppen und gegrillte Spieße, und in den Tälern um Cochabamba gilt das Essen als das beste des Landes.

Regional wird es sehr unterschiedlich. Am Titicacasee kommt frische Forelle auf den Teller, im Altiplano dominieren Eintöpfe und getrocknetes Fleisch, im tropischen Tiefland um Santa Cruz Yuca, Fluss-Fisch und Bananen. Ein Klassiker ist das Pique a lo Macho, ein üppiger Teller aus Rindfleisch, Würstchen, Pommes und Ei, den man sich gern teilt.

Getrunken wird viel Mate de Coca, der Aufguss aus Kokablättern, der gegen die Höhe helfen soll und in fast jedem Hotel bereitsteht. Dazu gibt es starken Kaffee, Fruchtsäfte frisch vom Markt und lokales Bier; das Nationalgetränk mit Schwung ist der Singani, ein klarer Traubenbrand. Bei Straßenessen lohnt der Blick, wo die Einheimischen anstehen, und unterwegs bleibst du beim Trinken besser bei abgefülltem Wasser.

Am besten isst du dort, wo die Einheimischen sitzen. Auf den Märkten von La Paz, Sucre oder Cochabamba bekommst du für wenig Geld frische Suppen, Salteñas und Tagesgerichte, und in einfachen Almuerzo-Lokalen gibt es mittags ein günstiges Menü aus Suppe, Hauptgang und Getränk. Bei empfindlichem Magen lohnt es sich, anfangs bei Gekochtem und Geschältem zu bleiben und Leitungswasser zu meiden – in der Höhe ist ein flauer Magen kein guter Start.

Mit Kindern

Bolivien mit Kindern: Reisetipps für Familien

Bolivien ist ein Abenteuerziel für ältere Kinder – die Höhe und die langen Wege verlangen aber mehr Planung als ein Badeurlaub.

Bolivien ist kein klassisches Familienziel, für ältere, reisefeste Kinder aber ein großes Abenteuer. Der wichtigste Punkt ist die Höhe: La Paz, der Titicacasee und der Salar liegen alle über 3.500 Metern, und Kinder brauchen für die Akklimatisierung ebenso Ruhe wie Erwachsene. Plane die ersten Tage entspannt, viel Trinken und keine anstrengenden Ausflüge, und hol dir vor der Reise ärztlichen Rat, gerade mit kleineren Kindern.

Ist die Höhe überstanden, gibt es viel, das Kindern gefällt. Die bunten Seilbahnen von La Paz sind eine Attraktion für sich, auf dem Salar de Uyuni lassen sich mit der spiegelnden Fläche lustige Perspektivfotos machen, und im Amazonas um Rurrenabaque sorgen Kaimane, Affen und Flussdelfine für Staunen. Tierbeobachtung, Bootsfahrten und die Weite der Landschaft wirken oft stärker als jedes Museum.

Ein paar Dinge machen es leichter. Die langen Fahrten zwischen den Orten teilst du am besten mit Inlandsflügen ab, damit nicht der halbe Urlaub im Bus vergeht. Achte auf warme Kleidung für die eisigen Nächte im Hochland und leichte Sachen fürs Tiefland, nimm eine kleine Reiseapotheke mit und bleib beim Essen anfangs bei Gekochtem und abgefülltem Wasser. Für ganz kleine Kinder ist die dünne Höhenluft eine echte Belastung – dann lohnt es sich, mit dem Reiseziel zu warten.

Beim Rhythmus hilft es, die Höhe mit Kindern ernst zu nehmen und Pausen einzubauen. Ein guter Plan startet tief und ruhig, etwa mit ein, zwei Tagen im wärmeren Tiefland um Santa Cruz oder am Titicacasee, bevor es hoch nach La Paz und zum Salar geht. Kurze Etappen, viele Snacks und ein fester Mittagsstopp machen die langen Fahrten erträglich, und ein Fernglas verwandelt jede Bootsfahrt im Amazonas in eine kleine Safari.

Reise planen

Anreise, Höhe und Budget für Bolivien

Von Deutschland führt kein Direktflug nach Bolivien, dafür bekommst du für wenig Geld eines der abenteuerlichsten Länder Südamerikas.

Nach Bolivien fliegst du immer mit Umstieg. Direktverbindungen ab Deutschland gibt es nicht; üblich sind Wechsel in Europa oder Lateinamerika, etwa über Madrid, Lima, Bogotá, Panama oder São Paulo, mit einer Gesamtreisezeit von rund 16 bis 22 Stunden. Internationale Tore sind der Flughafen El Alto bei La Paz auf über 4.000 Metern und Viru Viru im tieferen, verträglicheren Santa Cruz – viele landen bewusst dort und gewinnen erst im Tiefland langsam Höhe.

Das bestimmende Thema ist die Höhe. Weil der Flughafen von La Paz höher liegt als fast jeder Gipfel der Alpen, plane die ersten ein bis zwei Tage ohne Programm, trinke viel und meide Alkohol; Kokatee und Ruhe helfen, bei anhaltenden Beschwerden ist ärztliche Reiseberatung schon vor dem Abflug sinnvoll. Die beste Reisezeit ist die Trockenzeit von Mai bis Oktober mit klaren Tagen und frostigen Nächten, während der Salar-Spiegel in die Regenzeit von Januar bis März fällt.

Beim Budget ist Bolivien freundlich: Es zählt zu den günstigsten Ländern des Kontinents, Unterkünfte, Busse und Essen kosten wenig, größere Posten sind der Flug und geführte Touren. Bezahlt wird in Boliviano, Bargeld ist außerhalb der Städte wichtig, weil Automaten und Kartenzahlung nicht überall funktionieren. Vor Ort bewegst du dich mit günstigen Inlandsflügen für weite Strecken, Nachtbussen zwischen den Städten und Sammel-Minibussen im Nahverkehr fort.

Zwei Dinge klärst du vor der Abreise. Die Einreise- und Gesundheitsvorgaben ändern sich, deshalb hol dir aktuelle Auskünfte beim Auswärtigen Amt und eine ärztliche Reiseberatung, gerade wegen der Höhe. Und plane ein Zeitpolster ein: Streiks und Straßenblockaden legen in Bolivien gelegentlich einzelne Strecken lahm, und in abgelegenen Gegenden funktionieren Kartenzahlung und Automaten nicht immer. Mit etwas Bargeldreserve und einem freien Puffertag vor dem Rückflug bleibst du gelassen.

Mietwagen

Die schönsten Orte liegen abseits von Bahn und Bus — mit dem Mietwagen bist du flexibel.

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Beste Reisezeit & Wetter

Beste Reisezeit für Bolivien: Wetter und Höhenlage im Überblick

Über dem Altiplano trennt sich das Jahr klar in eine trockene und eine feuchte Hälfte – die Temperatur macht dabei weniger aus als der Unterschied zwischen Tag und eisiger Nacht.

Boliviens Wetter richtet sich weniger nach der Jahreszeit als nach der Höhe. Im Altiplano rund um La Paz, den Titicacasee und den Salar de Uyuni bleiben die Tage das ganze Jahr über mild, die Nächte dagegen sind kalt und fallen in der Trockenzeit von Mai bis Oktober oft unter den Gefrierpunkt. Diese Trockenzeit ist die klare Hochsaison mit viel Sonne und stabilen Pisten. In der Regenzeit von November bis März wird es grüner und nachts milder, dafür können Wege aufweichen – und genau dann legt sich die dünne Wasserschicht über den Salar, die ihn zum Spiegel macht. Die Werte unten gelten für La Paz auf rund 3.600 Metern; im tropischen Tiefland um Santa Cruz und im Amazonas ist es dagegen ganzjährig heiß und feucht.

Jan14°6°Regenzeit, Salar-Spiegel
Feb14°6°feucht, grün
Mär15°5°Regen lässt nach
Apr16°4°Übergang, trockener
Mai16°2°Trockenzeit beginnt
Jun15°0°klar, kalte Nächte
Jul15°-1°trocken, Frost nachts
Aug16°1°sonnig, klar
Sep17°3°mild, wenig Regen
Okt17°4°trocken, staubig
Nov17°5°erste Regenfälle
Dez15°6°Regenzeit, grün

Beste Reisezeit · Balken = Tageshöchstwert

Die verlässlichste Reisezeit für Bolivien ist die Trockenzeit von Mai bis Oktober: klare, sonnige Tage im Altiplano und feste Pisten für die Jeep-Touren, dafür nachts oft Frost und im Juni und Juli die kältesten Nächte. Wer den berühmten Spiegel-Effekt im Salar de Uyuni sehen will, kommt dagegen bewusst in der Regenzeit zwischen Januar und März. Für die meisten Anden-Rundreisen sind Mai, September und Oktober besonders angenehm, weil die Tage trocken sind und die Nächte noch nicht am tiefsten fallen.

Gut zu wissen

Häufige Fragen zu Bolivien

Wann ist die beste Reisezeit für Bolivien?
Am verlässlichsten ist die Trockenzeit von Mai bis Oktober mit klaren Tagen und trockenen Pisten, dafür fallen die Nächte im Altiplano oft unter null. Den Spiegel-Effekt im Salar de Uyuni siehst du dagegen in der Regenzeit von Januar bis März.
Wie hoch liegt La Paz und wie schlimm ist die Höhenkrankheit?
La Paz liegt auf rund 3.600 Metern, der Flughafen El Alto sogar über 4.000. Fast jeder spürt die Höhe anfangs. Mit ruhigen ersten Tagen, viel Trinken und langsamem Aufstieg lässt sie sich meist gut meistern; bei Beschwerden hilft ärztliche Beratung vor der Reise.
Wie kommt man von Deutschland nach Bolivien?
Direktflüge gibt es nicht. Üblich sind Umstiege in Europa oder Lateinamerika über Madrid, Lima, Bogotá, Panama oder São Paulo, mit einer Gesamtreisezeit von rund 16 bis 22 Stunden bis La Paz oder Santa Cruz.
Wie viele Tage sollte man für Bolivien einplanen?
Für die Anden-Klassiker aus La Paz, Titicacasee, Sucre, Potosí und dem Salar de Uyuni solltest du rund zwei Wochen einplanen. Kommt der Amazonas um Rurrenabaque oder eine Verlängerung nach Peru dazu, sind es eher drei Wochen.
Wann sieht man den Spiegel-Effekt im Salar de Uyuni?
Der Spiegel entsteht, wenn nach den Regenfällen eine dünne Wasserschicht auf der Salzfläche steht, meist zwischen Januar und März. In der Trockenzeit von Mai bis Oktober ist die Fläche dagegen fest, weiß und mit Salzwaben überzogen.
Wie teuer ist eine Reise nach Bolivien?
Bolivien zählt zu den günstigsten Reiseländern Südamerikas – Unterkünfte, Busfahrten und einfaches Essen kosten wenig. Die großen Posten sind der Interkontinentalflug und geführte Touren wie die mehrtägige Jeep-Fahrt durch den Salar und die Lagunen.
Braucht man in Bolivien ein Visum?
Die Einreisebestimmungen ändern sich und hängen von Nationalität und Aufenthalt ab. Prüfe sie vor der Reise unbedingt offiziell beim Auswärtigen Amt und reise mit einem ausreichend lange gültigen Reisepass; das ist verlässlicher als jede allgemeine Faustregel.
Wie kommt man zum Titicacasee?
Zum Titicacasee-Ort Copacabana fährst du von La Paz aus in rund drei bis vier Stunden mit dem Bus, unterwegs wird an der Meerenge von Tiquina umgesetzt. Von Copacabana bringen dich Boote zur Isla del Sol mitten im See.
Ist Bolivien sicher für Reisende?
Bolivien gilt als vergleichsweise ruhiges Reiseland, dennoch gelten die üblichen Vorsichtsregeln gegen Taschendiebstahl in Städten und an Busbahnhöfen. Informiere dich vor der Reise über die aktuellen Hinweise des Auswärtigen Amts, etwa zu einzelnen Regionen und Streiks.
Womit bezahlt man in Bolivien?
Landeswährung ist der Boliviano. Außerhalb der größeren Städte ist Bargeld wichtig, weil Geldautomaten und Kartenzahlung nicht überall zuverlässig funktionieren. Heb dir in La Paz oder Santa Cruz genug Bargeld für die Weiterreise ab.
Lässt sich Bolivien mit Peru oder Chile verbinden?
Ja, das ist sogar üblich. Über den Titicacasee reist du bequem nach Peru weiter, und vom Salar de Uyuni führen Jeep-Touren über die Lagunen des Sud Lípez bis nach San Pedro de Atacama in Chile.
BolivienWo sich der Himmel im größten Salzsee der Erde spiegelt und La Paz in über 3.600 Metern Höhe an die Andenhänge klebt.
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