Region · Türkei

Türkische Riviera

Zwischen dem Taurusgebirge und dem türkisblauen Mittelmeer reiht die Türkische Riviera antike Theater, Sandbuchten und Resortorte auf einer einzigen Küste aneinander.

Die Region

Was Türkische Riviera ausmacht

Die Türkische Riviera ist der Mittelmeerstreifen rund um Antalya – von Kemer im Westen über Side bis nach Alanya im Osten. Hinter der Küste steigt das Taurusgebirge steil an, davor liegen kilometerlange Sand- und Kieselstrände, an denen sich große All-inclusive-Resorts reihen. Dazwischen stehen einige der besterhaltenen antiken Stätten der Türkei: das Römische Theater von Aspendos, der Apollon-Tempel am Kap von Side, die Ruinenstadt Perge und die osmanisch-seldschukische Altstadt Kaleiçi in Antalya. Dazu Wasserfälle am Manavgat, Bootstouren durch den Green Canyon und eine Küche aus Kebap, Meze und frischem Fisch. Es ist die Region, in der Badeurlaub und Kulturgeschichte auf engem Raum nebeneinanderliegen – oft nur eine halbe Autostunde voneinander entfernt.

Reiseführer

Türkische Riviera von A bis Z

Aktualisiert Juli 2026

Vom Flughafen Antalya führt die Küstenstraße nach Osten, das Meer bleibt fast durchgehend rechts, und irgendwann kippt die Reihe der Hotelmauern für einen Moment weg – dann steht plötzlich ein römisches Aquädukt am Straßenrand oder ein Theater aus dem zweiten Jahrhundert hinter einem Orangenhain. Die Türkische Riviera ist keine reine Badeküste. Sie ist der Streifen, auf dem Strandliege und Antike so dicht beieinanderliegen, dass du morgens im Pool schwimmst und mittags durch eine 2000 Jahre alte Stadt läufst.

Sehenswürdigkeiten

Die schönsten Sehenswürdigkeiten der Türkischen Riviera

Wer die Küste nur als Strandkulisse sieht, verpasst die Hälfte – die stärksten Ziele liegen selten am Wasser, sondern eine Fahrtstunde landeinwärts oder auf einer Landzunge im Meer.

Beginn in Antalya, dem natürlichen Ausgangspunkt: Kaleiçi, die von einer römischen Mauer umschlossene Altstadt, drängt osmanische Holzhäuser, das kannelierte Yivli-Minarett und das dreitorige Hadrianstor auf wenige Gassen zusammen, die alle zum alten Hafen hinunterlaufen. Plane den frühen Vormittag ein, bevor die Tagesgruppen aus den Küstenorten eintreffen, und nimm dir Zeit für das Archäologische Museum am westlichen Stadtrand – dort stehen die Originalstatuen aus Perge, während an den Fundorten selbst oft nur die Sockel geblieben sind.

Der stärkste Einzeleindruck der Region ist das Theater von Aspendos, rund 45 Kilometer östlich von Antalya. Es gilt als eines der besterhaltenen Theater der römischen Welt: Die Bühnenwand steht in voller Höhe, die Ränge fassen mehrere tausend Zuschauer, und die Akustik ist so gut, dass hier bis heute Konzerte und ein Opern- und Ballettfestival stattfinden. Komm möglichst am Morgen oder späten Nachmittag – über Mittag heizt sich der Steinkessel stark auf, und Schatten gibt es kaum.

In Side verschmilzt die Antike mit dem Ferienort: Vom hellenistischen Stadttor führt eine Säulenstraße vorbei am großen römischen Theater bis zur Spitze der Halbinsel, wo die wieder aufgerichteten Säulen des Apollon-Tempels direkt über dem Wasser stehen – der klassische Ort für den Sonnenuntergang. Nordöstlich der Stadt donnert der Manavgat-Wasserfall über eine breite Felsstufe; er ist nicht hoch, aber wasserreich, und drumherum liegen schattige Teegärten am Fluss.

Ganz im Osten überragt der Burgberg von Alanya die Küste. Die seldschukische Festung zieht sich über Kilometer Mauer den Hang hinauf, am Hafen darunter steht der achteckige Rote Turm (Kızıl Kule) aus dem 13. Jahrhundert, und von der Spitze blickst du über beide Buchten der Halbinsel. Wer weniger fahren will, findet auch nah an Antalya Antikes: die Ruinenstadt Perge mit Stadion und Kolonnadenstraße sowie die Bergstadt Termessos, die auf einem Taurus-Sattel über der Baumgrenze liegt.

Antike Stätten

Aspendos, Perge und Side – die antiken Stätten der Küste

Zwischen zwei Badetagen passt bequem eine Zeitreise: Drei der wichtigsten Antikstädte Kleinasiens liegen im Halbkreis um Antalya, keine mehr als eine Stunde entfernt.

Aspendos ist der Pflichttermin, und der Grund ist seine Vollständigkeit. Während andernorts nur Fundamente stehen, hat das im 2. Jahrhundert unter Mark Aurel erbaute Theater seine gesamte Bühnenwand behalten – zwei Geschosse aus Rundbögen und Nischen, hinter denen einst Marmorverkleidung und Statuen saßen. Die Seldschuken nutzten den Bau später als Karawanserei, was ihn vor dem Steinraub bewahrte. Oberhalb des Theaters, oft übersehen, ziehen sich die Reste eines römischen Aquädukts durch die Ebene, dessen Drucktürme noch aufrecht stehen.

Perge, rund 17 Kilometer östlich von Antalya, ist die Stadt zum Durchwandern: Durch das hellenistische Rundtor betrittst du eine über 300 Meter lange Kolonnadenstraße mit einem Wasserkanal in der Mitte, flankiert von den Ladenfronten der Antike. Dazu ein riesiges Stadion, Thermen und eine Agora. Perge war in römischer Zeit reich und großzügig angelegt – wer hier eine Stunde geht, bekommt ein Gefühl für den Grundriss einer ganzen antiken Stadt, nicht nur für ein einzelnes Bauwerk.

Side schließlich zeigt, wie eng Antike und Gegenwart hier verzahnt sind: Die Ruinen liegen nicht abgesperrt am Ortsrand, sondern mitten im lebendigen Ort. Du läufst zwischen antiken Säulen zum Restaurant, das Theater fasst rund 15.000 Zuschauer, und die Tempel von Apollon und Athena stehen auf der Landspitze im Abendlicht. Der Eintritt zu Theater und Museum ist geregelt, die Säulenstraße und der Apollon-Tempel sind frei zugänglich – ideal für einen Bummel am frühen Abend.

Praktisch gilt für alle drei: früh oder spät kommen, viel Wasser mitnehmen und festes Schuhwerk tragen, denn das antike Pflaster ist uneben. Ein Mietwagen macht die Runde am einfachsten, weil du Aspendos, Perge und den Manavgat-Wasserfall an einem Tag verbinden kannst. Ohne eigenes Auto buchst du die klassische Kombitour ab den Küstenorten – sie deckt Perge, Aspendos, den Wasserfall und meist auch einen Stopp in Side an einem Tag ab.

Orte & Küste

Von Kemer bis Alanya – die Ferienorte der Türkischen Riviera

Die Riviera ist kein einzelner Ort, sondern eine Kette – und welcher Abschnitt zu dir passt, entscheidet sich zwischen Kiefernküste, Golfhotels, Antikstadt und Burgberg.

Ganz im Westen, wo der Taurus fast bis ans Wasser reicht, liegt Kemer: Kiesstrände, Pinienwälder und Berge im Rücken, dazu ein Jachthafen und mit Olympos und dem ewig brennenden Chimära-Feuer ein Stück Lykien in Reichweite. Der Strand ist hier meist Kiesel statt Sand, dafür ist das Wasser besonders klar. Kemer eignet sich für alle, die Badeurlaub mit Wandern und Bergkulisse verbinden wollen, und liegt mit rund einer Dreiviertelstunde am nächsten zum Flughafen.

Antalya selbst ist die Großstadt der Küste mit zwei Gesichtern: der Altstadt Kaleiçi über dem alten Hafen und dem Stadtteil Lara im Osten, wo hinter dem langen Sandstrand die großen, oft aufwendig thematisierten Resorts stehen. Direkt anschließend beginnt Belek, die Golfregion der Türkei – flache Kiefernküste, ein Dutzend Championship-Plätze und Fünf-Sterne-Häuser, die stark auf Golfer und gehobenen Familienurlaub zielen. Wer Stadt, Kultur und Strand mischen will, wohnt in Antalya oder Lara am zentralsten.

Side, rund 65 Kilometer östlich von Antalya, ist der Ort für alle, die Antike und Strand direkt nebeneinander wollen: Die Ferienhotels liegen an den langen Sandstränden von Kumköy und Titreyengöl, der historische Kern auf der Halbinsel ist zu Fuß oder mit dem Ortsshuttle erreichbar. Es ist lebhaft, aber nicht so groß wie Alanya, und der Manavgat-Wasserfall mit seinen Bootstouren liegt gleich nebenan – ein guter Kompromiss aus Bequemlichkeit und Charakter.

Am östlichen Ende folgt Alanya, rund zwei Stunden vom Flughafen entfernt: der lebhafteste, dichteste Ferienort der Riviera, überragt vom Burgberg, mit dem Kleopatra-Strand, langer Strandpromenade und einem Nachtleben, das über die Sommermonate durchläuft. Die Wassertemperaturen bleiben hier im Osten am längsten hoch. Als Fahrplan für eine Rundreise gilt: ein Standquartier reicht selten für alles – wer die ganze Küste sehen will, kombiniert etwa Antalya oder Side für die Antike mit ein paar Nächten in Kemer oder Alanya für die Kontraste.

Strände

Die schönsten Strände der Türkischen Riviera

Feiner Sand im Osten, klares Wasser über Kiesel im Westen – die Küste bietet beide Sorten Strand, und die Wahl hängt davon ab, ob dir Buddelburgen oder glasklares Schnorchelwasser wichtiger sind.

Die schönsten Strände der Türkischen Riviera
Strände

Der bekannteste Strand ist der Kleopatra-Strand in Alanya: rund zwei Kilometer heller, feiner Sand am Fuß des Burgbergs, flach abfallend und mit der ganzen Infrastruktur einer Ferienstadt im Rücken. Die Legende, Marcus Antonius habe den Sand einst für Kleopatra herschaffen lassen, ist hübsch, aber unbelegt – die Wasserqualität ist es hingegen nicht, der Strand trägt seit Jahren die Blaue Flagge. Im Hochsommer ist er voll; früh am Morgen oder am späten Nachmittag gehört er eher den Einheimischen.

In Antalya teilen sich zwei sehr verschiedene Strände die Stadt: der lange Sandstrand von Lara im Osten, an dem die großen Resorts liegen, und der Konyaaltı-Strand im Westen – ein breiter Kieselstrand direkt vor der Kulisse des Taurusgebirges, mit Strandpromenade, Cafés und städtischem Flair. Kies bedeutet klareres Wasser, aber Badeschuhe sind sinnvoll. Wer mitten in der Stadt wohnt und trotzdem baden will, ist am Konyaaltı am schnellsten am Wasser.

Rund um Side ziehen sich kilometerlange Sandstrände nach beiden Seiten der Halbinsel: Kumköy und der West Beach sind breit und flach, ideal für Familien, während der Oststrand Richtung Titreyengöl ruhiger ausfällt. In Belek ist der Sand fein und die Strände gehören überwiegend zu den Hotels, was sie gepflegt, aber auch weniger öffentlich macht. Die Region um Side und Belek gilt als die familienfreundlichste der ganzen Riviera.

Im Westen, um Kemer und Çıralı, wechselt das Bild: Hier dominieren Kiesel- und Feinkieselstrände vor bewaldeten Berghängen, das Wasser ist besonders klar und zum Schnorcheln gut geeignet. Der naturbelassene Strand von Çıralı, an dem im Sommer Meeresschildkröten (Caretta caretta) ihre Eier ablegen, steht unter Schutz – nachts bleibt er dunkel und ohne Liegenreihen. Wer Ruhe und Natur statt Animation sucht, findet sie eher an diesem westlichen Küstenabschnitt.

Unterkünfte

All-inclusive, Hotel oder Ferienwohnung an der Türkischen Riviera

An kaum einer anderen Mittelmeerküste ist All-inclusive so verbreitet – und für viele ist genau das der Grund, warum die Riviera als kalkulierbarer Familienurlaub funktioniert.

Das prägende Modell der Küste ist das große All-inclusive-Resort. Vor allem in Belek, Lara und Side stehen Häuser der oberen Kategorien mit weitläufigen Poollandschaften, Wasserrutschen, mehreren Restaurants, Strandabschnitt und Kinderbetreuung – oft als geschlossene Ferienwelt konzipiert, die du für den Aufenthalt kaum verlassen musst. Der Reiz liegt in der Planbarkeit: ein Preis, alles inklusive, wenig Bargeld nötig. Der Preis dafür ist, dass das Land außerhalb der Anlage leicht in den Hintergrund rückt.

Wer mehr vom Ort mitbekommen will, wählt ein Stadthotel oder eine kleinere Pension. In Antalyas Altstadt Kaleiçi sind osmanische Häuser zu stimmungsvollen Boutiquehotels umgebaut, du gehst abends zu Fuß durch die Gassen und zum Hafen. Auch Alanya und der Altstadtkern von Side haben zahlreiche kleinere Häuser, in denen du zwischen Einheimischen und Restaurants wohnst statt hinter einer Resortmauer. Das ist näher am Alltag des Landes, verlangt aber, dass du dich selbst um Essen und Ausflüge kümmerst.

Ferienwohnungen und Apartments sind vor allem in Alanya stark vertreten, wo viele Wohnanlagen mit Gemeinschaftspool an ausländische Gäste vermieten. Das passt für längere Aufenthalte, für Selbstversorger und für alle, die eine Küche und mehr Unabhängigkeit schätzen. Rechne einen Mietwagen ein, wenn deine Wohnung nicht in Strandnähe liegt – die Anlagen am Hang sind günstiger, aber ohne Auto abgeschnitten. Für einen reinen Badeurlaub am Strand ist die Lage entscheidender als die Ausstattung.

Zur Saisonlogik: Juli und August sind teuer und ausgebucht, gleichzeitig am heißesten. Mai, Juni, September und Oktober bieten die bessere Kombination aus Preis, Wetter und freier Auswahl – das Meer ist dann warm, die Anlagen sind weniger voll, und die Ausflüge in die Antike sind bei 26 bis 30 Grad angenehmer als in der Augusthitze. Buche beliebte Häuser früh; die großen Resorts in Belek und Side sind für die Ferienwochen oft Monate im Voraus vergeben.

Ferienhäuser & Villen mit Pool

Die beliebteste Wahl in der Region — privates Ferienhaus oder Villa mit Pool, oft mitten in den Weinbergen.

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Agriturismi & Weingüter

Urlaub auf dem Land: übernachten auf einem Weingut oder Bauernhof, mit Wein und Öl aus eigener Ernte.

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Essen & Trinken

Essen und Trinken an der Türkischen Riviera

Zwischen dem Buffet der Anlage und der kleinen Lokanta im Ort liegen Welten – wer nur im Resort isst, verpasst die eigentliche türkische Küche.

Das Herz der türkischen Küche sind die Meze: eine Reihe kleiner Vorspeisen, warm und kalt, die zusammen ein ganzes Essen ergeben. Auberginen in vielen Formen, Joghurt mit Knoblauch (haydari), gefüllte Weinblätter (dolma), weiße Bohnen, Kräuterpasten und frisches Fladenbrot kommen gleichzeitig auf den Tisch. In einer Meyhane, dem türkischen Wirtshaus, bestellst du dazu Rakı, den anisschweren Nationalschnaps, der sich mit Wasser milchig trübt – die Kombination aus Meze, Fisch und Rakı ist ein eigenes Ritual, das Zeit braucht.

Vom Grill kommt mehr als der Döner, den man aus Deutschland kennt: Adana- und Urfa-Kebap aus gehacktem Lammfleisch am Spieß, İskender mit Tomatensauce und Joghurt auf Brot, Köfte und ganze Fische vom Rost. Zum Frühstück lohnt sich die gefüllte Teigtasche Gözleme, frisch auf einer gewölbten Platte gebacken, sowie das üppige türkische Frühstück (kahvaltı) mit Käse, Oliven, Tomaten, Honig und Eiern. In den Küstenorten findest du all das in einfachen Lokantas oft besser und günstiger als im Hotelbuffet.

Getrunken wird vor allem Çay, der schwarze Tee in tulpenförmigen Gläsern, den man dir fast überall und oft kostenlos anbietet – ein Zeichen der Gastfreundschaft, das du ruhig annehmen solltest. Dazu türkischer Mokka, im Sommer der salzig-saure Joghurtdrink Ayran und frisch gepresster Granatapfelsaft an den Straßenständen. Alkohol ist erhältlich, aber durch hohe Steuern spürbar teurer als in Deutschland – in reinen Urlaubsorten und Resorts fällt das weniger auf als im landestypischen Lokal.

Süßes hat einen eigenen Rang: Baklava, die in Sirup getränkten Blätterteigtaschen mit Pistazien, gilt in der Türkei als hohe Kunst, dazu Künefe – warmer Käse in knusprigen Teigfäden mit Sirup – und Lokum (Turkish Delight). Auf den Basaren der Orte kannst du vor dem Kauf probieren; feilschen gehört beim Gewürz- und Süßwarenhandel dazu, in normalen Läden dagegen nicht. Ein Tipp gegen das Buffet-Einerlei: Verlass mindestens jeden zweiten Abend die Anlage und iss dort, wo auch Einheimische sitzen.

Ausflüge & Natur

Bootstouren, Wasserfälle und Ausflüge an der Türkischen Riviera

Hinter der Hotelmauer beginnt ein Hinterland aus Schluchten, Flüssen und Berghöhlen – und viele der besten Ausflüge dauern nur einen halben Tag.

Die klassische Bootstour startet in fast jedem Ort: Von Alanya, Side und Kemer laufen Ausflugsboote zu Buchten und Grotten, oft als Ganztagestour mit Badestopps und Mittagessen an Bord. Vor Alanya führen die Fahrten zu den Grotten unter dem Burgberg – der Kleopatra-Grotte, der Phosphorhöhle und der Verliebten-Grotte. Achte auf die Bootsgröße: Die großen Partyboote mit Schaumpartys sind laut und voll, kleinere Boote fahren ruhigere Buchten an. Handtuch, Sonnenschutz und etwas Bargeld für Getränke gehören ins Gepäck.

Der Green Canyon (Oymapınar-Stausee) hinter Manavgat ist das ruhigere Gegenstück: ein türkisgrüner Stausee zwischen bewaldeten Taurus-Hängen, auf dem Ausflugsboote gemächlich zwischen den Schluchtwänden gleiten und an stillen Stellen zum Baden anhalten. Oft wird die Tour mit dem Manavgat-Wasserfall und einem Fischessen am Fluss kombiniert. Wer es aktiver mag, bucht statt der Bootsfahrt eine Rafting-Tour im Köprülü-Canyon-Nationalpark, wo der Fluss durch eine enge Schlucht mit einer erhaltenen römischen Brücke fließt.

Landeinwärts lohnt der Sprung ins Taurusgebirge. Die Dim-Höhle östlich von Alanya ist eine gut erschlossene Tropfsteinhöhle mit Beleuchtung und Stegen, angenehm kühl an heißen Tagen; das Flusstal des Dimçay davor hat Restaurants mit Sitzplattformen direkt über dem kalten Bergwasser. Von Antalya aus erreichst du die Düden-Wasserfälle – der untere Fall stürzt spektakulär direkt von einer Klippe ins Meer, der obere liegt in einem Park mit einer Grotte hinter dem Wasservorhang.

Für einen ganzen Tag lohnt der Ausflug nach Pamukkale, den weißen Kalksinterterrassen mit der Antikstadt Hierapolis darüber – allerdings sind es je nach Standort drei bis vier Stunden Fahrt pro Richtung, das ist ein langer Tag. Näher und unterschätzt ist die Bergstadt Termessos oberhalb von Antalya: Ihre Ruinen liegen auf einem Taurus-Sattel über der Baumgrenze, den Weg hinauf gehst du zu Fuß, und der Ausblick über das Gebirge belohnt den Aufstieg. Für alle Touren gilt: Buche über seriöse Anbieter und prüfe, ob Eintritte und Mittagessen im Preis enthalten sind.

Anreise & Mobilität

Anreise und Fortbewegung an der Türkischen Riviera

Fast jede Reise beginnt am selben Punkt – der Flughafen Antalya bündelt praktisch den gesamten Verkehr an die Küste, und von dort verzweigt sich alles nach Ost und West.

Der Flughafen Antalya (AYT) ist das Tor zur Riviera und einer der meistfrequentierten Ferienflughäfen am Mittelmeer. Aus zahlreichen deutschen Städten gibt es Direktflüge, die reine Flugzeit liegt bei rund drei bis dreieinhalb Stunden. Die meisten Pauschalreisen enthalten den Transfer zum Hotel; Kemer erreichst du in etwa 45 Minuten, Belek und Side in gut einer Stunde, Alanya im Osten in rund zwei Stunden. Ein kleiner Flughafen bei Gazipaşa nahe Alanya wird ebenfalls angeflogen und verkürzt die Fahrt für den Osten deutlich.

Vor Ort ist das Sammeltaxi Dolmuş das Rückgrat des Nahverkehrs: Minibusse fahren feste Routen entlang der Küste und zwischen Ort und Stränden, du steigst unterwegs ein und aus und zahlst bar an den Fahrer. Sie sind günstig und dicht getaktet, aber ohne feste Fahrpläne und ohne viel Englisch – ein Zettel mit dem Zielort hilft. In Antalya ergänzt eine moderne Straßenbahn (Antray/Nostalji-Tram) den Verkehr, und zwischen den größeren Orten verkehren reguläre Überlandbusse der türkischen Busgesellschaften.

Ein Mietwagen lohnt sich, sobald du die Antikstätten und das Hinterland auf eigene Faust erkunden willst: Aspendos, Perge, die Wasserfälle und die Bergdörfer liegen abseits der Badeorte und sind mit dem Dolmuş umständlich. Die Küstenstraße D400 ist gut ausgebaut, in den Orten wird allerdings zügig und wenig zurückhaltend gefahren; ein internationaler Führerschein wird empfohlen, und die Maut für einzelne Strecken läuft über ein elektronisches System (HGS), das die Mietwagenfirma meist abrechnet.

Rechne die Distanzen realistisch: Die Riviera zieht sich über gut 150 Kilometer, und wer in Kemer wohnt, aber Alanya sehen will, sitzt einfach lange im Auto. Für eine echte Rundreise entlang der ganzen Küste ist deshalb mindestens ein Zwischenquartier sinnvoll, statt jeden Tag hin- und herzufahren. Wer nur baden und ein, zwei Ausflüge machen will, kommt komplett ohne eigenes Auto aus und bucht die wenigen Touren organisiert ab dem Hotel.

Mietwagen

Die schönsten Orte liegen abseits von Bahn und Bus — mit dem Mietwagen bist du flexibel.

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Mit Kindern

Türkische Riviera mit Kindern

Wenige Mittelmeerküsten sind so konsequent auf Familien zugeschnitten – flache Strände, Rutschenparks im Hotel und kurze Wege machen die Riviera zum unkomplizierten Kinderurlaub.

Die Basis für den Familienurlaub ist meist das große Resort mit All-inclusive: Poollandschaften mit flachem Kinderbecken, Wasserrutschen, Miniclub und ein Buffet, an dem auch wählerische Kinder etwas finden. Vor allem Belek, Side und Lara sind auf dieses Modell ausgerichtet, viele Häuser tragen eigene Aquaparks im Gelände. Der Vorteil liegt auf der Hand: kurze Wege, keine Essenssuche, Betreuung inklusive – und die Eltern bekommen zwischendurch auch einmal eine ruhige Stunde am Pool.

Am Strand punktet die Küste mit flach abfallendem, meist feinem Sand rund um Side und in Lara, wo Kleinkinder gefahrlos planschen. An den Kieselstränden im Westen sind Badeschuhe sinnvoll, dafür ist das Wasser dort besonders klar zum Schnorcheln mit größeren Kindern. Achte in der Mittagszeit konsequent auf Sonnenschutz und Schatten – im Hochsommer stehen an der Küste über 34 Grad, und die Sonne ist stärker, als sie sich am Wasser anfühlt.

Für Abwechslung sorgen Ausflüge, die auch Kindern gefallen: die großen Wasserparks bei Antalya und in den Ferienorten, eine gemächliche Bootstour mit Badestopps, der Manavgat-Wasserfall mit den Teegärten am Fluss und die kühle Dim-Tropfsteinhöhle als Kontrastprogramm an heißen Tagen. Antalya hat außerdem einen großen Zoo und einen der größten Aquarienkomplexe der Region mit einem langen Unterwassertunnel – gute Ziele für einen Tag, an dem der Strand einmal Pause macht.

Bei den Antikstätten hilft eine kleine Portion Dramaturgie: Kinder klettern gern über die Ränge des Theaters von Aspendos oder laufen die Kolonnadenstraße von Perge ab, wenn man daraus eine kleine Entdeckungsrunde macht. Halte die Besuche kurz, geh früh, wenn es noch kühl ist, und nimm genügend Wasser mit – Schatten ist auf den offenen Ausgrabungen rar. Kombiniert mit einem anschließenden Bad im Hotelpool ist die Mischung aus Kultur und Strand auch für Familien gut zu stemmen.

Beste Reisezeit & Wetter

Beste Reisezeit für die Türkische Riviera – Wetter und Meer

Zwischen April und Ende Oktober liegt an der Türkischen Riviera ein langes Badefenster – nur der Hochsommer verlangt einen Umgang mit der Hitze.

Das Klima der Türkischen Riviera ist mediterran mit sehr heißen, trockenen Sommern und milden, feuchten Wintern. Von Juni bis September fällt so gut wie kein Regen, dafür klettert das Thermometer im Hochsommer regelmäßig über 34 Grad. Das Meer erwärmt sich langsam, hält die Wärme aber lange: Ab Mai ist Baden angenehm, und bis in den Oktober bleibt das Wasser um 24 Grad. Der Winter ist mild und grün, aber zum Baden zu kühl – dann lohnt die Küste eher für Kultur und Wandern. Die Werte unten gelten für die Region Antalya.

Jan15°6°mild, regnerisch
Feb15°6°kühl, grün
Mär18°8°Frühling, wenig Andrang
Apr21°11°erste Badetage
Mai26°16°warm, ideal
Jun31°20°Sommer, Meer 25°
Jul34°23°Hochsaison, sehr heiß
Aug34°23°heißester Monat
Sep31°20°warmes Meer, ideal
Okt26°15°goldener Herbst
Nov20°11°Badeende, milder
Dez16°8°ruhig, regnerisch

Beste Reisezeit · Balken = Tageshöchstwert

Die beste Reisezeit für die Türkische Riviera sind Mai, Juni sowie September und Oktober: Das Meer ist mit 23 bis 27 Grad warm, die Temperaturen bleiben unter 32 Grad, und die antiken Stätten lassen sich ohne die Augusthitze erkunden. Juli und August sind für reinen Poolurlaub verlässlich, aber heiß und teuer; für Kultur und Ausflüge sind die Schulterwochen die klar bessere Wahl.

Gut zu wissen

Häufige Fragen zu Türkische Riviera

Wo genau liegt die Türkische Riviera?
Die Türkische Riviera ist der Mittelmeerküstenstreifen im Süden der Türkei rund um Antalya. Sie reicht von Kemer im Westen über Antalya, Belek und Side bis nach Alanya im Osten, mit dem Taurusgebirge als Rückwand.
Wann ist die beste Reisezeit für die Türkische Riviera?
Mai, Juni, September und Oktober bieten die beste Mischung aus warmem Meer und erträglichen Temperaturen. Juli und August sind mit über 34 Grad sehr heiß; der Winter ist mild, aber zum Baden zu kühl und eher für Kultur geeignet.
Welcher Flughafen ist am nächsten?
Der Hauptflughafen ist Antalya (AYT) mit vielen Direktflügen aus Deutschland und rund drei Stunden Flugzeit. Für den Osten um Alanya wird zusätzlich der kleinere Flughafen Gazipaşa angeflogen, der die Transferzeit dorthin deutlich verkürzt.
Braucht man an der Türkischen Riviera ein Auto?
Für reinen Badeurlaub nicht – Transfer, Dolmuş-Minibusse und organisierte Touren reichen. Wer aber Aspendos, Perge, die Wasserfälle und das Taurus-Hinterland selbstständig erkunden will, ist mit einem Mietwagen deutlich flexibler unterwegs.
Wie warm ist das Meer an der Türkischen Riviera?
Das Mittelmeer erwärmt sich von etwa 18 Grad im April auf 27 bis 28 Grad im August und bleibt bis in den Oktober bei rund 24 bis 25 Grad. Damit ist die Badesaison länger als an vielen anderen Mittelmeerküsten.
Welcher Ort passt zu welchem Urlaub?
Kemer verbindet Baden mit Bergen und klarem Kieselwasser, Belek steht für Golf und Fünf-Sterne-Resorts, Side für Antike direkt am Strand, Antalya für Stadt und Kultur und Alanya für lebhaftes Nachtleben und langen Sandstrand.
Lohnt sich All-inclusive an der Türkischen Riviera?
Für Familien und Poolurlauber ja: Die Küste ist stark auf All-inclusive ausgerichtet, mit kalkulierbaren Preisen und viel Ausstattung im Haus. Wer das Land und die Küche kennenlernen will, sollte trotzdem regelmäßig außerhalb der Anlage essen gehen.
Welche antiken Stätten sollte man sehen?
Das Römische Theater von Aspendos ist der Höhepunkt, dazu die weitläufige Ruinenstadt Perge und die Antikstadt Side mit Apollon-Tempel und Theater. Alle drei liegen im Halbkreis um Antalya und lassen sich mit einem Mietwagen an einem Tag verbinden.
Ist die Türkische Riviera für Familien geeignet?
Sehr gut: flach abfallende Sandstrände um Side und Lara, Resorts mit Rutschenparks und Kinderbetreuung, dazu Wasserparks, Bootstouren und der Antalya-Zoo. Die kurzen Wege und All-inclusive-Verpflegung machen den Familienurlaub unkompliziert.
Wie viel kostet ein Urlaub an der Türkischen Riviera?
Die Region gilt als vergleichsweise günstig: Pauschalreisen mit All-inclusive sind oft preiswerter als an westlichen Mittelmeerküsten, und vor Ort ist Essen außerhalb der Resorts erschwinglich. Alkohol ist durch hohe Steuern allerdings spürbar teurer.
Braucht man für die Türkei ein Visum?
Deutsche Staatsbürger benötigen für touristische Aufenthalte bis 90 Tage kein Visum. Es genügt ein Reisepass oder Personalausweis, der noch mindestens sechs Monate über die Reise hinaus gültig ist. Prüfe die aktuellen Einreiseregeln kurz vor Abflug.
Welche Ausflüge lohnen sich besonders?
Beliebt sind Bootstouren zu den Grotten von Alanya, der Green Canyon mit Manavgat-Wasserfall, Rafting im Köprülü-Canyon und die Düden-Wasserfälle bei Antalya. Für einen ganzen Tag lohnt der weite Ausflug zu den Kalkterrassen von Pamukkale.
Türkische RivieraZwischen dem Taurusgebirge und dem türkisblauen Mittelmeer reiht die Türkische Riviera antike Theater, Sandbuchten und Resortorte auf einer einzigen Küste aneinander.
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