Side Sehenswürdigkeiten zwischen Apollon-Tempel und antikem Theater
Du betrittst die Altstadt durch dasselbe Tor wie die Römer vor knapp zweitausend Jahren – nur dass links und rechts heute Basargassen abgehen.
Fang am Vespasian-Tor an, dem monumentalen Stadttor aus dem 1. Jahrhundert, das noch heute den Eingang zur Halbinsel markiert. Dahinter läuft die einstige Säulenstraße schnurgerade durch die Altstadt: Zu beiden Seiten lagen Bäder, Läden und die Agora, der antike Marktplatz, auf dem einst auch Sklaven verkauft wurden. Vieles davon liegt frei zugänglich zwischen den heutigen Häusern – du spazierst nicht um eine abgesperrte Ausgrabung herum, sondern mittendurch. Nimm dir für den ersten Rundgang zwei Stunden und plane ihn möglichst in die kühleren Morgen- oder Abendstunden, denn Schatten ist in den Ruinen Mangelware.
Das Wahrzeichen steht an der Spitze der Landzunge: der Apollon-Tempel aus dem 2. Jahrhundert, von dem fünf korinthische Säulen wieder aufgerichtet wurden. Sie stehen so nah am Wasser, dass die Gischt bei Wind heranspritzt, und im Abendlicht sind sie das meistfotografierte Motiv der ganzen Küste. Der Zutritt ist frei, aber genau deshalb ist es zur goldenen Stunde eng – wer die Säulen ohne Menschentraube will, kommt am frühen Vormittag. Direkt daneben liegen die Reste des Athena-Tempels und eine byzantinische Basilika, die kaum jemand beachtet.
Das antike Theater ist der zweite Pflichtpunkt und der beeindruckendste Bau der Stadt: Anders als griechische Theater, die sich an einen Hang schmiegen, steht das Theater von Side frei auf gemauerten Gewölben und fasste als größtes Theater Pamphyliens rund 15.000 bis 17.000 Zuschauer. Für den Aufstieg auf die oberen Ränge wird Eintritt fällig, und er lohnt sich für den Blick über die Ruinen bis aufs Meer. Nebenan informiert das kleine Archäologische Museum in einem umgebauten römischen Bad über die Funde der Stadt – eine gute halbe Stunde, um Sarkophage und Statuen aus der Nähe zu sehen.
Plane die antike Stadt nicht als abgehakten Programmpunkt, sondern als Kulisse für mehrere Tage: Morgens gehören die Ruinen dir fast allein, mittags brennt die Sonne auf den weißen Stein, und abends verschmelzen Tempel, Theater und Basargassen zu einem einzigen Freiluftmuseum mit Restaurantbetrieb. Festes Schuhwerk hilft – das antike Pflaster ist uneben – und eine Wasserflasche gehört im Sommer zwingend dazu. Wer die Geschichte dahinter versteht, sieht in jeder umgestürzten Säule mehr als nur ein Fotomotiv.






