Region · Türkei

Side

Antike Säulen über dem Wasser, ein Basar in den Gassen dahinter und kilometerlanger Sand links und rechts der Landzunge – Side packt Ruinen und Strandurlaub auf eine Halbinsel.

Die Region

Was Side ausmacht

Side liegt auf einer flachen Landzunge an der türkischen Riviera, rund 65 Kilometer östlich von Antalya, und verbindet wie kaum ein zweiter Ort am Mittelmeer antike Ruinen mit Badeurlaub. Wo heute der Apollon-Tempel mit seinen weißen Säulen direkt über dem Meer steht, legten schon im 7. Jahrhundert vor Christus griechische Siedler an; das römische Theater fasste als größtes in Pamphylien einst rund 15.000 bis 17.000 Zuschauer, und durch die Altstadt zieht sich bis heute die antike Säulenstraße. Ringsum reihen sich Sandstrände von Kumköy im Westen bis nach Sorgun und Titreyengöl im Osten, gesäumt von großen Hotelanlagen, die überwiegend All-Inclusive arbeiten. Nur wenige Kilometer landeinwärts stürzt der Manavgat-Wasserfall breit über eine Felsstufe, und hinter der Küste beginnt das Taurusgebirge mit dem Grünen Canyon und den Stromschnellen des Köprülü-Nationalparks. Wer will, kombiniert also Liegestuhl und Antike an einem einzigen Tag.

Reiseführer

Side von A bis Z

Aktualisiert Juli 2026

Kurz vor Sonnenuntergang schiebt sich die halbe Landzunge zum Apollon-Tempel. Reiseführer wedeln, Kellner tragen Tabletts zwischen antiken Säulen hindurch, und wenn die Sonne hinter dem Meer verschwindet, glüht der weiße Marmor für ein paar Minuten orange. Zehn Gehminuten weiter zischt schon wieder das erste Bier am Strand aufs Handtuch. Side ist genau dieser Kurzschluss aus 2.700 Jahren Geschichte und ganz normalem Badeurlaub – beides teilt sich denselben Fleck Sand.

Sehenswürdigkeiten

Side Sehenswürdigkeiten zwischen Apollon-Tempel und antikem Theater

Du betrittst die Altstadt durch dasselbe Tor wie die Römer vor knapp zweitausend Jahren – nur dass links und rechts heute Basargassen abgehen.

Fang am Vespasian-Tor an, dem monumentalen Stadttor aus dem 1. Jahrhundert, das noch heute den Eingang zur Halbinsel markiert. Dahinter läuft die einstige Säulenstraße schnurgerade durch die Altstadt: Zu beiden Seiten lagen Bäder, Läden und die Agora, der antike Marktplatz, auf dem einst auch Sklaven verkauft wurden. Vieles davon liegt frei zugänglich zwischen den heutigen Häusern – du spazierst nicht um eine abgesperrte Ausgrabung herum, sondern mittendurch. Nimm dir für den ersten Rundgang zwei Stunden und plane ihn möglichst in die kühleren Morgen- oder Abendstunden, denn Schatten ist in den Ruinen Mangelware.

Das Wahrzeichen steht an der Spitze der Landzunge: der Apollon-Tempel aus dem 2. Jahrhundert, von dem fünf korinthische Säulen wieder aufgerichtet wurden. Sie stehen so nah am Wasser, dass die Gischt bei Wind heranspritzt, und im Abendlicht sind sie das meistfotografierte Motiv der ganzen Küste. Der Zutritt ist frei, aber genau deshalb ist es zur goldenen Stunde eng – wer die Säulen ohne Menschentraube will, kommt am frühen Vormittag. Direkt daneben liegen die Reste des Athena-Tempels und eine byzantinische Basilika, die kaum jemand beachtet.

Das antike Theater ist der zweite Pflichtpunkt und der beeindruckendste Bau der Stadt: Anders als griechische Theater, die sich an einen Hang schmiegen, steht das Theater von Side frei auf gemauerten Gewölben und fasste als größtes Theater Pamphyliens rund 15.000 bis 17.000 Zuschauer. Für den Aufstieg auf die oberen Ränge wird Eintritt fällig, und er lohnt sich für den Blick über die Ruinen bis aufs Meer. Nebenan informiert das kleine Archäologische Museum in einem umgebauten römischen Bad über die Funde der Stadt – eine gute halbe Stunde, um Sarkophage und Statuen aus der Nähe zu sehen.

Plane die antike Stadt nicht als abgehakten Programmpunkt, sondern als Kulisse für mehrere Tage: Morgens gehören die Ruinen dir fast allein, mittags brennt die Sonne auf den weißen Stein, und abends verschmelzen Tempel, Theater und Basargassen zu einem einzigen Freiluftmuseum mit Restaurantbetrieb. Festes Schuhwerk hilft – das antike Pflaster ist uneben – und eine Wasserflasche gehört im Sommer zwingend dazu. Wer die Geschichte dahinter versteht, sieht in jeder umgestürzten Säule mehr als nur ein Fotomotiv.

Manavgat & Fluss

Der Manavgat-Wasserfall und Bootstouren auf dem Fluss

Nicht die Höhe macht den Manavgat-Wasserfall aus, sondern die Breite – auf ganzer Flussbreite kippt das Wasser über eine Stufe und tost lauter, als das flache Bild vermuten lässt.

Der Manavgat-Wasserfall liegt rund 8 Kilometer nördlich von Side, kurz oberhalb der gleichnamigen Bezirksstadt Manavgat. Er ist nur wenige Meter hoch, dafür stürzt der Fluss auf voller Breite über eine natürliche Felsstufe – ein breiter, türkiser Vorhang, der besonders im Frühsommer viel Wasser führt. Rund um den Fall liegt ein umzäuntes Gelände mit Teegärten, Souvenirständen und Aussichtsplattformen; der Eintritt ist gering. Komm früh, denn ab dem späten Vormittag laden hier die organisierten Bustouren ihre Gruppen ab, und dann wird es auf den schmalen Stegen eng.

Der eigentliche Reiz ist der Fluss selbst. Vom Wasserfall und vom Zentrum Manavgats starten ganztägige Bootstouren, die flussabwärts bis zur Mündung ins Mittelmeer fahren, wo Süß- und Salzwasser aufeinandertreffen und man baden kann. Solche Touren sind gemächlich und familientauglich, oft mit Mittagessen an Bord und mehreren Badestopps. Handle den Preis am Anleger aus oder buche vorab; die Qualität schwankt, ein Blick auf Boot und Bewertungen lohnt sich. Wer es ruhiger mag, mietet stattdessen ein kleines Boot mit Fahrer für ein, zwei Stunden.

Deutlich spektakulärer wird es flussaufwärts im Taurusgebirge: Der Grüne Canyon, ein Stausee hinter dem Oymapınar-Staudamm, liegt etwa 12 Kilometer nordöstlich von Manavgat. Ausflugsboote gleiten hier zwei bis drei Stunden lang über tiefgrünes Wasser zwischen steilen, bewaldeten Berghängen, mit Badestopps in stillen Buchten. Weil die Zufahrt zum Damm reguliert ist, buchst du das meist als geführten Ausflug ab Side. Die Fahrt durch die Schlucht ist landschaftlich der Kontrast zum flachen Küstenstreifen – kühler, grüner und ohne Strandtrubel.

Willst du den ganzen Norden auf einmal, kombinierst du Wasserfall, eine Flussbootstour und den Basar von Manavgat zu einem Tagesausflug – die drei liegen nah beieinander. Der Donnerstagsmarkt in Manavgat ist einer der größten der Region und deutlich alltäglicher als die Souvenirgassen von Side: Hier kaufen auch Einheimische Obst, Gewürze und Textilien. Rechne für die Runde einen halben bis ganzen Tag, nimm Badesachen mit und verhandle bei allem, was kein festes Preisschild trägt – das gehört zum Spiel und wird erwartet.

Strände

Die Strände von Side vom Weststrand bis Sorgun

Links der antiken Stadt beginnt der Sand direkt hinter den Säulen, rechts zieht er sich kilometerweit an den Hotels entlang – Side hat für jede Vorstellung von Strand den passenden Abschnitt.

Der Weststrand schließt unmittelbar an die Altstadt an und ist der lebhafteste Abschnitt: feiner Sand, flach abfallendes Wasser, Strandbars und Liegen zum Mieten, dazu der Blick zurück auf den Apollon-Tempel. Weil er zentral liegt, ist er auch der vollste – wer morgens kommt, hat die bessere Liegenwahl. Nach Westen geht der Weststrand nahtlos in die lange Bucht von Kumköy über, wo sich Hotelanlage an Hotelanlage reiht und der Strand entsprechend breit und gut ausgestattet ist. Ideal, wenn du Infrastruktur und kurze Wege zur Altstadt schätzt.

Östlich der Landzunge liegt der ruhigere Oststrand und dahinter die Abschnitte von Sorgun und Titreyengöl. Sorgun grenzt an einen schattigen Pinienwald, der bis fast an den Sand reicht – seltener Luxus an dieser Küste, wo Schatten sonst rar ist. Titreyengöl gruppiert sich um eine kleine Lagune und ist fast vollständig von großen, oft gehobenen Ferienanlagen geprägt; hier wohnst du ruhiger und weiter weg vom Trubel der Altstadt, brauchst dafür aber für jeden Bummel durch Side ein Taxi oder den Dolmuş. Der Sand ist auf beiden Seiten fein und hell.

Der Strandtyp ist über weite Strecken gleich: goldgelber, feiner Sand, gelegentlich mit ein paar Kieseln im Wasser, flacher Einstieg und meist ruhige See. Das macht Side gerade für Familien mit kleinen Kindern angenehm, weil das Wasser lange flach bleibt. Badeschuhe sind an manchen Abschnitten trotzdem sinnvoll. Viele Strandabschnitte gehören zu Hotels und sind für deren Gäste mit Liege und Schirm bestückt; öffentliche Zugänge gibt es aber überall, und an den Beach Clubs zahlst du für Liege und Schirm einen Tagespreis, oft verrechenbar mit Verzehr.

Für die Wassertemperatur gilt die einfache Faustregel der türkischen Riviera: Ab Juni ist das Mittelmeer angenehm warm, im Juli und August klettert es auf über 27 Grad, und selbst im Oktober kannst du meist noch baden. Im Frühjahr ist das Meer dagegen noch frisch, auch wenn die Luft schon einlädt. Wind und Wellen halten sich an dieser Küste meist in Grenzen, was Side vom oft böigeren Ägäis-Bereich um Bodrum unterscheidet – gut für ruhiges Schwimmen, weniger spektakulär für Wellenreiter.

Altstadt & Basar

Durch die Altstadt von Side und über den Basar

Zwischen den antiken Säulen beginnt am späten Nachmittag ein anderes Side. Ladenbesitzer rollen die Markisen aus, aus den Restaurants zieht Grillrauch, und die Gassen füllen sich mit Bummlern.

Die Altstadt von Side sitzt komplett innerhalb der antiken Stadtmauern auf der Landzunge und ist weitgehend autofrei – ein dichtes Netz aus Gassen zwischen Ruinen, Läden und Lokalen. Tagsüber ist es hier ruhiger, weil viele Gäste am Strand liegen; die Stadt erwacht am späten Nachmittag und bleibt bis spät in die Nacht lebendig. Der kleine Fischereihafen an der Westseite ist der stimmungsvollste Punkt für ein Abendessen, wenn die Boote schaukeln und dahinter die Sonne untergeht. Verlauf dich ruhig – die Halbinsel ist klein genug, dass du immer wieder am Wasser oder am Tempel herauskommst.

Der Basar ist keine überdachte Markthalle wie in Istanbul, sondern zieht sich als Kette von Läden durch die Gassen: Lederwaren, Teppiche, Gewürze, Schmuck, gefälschte Markenartikel und Souvenirs aller Art. Feilschen gehört dazu und wird erwartet – der erste genannte Preis ist selten der letzte, und mit Freundlichkeit und Zeit kommst du weiter als mit Druck. Die klassischen Mitbringsel sind Gewürze, türkischer Tee und Honig, Seifen und Textilien wie das dünne Pestemal-Tuch. Wer keine Lust auf Verkaufsgespräche hat, sagt einmal freundlich Nein und geht weiter; aufdringlich, aber selten unhöflich.

Zwischen den Läden lohnen ein paar Rituale: ein Çay im kleinen Tulpenglas, frisch gepresster Granatapfelsaft vom Straßenstand, oder abends eine Wasserpfeife in einem der Gärten. Für einen echten Blick hinter die Souvenirfassade fährst du allerdings besser auf den Wochenmarkt nach Manavgat oder in eines der Dörfer im Hinterland, wo weniger für Touristen und mehr für den Alltag verkauft wird. In Side selbst ist der Handel klar auf Urlauber ausgerichtet – das ist kein Makel, sollte deine Erwartung an Authentizität aber grundieren.

Ein praktischer Hinweis zum Zahlen: In den Touristengassen werden vielerorts Euro akzeptiert, oft sogar ausgezeichnet, doch der Wechselkurs an der Kasse ist selten der beste. Wer türkische Lira dabei hat oder mit Karte zahlt, fährt meist günstiger, gerade bei größeren Käufen. Hebe Bargeld eher am Automaten ab als im Wechselstübchen, und behalte bei den schnell wechselnden Kursen der Lira im Kopf, dass Preise sich innerhalb einer Saison spürbar ändern können. Ein kurzer Preisvergleich zwischen zwei, drei Läden schützt vor dem größten Aufschlag.

Ausflüge

Ausflüge ab Side nach Aspendos und in den Taurus

Hinter dem Küstenstreifen liegt eine zweite Türkei – römische Theater auf der Ebene, Schluchten im Gebirge und eine Burgstadt am Kap – alles im Radius einer Autostunde.

Das lohnendste Kulturziel ist Aspendos, rund 35 Kilometer westlich: das besterhaltene römische Theater des gesamten Mittelmeerraums, aus dem 2. Jahrhundert. Sein Kennzeichen ist die vollständig erhaltene, mehrstöckige Bühnenwand, wie sie kaum ein anderes antikes Theater bewahrt hat. Die Akustik ist bis heute so präzise, dass ein Flüstern von der Bühne bis in die obersten Ränge trägt – deshalb findet hier jeden Sommer ein internationales Opern- und Ballettfestival statt. Oberhalb des Theaters liegen die Reste der antiken Stadt und ein römisches Aquädukt, das über die Ebene führt. Plane einen halben Tag ein und geh möglichst am Vormittag, bevor die Mittagshitze auf den steinernen Rängen unerträglich wird.

Ins Gebirge zieht der Köprülü-Canyon-Nationalpark, rund eine Stunde nordwestlich: Hier fließt der Köprüçay durch eine enge Schlucht, überspannt von einer römischen Bogenbrücke, und ist das Zentrum fürs Rafting an der türkischen Riviera. Die klassischen Touren auf ruhigen bis mittleren Stromschnellen sind familientauglich und werden mit Neoprenanzug und Guide angeboten – Schwimmen musst du nicht können, aber nass wirst du garantiert. Wer höher hinaufsteigt, erreicht die spektakulär gelegene antike Bergstadt Selge. Der Canyon ist an heißen Tagen ein kühler, grüner Gegenpol zum Strand.

Nach Osten lohnt die Fahrt nach Alanya, gut eine Autostunde entfernt: eine mittelalterliche Burg auf einem Felskap über dem Meer, der rote Turm am Hafen und der breite Kleopatra-Strand darunter. Die Burganlage aus seldschukischer Zeit gehört zu den eindrucksvollsten der Küste, und von oben reicht der Blick weit über die Bucht. Alternativ hältst du auf halbem Weg an der Burg von Alara oder an einer der Tropfsteinhöhlen der Region. Für all das ist ein Mietwagen die flexibelste Lösung; sonst gibt es die Ziele auch als gebuchte Tagestour ab Hotel.

Wer die Großstadt sehen will, fährt nach Antalya, rund eine Stunde westlich: die Altstadt Kaleiçi mit osmanischen Holzhäusern über dem alten Hafen, das Hadrianstor und die Düden-Wasserfälle, von denen einer direkt ins Meer stürzt. Für Kulturfans ist das Archäologische Museum von Antalya mit den Funden aus Perge und der ganzen Region ein Höhepunkt. Eine sinnvolle Route verbindet Aspendos, das nahe Perge und Antalya zu einer Antiken-Rundfahrt an einem langen Tag – dicht getaktet, aber gut machbar, wenn du früh startest und die Mittagshitze für die Fahrt statt fürs Herumlaufen nutzt.

Unterkünfte

All-Inclusive, Hotel oder Ferienwohnung in Side

Am frühen Abend, wenn die Poolbar auf Cocktail-Happy-Hour umstellt und am Buffet schon die ersten Teller wandern, zeigt sich, warum Side vor allem eines ist: Hochburg des All-Inclusive.

Der Standard an dieser Küste ist die große Ferienanlage mit All-Inclusive: Pool, eigener Strandabschnitt, mehrere Restaurants, Animation und Getränke rund um die Uhr im Paketpreis. Für Familien und alle, die kalkulierbar und ohne täglichen Kostenpunkt Urlaub machen wollen, ist das unschlagbar bequem – und Side ist voll davon, gerade in den Zonen Kumköy, Sorgun und Titreyengöl. Die Bandbreite reicht vom soliden Vier-Sterne-Klub bis zum großen Fünf-Sterne-Resort mit Wasserrutschen und Spa. Achte bei der Buchung weniger auf die Sternezahl als auf aktuelle Gästebewertungen zu Essen und Sauberkeit; die schwanken hier stark.

Wichtig ist die Lagefrage, denn sie entscheidet über deinen Urlaubstyp. Wohnst du in Kumköy oder am Weststrand, bist du zu Fuß oder mit kurzem Transfer in der Altstadt und mittendrin im Trubel. Titreyengöl und Sorgun liegen ruhiger und grüner, oft im Pinienwald, dafür brauchst du für jeden Ausflug nach Side ein Taxi oder den Dolmuş. Große Resorts liegen bewusst etwas abseits, weil sie eine eigene kleine Welt bilden – prüfe vor der Buchung die Entfernung zur Altstadt und ob dir ein Hotelshuttle wichtig ist, sonst summieren sich die Fahrtkosten.

Neben den Klötzen gibt es das andere Side: kleine Boutique-Hotels und Pensionen in der Altstadt selbst, mitten zwischen Ruinen und Gassen. Hier wohnst du fußläufig zu Tempel, Hafen und Restaurants, meist ohne eigenen Strand, dafür mit Charakter und kurzen Wegen. Das ist die Wahl für Kultur- und Städtereisende, die abends ohne Auto zum Essen gehen und die Stadt in den ruhigen Morgenstunden erleben wollen. Frühbucher haben hier die größere Auswahl, denn das Angebot an charmanten Altstadthäusern ist begrenzt und in der Hochsaison schnell vergriffen.

Ferienwohnungen und Apartments sind an dieser Küste seltener und weniger organisiert als etwa in Spanien, existieren aber – vor allem für Langzeiturlauber und alle, die selbst kochen wollen. Rechne dann fest mit einem Mietwagen, denn Supermärkte und Ausflugsziele liegen verstreut. Wer maximale Flexibilität und lokales Essen sucht, fährt damit gut; wer schlicht abschalten und versorgt sein will, ist im All-Inclusive besser aufgehoben. Die ehrliche Empfehlung hängt am Reisestil: Strand und Erholung sprechen fürs Resort, Antike und Eigenständigkeit für die Altstadt oder das Apartment.

Ferienhäuser & Villen mit Pool

Die beliebteste Wahl in der Region — privates Ferienhaus oder Villa mit Pool, oft mitten in den Weinbergen.

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Agriturismi & Weingüter

Urlaub auf dem Land: übernachten auf einem Weingut oder Bauernhof, mit Wein und Öl aus eigener Ernte.

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Essen & Trinken

Essen und Trinken in Side

Am Hafen liegt der frische Fang auf Eis, der Wirt lässt dich aussuchen und wiegt das Stück ab – am Wasser von Side isst man den Fisch, auf den man zeigt.

Die Restaurants am Fischereihafen und entlang der Altstadtgassen sind klar auf Urlauber ausgerichtet: internationale Karten, Fisch nach Gewicht, Meze-Vorspeisen und der obligatorische Grill. Das ist selten die günstigste, aber die stimmungsvollste Adresse, gerade zum Sonnenuntergang am Wasser. Lass dir den Fisch vor dem Bestellen zeigen und den Preis pro Kilo nennen, damit die Rechnung nicht überrascht – bei frischem Fisch entsteht der Preis über das Gewicht. Wer authentischer und günstiger essen will, geht ein paar Straßen weg vom Tempel oder gleich ins nahe Manavgat, wo mehr Einheimische am Tisch sitzen.

Die türkische Küche liefert weit mehr als das Kebab-Klischee. Fang mit Meze an – kalten und warmen Vorspeisen wie Auberginenpüree, Joghurt mit Kräutern, gefüllten Weinblättern und Bohnen –, die du dir zu mehreren teilst. Vom Grill kommen neben dem Döner die saftigeren Varianten: Adana- und Urfa-Kebap vom Spieß, Köfte-Frikadellen und Lammkoteletts. Am Meer lohnt frischer Fisch, oft schlicht gegrillt mit Zitrone und Rucola. Und probier das Frühstück: ein üppiger Kahvaltı-Teller mit Käse, Oliven, Tomaten, Honig und Eiern ist eine Mahlzeit für sich und in vielen Lokalen der schönste Start in den Tag.

Zum Trinken gehört der Çay, der schwarze Tee im tulpenförmigen Glas, der zu jeder Tageszeit und oft als Geste des Hauses serviert wird. Der türkische Mokka, stark und ungefiltert, kommt mit dem Satz im Boden der Tasse. Alkohol ist an der touristischen Küste überall verfügbar, aber vergleichsweise teuer, weil hoch besteuert – das lokale Efes-Bier und der Anisschnaps Rakı sind die Klassiker, Letzterer traditionell mit Wasser und Eis zu Fisch und Meze. Frisch gepresste Säfte, allen voran Granatapfel und Orange, bekommst du an vielen Ständen günstig und in Bar-Qualität.

Süß wird es zum Abschluss: Baklava in klebrigen Schichten aus Blätterteig, Nüssen und Sirup, das milchige Sütlaç als Milchreis aus dem Ofen, oder türkisches Eis, das der Verkäufer gern mit einer kleinen Show serviert. Wer Mitbringsel sucht, wird bei Baklava aus einer guten Konditorei, türkischem Honig, Gewürzen und Lokum, dem gezuckerten Gelee, fündig. Ein Wort zur Rechnung: In vielen Lokalen ist ein Trinkgeld von rund zehn Prozent üblich und wird geschätzt, ist aber nicht Pflicht; prüfe, ob eine Servicepauschale schon auf der Rechnung steht, damit du nicht doppelt zahlst.

Anreise & Mobilität

Anreise nach Side und unterwegs vor Ort

Für die meisten beginnt Side am Flughafen Antalya – Koffer aufs Band, Transferschild suchen, und eine reichliche Stunde später steht man mit Meerblick am Hotelpool.

Der Weg nach Side führt fast immer über den Flughafen Antalya (AYT), einen der größten Ferienflughäfen der Türkei mit dichten Direktverbindungen aus vielen deutschen Städten – im Sommer oft mehrmals täglich. Die Flugzeit ab Deutschland liegt bei rund dreieinhalb bis vier Stunden. Vom Flughafen sind es etwa 65 Kilometer nach Osten bis Side; je nach Verkehr rechnest du eine gute Stunde Fahrt. Die allermeisten reisen im Pauschalpaket mit inkludiertem Transfer, der einen direkt vor dem Hotel absetzt. Für die Türkei benötigen deutsche Staatsbürger derzeit für touristische Aufenthalte kein Visum, ein bis zum Reiseende gültiger Reisepass genügt – prüfe die aktuellen Einreisebestimmungen aber kurz vor Abflug.

Ohne gebuchten Transfer kommst du per Mietwagen, Flughafentaxi oder Shuttlebus an die Küste. Der Mietwagen lohnt sich, wenn du Ausflüge nach Aspendos, in den Taurus oder nach Alanya planst und flexibel sein willst; die Küstenstraße D400 ist gut ausgebaut. Wer nur am Strand liegen will, braucht kein Auto und spart sich Parkplatzsuche und Mietkosten. Beachte, dass in der Türkei streng gegen Alkohol am Steuer vorgegangen wird und die Fahrweise mancherorts zügiger ist, als du es gewohnt bist – defensiv fahren und tagsüber unterwegs sein macht die Sache entspannter.

Vor Ort ist das günstigste öffentliche Verkehrsmittel der Dolmuş, das türkische Sammeltaxi: Kleinbusse fahren feste Routen entlang der Küste, etwa zwischen Side, Manavgat, Kumköy und den Hotelzonen, und halten überall auf Handzeichen. Du zahlst bar beim Fahrer, es ist billig, und für kurze Strecken die praktischste Lösung, um ohne Auto herumzukommen. Manavgat ist der Verkehrsknoten der Gegend, von dort gehen auch Überlandbusse. Taxis sind reichlich vorhanden; einige nutzen kein Taximeter, deshalb vereinbare den Preis vor der Fahrt, um Diskussionen am Ziel zu vermeiden.

Innerhalb der Altstadt von Side selbst bist du zu Fuß am schnellsten, denn die Halbinsel ist weitgehend autofrei und klein. Für die Wege zwischen Hotelzone und Altstadt bieten viele Anlagen einen eigenen Shuttle an, sonst nimmst du Dolmuş oder Taxi. Fahrräder und E-Scooter gibt es an manchen Stellen zu mieten, sind aber auf der stark befahrenen Verbindungsstraße mit Vorsicht zu genießen. Wer autofrei bleibt und trotzdem Ausflüge machen will, bucht Tagestouren ab Hotel – das nimmt Organisation ab, bindet dich aber an feste Zeiten und Gruppen.

Mietwagen

Die schönsten Orte liegen abseits von Bahn und Bus — mit dem Mietwagen bist du flexibel.

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Mit Kindern

Side mit Kindern

Vormittags die antiken Säulen, nachmittags die Wasserrutsche und abends Eis am Hafen – Side lässt sich mit Kindern so takten, dass alle auf ihre Kosten kommen.

Side ist ein dankbares Ziel für den Familienurlaub, und das liegt zuerst an den Stränden: Der Sand ist fein, das Wasser fällt flach ab und man kann weit hinauslaufen und noch stehen, und die See ist meist ruhig – ideal für kleinere Kinder. Viele Hotels sind komplett auf Familien ausgelegt, mit Kinderbecken, Miniclub, Wasserrutschen und Animation. Wer All-Inclusive bucht, muss unterwegs nichts organisieren; Essen, Getränke und Beschäftigung sind an einem Ort. Achte bei der Hotelwahl gezielt auf einen bewachten Strandabschnitt und einen guten Poolbereich, das erspart im Alltag viel Lauferei.

Für Abwechslung sorgen die Aquaparks der Region und die Bootstouren: Eine gemächliche Fahrt auf dem Manavgat-Fluss mit Badestopps kommt bei Kindern gut an, ebenso ein Ausflug zum Wasserfall, wo es Eis, Teegärten und viel zu gucken gibt. Auch die Ruinen funktionieren mit Kindern besser als gedacht, wenn du sie als Abenteuer verkaufst – über antike Steine klettern, Säulen zählen, im Theater die Akustik ausprobieren. Halte solche Rundgänge kurz und leg sie in die kühleren Morgen- oder Abendstunden, denn Schatten ist in den Ruinen knapp und die Mittagssonne für kleine Köpfe schnell zu viel.

Die größte Herausforderung ist die Hitze: Im Juli und August klettert das Thermometer auf über 34 Grad, und die pralle Mittagssonne ist für Kinder anstrengend. Plane den Tag deshalb um die Sonne herum – Strand und Ausflüge morgens und am späten Nachmittag, Mittagspause im Schatten oder am Pool. Sonnenschutz mit hohem Faktor, Kopfbedeckung, Badeschuhe und viel Trinken gehören zur Grundausstattung. Wer die ganz große Hitze meiden will, reist mit Kindern besser im Juni oder September, wenn das Meer schon oder noch warm ist, die Luft aber erträglicher bleibt.

Praktisch ist die kurze Distanz zwischen allem: Strand, Hotel, Altstadt und Wasserfall liegen dicht beieinander, lange Autofahrten mit quengelnden Kindern entfallen weitgehend. Windeln, Babynahrung und die meisten Alltagsdinge bekommst du in den Supermärkten von Manavgat und in den Läden der Hotelzonen problemlos. Für Ausflüge ins Gebirge – Grüner Canyon, Rafting im Köprülü-Canyon – gilt eine Altersgrenze und ein Blick auf die Anforderungen; die sanften Familien-Raftingtouren sind aber schon für Grundschulkinder machbar. Insgesamt gehört Side zu den unkompliziertesten Familienzielen am Mittelmeer.

Beste Reisezeit & Wetter

Beste Reisezeit für Side mit Wetter und Wassertemperatur

Von Mai bis Oktober liegt in Side ein halbes Jahr Badewetter, doch der Hochsommer verlangt einen Plan – bei 34 Grad besichtigt man Ruinen nicht mittags.

Side hat mediterranes Klima mit sehr heißen, trockenen Sommern und milden, feuchten Wintern. Die Badesaison ist lang: Ab Juni ist das Meer warm, im Juli und August wird es an Land mit über 34 Grad und hoher Sonnenintensität allerdings anstrengend, besonders für Ruinenbesuche und Familien. Die angenehmsten Wochen sind der späte Frühling und der Frühherbst, wenn Luft und Wasser warm sind, ohne dass die Mittagshitze den Tag diktiert. Im Winter bleibt es mild, aber zum Baden zu frisch – dann ist Side vor allem für Kultur und Ruhe interessant. Die Werte unten sind grobe Durchschnittswerte für die Küste.

Jan15°6°mild, ruhig, kein Baden
Feb16°6°kühl, wenig los
Mär18°8°Frühling, Meer frisch
Apr21°11°angenehm, erste Gäste
Mai26°15°warm, ideal für Antike
Jun31°20°Badewetter, lange Tage
Jul34°23°Hochsaison, sehr heiß
Aug34°23°heiß, voll, warmes Meer
Sep31°20°warm, entspannter
Okt26°15°Meer noch warm
Nov20°11°mild, feuchter
Dez16°8°still, Nebensaison

Beste Reisezeit · Balken = Tageshöchstwert

Die beste Reisezeit für Side sind Mai, Juni, September und Oktober: warm genug zum Baden, aber ohne die 34-Grad-Hitze des Hochsommers, die Ruinenbesuche und Ausflüge zur Qual macht. Wer Kinder oder Antike im Programm hat, meidet Juli und August besser oder legt alles in die Morgen- und Abendstunden. Reine Sonnenanbeter kommen auch im Hochsommer auf ihre Kosten – dann gehört der Tag dem Strand, der Pause im Schatten und dem lauen Abend am Hafen.

Gut zu wissen

Häufige Fragen zu Side

Wo liegt Side in der Türkei?
Side liegt an der türkischen Riviera am Mittelmeer, rund 65 Kilometer östlich von Antalya im gleichnamigen Bezirk Manavgat. Die Altstadt sitzt auf einer kleinen Landzunge, umgeben von langen Sandstränden.
Wie viele Tage sollte man für Side einplanen?
Für Strandurlaub mit ein paar Ausflügen passt eine Woche gut. Wer Antike intensiver erkunden und Aspendos, den Taurus und Alanya sehen will, ist mit zehn bis vierzehn Tagen entspannter unterwegs, ohne jeden Tag verplanen zu müssen.
Was kann man in Side unternehmen?
Neben Baden lohnen die antike Stadt mit Apollon-Tempel und Theater, der Manavgat-Wasserfall mit Bootstour, Ausflüge nach Aspendos und in den Grünen Canyon, Rafting im Köprülü-Nationalpark sowie ein Bummel durch Altstadt und Basar.
Wie weit ist es vom Flughafen Antalya nach Side?
Vom Flughafen Antalya sind es etwa 65 Kilometer nach Osten bis Side. Je nach Verkehr dauert die Fahrt mit Transfer, Mietwagen oder Taxi rund eine Stunde bis eineinhalb Stunden.
Ist Side gut für Familien mit Kindern?
Ja. Die Strände fallen flach ab, das Meer ist meist ruhig, viele Hotels bieten All-Inclusive mit Kinderbecken und Animation, und Ausflüge wie Wasserfall und Flussbootstour sind kindgerecht. Nur die Sommerhitze braucht Planung.
Kostet der Eintritt zum Apollon-Tempel etwas?
Der Apollon-Tempel an der Spitze der Landzunge ist frei zugänglich und lässt sich jederzeit besichtigen. Für das antike Theater und das Museum wird dagegen Eintritt fällig; die Preise ändern sich, prüfe sie am besten vor Ort.
Wann ist das Meer in Side warm genug zum Baden?
Ab Juni ist das Mittelmeer angenehm warm, im Juli und August steigt es auf über 27 Grad, und selbst im Oktober kann man meist noch baden. Im Frühjahr ist die Luft oft schon warm, das Wasser aber noch frisch.
Lohnt sich der Manavgat-Wasserfall?
Der Wasserfall ist nur wenige Meter hoch, aber breit und wasserreich, und liegt an einem Teegarten-Gelände rund 8 Kilometer nördlich von Side. Am meisten lohnt er in Kombination mit einer Bootstour auf dem Fluss oder dem Wochenmarkt in Manavgat.
Braucht man in Side einen Mietwagen?
Für reinen Strandurlaub mit Hoteltransfer nicht. Für flexible Ausflüge nach Aspendos, in den Taurus oder nach Alanya ist ein Mietwagen praktisch; sonst kommst du mit Dolmuş, Taxi und gebuchten Touren aber gut zurecht.
Ist Side eher für Strand oder für Kultur geeignet?
Für beides. Kaum ein Ort an der türkischen Riviera mischt antike Ruinen und Badeurlaub so eng: Tempel, Theater und Altstadt liegen direkt an den Stränden. Wer will, kombiniert Liegestuhl und Sightseeing an einem einzigen Tag.
Was kostet ein Urlaub in Side ungefähr?
Side gilt als vergleichsweise günstiges Mittelmeerziel, vor allem im All-Inclusive-Paket. Vor Ort sind Essen und Getränke außerhalb der Hotels und der Touristengassen oft preiswert; alkoholische Getränke sind wegen hoher Steuern teurer.
Welche Ausflüge kann man ab Side machen?
Beliebt sind das römische Theater Aspendos, der Grüne Canyon per Boot, Rafting im Köprülü-Canyon, die Burgstadt Alanya und die Großstadt Antalya mit Altstadt Kaleiçi und Düden-Wasserfällen – alle innerhalb von etwa einer Autostunde.
SideAntike Säulen über dem Wasser, ein Basar in den Gassen dahinter und kilometerlanger Sand links und rechts der Landzunge – Side packt Ruinen und Strandurlaub auf eine Halbinsel.
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