Miles & More ist das Vielfliegerprogramm der Lufthansa Group und gilt als Europas größtes Bonusprogramm für Reisende. Mitglieder sammeln Prämienmeilen und Statusmeilen beim Fliegen, bei Partnern am Boden und über eine eigene Kreditkarte – und lösen diese gegen Freiflüge, Upgrades oder Sachprämien ein. Mit rund 35 Millionen Mitgliedern ist es eine der zentralen Währungen im europäischen Vielflieger-Ökosystem.
Warum das für Reisende wichtig ist
Wer regelmäßig mit Lufthansa, SWISS, Austrian Airlines, Brussels Airlines oder Eurowings fliegt, kommt an Miles & More kaum vorbei. Das Programm ist tief in die Luftfahrtallianz Star Alliance eingebettet, sodass Meilen auch auf Flügen von über 40 weiteren Partnerairlines gesammelt werden können – von United Airlines bis ANA. Das macht Miles & More besonders für Vielreisende attraktiv, die nicht nur innereuropäisch unterwegs sind.
Neben Flügen lassen sich Meilen bei Mietwagenanbietern, Hotels, Kreditkartenausgaben und ausgewählten Einzelhandelspartnern sammeln. Der Statussystem-Aufstieg – von Frequent Traveller über Senator bis hin zu HON Circle – eröffnet zusätzliche Vorteile: priorisiertes Boarding, Lounge-Zugang und dedizierte Service-Hotlines. Für Geschäftsreisende, die ohnehin viel fliegen, sind diese Statusstufen ein konkreter Mehrwert – was die Frage beantwortet, für wen sich Miles & More heute noch lohnt: vor allem für diejenigen, die mindestens mehrmals im Jahr mit Lufthansa-Group-Airlines fliegen.
In der Praxis (konkrete Beispiele/Anwendung)
Ein Beispiel: Wer von Frankfurt nach New York in der Economy Class fliegt, sammelt je nach Tarif zwischen 500 und über 3.000 Prämienmeilen – abhängig von Buchungsklasse und Mitgliedsstatus. Für einen Intraeuropa-Freiflug in der Economy sind typischerweise rund 15.000 Prämienmeilen notwendig, für einen Langstreckenflug in der Business Class können je nach Zielzone 60.000 bis über 100.000 Meilen fällig werden.
Was sind 10.000 Meilen in Euro wert? Als grobe Daumenregel gilt im Miles-&-More-System ein Meilenwert von etwa 0,8 bis 1,5 Cent pro Meile – je nach Einlöseoption. 10.000 Meilen entsprechen damit einem rechnerischen Gegenwert von ungefähr 80 bis 150 Euro. Upgrades und Langstrecken-Prämienflüge erzielen dabei in der Regel einen besseren Gegenwert als Sachprämien oder Gutscheine.
Für eine Business-Class-Prämie auf einer Interkontinentalstrecke (z. B. Frankfurt–Tokio) sind im Programm erfahrungsgemäß 87.000 bis 130.000 Meilen einzuplanen, je nach Verfügbarkeit und Buchungszeitraum. Hier zahlt sich langjähriges Sammeln aus – oder die gezielte Kombination aus Linienflugtarifen mit hohen Buchungsklassen.
Bonusprogramme und Kreditkarten im Überblick vergleichen
Worauf du achten solltest
Miles & More bringt tatsächlich etwas – aber nur, wenn man die Regeln kennt. Prämienmeilen verfallen nach 36 Monaten ohne Aktivität auf dem Konto, weshalb regelmäßige kleine Sammelaktionen (z. B. Partnerkauf) sinnvoll sind. Statusmeilen hingegen verfallen zum Jahresende der jeweiligen Qualifikationsperiode und zählen nur für den Aufstieg, nicht für Prämien.
Ein häufiger Kritikpunkt: Die Verfügbarkeit von Prämienflügen – besonders in der Business Class – ist begrenzt und muss frühzeitig gesucht werden. Wer flexibel bei Reisedaten ist oder Multistopp-Reiserouten in Betracht zieht, hat oft bessere Chancen auf attraktive Einlösemöglichkeiten.
Tipps
- Prämienmeilen niemals für Sachprämien einlösen – der Meilenwert ist dort deutlich schlechter als bei Freiflügen
- Meilen über die Miles & More Kreditkarte auch ohne Flug sammeln und die Qualifikationsperiode gezielt verlängern
- Frühzeitig buchen: Prämienplätze in der Business Class werden oft 330 Tage im Voraus freigegeben
- Statusmeilen-Aktionen der Lufthansa Group im Blick behalten – Doppelmeilen-Aktionen sind keine Seltenheit
- Meilenkonten bei Inaktivität durch kleine Partner-Transaktionen aktiv halten, um den Verfall zu vermeiden
- Kombination mit PAYBACK-Punkten prüfen: Über Partneraktionen lassen sich beide Währungen gleichzeitig sammeln