Die wichtigsten Sehenswürdigkeiten in Olympia
Alles, wofür du herkommst, liegt in einem Umkreis von zehn Gehminuten – Heiligtum, Stadion und Museum trennen jeweils nur ein paar hundert Meter Fußweg.
Der Kern von allem ist die Archäologische Stätte von Olympia, ein Gelände von rund einem Kilometer Länge zwischen dem Kladeos im Westen und dem breiten Bett des Alfeiós im Süden. Herzstück ist die Altis, der ummauerte heilige Hain des Zeus, in dem die Griechen über ein Jahrtausend lang Tempel, Schatzhäuser, Altäre und Siegerstatuen nebeneinandersetzten. Du läufst dort nicht durch eine geplante Anlage, sondern durch ein historisch gewachsenes Durcheinander – Heratempel und Zeustempel, das runde Philippeion, die Terrasse der Schatzhäuser unter dem Kronion. Die Werkstatt des Phidias steht bereits außerhalb der Mauer, gleich westlich der Altis jenseits der Prozessionsstraße. Zwischen allem stehen Pinien und Olivenbäume, was Olympia zu einer der wenigen großen griechischen Ausgrabungen macht, in denen es überhaupt Schatten gibt.
Vom Ostrand der Altis führt ein gewölbter Tunnel aus hellenistischer Zeit ins Stadion, und dieser Durchgang ist der stärkste Moment des ganzen Besuchs: gut dreißig Meter Halbdunkel, dann öffnet sich vor dir eine flache Wiese zwischen Erdwällen, auf denen Zehntausende Zuschauer Platz fanden. Steinerne Ränge gab es nie, gesessen wurde im Gras. Die Laufbahn liegt noch dort, wo sie lag, begrenzt von zwei steinernen Startschwellen mit Rillen für die Zehen; von Schwelle zu Schwelle sind es 192,27 Meter – ein Stadion, das antike Längenmaß, aus dem der Name des Bauwerks stammt. Das Stadionrund selbst ist mit rund 212 Metern länger, gelaufen wurde nur die Strecke dazwischen. Auf dem Weg zum Tunnel passierst du die Sockelreihe der Zanes: Zeusstatuen, bezahlt aus den Geldstrafen überführter Betrüger, mit deren Namen darauf, als letzte Mahnung vor dem Wettkampf.
Wenige Gehminuten nördlich, auf der anderen Straßenseite, steht das Archäologische Museum von Olympia, und es gehört zu den bedeutendsten Antikenmuseen des Landes. Im zentralen Saal sind die Giebelfiguren des Zeustempels wieder in ihrer ursprünglichen Anordnung aufgestellt – östlich die angespannte Stille vor dem Wagenrennen zwischen Pelops und Oinomaos, westlich das Getümmel der Kentaurenschlacht mit Apollon in der Mitte, den Arm ausgestreckt. Dazu die Metopen mit den zwölf Taten des Herakles, der Hermes des Praxiteles in einem eigenen Raum und die Nike des Paionios, die einst auf einem rund neun Meter hohen Dreieckspfeiler vor dem Zeustempel stand.
Zwei kleinere Häuser ergänzen das Bild und werden von Tagesgruppen fast immer ausgelassen. Im alten Museumsbau von 1886, den der Bankier Andreas Syngros stiftete, erzählt das Museum der Geschichte der Olympischen Spiele der Antike, wie die Wettkämpfe abliefen, wer starten durfte und was die Sieger bekamen – einen Kranz aus wildem Olivenzweig, mehr nicht. Ganz in der Nähe dokumentiert ein weiteres kleines Museum die Geschichte der Ausgrabungen selbst. Und im Hain nördlich der Stätte steht die Gedenkstele für Pierre de Coubertin: Der Begründer der modernen Spiele starb 1937 in Genf, sein Herz wurde auf eigenen Wunsch hier beigesetzt. Ein Stück weiter arbeitet seit 1961 die Internationale Olympische Akademie.












