Region · Ägypten

Sharm El Sheikh

An der Südspitze des Sinai treffen Wüstenberge auf das Rote Meer – und direkt vor der Küste beginnt eines der farbigsten Korallenriffe der Welt.

Die Region

Was Sharm El Sheikh ausmacht

Sharm El Sheikh liegt dort, wo die kahlen Granitberge des Sinai steil ins Rote Meer abfallen und das Wasser schon wenige Meter vom Strand entfernt in eine Steilwand aus Korallen kippt. Für viele Deutsche ist der ägyptische Badeort das nächstgelegene Ganzjahresziel mit Riff vor der Haustür: rund viereinhalb Flugstunden, warmes Meer auch im Winter und All-inclusive-Resorts entlang der Buchten von Naama Bay über Sharks Bay bis Nabq. Das eigentliche Kapital des Ortes liegt aber unter Wasser. Der Nationalpark Ras Mohammed an der Sinai-Spitze, die vier Riffe in der Straße von Tiran und die Hausriffe fast jeder Hotelanlage machen Sharm zu einem der bekanntesten Tauch- und Schnorchelreviere überhaupt. An Land warten der Basar der Altstadt, Ausflüge zum Mosesberg mit dem Katharinenkloster und Wüstensafaris zu den Beduinen im Hinterland.

Reiseführer

Sharm El Sheikh von A bis Z

Aktualisiert Juli 2026

Der Wecker klingelt um kurz nach acht, das Boot legt um neun ab, und schon nach zwanzig Minuten steht der Motor still über einem Riffdach in der Straße von Tiran. Du lässt dich rückwärts ins Wasser fallen, und im selben Moment kippt der Meeresboden weg – was eben noch türkise Untiefe war, fällt als Steilwand hundert Meter ins Blau. Fischschwärme stehen im Strom, ein Napoleon-Lippfisch zieht vorbei, und die Wüstenberge des Sinai spiegeln sich auf der Oberfläche. Sharm El Sheikh beginnt nicht am Hotelbuffet, sondern an der Kante des Riffs.

Sehenswürdigkeiten

Die wichtigsten Sehenswürdigkeiten in Sharm El Sheikh

Sharm ist kein Ort für Museen und Kirchen – seine Sehenswürdigkeiten liegen im Wasser, am Basar und in der Wüste ringsum.

Fang mit dem Gegensatz zwischen Naama Bay und Nabq an, um den Ort zu verstehen: Naama Bay ist das touristische Zentrum mit seiner geschwungenen Strandpromenade, an der sich Cafés, Tauchbasen, Shisha-Lokale und Souvenirläden aneinanderreihen. Abends gehört die Promenade den Flanierenden, tagsüber legen von hier die Ausflugsboote ab. Wer es ruhiger mag, wohnt weiter draußen in Nabq oder Sharks Bay, wo die großen Resorts mehr Platz und eigene Hausriffe haben. Zwischen den Buchten pendelt man am einfachsten per Taxi, feste Preise handelst du besser vor der Fahrt aus.

Der Alte Markt (Old Market oder Sha'by) im Ortsteil Sharm El Maya ist das Gegenstück zur glatten Hotelwelt: enge Gassen mit Gewürzhändlern, Lampenläden, Wasserpfeifen und Ständen voller Kartuschen und Papyrus. Hier wird gehandelt, und ein Minztee gehört zum Ritual dazu, bevor überhaupt über Preise gesprochen wird. Am Abend füllen sich die kleinen Fischrestaurants am Rand des Basars – du zeigst auf den Fang in der Auslage, er wird gewogen und frisch gegrillt. Für ein Gefühl von ägyptischem Alltag jenseits der Resortzäune ist der Old Market die beste Adresse.

SOHO Square am Nordrand von Sharm ist eine künstlich angelegte Vergnügungsmeile mit Springbrunnen-Show, Eisbar, Restaurants und Geschäften – Geschmacksfrage, aber ein beliebtes Ziel für den Abend, gerade mit Kindern. Deutlich ursprünglicher ist der Leuchtturm von Ras Um Sid an der Südküste: Unter der Landzunge liegt eines der schönsten Hausriffe direkt vor der Küste, das schon vom Ufer aus erschnorchelt werden kann. Der Sonnenuntergang von der Klippe über dem Riff gehört zu den ruhigen Momenten, die im Trubel von Sharm leicht untergehen.

Die eigentlichen Höhepunkte aber liegen außerhalb des Ortes und bekommen weiter unten eigene Kapitel: der Nationalpark Ras Mohammed an der Sinai-Spitze, die vier Riffe der Straße von Tiran vor der vorgelagerten Insel und die Wüstenwelt des Hinterlands mit dem Mosesberg und dem Katharinenkloster. Plane Sharm deshalb nicht als reinen Strandort, sondern als Basislager: Zwei, drei Tage am Pool und Hausriff, dazwischen ein Bootstag am Riff, ein Wüstenabend bei den Beduinen und mindestens ein großer Ausflug ins Sinai-Gebirge.

Ras Mohammed

Ras Mohammed – der Nationalpark an der Spitze des Sinai

Ganz im Süden, wo der Golf von Aqaba auf den Golf von Suez trifft, fällt die Wüste als Klippe ins Meer und darunter beginnt Ägyptens ältester Meeresnationalpark.

Ras Mohammed – der Nationalpark an der Spitze des Sinai
Ras Mohammed

Ras Mohammed wurde 1983 zum Nationalpark erklärt und schützt heute die Riffe, Mangroven und Wüstenklippen an der äußersten Südspitze des Sinai, rund zwanzig Kilometer vom Zentrum Sharms entfernt. Der Reiz liegt in der Geografie: Direkt vor der Landspitze fallen die Riffe als senkrechte Wände hunderte Meter ins Blau, und weil sich hier zwei Meeresströmungen treffen, steht ständig großes Meeresleben im Wasser. Das berühmte Shark Reef und das benachbarte Yolanda Reef gehören für viele Taucher zu den besten Steilwänden des gesamten Roten Meeres.

Am Yolanda Reef liegt eine der kuriosesten Unterwasser-Kulissen überhaupt: die verstreute Ladung des 1980 gesunkenen Frachters Yolanda, darunter ganze Reihen von Sanitärkeramik, die längst von Korallen überwachsen sind. Über den Wänden ziehen im Sommer riesige Schwärme von Schnappern und Barrakudas ihre Kreise, dazu Napoleon-Lippfische und mit Glück Rifthaie im Blauwasser. Weil die Strömung kräftig sein kann, sind die Hauptplätze eher für erfahrene Taucher gedacht – Anfänger und Schnorchler steigen an ruhigeren Stellen ein.

Auch ohne Tauchschein lohnt Ras Mohammed. Vom Land aus führt eine Piste zur Mangrovenbucht und zur sogenannten Magic Bay, wo du über flachen Korallengärten schnorchelst und vom Aussichtspunkt über die kahlen Klippen aufs offene Meer blickst. Viele Veranstalter bieten Schnorchel- und Glasboot-Touren an, die Ras Mohammed vom Wasser her ansteuern. Nimm ausreichend Wasser, Sonnenschutz und feste Schuhe für den steinigen Boden mit – im Park gibt es kaum Infrastruktur, und die Sonne ist an der Sinai-Spitze erbarmungslos.

Ein praktischer Hinweis zur Einreise: Wer nur mit dem kostenlosen Sinai-Stempel eingereist ist, darf Ras Mohammed unter Umständen nicht besuchen, weil der Park streng genommen jenseits der Sinai-Sonderzone liegt – hier ist oft das reguläre Ägypten-Visum nötig. Buchst du eine organisierte Tour, klärt der Veranstalter das meist mit, aber verlass dich nicht darauf. Prüfe die aktuellen Visabestimmungen vor der Reise und nimm den Reisepass zur Tour mit, denn am Parkeingang wird kontrolliert.

Tauchen & Schnorcheln

Tauchen und Schnorcheln im Roten Meer vor Sharm El Sheikh

Kaum ein anderes Ziel legt das Riff so nah an den Strand: An vielen Hotels stehst du nach drei Schwimmzügen über der Kante und schaust einer Steilwand voller Korallen beim Abtauchen zu.

Tauchen und Schnorcheln im Roten Meer vor Sharm El Sheikh
Tauchen & Schnorcheln

Das Rote Meer vor Sharm El Sheikh ist warm, klar und außergewöhnlich fischreich – die Grundlage für eine der dichtesten Tauch-Infrastrukturen der Welt. Viele Resorts haben ein eigenes Hausriff mit Steg und Einstiegsleiter, sodass Schnorchler direkt von der Anlage aus über Hart- und Weichkorallen, Doktorfische, Falterfische und Muränen gleiten. Achte beim Einstieg auf die Ebbe: Bei Niedrigwasser liegt das Riffdach flach unter der Oberfläche, und ein Flossenschlag über lebender Koralle schadet dem Riff und dir. Nutze die Stege und Rinnen, die die Basen ausgeschildert haben.

Wer tauchen lernen will, ist in Sharm richtig: Zahlreiche Tauchbasen bieten Schnupperkurse und komplette Zertifizierungen an, oft auf Deutsch. Für zertifizierte Taucher sind die Tagesboote das Herzstück – sie fahren zu den Steilwänden von Ras Mohammed, zu den vier Riffen der Straße von Tiran und zu Plätzen wie Ras Nasrani oder dem Riff vor Ras Um Sid. An Bord gibt es meist zwei Tauchgänge mit Mittagessen dazwischen. Buche über eine seriöse Basis mit gültigen Zertifikaten und ordentlich gewartetem Material, nicht über den billigsten Straßenstand.

Für Schnorchler ohne Tauchambitionen sind Bootsausflüge zu Tiran und Ras Mohammed genauso lohnend: Über den flachen Riffdächern tummeln sich Papageifische, Anemonenfische und Schildkröten in erreichbarer Tiefe, und ein Glasbodenboot bringt auch Nichtschwimmer und Kinder ans Riff. Nimm eine eigene, gut sitzende Maske mit, wenn du kannst – Leihmaterial passt nicht immer dicht. Reef-freundliche Sonnencreme, ein Neopren- oder Lycra-Shirt gegen Sonnenbrand am Rücken und Verzicht aufs Anfassen der Korallen gehören zum Grundanstand am Riff.

Ein Sicherheitshinweis, den jede Tauchbasis wiederholt: Fliege nach dem letzten Tauchgang mindestens 18 bis 24 Stunden nicht, damit sich der Reststickstoff aus dem Gewebe abbauen kann. Plane den letzten Tauchtag also nicht auf den Abreisetag. Dahinter steht die Dekompressionskrankheit, die auch bei regelgerechten Tauchgängen auftreten kann. In Sharm gibt es Druckkammern, doch die beste Vorsorge ist konservatives Tauchen, ausreichend Trinken gegen die Hitze und ehrliche Selbsteinschätzung bei Strömung und Tiefe.

Strände & Buchten

Die Strände und Buchten von Naama Bay bis Nabq

Feiner Sand und flaches Wasser sind in Sharm nicht selbstverständlich – ein Riff direkt am Ufer heißt oft, dass du über einen Steg ins tiefe Wasser gehst statt ins Wattflache zu waten.

Das ist der wichtigste Unterschied, den du vor der Hotelbuchung verstehen solltest: In Sharm El Sheikh liegt das Riff vielerorts direkt am Strand, was zum Schnorcheln ein Geschenk und zum Planschen ein Hindernis ist. An vielen Anlagen führt ein Holzsteg über das Riffdach hinaus, und erst an seinem Ende geht es über eine Leiter ins tiefe, klare Wasser. Für Schnorchler ist das ideal, für kleine Kinder oder Nichtschwimmer weniger. Wer sandigen Einstieg und flaches Wasser sucht, achtet gezielt auf Buchten mit Sandstrand und Lagune statt auf ein Steg-Hausriff.

Naama Bay im Zentrum hat den klassischen Stadtstrand mit Promenade, Liegen, Wassersport und kurzen Wegen zu Cafés und Läden – lebendig, aber selten einsam. Sharks Bay etwas nördlich mischt Sandbuchten mit hervorragenden Hausriffen und liegt näher am Flughafen. Nabq Bay ganz im Norden ist die jüngste Resortzone: viel Platz, große All-inclusive-Anlagen, teils mit Lagune und Sandstrand, dafür weiter draußen und windiger. Im Süden punktet die Bucht bei Ras Um Sid mit dem Leuchtturm-Riff, das schon vom Ufer aus zu den besten Schnorchelplätzen des Orts zählt.

Wind ist an der Sinai-Küste ein Dauerthema. Der Norden rund um Nabq und Ras Nasrani ist stärker dem auflandigen Wind ausgesetzt, was Wassersportler freut und Sonnenbadende manchmal ärgert. Die geschützteren Buchten weiter südlich, etwa um Naama Bay und Sharm El Maya, liegen ruhiger. Wer zum Kitesurfen oder Windsurfen kommt, wählt bewusst die windigen Nordreviere; wer den ganzen Tag entspannt am Wasser liegen will, sucht die windgeschützte Bucht. Frag im Zweifel bei der Buchung nach der Ausrichtung des Strandabschnitts.

Praktisch für alle Strände: Badeschuhe sind am Riff kein Luxus, sondern Schutz vor scharfen Korallen, Seeigeln und dem gelegentlichen Steinfisch, der sich am Grund tarnt. Tritt nie auf lebende Koralle, halte Abstand zu allem, was am Boden liegt, und lass dich von der scheinbaren Nähe des Riffs nicht zu weit hinaustreiben – die Strömung entlang der Steilwände kann kräftig sein. Ein Strandtag in Sharm ist selten ein reiner Liegetag, sondern fast immer auch ein Schnorcheltag, und genau das macht den Ort aus.

Naama Bay

Naama Bay, Nachtleben und die Abende von Sharm El Sheikh

Wenn die Hitze am späten Nachmittag nachlässt, füllt sich die Promenade von Naama Bay mit Familien, mit Tauchern nach dem zweiten Tauchgang und mit Händlern, die aus ihren Läden winken.

Naama Bay, Nachtleben und die Abende von Sharm El Sheikh
Naama Bay

Naama Bay ist seit Jahrzehnten das gesellschaftliche Zentrum von Sharm El Sheikh und der Ort, an dem sich das Nachtleben abspielt. Entlang der Strandpromenade und der parallelen Fußgängerstraßen liegen Restaurants aller Preisklassen, Shisha-Cafés, Cocktailbars und Clubs dicht beieinander. Das Publikum ist international, die Stimmung meist ausgelassen, und weil vieles fußläufig liegt, brauchst du für einen langen Abend kein Taxi. Wer es lauter mag, findet Clubs mit Livemusik und DJ; wer es ruhiger will, sitzt an der Promenade bei Tee und Wasserpfeife.

Für Familien mit Kindern ist SOHO Square am Nordrand die verlässlichere Adresse für den Abend: Die künstlich angelegte Vergnügungsmeile bündelt eine tanzende Wasserfontäne, eine Eisbar, Restaurants, Bowling und Läden auf einem autofreien Areal. Es ist durch und durch inszeniert, aber sauber, sicher und für alle Altersgruppen bespielbar. Auch viele Resorts bieten abendliche Animation, Show-Programme und orientalische Buffets an, sodass man das Hotelgelände für einen unterhaltsamen Abend gar nicht verlassen muss.

Beim Bummeln über Promenade und Basar begegnet dir das übliche Spiel: Händler sprechen dich freundlich, aber hartnäckig an, und der erste genannte Preis ist immer Verhandlungsbasis. Bleib freundlich, nenn ruhig einen deutlich niedrigeren Gegenpreis und geh notfalls weiter – oft wird man zurückgerufen. Ein kleiner Vorrat an ägyptischen Pfund in kleinen Scheinen erleichtert das Trinkgeld (baksheesh), das in Ägypten für viele kleine Dienstleistungen erwartet wird, vom Kofferträger bis zum Toilettenwärter.

Ein Wort zu Alkohol und Kleidung: In den Touristenzonen von Sharm wird Alkohol in Hotels, Bars und vielen Restaurants ausgeschenkt, und am Strand und Pool ist Badekleidung selbstverständlich. Ägypten ist dennoch ein muslimisch geprägtes Land – für den Besuch des Old Market, eines Ausflugs ins Landesinnere oder des Katharinenklosters ziehst du besser schulterbedeckende, längere Kleidung an. Etwas Rücksicht auf lokale Gepflogenheiten außerhalb der Resortzone wird geschätzt und macht die Begegnung mit Einheimischen entspannter.

Ausflüge & Wüste

Ausflüge ab Sharm El Sheikh zum Mosesberg und nach Dahab

Hinter der letzten Hotelmauer beginnt sofort die Wüste – und mit ihr die Ausflüge, die einen Sharm-Urlaub erst rund machen.

Der große Klassiker ist der Ausflug ins Sinai-Gebirge zum Katharinenkloster und zum Mosesberg (Gebel Musa, rund 2.285 Meter). Viele Touren starten spät abends, damit du in der Nacht zum Gipfel aufsteigst und oben den Sonnenaufgang über den zerklüfteten Sinai-Bergen erlebst – ein langer, aber eindrücklicher Weg, teils zu Fuß, teils optional per Kamel bis kurz unter den Gipfel. Danach besichtigst du das griechisch-orthodoxe Katharinenkloster am Fuß des Bergs. Nimm feste Schuhe, Stirnlampe und warme Kleidung mit, denn nachts wird es im Gebirge empfindlich kalt.

Nach Norden lockt Dahab, das entspannte Gegenmodell zu Sharm: ein einstiges Beduinendorf am Golf von Aqaba, rund eineinhalb Stunden entfernt, mit palmengesäumter Uferpromenade, Beduinencafés auf Sitzkissen und dem berühmten Blue Hole, einem tiefen Unterwasserschacht für erfahrene Taucher und Schnorchler. Dahab ist unaufgeregter, günstiger und alternativer als das durchgeplante Sharm – ein Tagesausflug reicht für einen ersten Eindruck, viele verlängern beim nächsten Mal freiwillig. Der Colored Canyon bei Nuweiba lässt sich mit einem Dahab-Ausflug oder als Jeep-Tour verbinden.

Direkt vor der Haustür liegt die Wüste selbst. Quad-, Buggy- und Jeepsafaris ins Hinterland führen zu Beduinencamps, wo du bei Tee, Fladenbrot und Sternenhimmel den Abend verbringst; oft gibt es einen kurzen Kamelritt und eine Vorführung dazu. Es ist touristisch inszeniert, aber die Stille und der Sternenhimmel der Sinai-Wüste sind echt und entschädigen für den Rummel. Bedecke bei Quad-Touren Mund und Nase gegen den Staub und rechne mit kühlen Abendtemperaturen, sobald die Sonne hinter den Bergen verschwindet.

Zu Wasser sind Bootsausflüge nach Ras Mohammed und in die Straße von Tiran die lohnendsten Halbtags- bis Ganztagstouren, dazu gibt es Glasboot- und U-Boot-ähnliche Fahrten für Nichtschwimmer. Buche Ausflüge bevorzugt über den Reiseveranstalter oder eine etablierte Agentur mit Versicherung und klaren Bedingungen, nicht über den erstbesten Straßenverkäufer. Kläre vorab, ob Eintritte, Mittagessen und Ausrüstung im Preis stecken, und halte deinen Reisepass bereit – für Fahrten aus der Sinai-Zone heraus wird er an Kontrollpunkten verlangt.

Unterkünfte

Hotels und All-inclusive-Resorts in Sharm El Sheikh

Das meiste, was in Sharm gebucht wird, ist All-inclusive – und die entscheidende Frage ist nicht der Sternestempel, sondern die Lage der Bucht und die Art des Strandzugangs.

Ein Sharm-Urlaub ist für die allermeisten ein Resort-Urlaub: große, oft weitläufige All-inclusive-Anlagen mit mehreren Pools, Rutschen, Restaurants und einem eigenen Strandabschnitt. Das Modell ist bequem und kalkulierbar – Essen, Getränke und Animation sind im Preis, und man muss die Anlage kaum verlassen. Achte bei der Wahl weniger auf die reine Sternezahl als auf die Bucht: Naama Bay ist zentral und lebendig, Sharks Bay näher am Flughafen mit guten Hausriffen, Nabq ganz im Norden ruhig und geräumig, aber weiter draußen und windiger.

Der zweite entscheidende Punkt ist der Strandzugang, denn er ist in Sharm sehr unterschiedlich. Anlagen mit vorgelagertem Riff bieten grandioses Schnorcheln direkt vom hoteleigenen Steg, sind aber für kleine Kinder unpraktisch, weil es über eine Leiter ins tiefe Wasser geht. Anlagen an einer Sandbucht oder Lagune haben flacheren, sandigen Einstieg, dafür oft kein Riff am Steg. Lies die Beschreibung genau und schau dir Fotos des Strands an: Steg-Hausriff oder Sandstrand mit Lagune ist die Weichenstellung für den ganzen Urlaub, gerade mit Familie.

Viele Resorts liegen so weit außerhalb, dass sie eine kleine Welt für sich bilden – mit eigenem Aquapark, Tauchbasis, Kinderclub und mehreren À-la-carte-Restaurants. Das ist praktisch, macht aber unbeweglich: Ohne Taxi kommst du abends nicht nach Naama Bay und zurück. Wer Ausgehen, Basar und Restaurants zu Fuß erreichen will, bucht zentral in oder nahe Naama Bay. Wer vor allem Pool, Hausriff und Ruhe sucht, ist in den großen Anlagen von Nabq oder Sharks Bay gut aufgehoben und nimmt die Taxifahrt für Ausflüge in Kauf.

Zur Preislage: Sharm El Sheikh gehört zu den günstigeren Fern-Badezielen ab Deutschland, gerade als Pauschalpaket mit Flug, Transfer und All-inclusive in der Nebensaison. Konkrete Preise schwanken stark nach Saison, Veranstalter und Buchungszeitpunkt, deshalb vergleiche mehrere Angebote und achte auf Transferzeit und tatsächliche Lage der Anlage. Ein günstiger Preis nützt wenig, wenn das Hotel eine Stunde vom Flughafen entfernt an einer windigen Nordbucht liegt und der Strand aus reinem Steg-Riff ohne Sand besteht.

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Agriturismi & Weingüter

Urlaub auf dem Land: übernachten auf einem Weingut oder Bauernhof, mit Wein und Öl aus eigener Ernte.

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Essen & Trinken

Essen und Trinken in Sharm El Sheikh

Am Rand des Old Market hängt der Rauch der Holzkohlegrills über den Fischständen, und der Wirt zeigt auf die Auslage – du wählst den Fisch, er wird gewogen und kommt eine halbe Stunde später gegrillt an den Tisch.

Im Resort isst du meist am internationalen Buffet, doch die ägyptische Küche findest du außerhalb der Hotelzäune. Zum Alltagsrepertoire gehören Ful Medames, ein herzhafter Brei aus dicken Bohnen mit Olivenöl und Kreuzkümmel, Ta'meya, die ägyptische Variante der Falafel aus Saubohnen, und Koshari, ein sättigendes Straßengericht aus Reis, Linsen, Nudeln und gerösteten Zwiebeln mit Tomatensauce. Dazu Fladenbrot, Mezze wie Hummus und Baba Ghanoush und viel Minztee. Vieles ist vegetarisch, günstig und gut geeignet, um sich einmal durch die lokale Küche zu probieren.

Am Roten Meer ist Fisch das große Thema. Die Fischrestaurants am Old Market in Sharm El Maya arbeiten nach demselben Prinzip: frischer Fang in der Auslage auf Eis, Auswahl nach Sichtung, Abrechnung nach Gewicht, Zubereitung gegrillt oder im Salzmantel. Dazu kommen Reis, Salate und Tahini. Achte auf Frische und einen gut besuchten Laden, und kläre den Kilopreis vor der Bestellung, damit die Rechnung keine Überraschung wird. Meeresfrüchte wie Garnelen und Calamari stehen fast überall auf der Karte, sind aber teurer als der Fisch des Tages.

Getränke sind eine eigene kleine Wissenschaft. Leitungswasser trinkst du in Ägypten besser nicht – bleib bei versiegeltem Flaschenwasser, das im Resort meist reichlich verfügbar ist, und sei bei Eiswürfeln außerhalb guter Häuser vorsichtig. Alkohol wird in den Touristenzonen ausgeschenkt, ist aber importlastig und entsprechend teuer; lokales Bier und ägyptischer Wein sind die günstigeren Optionen. Der Klassiker ohne Alkohol ist der süße schwarze Tee oder der Minztee, den man dir auf dem Basar und im Beduinencamp fast automatisch anbietet.

Ein Hinweis zum Magen, weil er den Urlaub retten kann: Der berüchtigte Reisedurchfall trifft in Ägypten viele, meist harmlos, aber lästig. Vorsicht bei ungeschältem rohem Obst und Salaten aus unklarer Quelle, halte dich an Gegartes und geschältes Obst, wasche oder desinfiziere die Hände vor dem Essen und trinke reichlich Flaschenwasser gegen die Hitze. Nimm ein Mittel gegen Durchfall und Elektrolyte in die Reiseapotheke – dann ist ein flauer Tag schnell überstanden, und du kannst am nächsten Morgen wieder aufs Boot.

Anreise & Mobilität

Anreise nach Sharm El Sheikh und Wege vor Ort

Viereinhalb Stunden nach dem Start über Alpen, Adria und Mittelmeer kippt die Maschine über die kahlen Berge des Sinai ein, und unter dir liegt das Rote Meer in einem unwirklichen Türkis.

Die Anreise erfolgt fast immer per Flugzeug zum Flughafen Sharm El Sheikh (SSH), der wenige Kilometer außerhalb des Orts liegt. Aus vielen deutschen Städten gibt es Direktflüge, überwiegend als Charter im Rahmen von Pauschalreisen, mit einer reinen Flugzeit von rund viereinhalb bis fünf Stunden. Der Transfer zum Hotel ist bei Pauschalreisen meist inklusive; individuell nimmst du ein Taxi oder einen vorbestellten Transfer. Kläre die Transferzeit vorab, denn die Resorts in Nabq oder an der Südküste liegen deutlich weiter vom Flughafen entfernt als die zentralen Anlagen.

Zur Einreise brauchst du einen mindestens sechs Monate über das Reiseende hinaus gültigen Reisepass. Für einen reinen Aufenthalt an der Sinai-Küste – Sharm, Dahab, Nuweiba, Taba – gibt es bei der Einreise einen kostenlosen Sinai-Stempel für einen begrenzten Zeitraum. Wer nach Ras Mohammed oder ins ägyptische Kernland will, braucht in der Regel das kostenpflichtige reguläre Touristenvisum, das online als e-Visum oder bei Einreise erhältlich ist. Den Ausflug ins Sinai-Gebirge zum Katharinenkloster und Mosesberg deckt der kostenlose Sinai-Stempel dagegen ab. Die Regeln ändern sich – prüfe vor der Buchung die aktuellen Hinweise des Auswärtigen Amts.

Vor Ort brauchst du selten einen Mietwagen. Die Resorts sind in sich geschlossen, Ausflüge laufen über organisierte Touren mit Abholung, und für kurze Strecken zwischen den Buchten, zum Old Market oder nach Naama Bay nimmst du ein Taxi. Handle den Preis vor dem Einsteigen aus oder bestell über die Rezeption, denn Taxameter sind unüblich und Touristenpreise die Regel. Für längere Strecken wie nach Dahab organisierst du am besten einen festen Fahrer für den Tag oder buchst die Tour über den Veranstalter.

Ein paar praktische Dinge erleichtern den Aufenthalt. Ein Reiseadapter ist meist nicht nötig, da Ägypten dieselben Steckdosen wie Deutschland nutzt. Bargeld in ägyptischen Pfund brauchst du für Trinkgeld, Taxi und Basar; wechsle kleinere Beträge und halte kleine Scheine bereit. Beachte die Reisehinweise zur Sicherheitslage: Die Badeorte am Roten Meer gelten als touristisch erschlossen, für Fahrten ins weitere Sinai-Hinterland abseits der üblichen Ausflugsrouten gibt es aber teils Einschränkungen. Bewege dich für Ausflüge im Rahmen etablierter, geführter Touren.

Mietwagen

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Beste Reisezeit & Wetter

Beste Reisezeit für Sharm El Sheikh mit Wetter und Wassertemperatur

Sharm El Sheikh ist eines der wenigen Ziele in Flugreichweite, an dem du das ganze Jahr baden kannst – nur der Hochsommer verlangt einen ehrlichen Blick aufs Thermometer.

Das Klima von Sharm El Sheikh ist reine Wüste: extrem trocken, sonnig fast an jedem Tag des Jahres und mit großen Unterschieden zwischen Sommer und Winter. Der Sommer ist glühend heiß mit Höchstwerten um 38 bis 40 Grad, der Winter angenehm mild mit Tageswerten um 22 Grad, kühlen Nächten und deutlich kühlerem Wasser. Regen fällt praktisch nie. Am angenehmsten sind Frühjahr und Herbst, wenn Luft und Wasser warm, aber nicht überhitzt sind. Die Werte unten sind Durchschnittswerte – in der Wüste kann es abends spürbar abkühlen, und Wind ist an der Küste ein Dauerbegleiter.

Jan22°13°mild, Wasser ~22°
Feb23°13°sonnig, kühles Wasser
Mär26°16°angenehm, oft windig
Apr31°20°warm, ideal
Mai35°24°heiß, Wasser ~25°
Jun38°26°sehr heiß
Jul39°28°Gluthitze
Aug39°28°Gluthitze, Wasser ~28°
Sep36°26°heiß, warmes Wasser
Okt32°23°warm, ideal
Nov28°19°mild, ideal
Dez24°15°mild, Wintersonne

Beste Reisezeit · Balken = Tageshöchstwert

Die besten Monate für Sharm El Sheikh sind April, Mai sowie Oktober und November: warmes Wasser um 25 Grad, Lufttemperaturen um 30 Grad und angenehme Bedingungen für Strand, Boot und Wüstenausflug. Der Hochsommer von Juni bis August ist mit oft über 38 Grad nur etwas für ausgesprochene Hitzeliebhaber, dafür ist das Wasser dann am wärmsten. Der Winter von Dezember bis Februar bringt milde, sonnige Tage als Winterflucht aus Deutschland, doch abends und im Wasser wird es kühler – ein Neoprenshorty macht das Schnorcheln dann angenehmer.

Gut zu wissen

Häufige Fragen zu Sharm El Sheikh

Wo genau liegt Sharm El Sheikh?
Sharm El Sheikh liegt an der Südspitze der ägyptischen Sinai-Halbinsel am Roten Meer, dort wo der Golf von Aqaba ins offene Rote Meer übergeht. Von Deutschland aus sind es rund viereinhalb bis fünf Flugstunden zum Flughafen SSH.
Wie viele Tage sollte man für Sharm El Sheikh einplanen?
Eine Woche ist üblich und sinnvoll: genug Zeit für Strand und Hausriff, einen Bootstag am Riff, einen Wüstenabend und einen großen Ausflug ins Sinai-Gebirge. Wer viel tauchen will, verlängert gern auf zehn bis vierzehn Tage, um mehrere Reviere in Ruhe abzudecken.
Braucht man für Sharm El Sheikh ein Visum?
Für einen reinen Aufenthalt an der Sinai-Küste gibt es bei Einreise einen kostenlosen Sinai-Stempel für einige Tage. Für Ausflüge nach Ras Mohammed oder ins ägyptische Kernland brauchst du meist das reguläre Touristenvisum. Prüfe die aktuellen Bestimmungen vor der Reise beim Auswärtigen Amt.
Wann ist die beste Reisezeit für Sharm El Sheikh?
Am angenehmsten sind April, Mai, Oktober und November mit Luft um 30 Grad und Wasser um 25 Grad. Der Winter ist mild und sonnig, aber kühler im Wasser; der Hochsommer bringt oft über 38 Grad und ist vor allem etwas für Hitzeliebhaber.
Kann man in Sharm El Sheikh im Winter baden?
Ja. Das Rote Meer bleibt auch im Winter mit rund 21 bis 22 Grad badbar, und die Tage sind mild und sonnig. Deshalb ist Sharm ein beliebtes Ziel für Wintersonne, wobei viele zum Schnorcheln in der kühleren Jahreszeit einen dünnen Neoprenanzug schätzen.
Ist Sharm El Sheikh zum Schnorcheln geeignet?
Sehr gut. An vielen Hotels liegt das Riff direkt am Strand, sodass du über einen Steg ins Wasser gehst und sofort über Korallen und Fischschwärmen schwimmst. Achte auf Ebbe und Riffdach, nutze die ausgeschilderten Einstiege und trage Badeschuhe zum Schutz vor Korallen und Seeigeln.
Was ist Ras Mohammed?
Ras Mohammed ist Ägyptens ältester Meeresnationalpark an der Südspitze des Sinai, rund zwanzig Kilometer von Sharm entfernt. Berühmt sind die senkrechten Riffwände am Shark- und Yolanda-Riff, große Fischschwärme und eine Mangrovenbucht, die sich auch zum Schnorcheln eignet.
Braucht man in Sharm El Sheikh einen Mietwagen?
Nein. Die Resorts sind in sich geschlossen, Ausflüge laufen über organisierte Touren mit Abholung, und für kurze Wege gibt es Taxis. Ein Mietwagen lohnt sich kaum, zumal die Höhepunkte wie Ras Mohammed und Tiran ohnehin per Boot angesteuert werden.
Lohnt sich der Ausflug zum Mosesberg und Katharinenkloster?
Ja, es ist der eindrücklichste Landausflug ab Sharm. Viele steigen nachts zum Gipfel des Mosesbergs auf, um den Sonnenaufgang zu erleben, und besichtigen danach das Katharinenkloster. Die Fahrt dauert je Richtung rund zweieinhalb Stunden; warme, feste Kleidung ist für die kalte Nacht wichtig.
Wie sicher ist ein Urlaub in Sharm El Sheikh?
Die Badeorte am Roten Meer gelten als touristisch erschlossen und werden stark frequentiert. Für Fahrten ins weitere Sinai-Hinterland abseits der üblichen Ausflugsrouten gibt es teils Einschränkungen. Informiere dich vor der Reise über die aktuellen Sicherheitshinweise des Auswärtigen Amts und bleib bei geführten Touren.
Kann man in Sharm El Sheikh Alkohol trinken?
In den Touristenzonen ja: Hotels, Bars und viele Restaurants schenken Alkohol aus. Importierte Getränke sind teuer, lokales Bier und ägyptischer Wein günstiger. Außerhalb der Resortzonen, etwa im Old Market oder auf Ausflügen ins Landesinnere, ist Alkohol seltener und Zurückhaltung angebracht.
Was kostet ein Urlaub in Sharm El Sheikh?
Sharm gehört zu den günstigeren Fern-Badezielen ab Deutschland, besonders als Pauschalpaket mit Flug, Transfer und All-inclusive in der Nebensaison. Die Preise schwanken stark nach Saison und Buchungszeitpunkt, deshalb lohnt der Vergleich mehrerer Angebote und ein Blick auf Lage und Transferzeit.
Muss man beim Tauchen etwas vor dem Rückflug beachten?
Ja. Nach dem letzten Tauchgang solltest du mindestens 18 bis 24 Stunden nicht fliegen, damit der Reststickstoff abgebaut wird. Plane den letzten Tauchtag also nicht auf den Abreisetag. Tauche konservativ, trinke bei der Hitze ausreichend und schätze Strömung und Tiefe ehrlich ein.
Sharm El SheikhAn der Südspitze des Sinai treffen Wüstenberge auf das Rote Meer – und direkt vor der Küste beginnt eines der farbigsten Korallenriffe der Welt.
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