Tauchen in Marsa Alam am Roten Meer
Sechs Uhr früh, das Tauchboot tuckert aus dem Hafen von Port Ghalib, und über dem noch dunklen Wasser des Elphinstone stehen schon die ersten Guides und binden ihre Flossen fest.
Marsa Alam gilt als eines der Top-Reviere am Roten Meer, und das liegt an einer seltenen Kombination: intakte Riffe, warmes Wasser das ganze Jahr und viele Tauchplätze, die du ohne stundenlange Bootsfahrt erreichst. Das Herzstück ist das Elphinstone Reef rund zwölf Kilometer nördlich vor der Küste – ein länglicher Riffrücken, dessen Wände senkrecht in die Tiefe stürzen, überwuchert von Weichkorallen und Gorgonien. Die Strömung kann kräftig sein, weshalb erfahrene Taucher hier als Driftdive einsteigen und sich an der Wand entlangtreiben lassen, während unter ihnen das Blau ins Bodenlose kippt.
Der größte Reiz von Marsa Alam ist aber das Hausriff. Viele Resorts liegen an einer eigenen Lagune oder einem Marsa, einer geschützten Bucht, an deren Rand das Riff beginnt – du gehst über einen Steg bis zur Riffkante, lässt dich rückwärts ins Wasser fallen und bist ohne Boot mitten im Geschehen. Für den Check-Dive nach der Anreise, für den entspannten Nachmittagstauchgang oder für Nachttauchgänge, wenn Muränen und Rotfeuerfische aktiv werden, ist das unschlagbar bequem. Frag bei der Buchung gezielt nach einem lebendigen Hausriff mit einfachem Einstieg – die Qualität schwankt von Resort zu Resort erheblich.
Wer schon Erfahrung mitbringt, plant die Offshore-Tage: das Elphinstone für Steilwand und im Herbst die Longimanus-Haie (Weißspitzen-Hochseehaie), die südlichen Fury Shoals mit ihren Höhlen und Durchschwimmen, oder – als mehrtägige Safari per Tauchschiff – die weit draußen liegenden Riffe Daedalus, Rocky Island und Zabargad mit Hammerhaien und Fuchshaien. Diese Ziele erreichst du nicht mit dem Tagesboot; dafür buchst du ein Liveaboard, das mehrere Tage auf See bleibt. Für Grundschein-Absolventen bleiben die küstennahen Riffe, die weniger Strömung und viel zu sehen haben.
Ein paar praktische Regeln ersparen dir Ärger: Für Elphinstone und einige Schutzzonen ist ein Tauch-Brevet plus nachgewiesene Tauchgänge Pflicht, viele Basen verlangen einen Check-Dive am Hausriff, bevor sie dich mit rauslassen. Halte deinen Tauchpass und den Nachweis der letzten Tauchgänge griffbereit, und plane den letzten Tauchgang mit ausreichend Abstand zum Rückflug – üblich sind mindestens 24 Stunden Pause vor dem Flug bei mehreren Tauchgängen pro Tag. Eine eigene Tauchversicherung mit Kammer-Deckung solltest du unabhängig vom Resort abschließen.







