Die schönsten Balaton-Sehenswürdigkeiten am Nord- und Südufer
Am frühen Morgen, wenn die Ausflugsschiffe noch im Hafen liegen, gehört der Blick von der Abtei Tihany dir allein.
Fang oben in Tihany an, dem klaren Höhepunkt des Sees: Die Benediktinerabtei mit ihren zwei Zwiebeltürmen wurde 1055 gegründet, und ihre lateinische Gründungsurkunde enthält die ältesten schriftlich festgehaltenen ungarischen Wörter überhaupt. Vom Kirchplatz fällt der Blick über Lavendelfelder auf das Wasser und die gegenüberliegende Südküste. Geh vor zehn Uhr hin, bevor die Reisebusse und die Fähre aus Balatonfüred ihre Ladung ausspucken – danach schiebt sich die Menge durch die schmale Hauptgasse mit ihren Souvenir- und Lavendelläden.
Am Westende des Sees steht in Keszthely das Schloss Festetics, eine der größten Barockanlagen Ungarns: über hundert Räume, ein prunkvoller Spiegelsaal und eine historische Helikon-Bibliothek mit rund 90.000 Bänden, dazu ein weitläufiger englischer Park. Nur wenige Kilometer weiter dampft der Thermalsee von Hévíz, der größte biologisch aktive Thermalsee der Welt, in dem du auch im Winter bei angenehmen Temperaturen zwischen Seerosen treibst. Beide lassen sich gut an einem Tag verbinden, wenn dir am See das Wetter mal nicht mitspielt.
Das Nordufer reiht Vulkanberge auf, die aus der Ebene ragen wie umgedrehte Kessel: Badacsony mit seinen Weinterrassen und Basaltorgeln, der Sankt-Georgs-Berg (Szent György-hegy) mit noch mächtigeren Basaltsäulen und die Burgruine von Szigliget hoch über den Rebzeilen. Von jedem dieser Aussichtspunkte überblickst du den See in seiner ganzen Breite. Ein kurzer, teils steiler Aufstieg reicht meist schon – feste Schuhe statt Badelatschen, und Wasser einpacken, denn an den Hängen gibt es oben keinen Kiosk.
Am Südufer dreht sich weniger um Bauwerke als um das Wasser selbst, doch ein Stopp lohnt: In Siófok steht der Wasserturm aus dem Jahr 1912 als Wahrzeichen mitten im Ort, mit Aussichtsplattform und Café in der Kugel. Und wer mit Kindern reist, plant den Schmalspurbahnhof, den Aquapark oder den nahen Freizeitpark ein. Die eigentliche Sehenswürdigkeit des Südens aber ist der endlose flache Strand – dazu gleich mehr in der eigenen Sektion zum Baden.









