Die schönsten Sehenswürdigkeiten der Lofoten
Am späten Abend, wenn die Reisebusse weg sind und die Mitternachtssonne flach über den Reinefjord streicht, gehört Reine für ein paar Stunden fast dir allein.
Reine ist das Motiv, das dich überhaupt hierher gebracht hat: rote Rorbuer auf Stelzen, dahinter die gezackte Wand des Reinebringen und davor ein Fjord, der bei Windstille zum Spiegel wird. Fahr das Dorf nicht nur durch, sondern parke auf dem ausgeschilderten Platz und geh die kleinen Stege ab – die schönste Perspektive auf die Hüttenreihe hast du vom benachbarten Hamnøy aus, wo die Brücke der E10 den perfekten Standpunkt liefert. Früher Morgen und später Abend sind die Stunden, in denen das Licht weich wird und die Tagesgruppen fehlen.
Am äußersten Ende der Inselkette, dort wo die E10 einfach aufhört, liegt Å – ein winziges Dorf mit dem kürzesten Ortsnamen Norwegens und einem lebendigen Stockfischmuseum in den alten Gebäuden einer Trankocherei. Hier riecht es nach Teer und Salz, an den Gestellen trocknet der Dorsch, und du verstehst, warum diese Inseln jahrhundertelang von einem einzigen Fisch lebten. Nusfjord, etwas weiter nördlich, ist eines der am besten erhaltenen Fischerdörfer und wird als lebendiges Freilichtmuseum geführt – der Eintritt lohnt für die Ruhe abseits der E10.
In Svolvær, dem Hauptort im Osten, beginnt die touristische Infrastruktur: von hier starten die Bootstouren in den engen Trollfjord, dessen Wände fast senkrecht 1.000 Meter aufsteigen und den ein großes Schiff kaum wenden kann. Wenige Kilometer weiter liegt das Künstlerdorf Henningsvær auf mehreren Inselchen im Meer, mit Galerien, Cafés und einem Fußballplatz zwischen Felsen und Wasser, der es auf unzählige Luftbilder geschafft hat. Beide Orte funktionieren gut als Basis für den Osten der Lofoten.
Wer tiefer in die Geschichte will, fährt zum Wikingermuseum in Borg auf der Insel Vestvågøy: Über dem Fund des längsten bekannten Wikinger-Langhauses wurde ein originalgetreuer Nachbau errichtet, in dem im Sommer bei offenem Feuer gekocht wird und du in einem nachgebauten Wikingerschiff aufs Meer hinausrudern kannst. Für Familien ist das der greifbarste Programmpunkt der Inseln – und ein guter Schlechtwetter-Plan, wenn draußen der Regen quer über die E10 zieht.








