Region · Tansania

Sansibar

Gewürzduft in den Gassen von Stone Town, weißer Sand im Norden und der Indische Ozean in fünf Blautönen – Sansibar ist Tansanias Inselgegenpol zur Savanne.

Die Region

Was Sansibar ausmacht

Sansibar, auf Swahili Unguja, liegt rund 40 Kilometer vor der Küste Tansanias im Indischen Ozean und ist für viele der Strandteil einer Ostafrika-Reise: erst Safari in der Serengeti, dann Palmen und Riff. Herzstück ist Stone Town, die von Arabern, Indern und Europäern geprägte Altstadt aus Korallenstein, seit 2000 UNESCO-Welterbe – ein Labyrinth aus geschnitzten Türen, Basaren und der Geschichte des Gewürz- und Sklavenhandels. Drumherum reihen sich die Strände: Nungwi und Kendwa im Norden, wo du unabhängig von den Gezeiten baden kannst, Paje und Jambiani im Osten, wo Kitesurfer über das türkise Flachwasser ziehen. Dazu der Jozani-Wald mit den endemischen Red-Colobus-Affen, das Korallenriff um das Mnemba-Atoll und eine Küche zwischen Nelken, Kokos und frischem Fisch. Sansibar ist muslimisch geprägt, tropisch warm das ganze Jahr – und am schönsten in der Trockenzeit.

Reiseführer

Sansibar von A bis Z

Aktualisiert Juli 2026

Der Landeanflug erzählt schon alles. Unter dir schiebt sich das Riff wie ein türkiser Ring um die Insel, dann Palmenwedel, Wellblechdächer und die weißen Segel der Dhaus vor Stone Town. Wenn sich die Flugzeugtür öffnet, legt sich die feuchtwarme Luft wie ein Tuch über dich, und irgendwo zwischen Kerosin und Meer liegt der Geruch von Nelken – der Duft, der Sansibar seit Jahrhunderten seinen Beinamen Gewürzinsel gibt.

Sehenswürdigkeiten

Die schönsten Sehenswürdigkeiten auf Sansibar

Sansibar ist keine Insel, die man nur am Pool absitzt – zwischen Korallenstein-Altstadt, Regenwald und Riff liegen die Ausflüge oft nur eine kurze Fahrt auseinander.

Der erste Anlaufpunkt ist Stone Town, die Altstadt der Inselhauptstadt Zanzibar City, seit 2000 auf der UNESCO-Welterbeliste. Verlauf dich hier bewusst: Ein festes Ziel funktioniert in dem Gassenlabyrinth ohnehin selten, und genau darin liegt der Reiz. Sieh dir das House of Wonders (Beit al-Ajaib) und das benachbarte Old Fort an, wirf einen Blick auf die anglikanische Christ Church, die auf dem Gelände des einstigen Sklavenmarkts steht, und lass dich an einem der geschnitzten Holztore erklären, warum arabische Türen eckig und indische Türen rund (mit Messingdornen) geschlossen sind. Ein bis zwei geführte Stunden am Vormittag ordnen das Gewirr, danach erkundest du auf eigene Faust weiter.

Vor der Küste von Stone Town liegen zwei lohnende Bootsziele. Prison Island (Changuu) erreichst du in einer knappen halben Stunde per Boot; auf der einstigen Quarantäneinsel leben heute Aldabra-Riesenschildkröten, von denen einige über hundert Jahre alt sind. Im Süden der Insel, bei Kizimkazi, starten am frühen Morgen die Bootstouren zu den Delfinen, die dort ganzjährig im flachen Wasser jagen – geh das respektvoll an und such einen Anbieter, der Abstand hält, statt den Tieren hinterherzujagen.

Im Inselinneren wartet der Jozani-Wald mit den endemischen Red-Colobus-Affen, dazu die Gewürzfarmen im fruchtbaren Gürtel rund um Stone Town, auf denen Nelken, Muskat, Zimt und Vanille wachsen – die Spice Tour ist Klassiker und Aha-Erlebnis zugleich, weil du zum ersten Mal siehst, wie Pfeffer als Ranke oder Muskat in seiner roten Netzhülle tatsächlich aussieht. Wer Geschichte mag, besucht das kleine Freddie-Mercury-Museum: Der Queen-Sänger wurde 1946 als Farrokh Bulsara in Stone Town geboren.

Plane die Ausflüge klug um deinen Standort herum. Von Stone Town aus liegen Prison Island, Spice Farm und Jozani günstig; von der Ostküste kombinierst du Jozani mit dem Weg zur Küste, weil der Park genau dazwischen liegt. Für die Nordstrände Nungwi und Kendwa lohnt sich eher ein eigener Tag in Stone Town am Anfang oder Ende der Reise. Rechne mit Fahrzeiten: Von Nungwi bis Paje quer über die Insel bist du trotz kurzer Distanz gut anderthalb bis zwei Stunden unterwegs, weil die Straßen durch die Dörfer führen.

Stone Town

Stone Town und das koloniale Erbe der Insel

In Stone Town verlierst du zuerst die Orientierung und dann jedes Zeitgefühl – die Gassen sind so eng, dass sich zwei Motorräder kaum ausweichen können, und hinter jeder Ecke öffnet sich ein neuer Innenhof.

Stone Town, auf Swahili Mji Mkongwe, ist der alte Kern von Zanzibar City und verdankt seinen Namen dem Korallenstein, aus dem die Kaufmanns- und Palasthäuser im 19. Jahrhundert errichtet wurden. Die Stadt war Umschlagplatz für Gewürze, Elfenbein und – bis ins späte 19. Jahrhundert – für versklavte Menschen; dieser Handel machte die Sultane von Sansibar reich und prägt bis heute die Erinnerungsorte der Altstadt. Der aufwendig restaurierte, dann teilweise eingestürzte Palast House of Wonders und die anglikanische Kathedrale über dem ehemaligen Sklavenmarkt erzählen beide Seiten dieser Geschichte.

Das Markenzeichen der Stadt sind ihre Türen: über fünfhundert kunstvoll geschnitzte Holzportale mit Messingdornen, Lotosblüten, Ketten oder Koranversen. Sie waren Statussymbole – je reicher der Hausherr, desto prächtiger das Tor. Nimm dir Zeit, die Motive zu lesen, sie verraten Herkunft und Glauben der einstigen Bewohner. Rund um den Markt Darajani riecht es nach Gewürzen und frischem Fisch, in den Werkstätten der Gassen hämmern Silberschmiede, und immer wieder öffnet sich der Blick auf einen begrünten Innenhof, in den kaum ein Tourist findet.

Am späten Nachmittag zieht es alle ans Wasser. Der Forodhani-Garten an der Uferpromenade verwandelt sich nach Sonnenuntergang in einen Streetfood-Markt: An Dutzenden Ständen brutzeln Fischspieße, Garnelen und die berühmte Zanzibar Pizza, ein herzhaftes oder süßes Teigpäckchen von der heißen Platte. Setz dich mit einem frisch gepressten Zuckerrohrsaft auf die Kaimauer und sieh zu, wie die Jungs vom Old Fort ins Hafenbecken springen und die Dhaus zur letzten Fahrt des Tages auslaufen.

Ein praktischer Hinweis zum Verhalten: Stone Town ist konservativ muslimisch. Bedeckte Schultern und Knie sind hier kein Kann, sondern eine Frage des Respekts, besonders während des Ramadan, wenn tagsüber viele kleine Lokale geschlossen bleiben. Fotografiere Menschen nur nach Nachfrage, und rechne abends damit, dass junge 'Papasi' – inoffizielle Guides – dir ihre Dienste anbieten; ein freundliches, klares Nein genügt. In der Altstadt bist du zu Fuß am schnellsten, ein Auto käme ohnehin nicht durch die Gassen.

Strände

Die schönsten Strände auf Sansibar

Es gibt nicht den einen Sansibar-Strand – es gibt den ruhigen Norden zum Baden, den windigen Osten zum Kiten und die stillen Buchten im Südosten, und welcher zu dir passt, hängt vor allem an den Gezeiten.

Der entscheidende Faktor auf Sansibar heißt Tide. An der langen Ostküste – Paje, Jambiani, Matemwe – ist der Gezeitenunterschied enorm: Bei Ebbe zieht sich das Meer hunderte Meter zurück, gibt eine helle Lagune mit Seegras und den Seetangfeldern der Frauen frei, und richtig schwimmen kannst du erst wieder mit der Flut. Das ist kein Mangel, sondern Charakter – nur solltest du es vorher wissen, damit die Erwartung stimmt. Wer unabhängig von der Uhr ins tiefe Wasser will, ist im Norden besser aufgehoben.

Nungwi und das benachbarte Kendwa an der Nordspitze sind die Bade-Champions der Insel: Hier fällt der Tidenhub gering aus, der Sand ist puderweiß, und das türkise Wasser bleibt fast den ganzen Tag über schwimmbar. Nungwi ist lebhaft, mit Beach Bars, Tauchbasen und einer traditionellen Dhau-Werft; Kendwa gilt als etwas entspannter und ist bekannt für seine Full-Moon-Nächte. Weil die Nordspitze nach Westen offen liegt, versinkt die Sonne hier abends direkt im Meer – anders als an der Ostküste, wo sie hinter der Insel untergeht.

Die Ostküste ist das Reich der Kitesurfer. In Paje weht von Juni bis September (Kusi-Monsun) und von Dezember bis Februar (Kaskazi) verlässlich Wind über das flache Lagunenwasser hinter dem Riff – ideale Bedingungen für Anfänger wie Fortgeschrittene, mit einer ganzen Reihe von Kiteschulen direkt am Strand. Zwischen den Windmonaten geht es ruhiger zu. Jambiani südlich davon ist dörflicher und schläfriger, ein guter Ort, wenn du weniger Party und mehr Alltag der Insel suchst.

Für Ruhe abseits der bekannten Namen lohnt der Blick auf die kleineren Strände: Matemwe im Nordosten liegt direkt gegenüber dem Mnemba-Atoll und ist Ausgangspunkt für die besten Schnorcheltouren, Pongwe im Osten versteckt sich in einer geschützten, fast tidenfreien Bucht, und Kizimkazi ganz im Süden verbindet Strand mit Delfin-Touren. Grundregel für alle Küsten: Wasserschuhe einpacken – Seeigel, Steinkorallen und der raue Riffboden machen barfuß bei Ebbe keinen Spaß.

Nungwi & Kendwa

Nungwi und Kendwa an der Nordspitze

Nungwi war einmal ein Fischerdorf am nördlichsten Zipfel der Insel und ist heute ihr lebendigstes Strandrevier – aber unter der Oberfläche schlägt noch das alte Herz aus Bootsbau und Fischfang.

Nungwi liegt an der Nordspitze von Unguja, dort, wo Ost- und Westküste zusammenlaufen. Weil die Tide hier kaum ins Gewicht fällt, ist es der einzige Teil der Insel, an dem du zu jeder Tageszeit ins tiefe, klare Wasser gehen kannst – der Hauptgrund, warum sich hier die Dichte an Resorts, Beach Bars und Tauchschulen ballt. Trotz des Trubels ist Nungwi kein reines Ferienkonstrukt: Am Nordstrand bauen Handwerker bis heute die hölzernen Dhau-Segelboote von Hand, ohne Baupläne, nur nach überliefertem Maß.

Unmittelbar östlich schließt Kendwa an, nur wenige Fahrminuten oder einen Strandspaziergang bei Ebbe entfernt. Kendwa ist breiter, ruhiger und für seine monatlichen Full-Moon-Partys bekannt, zu denen Reisende von der ganzen Insel anreisen. Beide Strände teilen sich denselben großen Vorteil: Sie schauen nach Westen, weshalb der Sonnenuntergang über dem offenen Indischen Ozean hier zum abendlichen Ritual wird – am besten mit einem kalten Kilimanjaro-Bier oder einem frischen Kokosnuss-Drink an der Beach Bar.

In Nungwi lohnt der Besuch des Mnarani Marine Turtles Conservation Pond, eines gemeindegetragenen Meeresschildkröten-Projekts an einer natürlichen Gezeitenlagune, in dem verletzte und gefangene Grüne Meeresschildkröten aufgepäppelt und ausgewildert werden. Vom Norden aus starten außerdem Tauch- und Schnorcheltouren, Sonnenuntergangs-Segeltörns auf traditionellen Dhaus und Angelausfahrten. Wer es aktiver mag, findet hier die größte Auswahl an Wassersport auf der Insel.

Ein ehrliches Wort zur Erwartung: Nungwi ist gebaut und geschäftig, mit Souvenirständen, Straßenverkäufern und abends Musik aus den Bars – wer absolute Abgeschiedenheit sucht, ist an der Ostküste oder in Matemwe besser aufgehoben. Der Reiz von Nungwi liegt gerade in der Mischung aus jederzeit badbarem Wasser, dörflichem Bootsbau und dem entspannten Trubel am Abend. Für den ersten Sansibar-Besuch ist es ein dankbarer, unkomplizierter Standort.

Natur

Der Jozani-Wald und die Red-Colobus-Affen

Zwischen Stone Town und der Ostküste kippt die Landschaft plötzlich ins Grüne. Hoher Wald, feuchte Luft, und irgendwo über dir raschelt es in den Kronen – der Jozani-Wald ist das grüne Gegenstück zu den Stränden.

Der Jozani-Chwaka-Bay-Nationalpark ist der einzige Nationalpark Sansibars und schützt den letzten größeren Rest des einst weit ausgedehnten Grundwasserwaldes der Insel. Sein Star ist der Sansibar-Red-Colobus (Piliocolobus kirkii), eine Affenart, die es nur auf diesem Archipel gibt und die lange als bedroht galt. Die Tiere sind an Besucher gewöhnt und lassen sich in kleinen Gruppen aus wenigen Metern Entfernung beobachten, während sie durch das Blätterdach turnen – ein geführter Rundgang dauert rund eine Stunde.

Zum Park gehört mehr als die Affen. Ein hölzerner Steg führt durch einen Mangrovenwald an der Chwaka-Bucht, wo du bei Flut das Wurzelgeflecht im Brackwasser stehen siehst und bei Ebbe Krebse über den Schlick huschen. Guides erklären unterwegs die Pflanzen des Waldes und ihren Nutzen in der lokalen Medizin. Halte Abstand zu den Affen und füttere sie auf keinen Fall – der Kontakt kann Krankheiten übertragen, und gefütterte Tiere verlieren ihre Scheu und werden zum Problem.

Der Park liegt verkehrsgünstig etwa auf halber Strecke zwischen Stone Town und den Ostküstenstränden Paje und Jambiani, weshalb sich der Besuch perfekt in den Transfertag einbauen lässt – Fahrer und Touren nehmen den Stopp gern mit auf. Geh früh am Morgen oder am späten Nachmittag, dann sind die Affen aktiver und die Mittagshitze bleibt dir erspart. Der Eintritt wird vor Ort erhoben und schließt den Pflichtguide ein; die genauen Gebühren solltest du tagesaktuell prüfen.

Wer tiefer eintauchen will, kombiniert Jozani mit einer benachbarten Gewürzfarm oder mit dem Butterfly Centre am Parkrand, einem gemeindegetragenen Schmetterlingsgarten. Festes Schuhwerk, Mückenschutz und Wasser gehören in den Rucksack, denn im Wald ist es feucht und warm. Für Familien ist der Rundgang gut machbar – die Wege sind eben, die Distanzen kurz, und Kinder sind von den turnenden Affen meist sofort gefesselt.

Wassersport

Tauchen und Schnorcheln rund um Sansibar

Unter der Wasseroberfläche beginnt die zweite Insel – ein Riffgürtel voller Papageienfische, Muränen und Meeresschildkröten, und am Mnemba-Atoll wird das Wasser so klar, dass du den Grund in zehn Metern noch scharf siehst.

Das bekannteste Revier ist das Mnemba-Atoll vor der Nordostküste bei Matemwe – ein geschütztes Korallenriff rund um eine winzige Privatinsel. Zum Schnorcheln fährst du mit dem Boot an den Rand des Atolls, wo sich Riffbarsche, Doktorfische, Muränen und mit etwas Glück Grüne Meeresschildkröten und Delfine tummeln. Weil das Gebiet unter Schutz steht, wird eine Parkgebühr fällig. Buche die Tour über eine seriöse Basis, die die Gruppen klein hält und das Riff nicht überläuft – die besten Zeiten sind der frühe Vormittag bei ruhiger See.

Zum Tauchen bietet Sansibar für alle Level etwas. Rund um Nungwi und Kendwa im Norden liegen Riffe und der bekannte Tauchplatz Leven Bank, ein tieferer Spot mit starker Strömung und großem Fisch, eher für erfahrene Taucher. Anfänger und Kurse sind an den geschützten Riffen um Mnemba und an der Küste gut aufgehoben. Zahlreiche Tauchbasen an den Nordstränden bieten PADI-Kurse vom Schnuppertauchen bis zum Divemaster an; achte auf gepflegtes Equipment und zertifizierte Instruktoren.

Neben Maske und Flasche hat Sansibar noch mehr Wassersport zu bieten. Kitesurfen ist an der Ostküste bei Paje in den Windmonaten ein eigener Kosmos mit Schulen und Verleih. Auf traditionellen Dhaus geht es zu Sonnenuntergangs-Törns oder zur 'Safari Blue', einer beliebten Tagestour im Süden mit Schnorcheln, Sandbank-Stopp und Seafood-Lunch. Stand-up-Paddling über die stillen Lagunen bei Ebbe und Hochsee-Angeln auf Thunfisch und Marlin runden das Angebot ab.

Ein Wort zum verantwortungsvollen Umgang: Fass die Korallen nicht an, steh nie auf dem Riff, und benutz möglichst riffverträgliche Sonnencreme. Sansibars Riffe leiden wie viele tropische Riffe unter Erwärmung und Bleiche – wer sie erleben will, hilft mit rücksichtsvollem Verhalten, sie zu erhalten. Die Sichtweiten sind ganzjährig gut, am besten in der Trockenzeit, wenn weniger Regen Sediment ins Wasser spült und die See ruhiger liegt.

Safari & Insel

Sansibar mit einer Safari in Tansania kombinieren

Für viele ist Sansibar nicht das Ganze, sondern der zweite Akt. Erst Staub, Löwen und der weite Horizont der Serengeti, dann Palmen, Riff und ein Cocktail am Strand – die klassische Kombination aus Bush and Beach.

Die Verbindung von Safari und Insel ist die beliebteste Art, Tansania zu bereisen, und geografisch naheliegend: Der berühmte Nordosten mit Serengeti, Ngorongoro-Krater, Tarangire und Lake Manyara liegt rund um die Stadt Arusha, von wo aus du in gut anderthalb Stunden nach Sansibar fliegst. Die typische Reihenfolge ist erst Safari, dann Strand – so klingt die intensive, frühmorgens getaktete Pirschfahrten-Woche danach am Meer entspannt aus, statt umgekehrt vom Nichtstun in die 5-Uhr-Weckrufe zu stolpern.

Zeitlich solltest du der Safari ihre eigene Woche geben: Drei bis fünf Nächte im nördlichen Safari-Kreislauf reichen für Serengeti und Ngorongoro, danach drei bis fünf Nächte Sansibar zum Ausklang. Wer die Große Migration der Gnus sehen will, plant nach Saison – die Herden ziehen im Jahreslauf durch die Serengeti, mit den Flussüberquerungen meist zwischen Juli und Oktober im Norden des Parks. Praktischerweise fällt diese Zeit mit der Trockenzeit auf Sansibar zusammen, sodass beide Etappen ihr bestes Fenster teilen.

Die Verbindung läuft fast immer über den Luftweg. Kleine Regionalfluglinien verbinden die Airstrips der Serengeti und den Flughafen Arusha (bzw. Kilimanjaro International) mit dem Flughafen Sansibar; ein Umstieg über Dar es Salaam ist ebenfalls möglich. Rechne die internationalen Anschlüsse mit ein: Viele fliegen mit einem Umstieg über Doha, Dubai oder Addis Abeba an, machen die Safari im Norden und beenden die Reise über den Flughafen Sansibar mit Rückflug ab dort – das spart die Rückfahrt nach Arusha.

Damit die Kombination reibungslos läuft, buchst du sie am besten als Gesamtpaket über einen Veranstalter oder eine spezialisierte Agentur, die Transfers, Inlandsflüge und die Übergabe zwischen Safari-Guide und Insel-Hotel aufeinander abstimmt. Denk an die praktischen Details: leichtes Gepäck wegen der strengen Gewichtslimits der Buschflieger, gedeckte, neutrale Kleidung für die Pirsch und Badezeug obenauf. Und plane einen Puffertag ein – verpasst du einen Buschflug, willst du deinen internationalen Rückflug nicht auch reißen.

Unterkünfte

Hotels auf Sansibar vom Beach Resort bis zum Boutique-Riad

Wo du auf Sansibar schläfst, entscheidet über deinen ganzen Urlaubstyp – der Norden ist Strand und Trubel, der Osten Ruhe und Wind, und Stone Town verkauft dir Geschichte statt Meerblick.

Die Frage nach dem richtigen Hotel auf Sansibar ist zuerst eine Frage nach der Region. Nungwi und Kendwa im Norden bieten die größte Dichte an Strandresorts aller Kategorien, von der einfachen Bungalowanlage bis zum großen All-inclusive-Haus – hier badest du unabhängig von den Gezeiten und hast Bars, Tauchbasen und Restaurants in Laufweite. Der Osten (Paje, Jambiani, Matemwe, Pongwe) ist ruhiger, individueller und oft von kleineren, inhabergeführten Lodges geprägt; dafür musst du dich mit den Gezeiten arrangieren.

Wer die Kultur der Insel in den Mittelpunkt stellt, wohnt ein, zwei Nächte in Stone Town selbst. In der Altstadt sind alte Kaufmannshäuser und Paläste zu charaktervollen Boutique-Hotels umgebaut worden, mit geschnitzten Betten, Innenhöfen und Dachterrassen, auf denen abends das Frühstück zum Sundowner-Platz wird. Meerblick und breiter Sandstrand fehlen hier zwar, dafür trittst du morgens direkt ins Getümmel der Gassen. Ideal als Auftakt oder Abschluss, kombiniert mit ein paar Strandtagen.

Am oberen Ende des Marktes stehen die Luxusresorts und die winzigen Privatinsel-Lodges – Mnemba Island vor der Nordostküste ist das prominenteste Beispiel und entsprechend teuer. Doch Sansibar bedient längst nicht nur das Premium-Segment: Backpacker-Hostels in Paje, Mittelklasse-Bungalows in Jambiani und Familien-Resorts in Nungwi decken jedes Budget ab. Achte bei der Buchung auf die Angabe, ob der Strand vor dem Haus bei Ebbe schwimmbar bleibt – das steht selten im Prospekt, macht aber den Unterschied.

Ein paar handfeste Tipps zur Auswahl: Prüfe, ob das Haus einen Pool hat, wenn du an der Ostküste die Ebbe-Stunden überbrücken willst. Frag nach Moskitonetzen und Klimaanlage – in der feuchtwarmen Regenzeit ein echter Komfortfaktor. Und rechne bei abgelegenen Lodges damit, dass Transfers vom Flughafen eine bis zwei Stunden dauern und extra kosten. In der Hochsaison von Juli bis September und über Weihnachten/Neujahr sind die guten Häuser früh ausgebucht – buche rechtzeitig.

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Essen & Trinken

Essen und Trinken auf Sansibar

Sansibars Küche schmeckt nach ihrer Geschichte – Kokos aus dem eigenen Garten, Gewürze aus dem Hinterland, Rezepte aus Indien, Arabien und Afrika, und der frische Fang liegt morgens noch auf dem Markt.

Die Basis der Inselküche ist Swahili-Food mit indischem und arabischem Einschlag. Reisgerichte wie Pilau (mit Nelken, Zimt und Kardamom gewürzt) und Biryani stehen fast überall auf der Karte, dazu Curries aus Fisch, Oktopus oder Hühnchen, oft in Kokosmilch geschmort. Kokos ist allgegenwärtig – als Milch in der Sauce, als Raspel im Gemüse, als Wasser aus der frisch aufgehackten Nuss. Zum Frühstück gibt es Mandazi, leicht süße frittierte Teigkissen, und Chai mit viel Ingwer und Gewürzen.

Der beste Einstieg ist der Forodhani-Nachtmarkt in Stone Town. Sobald die Sonne untergeht, bauen die Stände am Wasser auf, und du isst dich durch: Spieße von Marlin und Tintenfisch, gegrillte Garnelen, Urojo (die 'Zanzibar Mix'-Suppe), Zuckerrohrsaft frisch durch die Presse und die berühmte Zanzibar Pizza – ein dünn ausgezogenes Teigpäckchen, gefüllt mit Hackfleisch und Ei oder süß mit Banane und Schokolade, auf der Platte knusprig gebraten. Wähle Stände mit viel Andrang und heißer, frisch zubereiteter Ware.

Meeresfrüchte sind der Trumpf der Insel. Oktopus-Curry, Wahoo, Kingfish, Hummer und Riesengarnelen kommen fast direkt vom Boot – in den Strandrestaurants von Nungwi bis Jambiani bekommst du sie am Abend gegrillt mit Blick aufs Meer. An der Ostküste solltest du unbedingt einmal ein Rock-Restaurant besuchen: Lokale, die auf einem Felsen im Meer stehen und bei Flut nur per Boot erreichbar sind. Zum runterspülen gibt es lokales Kilimanjaro- oder Serengeti-Bier und frische Fruchtsäfte.

Zwei Hinweise für den Alltag: Sansibar ist muslimisch, Alkohol gibt es vor allem in touristischen Restaurants, Beach Bars und Resorts, seltener in einfachen lokalen Lokalen. Während des Ramadan bleiben tagsüber viele kleine Garküchen geschlossen, die Hotels versorgen ihre Gäste aber normal. Beim Wasser bleibst du besser bei versiegelten Flaschen und verzichtest auf Eiswürfel unklarer Herkunft; gewaschener roher Salat kann empfindlichen Mägen zusetzen – gegartes Essen ist die sichere Wahl.

Anreise & Mobilität

Anreise nach Sansibar und unterwegs auf der Insel

Nach Sansibar zu kommen dauert einen langen Reisetag – aber wenn sich die Flugzeugtür in der tropischen Hitze öffnet oder die Fähre in den Hafen von Stone Town gleitet, ist der Rest der Welt weit weg.

Von Deutschland gibt es keine durchgehenden Direktflüge nach Sansibar; du fliegst mit einem Umstieg über ein Drehkreuz. Gängige Verbindungen führen über Doha (Qatar Airways), Dubai (Emirates/flydubai), Istanbul (Turkish Airlines) oder Addis Abeba (Ethiopian) zum Abeid Amani Karume International Airport (ZNZ) etwas außerhalb von Stone Town. Reine Flugzeit plus Umstieg summieren sich schnell auf zwölf bis fünfzehn Stunden. Alternativ fliegst du zunächst nach Dar es Salaam auf dem tansanischen Festland und setzt von dort über.

Die Fähre ist die klassische Verbindung vom Festland. Schnellkatamarane (etwa Azam Marine) pendeln mehrmals täglich zwischen Dar es Salaam und Stone Town und brauchen für die Überfahrt rund zwei Stunden. Buche ein Ticket der oberen Klasse und rechne mit reger Betriebsamkeit am Hafen. Wer nur wenig Zeit hat, spart mit dem kurzen Inlandsflug ab Dar es Salaam (rund 20 Minuten) den Transfer und den Fährhafen – dafür ist die Fähre günstiger und ein Erlebnis für sich.

Für die Einreise nach Tansania brauchst du als deutscher Staatsbürger ein Visum (eVisa vorab online oder Visa on Arrival gegen Gebühr) und einen mindestens sechs Monate über das Reiseende hinaus gültigen Reisepass. Beachte außerdem, dass für Sansibar eine obligatorische Reisekrankenversicherung eingeführt wurde, die du vor der Einreise online abschließt – prüfe die aktuellen Bestimmungen kurz vor Abflug, weil sich Gebühren und Pflichten hier ändern können. Ein Gelbfieber-Nachweis wird nur bei Einreise aus einem Gelbfiebergebiet verlangt.

Auf der Insel selbst bist du am flexibelsten mit einem privaten Fahrer oder gebuchten Transfers – die meisten Hotels organisieren die Abholung, und für Ausflüge mietest du Wagen samt Fahrer für den Tag. Selbstfahren ist möglich, aber wegen Linksverkehr, schlechter Ausschilderung und eigener Sansibar-Führerscheinregel eher etwas für Erfahrene. Die günstigen Dala-Dalas (Sammel-Kleinbusse) sind authentisch, aber langsam und voll. Für kurze Strecken gibt es Taxis; handle den Preis immer vor der Fahrt aus, es gibt keine Taxameter.

Mietwagen

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Beste Reisezeit & Wetter

Beste Reisezeit für Sansibar mit Wetter und Klima im Jahreslauf

Sansibar ist tropisch und ganzjährig warm – die Frage ist nicht, ob es warm genug ist, sondern ob es gerade regnet, und danach richtet sich die beste Reisezeit.

Das Klima auf Sansibar ist tropisch mit zwei Regenzeiten: der langen Regenzeit (Masika) von April bis Mai mit den heftigsten Schauern und der kurzen Regenzeit (Vuli) im November. Dazwischen liegen die beiden Trockenzeiten, die den Reisekalender bestimmen. Die Temperaturen bleiben das ganze Jahr über zwischen etwa 26 und 33 Grad, das Meer ist mit 26 bis 29 Grad durchweg badewarm. Die Luftfeuchtigkeit ist hoch; angenehm wird es vor allem, wenn in der langen Trockenzeit die Kusi-Brise weht.

Jan32°24°heiß, kurze Trockenzeit
Feb33°24°heißester Monat, trocken
Mär32°24°schwül, erste Schauer
Apr30°24°lange Regenzeit, nass
Mai29°23°Regen lässt nach
Jun29°22°trocken, Kusi-Brise
Jul28°21°trocken, angenehm kühl
Aug28°21°trocken, Hauptsaison
Sep29°21°trocken, klare See
Okt30°22°trocken, wird wärmer
Nov31°23°kurze Regenzeit
Dez32°24°abtrocknend, festlich

Beste Reisezeit · Balken = Tageshöchstwert

Die beste Reisezeit für Sansibar ist die lange Trockenzeit von Juni bis Oktober: trockene Luft, etwas kühlere 28 bis 30 Grad, ruhige See und beste Sicht beim Schnorcheln – zugleich das Fenster für eine Safari-Kombination im Norden Tansanias. Die kurze Trockenzeit im Januar und Februar ist ebenfalls gut, aber heißer und schwüler. Meiden solltest du die lange Regenzeit von April bis Mai, wenn viele kleine Lodges sogar schließen.

Gut zu wissen

Häufige Fragen zu Sansibar

Wo genau liegt Sansibar?
Sansibar ist ein Archipel im Indischen Ozean, etwa 40 Kilometer vor der tansanischen Küste in Ostafrika. Als halbautonomer Teil gehört es zu Tansania. Die Hauptinsel Unguja trägt Stone Town, die Nordstrände und den Jozani-Wald; die zweite große Insel heißt Pemba.
Wann ist die beste Reisezeit für Sansibar?
Am verlässlichsten ist die lange Trockenzeit von Juni bis Oktober mit trockener Luft, ruhiger See und guter Schnorchelsicht. Auch Januar und Februar sind trocken, aber deutlich heißer. Die lange Regenzeit im April und Mai gilt als Nebensaison mit den kräftigsten Schauern.
Braucht man für Sansibar ein Visum?
Ja. Deutsche brauchen für die Einreise nach Tansania ein Visum, das du als eVisa vorab online beantragst oder gegen Gebühr bei Ankunft bekommst. Der Reisepass muss noch mindestens sechs Monate gültig sein. Zusätzlich gilt für Sansibar eine obligatorische Reisekrankenversicherung.
Wie kommt man von Deutschland nach Sansibar?
Direktflüge gibt es nicht; die Anreise führt mit einem Umstieg über Drehkreuze wie Doha, Dubai, Istanbul oder Addis Abeba zum Flughafen Sansibar (ZNZ). Alternativ fliegst du nach Dar es Salaam und nimmst die Schnellfähre, die in rund zwei Stunden nach Stone Town übersetzt.
Ist Sansibar ein Malaria-Gebiet?
Ja, Sansibar liegt in einem Malaria-Gebiet, wenn auch mit geringerem Risiko als das Festland. Zu Prophylaxe, Impfungen und Mückenschutz berät dich am besten ein Tropen- oder Reisemediziner rechtzeitig vor der Reise. Langärmlige Kleidung am Abend und Repellent sind sinnvoll.
Kann man auf Sansibar wegen der Gezeiten überall baden?
Nein. An der Ostküste (Paje, Jambiani) ist der Tidenhub groß, das Meer zieht sich bei Ebbe weit zurück. Im Norden bei Nungwi und Kendwa fällt der Gezeitenunterschied gering aus, sodass du dort unabhängig von den Gezeiten den ganzen Tag schwimmen kannst.
Wie viele Tage sollte man auf Sansibar bleiben?
Für Strand plus ein, zwei Ausflüge reichen fünf bis sieben Nächte. Als Ausklang einer Safari in Tansania genügen oft drei bis vier Nächte. Wer Stone Town, den Norden und die Ostküste kombinieren möchte, plant besser sieben bis zehn Tage ein.
Kann man Sansibar mit einer Safari verbinden?
Ja, das ist die beliebteste Reiseform. Der nördliche Safari-Kreislauf mit Serengeti und Ngorongoro liegt rund um Arusha, von wo aus du in etwa anderthalb Stunden nach Sansibar fliegst. Üblich ist erst die Safari, dann der Strand als entspannter Abschluss.
Was zieht man auf Sansibar an?
Am Strand und im Resort ist Badekleidung normal. In Stone Town und den Dörfern kleidest du dich bedeckt, mit Schultern und Knien verhüllt – Sansibar ist überwiegend muslimisch. Während des Ramadan gilt besondere Zurückhaltung. Leichte, luftige Kleidung ist wegen der Hitze am angenehmsten.
Was sind die wichtigsten Sehenswürdigkeiten auf Sansibar?
Stone Town mit seinen geschnitzten Türen und dem Forodhani-Nachtmarkt, die Strände von Nungwi und Kendwa, der Jozani-Wald mit den Red-Colobus-Affen, das Riff am Mnemba-Atoll sowie die Gewürzfarmen rund um Stone Town. Prison Island und die Delfine bei Kizimkazi ergänzen das Programm.
Welche Währung gilt auf Sansibar?
Offizielle Währung ist der Tansania-Schilling (TZS), im Tourismus werden aber auch US-Dollar breit akzeptiert – bring Scheine ab Serie 2013 mit. In Stone Town und den Resorts gibt es Geldautomaten, in abgelegenen Dörfern nicht; halte immer etwas Bargeld für Taxis, Trinkgeld und den Markt bereit.
Ist Sansibar sicher für Touristen?
Sansibar gilt insgesamt als entspannt und gastfreundlich. Übliche Vorsicht wie an vielen Reisezielen genügt: Wertsachen nicht offen tragen, am Strand nichts unbeaufsichtigt lassen und nachts nicht allein durch dunkle Ecken laufen. Prüfe vor der Reise die aktuellen Sicherheitshinweise des Auswärtigen Amts.
SansibarGewürzduft in den Gassen von Stone Town, weißer Sand im Norden und der Indische Ozean in fünf Blautönen – Sansibar ist Tansanias Inselgegenpol zur Savanne.
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