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Mokka-Milch-Eisbar Berlin: Legendäres DDR-Café eröffnet 2026 neu

Jakob K.7 Min. Lesezeit

Die ikonische Mokka-Milch-Eisbar an der Karl-Marx-Allee kehrt im Frühjahr 2026 zurück – mit DDR-Charme, moderner Gastronomie und einem Hauch Nostalgie.

Häufig gestellte Fragen zur Mokka-Milch-Eisbar

Ein Mokka ist ein traditionelles Kaffeegetränk, das vor allem als türkischer Kaffee bekannt ist. Es wird aus staubfein gemahlenem Kaffee zubereitet, der mit Wasser und oft Zucker in einer kleinen Kanne aufgekocht wird. Der Kaffeesatz wird mitgetrunken, was dem Mokka seinen intensiven Geschmack verleiht. Der Name stammt von der jemenitischen Hafenstadt Mokka, wo hochwertige Arabica-Bohnen exportiert wurden.

Die Mokka-Milch-Eisbar befindet sich an der Karl-Marx-Allee 35 in Berlin-Mitte, direkt neben dem Kino International. Du erreichst sie am besten mit der U5 bis Strausberger Platz, nur eine Station vom Alexanderplatz entfernt. Von dort sind es 2-3 Minuten Fußweg.

Den Schlager In der Mokka-Milch-Eisbar sang Thomas Natschinski mit seiner Gruppe. Der Song wurde 1968/1969 veröffentlicht, der Text stammt von Hartmut König. Er wurde zum DDR-Beat-Hit und machte die Bar landesweit bekannt. Der Song erschien auf Amiga-Platten und löste einen regelrechten Eiscafé-Hype in der DDR aus.

Die Mokka-Milch-Eisbar öffnet im Frühjahr 2026 wieder ihre Türen. Ab April 2026 starten Test-Events für Coworking und Veranstaltungen, die vollständige Eröffnung von Café, Restaurant und Bar ist für Mai 2026 geplant. Stand Januar 2026 ist das Gebäude noch als Büro-/Showroom vermietbar.

Die Betreiber sind Alexander und Natacha Neumann, ein Unternehmer-Ehepaar, das mit der Marke Freche Freunde bekannt wurde. Sie pachten die Bar und schaffen einen Ort für Optimisten mit Café, Restaurant, Coworking und Events. Sie arbeiten selbst im Obergeschoss und integrieren Gemüse von ihrem eigenen Petershagen-Hof.

Die neue Mokka-Milch-Eisbar kombiniert Café, Restaurant, Bar, Coworking-Space und Eventlocation. Es gibt mediterrane Wohlfühlküche mit eigenem Gemüse, Mokka-Spezialitäten, Eis und Cocktails. Im Partykeller sind Tanzveranstaltungen, Konzerte, Jazzabende und Kunstevents geplant. Besonderheit: Laptops sind verboten, um echte Begegnungen zu fördern.

Die Stasi überwachte die Bar intensiv, weil sie als Treffpunkt für Jugendliche mit langen Haaren und offenen Gesprächen galt – was als passive Opposition betrachtet wurde. Die Bar wurde zur am schärfsten beobachteten Eisbar der Welt. Allein im Sommer 1967 fanden neun Partys unter Stasi-Beobachtung statt. Trotz Razzien blieb sie ein Ort für freies Denken.

Der Song beschreibt eine romantische Begegnung in der Eisbar. Der Sänger sitzt bei türkischem Kaffee, sie bei Honigflip. Es gibt Blicke, Lächeln und einen gemeinsamen Abend bis zu ihrer Tür. Der Refrain lautet: In der Mokka-Milch-Eisbar hat sie mich gesehn, in der Mokka-Milch-Eisbar, da ist es geschehn. Der Song symbolisiert Flirts und Jugendkultur im DDR-Alltag.

Mit 300 Plätzen war die Mokka-Milch-Eisbar ein Magnet für Warteschlangen, günstiges Eis (3 Kugeln für 95 Pfennig) und Shakes. Sie war ein Szeneladen für Jugendliche mit Shows, Tanz und offenen Gesprächen. Die Bar symbolisierte Konsum, Moderne und ein Stück Freiheit in der Planwirtschaft – trotz intensiver Stasi-Überwachung.

Die Mokka-Milch-Eisbar ist Teil eines architektonischen Ensembles mit Café Moskau und Kino International an der Karl-Marx-Allee. Alle drei Gebäude wurden im gleichen Zeitraum 1961/62 von den Architekten Josef Kaiser und Walter Franek entworfen. Sie bilden zusammen ein integriertes Ensemble der sozialistischen Prachtstraße und sind denkmalgeschützt.

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