Kulinarische Begriffe & Spezialitäten auf Reisen erklärt

Was ist Wasabi ? Und was steckt wirklich in der grünen Paste?

Wasabi (japanischer Meerrettich) ist eine scharfe japanische Würzpaste aus dem Rhizom der Pflanze Eutrema japonicum. Was im Westen als Wasabi verkauft wird, ist jedoch meist eine Mischung aus Meerrettich, Senf und Farbstoffen. Echter Wasabi ist selten, teuer und aromatisch viel komplexer.

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Wasabi ist eine scharfe Würzpaste aus dem Rhizom der japanischen Pflanze Eutrema japonicum – auch bekannt als japanischer Meerrettich. Die charakteristische grüne Farbe und die intensive Schärfe machen sie weltberühmt, doch was im Westen unter diesem Namen verkauft wird, hat mit dem Original oft wenig gemein. Wer wirklich verstehen will, was in seiner Sushi-Beilage steckt, sollte genauer hinschauen.

Warum das für Reisende wichtig ist

Wer Japan bereist oder in einem authentischen japanischen Restaurant speist, begegnet Wasabi in einer ganz anderen Qualität als gewohnt. In Japan wird frisches Wasabi-Rhizom traditionell auf einer feinen Reibe – idealerweise aus Haifischhaut – unmittelbar vor dem Servieren zu einer Paste gerieben. Das Ergebnis schmeckt nicht nur scharf, sondern besitzt eine blumige, leicht süßliche Tiefe, die mit dem Umami-reichen Geschmack von Sushi und Sashimi harmoniert. Diese Komplexität fehlt dem Ersatzprodukt vollständig.

Außerhalb Japans – und selbst in vielen japanischen Restaurants weltweit – besteht die grüne Paste überwiegend aus europäischem Meerrettich, gelbem Senf, Maisstärke und grünem Lebensmittelfarbstoff. Diese Mischung imitiert die Schärfe, nicht aber das Aroma. Wer im Reisealltag kulinarisch bewusst unterwegs ist und gehobene Gastronomie erkundet, wird den Unterschied spätestens beim ersten Bissen echter Wasabi-Paste bemerken.

In der Praxis

Echter Wasabi (hon-wasabi) wächst ausschließlich unter sehr spezifischen Bedingungen: in klarem, fließendem Bergwasser bei kühlen Temperaturen. Die Anbaugebiete in Japan – besonders in den Präfekturen Shizuoka, Nagano und Iwate – sind begrenzt, die Ernte aufwendig, und das Rhizom braucht bis zu zwei Jahre bis zur Reife. Das erklärt den hohen Preis: Frisches Wasabi-Rhizom zählt zu den teuersten Gewürzpflanzen der Welt.

Im Körper wirkt Wasabi über sogenannte Isothiocyanate – flüchtige Verbindungen, die beim Reiben der Pflanze entstehen. Sie stimulieren Schmerzrezeptoren in der Nasenschleimhaut, was den typischen „Nasenbrenner" erzeugt, der sich rasch verflüchtigt – anders als die anhaltende Zungenschärfe von Chili. Diese Isothiocyanate zeigen in wissenschaftlichen Studien antibakterielle, entzündungshemmende und möglicherweise antikarzinogene Eigenschaften. Die Frage, ob Wasabi gesund oder ungesund ist, lässt sich daher differenziert beantworten: In moderaten Mengen spricht viel für positive Effekte, übermäßiger Konsum kann den Magen reizen.

Zum Thema Bluthochdruck gibt es Hinweise, dass Isothiocyanate gefäßerweiternde Wirkung entfalten und damit potentiell blutdrucksenkend wirken könnten – belastbare Langzeitstudien am Menschen fehlen jedoch noch. Wasabi als Hausmittel gegen Hypertonie zu betrachten wäre verfrüht.

Die Frage, ob echtes Wasabi scharf ist, wird von vielen Erstkonsumenten überrascht beantwortet: Ja, aber anders. Die Schärfe ist intensiv, kurz und steigt direkt in die Nase – ohne die brennende Persistenz von Chili. In Kombination mit dem grünen Tee aus Japan wie Matcha teilt Wasabi die kulturelle Bedeutung als Produkt mit strengem regionalem Bezug und langer Tradition.

Worauf du achten solltest

  • Deklaration lesen: Echter Wasabi wird auf der Zutatenliste als Eutrema japonicum oder Wasabia japonica geführt. Steht dort nur Meerrettich und Farbstoff, handelt es sich um ein Ersatzprodukt.
  • Frische zählt: Frisch geriebener Wasabi verliert seine aromatischen Verbindungen innerhalb von 15 bis 20 Minuten. Fertige Tuben oder Dosen enthalten daher zwangsläufig Aromen- und Konservierungszusätze.
  • Preis als Indiz: Echter Wasabi in Restaurantqualität oder als frisches Rhizom ist im Vergleich zu Ersatzprodukten deutlich teurer – ein sehr günstiges „Wasabi"-Produkt ist mit hoher Wahrscheinlichkeit kein echtes.
  • In Japan nachfragen: Auch in Japan bieten nicht alle Restaurants automatisch hon-wasabi an. Im Zweifel lohnt es sich, aktiv nach frisch geriebenem Wasabi zu fragen.

Tipps

  • Frisches Wasabi-Rhizom kurz vor dem Verzehr reiben, nicht vorher – die Aromen sind flüchtig.
  • Wasabi nie mit kochendem Wasser oder Hitze in Kontakt bringen, da dies die Wirkstoffe abbaut.
  • Wer echten Wasabi probieren möchte, findet ihn in spezialisierten Japan-Restaurants oder auf Lebensmittelmessen mit Fokus auf asiatische Küche.
  • Das Geschmackserlebnis bei echtem Wasabi ergänzt sich besonders gut mit milden, umami-betonten Gerichten – die Schärfe reinigt den Gaumen, ohne zu dominieren.

Häufig gestellte Fragen zu Wasabi

Was ist Wasabi genau?

Wasabi ist eine japanische Gewürzpflanze (Eutrema japonicum), auch japanischer Meerrettich genannt. Das geriebene Rhizom ergibt eine grüne, scharf-aromatische Paste, die traditionell zu Sushi und Sashimi serviert wird.

Wie wird Wasabi im Deutschen noch genannt?

Die gebräuchlichsten Bezeichnungen sind japanischer Meerrettich, Wassermeerrettich und im Handel grüener Meerrettich. Historisch existiert auch der Begriff Bergstockrose, der heute kaum noch verwendet wird.

Ist Wasabi-Paste aus dem Supermarkt echter Wasabi?

In den meisten Fällen nein. Standard-Tuben bestehen hauptsächlich aus Meerrettich, Senf und grünem Farbstoff. Der echte Wasabi-Anteil liegt oft unter 5 Prozent oder ist gar nicht vorhanden. Schau auf die Zutatenliste.

Woran erkenne ich echten Wasabi?

Echter Wasabi ist lindgrün und leicht unregelmässig in der Textur, Imitat-Paste ist neongrün und makellos glatt. Auf echten Produkten steht Eutrema japonicum weit vorne in der Zutatenliste und der Preis ist deutlich höher.

Warum ist echter Wasabi so teür?

Der Anbau daürt 18 bis 36 Monate unter sehr spezifischen Bedingungen: kühles Bergwasser, Halbschatten und hohe Luftfeuchtigkeit. Die Erträge sind gering, die Produktion aufwendig. Frische Rhizome kosten in Deutschland rund 350 bis 500 Euro pro Kilogramm.

Wo kann ich frische Wasabi-Wurzel in Deutschland kaufen?

Frische Rhizome gibt es bei Online-Spezialisten wie obstwelt.com, japanische-lebensart.de oder etsy.de. Einige gut sortierte Feinkostläden führen sie ebenfalls. Immer auf kühlenden Versand achten.

Wie viel echter Wasabi braucht man pro Person?

Für einen Sushi-Abend reichen etwa 10 bis 20 Gramm geriebener Wasabi pro Person aus. Ein Rhizom von 80 bis 120 Gramm ist also für eine kleine Runde gut geeignet.

Wie lange hält frisch geriebener Wasabi?

Nach etwa 20 bis 30 Minuten hat die Paste bereits merklich an Schärfe und Geschmack verloren, da die flüchtigen Senföle verdampfen. Ungeriebenes Rhizom hält im Kühlschrank bis zu vier Wochen, eingefroren bis zu sechs Monate.

Warum brennt Wasabi in der Nase statt auf der Zunge?

Die Schärfe kommt von Allylisothiocyanat (AITC), einem flüchtigen Senfölglykosid das beim Reiben freigesetzt wird. Es stimuliert Rezeptoren in der Nasenschleimhaut. Daher das typische Nasenfeür statt Zungenbrennen.

Ist Wasabipaste grün, weil sie gefärbt wird?

Bei echter Wasabi-Paste kommt das Grün von der Pflanze selbst. Standard-Pasten aus Meerrettich werden künstlich gefärbt, oft mit E102, E133, Chlorophyll oder Spirulina, um das typische Grün zu imitieren.

Kann ich Wasabi selbst im Garten anbaün?

Ja, mit dem richtigen Standort ist das möglich. Die Pflanze braucht Halbschatten, konstante Feuchtigkeit und Temperaturen zwischen 7 und 20 Grad. Bis zum ersten Rhizom vergehen aber mindestens 18 bis 24 Monate.

Lohnt sich echte Wasabi-Paste gegenüber Pulver?

Das hängt vom Einsatz ab. Pulver aus 100 Prozent Wasabi ist deutlich günstiger als frisches Rhizom und gut haltbar, ein guter Kompromiss für regelmässigen Gebrauch. Frisch geriebenes Rhizom ist aromatisch überlegen, aber teür und nur kurz optimal.

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