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    Illustration für Was ist der Orientexpress? Der legendäre Luxuszug von Paris nach Istanbul

    Was ist der Orientexpress? Der legendäre Luxuszug von Paris nach Istanbul

    Reiseformen & Tourismustrends

    Der Orientexpress war ein legendärer Luxuszug, der ab 1883 Paris mit Istanbul verband und als Symbol für glamouröses Reisen gilt.

    Orientexpress – schon der Name weckt Bilder von Champagner in Kristallgläsern, samtenen Salons und geheimnisvollen Begegnungen in rattelnden Nachtzugabteilen. Dieser legendäre Zug war ab 1883 weit mehr als nur ein Transportmittel: Er war ein rollender Palast auf Schienen, der Westeuropa mit dem Orient verband und dabei Geschichte schrieb. Gegründet vom belgischen Eisenbahnpionier Georges Nagelmackers, revolutionierte der Zug das Reisen zwischen den Kulturen und wurde zum Inbegriff von Luxus und Abenteuer.

    Heute fährt der historische Orientexpress zwar nicht mehr als regulärer Linienzug, aber sein Erbe lebt weiter – in Nostalgie-Verbindungen, zahllosen Romanen und der Fantasie von Reisenden weltweit. Für alle, die vom goldenen Zeitalter der Eisenbahn träumen, bleibt er das ultimative Symbol eleganten Unterwegsseins.

    Die Geschichte des Orientexpress – Von der Vision zur Legende

    Die Idee zum Orientexpress entstand in den 1870er Jahren, als Georges Nagelmackers nach einer USA-Reise von den Pullman-Schlafwagen fasziniert war. Der 1845 in Lüttich geborene Bankierssohn wollte dieses Konzept nach Europa bringen – allerdings mit deutlich mehr Glamour. 1872 gründete er die Compagnie Internationale des Wagons-Lits (CIWL) in Paris und begann, ein Netz luxuriöser Nachtzugverbindungen aufzubauen.

    Am 5. Juni 1883 fuhr der erste Orientexpress als Testfahrt vom Pariser Gare de l'Est ab. Die offizielle Einweihungsfahrt mit Journalisten und Diplomaten folgte am 4. Oktober 1883 und dauerte stolze 81 Stunden und 40 Minuten bis nach Konstantinopel, dem heutigen Istanbul. Die ursprüngliche Orientexpress Strecke führte über Straßburg, München, Wien und Budapest bis Giurgiu in Rumänien. Von dort ging es per Donaufähre nach Ruse in Bulgarien, dann mit der Bahn nach Warna und schließlich per Dampfschiff über das Schwarze Meer nach Konstantinopel.

    Warum heißt der Orientexpress Orientexpress?

    Der Name erklärt sich aus der Route: Der Zug verband das westeuropäische "Abendland" mit dem "Orient" – ein Begriff, mit dem man damals die östlichen Regionen rund um Istanbul und das Osmanische Reich bezeichnete. "Express" stand für die damals beeindruckende Geschwindigkeit und den Direktverbindungscharakter ohne ständiges Umsteigen. Ab 1888 konnte der Zug endlich durchgehend auf Schienen bis Konstantinopel fahren, nachdem die Bahnverbindung über Budapest, Belgrad und Sofia fertiggestellt war.

    Die Blütezeit und legendäre Passagiere

    Zwischen 1883 und dem Ersten Weltkrieg erlebte der Zug seine große Blütezeit. Die klassische Route verband Metropolen wie Paris, Straßburg, München, Wien, Budapest, Bukarest, Sofia und Istanbul. Man nannte ihn den "König der Züge" und "Zug der Könige", weil gekrönte Häupter, Diplomaten, Künstler und wohlhabende Abenteurer an Bord gingen. Spione trafen auf Schriftsteller, Geschäftsleute auf Aristokraten – eine internationale Gesellschaft auf engstem Raum.

    Nach 1919 entstand mit dem Simplon-Orient-Express eine neue Variante, die über die Schweiz, Mailand und Venedig in Richtung Balkan und Istanbul führte. Kriege, politische Umwälzungen und später die Konkurrenz des Flugverkehrs führten zu ständigen Routenänderungen und Verkürzungen. Der reguläre Linienbetrieb wurde schließlich Anfang der 1960er Jahre eingestellt.

    Luxus auf Schienen – Was den Orientexpress so besonders machte

    Der Orientexpress war kein gewöhnlicher Zug – er war ein rollender Palast. Die Wagen aus den 1920er und 1930er Jahren glänzten mit edlen Hölzern, Intarsien, Samtpolstern und Jugendstil-Dekor. Kristalllüster erhellten die Speisewagen, Teppiche dämpften die Schritte, und jedes Abteil verfügte über komfortable Betten und Waschgelegenheiten. Ein persönlicher Steward kümmerte sich um jeden Wunsch.

    Das kulinarische Erlebnis war legendär: Mehrgängige Menüs der gehobenen französischen Küche, serviert auf feinstem Porzellan mit Silberbesteck. Champagner floss reichlich, die Bar- und Salonwagen luden zum Plaudern ein. Man reiste nicht einfach von A nach B – man genoss jede Minute dieser mehrtägigen Fahrt durch halb Europa. Der Service war auf Hotelniveau, und viele Passagiere beschrieben die Reise als luxuriöser als so manches Grand Hotel.

    Kulturelle Bedeutung und literarisches Erbe

    Kein anderer Zug hat die Popkultur so geprägt wie der Orientexpress. Agatha Christies "Mord im Orientexpress" von 1934 machte ihn weltberühmt als Schauplatz für Intrigen und Geheimnisse. Zahlreiche Filme, Romane und Dokumentationen folgten. Der Zug wurde zum Symbol für eine vergangene Epoche, als Reisen noch ein Abenteuer war und Zeit keine Rolle spielte.

    Fährt der Orientexpress noch? Aktuelle Verbindungen und Kosten

    Die gute Nachricht: Ja, eine Form des Orientexpress fährt noch heute! Der Venice Simplon-Orient-Express, betrieben von Belmond, verkehrt von März bis November mit originalen restaurierten Wagen aus den 1920er und 1930er Jahren. Die Hauptstrecke führt von Paris nach Venedig (oder umgekehrt) und dauert eine Nacht. Du steigst am Gare de Lyon ein, genießt Champagner, ein 4-Gänge-Dinner und wachst in Norditalien auf.

    Aber was kosten solche Orientexpress Fahrten heute? Die Preise beginnen bei etwa 4.275 Euro pro Person in einer Historic Cabin (Doppelbelegung, Etagenbetten) für die einfache Strecke Paris-Venedig. Suiten mit eigenem Bad kosten ab 8.800 Euro, Grand Suites über 13.500 Euro. Im Preis inbegriffen sind Mahlzeiten, Getränke und der legendäre Service. Alleinbelegung kostet 50-100% Aufschlag.

    Erweiterte Routen und besondere Fahrten

    Neben der Kernroute Paris-Venedig gibt es längere Varianten: London-Paris-Venedig (via Eurostar), Paris-Istanbul (6 Tage, ab 19.900 GBP), Paris-Budapest oder Paris-Prag. 2026 kommen neue Ziele wie die Amalfiküste hinzu. Die klassische Paris-Istanbul-Route wird nur ein- bis zweimal jährlich angeboten und ist Monate im Voraus ausgebucht.

    Termine für 2026 gibt es zahlreiche, etwa am 16./17. März, 9./10. April, 25./26. Juni, 17./18. August oder 23./24. November. Buchen kannst du direkt über Belmond oder spezialisierte Reiseveranstalter wie Ameropa oder Lernidee. Viele Fahrten haben Wartelisten, frühe Buchung ist also ratsam.

    Weitere Luxuszug-Alternativen

    Falls dir die Orientexpress Kosten zu hoch sind oder du andere Routen bevorzugst, gibt es Alternativen. Der Orient Express La Dolce Vita (seit 2025 von Accor und Trenitalia) fährt innerhalb Italiens ab Rom nach Venedig, in die Toskana oder nach Taormina – im Art-déco-Design der 1960er Jahre. Der Britannic Explorer von Belmond erkundet ab 2025 Großbritannien mit Privatbädern in jeder Kabine. Spaniens Transcantábrico oder Schottlands Royal Scotsman bieten ebenfalls Nostalgiecharme auf Schienen.

    Egal für welchen Luxuszug du dich entscheidest: Das Erlebnis bleibt einzigartig. Die Landschaft zieht gemächlich vorbei, du triffst interessante Mitreisende, genießt exzellente Küche und schläfst im Rhythmus der Schienen. Einmal im Leben sollte man sich diesen Traum gönnen – ob auf der klassischen Orientexpress Strecke oder einer modernen Variante. Die Magie des langsamen Reisens ist in unserer hektischen Zeit wertvoller denn je.

    Aktualisiert am: 16. Januar 2026

    Häufig gestellte Fragen zum Orientexpress

    Ja, als Venice Simplon-Orient-Express fährt er von März bis November mit historischen Wagen hauptsächlich zwischen Paris und Venedig. Der ursprüngliche Linienzug wurde in den 1960ern eingestellt, aber die Nostalgie-Verbindung lässt dich den Luxus noch heute erleben.

    Die Preise für die Strecke Paris-Venedig beginnen bei etwa 4.275 Euro pro Person in einer Historic Cabin (Doppelbelegung). Suiten kosten ab 8.800 Euro, Grand Suites über 13.500 Euro. Alle Mahlzeiten, Champagner und Service sind inklusive.

    Der Name kommt von der ursprünglichen Route: Der Zug verband Paris (das "Abendland") mit Konstantinopel/Istanbul (der "Orient"). "Express" stand für die schnelle Direktverbindung ohne ständiges Umsteigen – damals eine Revolution im Reisen.

    Die Hauptroute des Venice Simplon-Orient-Express führt von Paris über die Schweiz und Österreich nach Venedig (1 Nacht). Es gibt erweiterte Routen nach Istanbul, Budapest, Prag oder neu ab 2026 zur Amalfiküste. Die Paris-Istanbul-Route wird nur 1-2x jährlich angeboten.

    Georges Nagelmackers, ein belgischer Eisenbahnpionier, gründete 1872 die Compagnie Internationale des Wagons-Lits und ließ 1883 den ersten Orientexpress fahren. Seine Vision war es, Ost und West mit maximalem Luxus zu verbinden – inspiriert von amerikanischen Pullman-Wagen, aber viel eleganter.