Hotelwissen leicht gemacht

Was ist der DEHOGA?

Was macht der DEHOGA? Erfahre seine Aufgaben – von Hotelsternen bis Branchenpolitik & barrierefreiem Tourismus.

2.226 AUFRUFE

Der DEHOGA Bundesverband – kurz für Deutscher Hotel- und Gaststättenverband – ist der Spitzenverband des deutschen Gastgewerbes und vertritt die wirtschaftlichen, rechtlichen und politischen Interessen von Hotels, Restaurants, Cafés, Kantinen und weiteren Beherbergungs- und Gastronomiebetrieben in Deutschland. Der Name setzt sich schlicht aus den Anfangsbuchstaben von „Deutsches Hotel- und Gaststättengewerbe" zusammen. Mit Landesverbänden in allen 16 Bundesländern – darunter der DEHOGA Berlin und der DEHOGA NRW – ist der Verband flächendeckend organisiert und erreicht Zehntausende Mitgliedsbetriebe.

Warum das für Reisende wichtig ist

Wer in Deutschland ein Hotel bucht oder in einem Restaurant speist, profitiert häufig indirekt von der Arbeit des DEHOGA, ohne es zu wissen. Der Verband setzt Qualitätsstandards: Das bekannteste Beispiel ist die Deutsche Hotelklassifizierung, das offizielle Sternesystem für Hotels, das der DEHOGA gemeinsam mit dem Deutschen Tourismusverband (DTV) entwickelt hat und kontinuierlich weiterentwickelt. Von einem bis fünf Sternen legt diese Klassifizierung fest, welche Ausstattungs- und Servicemerkmale ein Betrieb erfüllen muss – ein verlässlicher Orientierungsrahmen beim Buchen. Wer also wissen möchte, was hinter einem Hotelversprechen steckt, findet im DEHOGA-System eine neutrale Grundlage – ergänzend zu kulinarischen Auszeichnungen wie den Michelin Sternen oder der Haubenküche.

Darüber hinaus engagiert sich der DEHOGA für barrierefreien Tourismus, Nachhaltigkeit und faire Arbeitsbedingungen in der Branche – Themen, die mittelbar die Qualität des Reiseerlebnisses für alle beeinflussen.

In der Praxis

Der DEHOGA ist auf mehreren Ebenen aktiv:

  • Branchenpolitik: Der Verband lobbyiert gegenüber Bundesregierung und EU für branchengerechte Regelungen – etwa bei der Mehrwertsteuer auf Speisen, beim Mindestlohn oder bei Hygienevorschriften.
  • Tarifverhandlungen: In vielen Bundesländern handelt der DEHOGA Tarifverträge für das Gastgewerbe aus. Der Stundenlohn in der Branche orientiert sich an diesen Tarifabschlüssen, die je nach Region variieren; konkrete aktuelle Sätze – etwa beim DEHOGA NRW – veröffentlichen die jeweiligen Landesverbände auf ihren Websites.
  • Ausbildung und Qualifizierung: Der Verband fördert Berufsausbildungen im Gastgewerbe, von der Hotelfachkraft bis zum Koch, und unterstützt Betriebe bei Weiterbildungsangeboten.
  • Klassifizierung: Betriebe können ihre Häuser offiziell klassifizieren lassen und so das DEHOGA-Sternesiegel tragen – relevant für Hoteliers, die transparente Qualitätssignale setzen möchten.
  • Partnernetzwerke: Der DEHOGA Berlin beispielsweise kooperiert mit Gewerkschaften, der Berliner Senatsverwaltung, Bildungsträgern und Tourismusorganisationen – ein dicht gewebtes Netz aus institutionellen Partnern, das die regionale Gastronomie und Hotellerie stärkt.

Der DEHOGA steht damit in engem Austausch mit dem Deutschen Reiseverband (DRV), der die gesamte Reisewirtschaft auf Bundesebene repräsentiert.

Worauf du achten solltest

Die Mitgliedschaft im DEHOGA ist freiwillig und kostenpflichtig. Die Beitragshöhe richtet sich nach Betriebsgröße, Umsatz und Bundesland und wird durch die jeweiligen Landesverbände festgelegt – pauschale Zahlen sind daher kaum seriös zu nennen; Interessierte sollten direkt beim zuständigen Landesverband anfragen. Wichtig zu wissen: Nicht jeder Betrieb, der DEHOGA-Mitglied ist, muss zwingend nach dem Hotelsternesystem klassifiziert sein – beides sind separate Prozesse. Umgekehrt garantiert ein Hotelstern allein noch keine Mitgliedschaft.

Auch Systemgastronomiebetriebe können Mitglied im DEHOGA sein, auch wenn ihre Strukturen sich stark von klassischen Einzelbetrieben unterscheiden.

Tipps

  • Beim Hotelbooking lohnt ein Blick auf das offizielle DEHOGA-Sternesiegel – es basiert auf objektiv geprüften Kriterien, nicht auf Gästebewertungen allein.
  • Wer ein Landhotel oder Golfhotel sucht, findet klassifizierte Häuser über die offizielle Hotelklassifizierungs-Datenbank.
  • Für Beschäftigte im Gastgewerbe lohnt der Blick in den aktuellen Tarifvertrag des jeweiligen DEHOGA-Landesverbands – dort sind Mindestlöhne und Zuschläge verbindlich geregelt.
  • Betriebe, die dem DEHOGA beitreten möchten, erhalten neben politischer Interessenvertretung auch Zugang zu Beratungsleistungen, Musterverträgen und Schulungsangeboten.

Häufig gestellte Fragen

Welche Aufgaben übernimmt der DEHOGA?

Der Deutsche Hotel- und Gaststättenverband (DEHOGA) ist die Branchenvertretung der deutschen Hotellerie und Gastronomie mit rund 65.000 Mitgliedsbetrieben. Hauptaufgaben: politische Lobbyarbeit (zuletzt erfolgreich für die ermäßigte Mehrwertsteuer auf Speisen), Tarifverhandlungen mit Gewerkschaft NGG, Hotel-Klassifizierung (Hotelstars-Sterne-System mit 247 Kriterien), Aus- und Weiterbildung (Berufsbild Hotelfach- und Restaurantfachfrau/mann), Rechtsberatung für Mitglieder, Markterhebungen und Konjunkturberichte. Auf Landesebene gibt es 17 DEHOGA-Landesverbände, die regionale Tarifverträge verhandeln und Mitgliedern juristisch beistehen. Geschäftsstelle in Berlin.

Wie funktioniert die DEHOGA-Hotelklassifizierung?

Das Hotelstars-System der DEHOGA bewertet Hotels nach 247 Kriterien in zwölf Kategorien — von Zimmerausstattung über Service bis zu Sicherheit. Ein zertifizierter Auditor besucht das Hotel alle drei Jahre, prüft Punkt für Punkt und vergibt 1 bis 5 Sterne plus optionalen „Superior"-Zusatz. Die Klassifizierung ist freiwillig und kostenpflichtig (etwa 1.500 bis 4.000 Euro je nach Sterne-Stufe und Hotelgröße). Mitgliedshotels nutzen das Schild als Marketing-Argument; ohne Klassifizierung dürfen Hotels Sterne in der Werbung nicht beanspruchen. Seit 2026 läuft die Gasthof-Klassifizierung (G-Klasse) aus und wird durch reguläre Sterne ersetzt.

Welche Mitgliedsvorteile bietet der DEHOGA?

Hotels und Gastronomiebetriebe erhalten als Mitglieder kostenlose Rechtsberatung, regelmäßige Branchenstatistiken, Zugang zur Hotelstars-Klassifizierung, vergünstigte Versicherungs- und Energieverträge über Rahmenvereinbarungen, Zugang zur DEHOGA-Akademie für Weiterbildungen und politische Vertretung in Berlin und Brüssel. Die Mitgliedsbeiträge sind regional gestaffelt — kleine Gastronomiebetriebe zahlen ab 50 Euro pro Monat, große Hotels mehrere hundert Euro. Außerdem gibt es regelmäßige Branchenveranstaltungen (DEHOGA Bundeskongress, Internorga in Hamburg, Hotelstars Award) und ein Stellenportal für Hotelfach-Personal.

Welche aktuellen politischen Themen treibt der DEHOGA?

2026 dominieren drei Themen die DEHOGA-Agenda: Erstens der dauerhafte Erhalt der ermäßigten Mehrwertsteuer auf Speisen (seit 1. Januar 2024 wieder bei 19 Prozent statt 7 Prozent während Corona — der DEHOGA fordert Rückkehr auf 7 Prozent). Zweitens der Fachkräftemangel — laut DEHOGA fehlen branchenweit über 100.000 Arbeitskräfte, weshalb der Verband schnellere Anerkennungsverfahren für ausländische Fachkräfte fordert. Drittens Energiepreis-Stabilisierung und faire Online-Plattform-Regulierung (Booking.com-Provisionsstreit). Auch Pflegegrad-Anerkennung in Hotels für Reha-Aufenthalte ist ein laufendes Thema.

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