Eine Resort Fee ist eine Pflichtgebühr, die Hotels – besonders in den USA, der Karibik und zunehmend weltweit – pro Zimmer und Nacht zusätzlich zum ausgewiesenen Zimmerpreis berechnen. Sie ist nicht optional, erscheint aber oft erst beim Check-out oder im Kleingedruckten der Buchungsseite. Wer sie übersieht, erlebt beim Bezahlen eine unangenehme Überraschung.
Warum das für Reisende wichtig ist
Resort Fees gehören zu den verbreitetsten versteckten Hotelgebühren weltweit und können das Reisebudget spürbar belasten. Im Gegensatz zur Kurtaxe, die von Kommunen erhoben und zweckgebunden für touristische Infrastruktur verwendet wird, steckt die Resort Fee direkt in die Kasse des Hotelbetriebs. Sie ist rechtlich gesehen eine freiwillige Entscheidung des Hotels – für Gäste jedoch faktisch verpflichtend, da eine Weigerung zur Ablehnung des Check-ins führen kann.
Besonders irreführend ist, dass Vergleichsportale den Zimmerpreis oft ohne Resort Fee anzeigen. Der tatsächliche Übernachtungspreis liegt dadurch häufig deutlich höher als zunächst erwartet. Die US-amerikanische Handelsbehörde FTC hat Hotels deswegen bereits mehrfach zur korrekten Preisausweisung verpflichtet – die Praxis ist dennoch weit verbreitet.
In der Praxis
Resort Fees finden sich vor allem in Las Vegas, Miami, Hawaii und anderen US-amerikanischen Urlaubsregionen. Aber auch Resorts in Mexiko, der Karibik und zunehmend in europäischen Stadthotels erheben vergleichbare Gebühren. Der Begriff „Resort" im Hotelnamen ist dabei keine Voraussetzung – auch klassische Stadthotels ohne Poolanlage oder Strandlage erheben die Gebühr.
Was ist mit einer Resort Fee abgedeckt? Typische Leistungen, die Hotels darunter bündeln:
- WLAN-Nutzung (teilweise auch ohne Fee kostenlos verfügbar)
- Nutzung von Pool, Fitnesscenter oder Spa-Bereich
- Tägliche Zeitung oder Wasserflaschen auf dem Zimmer
- Parkplatz oder Shuttleservice
- Anrufe aus dem Zimmer oder Schließfachnutzung
Ob diese Leistungen tatsächlich genutzt werden oder nicht, spielt für die Berechnung keine Rolle. Die Fee fällt pauschal an. Sie wird pro Zimmer und Nacht berechnet – nicht pro Person, auch wenn manche Hotels den Betrag pro Kopf staffeln, was bei Doppelzimmern relevant sein kann. Bei einer Buchung über Hotelvergleichsportale lohnt es sich daher immer, den angegebenen Endpreis inklusive aller Gebühren zu prüfen.
Wer auf Hotels stößt, die explizit mit „No Resort Fee" werben, kann dies als Qualitätsmerkmal werten: Das Haus verzichtet bewusst auf diese Praxis und weist Leistungen transparent im Zimmerpreis aus.
Kosten & Regeln
Resort Fees bewegen sich je nach Haus und Lage typischerweise zwischen etwa 20 und über 50 US-Dollar pro Zimmer und Nacht. Hinzu kommt in den USA häufig noch die Hotelsteuer auf die Fee selbst, was den Aufschlag weiter erhöht. Im Gegensatz zu einer Coperto im Restaurant oder einer Servizio-Gebühr in der Gastronomie, die meist gering und klar ausgewiesen sind, kann eine Resort Fee bei einem einwöchigen Aufenthalt schnell ein erheblicher Kostenfaktor werden.
Der Unterschied zwischen Hotel und Resort ist dabei nicht immer trennscharf: Resorts sind klassischerweise größere Urlaubsanlagen mit umfangreichem Freizeitangebot (Pools, Strand, Sportprogramm, Restaurants), während Hotels eher auf Unterkunft und Grundausstattung ausgerichtet sind. Die Resort Fee wurde ursprünglich als Bündelung von Resort-typischen Zusatzleistungen eingeführt – wird heute aber auch von Hotels ohne diese Merkmale erhoben.
Tipps
- Prüfe vor der Buchung immer die vollständigen Buchungskonditionen auf Zusatzgebühren – suche gezielt nach Begriffen wie „resort fee", „amenity fee" oder „destination fee".
- Vergleiche den Gesamtpreis inklusive aller Pflichtgebühren, bevor du Angebote gegenüberstellst.
- Bei Buchungen mit Punkten oder Freiübernachtungen (z. B. über Treueprogramme) fällt die Resort Fee oft trotzdem an.
- Mitglieder bestimmter Hotelprogramme erhalten die Fee manchmal erlassen – lohnt sich zu erfragen, besonders bei längeren Aufenthalten, bei denen auch ein Late Check-out oder andere Extras verhandelt werden können.
- „No Resort Fee"-Filter gibt es auf einigen Buchungsplattformen – aktiv nutzen, wenn Transparenz beim Preis Priorität hat.