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Ein Herrengedeck ist eine traditionelle deutsche Getränkekombination aus Bier und Schnaps, die je nach Region unterschiedlich serviert wird.
Herrengedeck bezeichnet in der deutschen Gastronomie eine klassische Kombination aus zwei alkoholischen Getränken, die gleichzeitig serviert werden. In den meisten Regionen besteht es aus einem großen Glas Bier und einem kleinen Glas Schnaps – auch Langes und Kurzes genannt. Du bekommst also zwei Gläser vor dich hingestellt und kannst selbst entscheiden, welches du zuerst trinkst.
Die Zusammensetzung variiert dabei stark nach Region und lokaler Kneipenkultur. Während in Bayern ein Helles mit Korn serviert wird, bekommst du in Köln ein Kölsch mit Korn und in Düsseldorf ein Altbier mit Killepitsch. Der Begriff stammt aus der Kneipen- und Hafenkultur Nord- und Westdeutschlands des 19. Jahrhunderts und hat sich aus Kombinationen wie der Lüttje Lage entwickelt.
Die Grundidee bleibt überall gleich: ein großes Bier kombiniert mit einem kleinen Schnaps. Doch welcher Schnaps zum Herrengedeck gehört, unterscheidet sich erheblich. In Bayern greifst du typischerweise zu einem Hellen mit Korn oder Obstler, manchmal auch mit Enzian. In Köln wird traditionell Kölsch mit Korn serviert, während du in Düsseldorf ein Altbier mit Killepitsch bekommst – einer lokalen Kräuterlikor-Spezialität.
In Berlin und anderen norddeutschen Städten wird häufig ein Pils mit Jägermeister oder Berliner Luft kombiniert. Hamburg hat seine eigene Tradition mit Lütt un Lütt – einer Kombination aus Bier und Kümmelschnaps. In Sachsen und Thüringen findest du oft ein Schwarzbier oder Pils mit klarem Schnaps oder Kräuterlikör. Die Vielfalt zeigt, wie regional verwurzelt diese Trinkkultur ist.
In manchen Gegenden bezeichnet Herrengedeck auch eine Kombination aus Bier und Sekt. Diese Variante war besonders in der DDR verbreitet, wo eine Flasche Bier mit einem Piccolo Sekt (0,2 Liter) serviert wurde. Paare teilten sich das Set häufig: der Mann trank das Bier, die Frau den Sekt. Auf der Hamburger Reeperbahn wurde diese Kombi früher oft als Mindestverzehr verlangt, um Zutritt zu Bars zu bekommen. Heute wird die Sekt-Bier-Bezeichnung für Herrengedeck vor allem in Ostdeutschland noch verwendet.
Es gibt kein starres Protokoll, aber typische Kneipenrituale haben sich etabliert. Die klassische Methode: Du kippst zuerst den Schnaps auf ex und nimmst dann das Bier als Nachspüler. So wird es in vielen traditionellen Wirtshäusern praktiziert. Das Bier mildert dabei die Schärfe des Schnapses und sorgt für einen harmonischen Geschmack.
Alternativ kannst du beide Getränke nacheinander in kleinen Schlucken genießen, wobei das Bier die kräftigen Aromen des Schnapses abrundet – ähnlich wie ein Tropfen Wasser Whisky öffnet. In Norddeutschland, besonders in Hannover bei der berühmten Lüttje Lage, werden beide Gläser sogar gleichzeitig in einer Hand gehalten: Das Schnapsglas wird über das Bierglas gekippt, sodass beide Flüssigkeiten gleichzeitig getrunken werden. Das erfordert allerdings etwas Übung und ein Lätzchen ist empfehlenswert.
Wenn du Bier und Sekt im Glas mischst, gibst du zuerst das gut gekühlte Bier ins Glas und lässt dann vorsichtig den Sekt einlaufen. So vermeidest du übermäßiges Schäumen und erhältst einen gleichmäßigen Mix. Das Mischverhältnis liegt meist bei 3:1, wobei das Bier dominiert. Diese Variante erinnert an den edleren Black Velvet aus Champagner und Guinness, ist aber deutlich rustikaler.
Das Herrengedeck ist fest mit der traditionellen Kneipen- und Stammtischkultur verbunden. Typischerweise bestellst du es nach Feierabend oder nach großer Anstrengung als kräftigen Start in den Abend. In Eckkneipen und Wirtshäusern gehört es zum Standardrepertoire und wird oft ohne weitere Erklärung verstanden. Besonders an Sonntagen beim Frühschoppen nach der Kirche war das Herrengedeck ein fester Bestandteil männlicher Stammtischrunden.
Bei Volksfesten wie Schützenfesten, Kirmes oder Karneval wird die Kombination häufig als rustikaler Standard bestellt. Das Hannoveraner Schützenfest ist berühmt für seine Lüttje Lage, und auch beim Maschseefest gehört diese Variante zum Programm. Einen festgelegten Feiertag für das Herrengedeck gibt es nicht – es ist vielmehr ein alltägliches Ritual der Wirtshauskultur, das seit Ende des 19. Jahrhunderts gepflegt wird.
Dem Herrengedeck steht traditionell das Damengedeck gegenüber, das meist eine leichtere Kombination bietet. Typischerweise besteht es aus Sekt oder einem Sekt-Cocktail mit einem alkoholfreien Getränk wie Apfelsaft oder Limonade. Auch hier gibt es regionale Unterschiede – von Sekt mit Orangensaft bis zu festgelegten Sekt-Longdrinks. Beide Begriffe spiegeln historische Geschlechterrollen wider und werden heute oft ironisch oder spielerisch verwendet.
Wenn du das nächste Mal in einer traditionellen deutschen Kneipe bist, probier doch mal ein Herrengedeck in seiner regionalen Variante. Es ist mehr als nur ein Getränk – es ist ein Stück gelebter Wirtshauskultur mit über 100 Jahren Geschichte. Und wer weiß, vielleicht entdeckst du dabei deine persönliche Lieblingskombination aus den vielen regionalen Varianten.
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