Kulinarische Begriffe & Spezialitäten auf Reisen erklärt

Englisches Frühstück - Full English Breakfast

Englisches Frühstück ist die üppige britische Mahlzeit mit Eiern, Speck, Würstchen und Baked Beans - ein deftiger Start in den Tag.

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Was ist Englisches Frühstück?

Englisches Frühstück ist die traditionelle britische Frühstücksmahlzeit, die warm serviert wird und aus mehreren deftigen Komponenten besteht. Im Gegensatz zum kontinentalen Frühstück mit Brot und Marmelade bekommst du hier eine richtige Mahlzeit: gebratene Eier, Bacon, Würstchen, Baked Beans, gegrillte Tomaten, Pilze und Toast. Mit etwa 1.200 Kalorien ist es mehr als die Hälfte deines Tagesbedarfs - kein Wunder, dass die meisten Briten es nur am Wochenende essen.

Der Ursprung liegt im viktorianischen Zeitalter, als wohlhabende Familien ihre Gäste mit opulenten Frühstücken beeindruckten. Später wurde es zum Kraftspender für Arbeiter in der Industrie. Heute findest du das Full English Breakfast in jedem britischen Hotel und vielen Pubs - die Qualität schwankt allerdings erheblich.

Die klassischen Bestandteile

Ein echtes englisches Frühstück erkennst du an diesen Zutaten: 2 Spiegeleier (das Eigelb sollte noch flüssig sein), 2-3 Streifen Back Bacon (der britische Speck hat mehr Fleisch als der amerikanische), 2 dicke Pork Sausages mit Kräutern, eine ordentliche Portion Baked Beans in Tomatensauce - ja, Bohnen zum Frühstück! Dazu kommen halbierte, gebratene Tomaten und braune Champignons.

Manche Hotels servieren noch Black Pudding (Blutwurst) oder Hash Browns dazu. Regional gibt's Varianten: In Schottland kommt Haggis auf den Teller, in Nordirland Potato Farls. Vegetarier bekommen statt Fleisch oft Halloumi oder vegane Würstchen - die schmecken überraschend gut.

Kosten und wo du es findest

In britischen Pubs zahlst du 8-12 Pfund (9-14 Euro), in Hotels eher 15-25 Pfund. London ist wie immer teurer - rechne mit 20-30 Pfund. In Deutschland bieten britische Pubs das Frühstück für 12-18 Euro an. Viele Hotelketten wie Premier Inn oder Holiday Inn haben es im Programm.

Kleiner Tipp: Selbst machen kostet nur 6-8 Euro! In 20 Minuten hast du alles in einer großen Pfanne fertig. Erst die Würstchen anbraten (die brauchen am längsten), dann Bacon dazu, später Pilze und Tomaten. Am Schluss die Eier in die Mitte - fertig ist dein Full English. Die Beans warm machst du separat in der Mikrowelle.

Praktische Tipps für Englisches Frühstück

Bestell es nicht täglich - mit über 1.200 Kalorien ist es eher was für besondere Anlässe. Am Wochenende nach einer durchfeierten Nacht? Perfekt! Die Briten schwören drauf als Katerfrühstück. In Hotels ist das kontinentale Frühstück oft inklusive, fürs English Breakfast zahlst du extra - frag vorher nach dem Preis.

Übrigens: Nur 12% der Briten essen wirklich regelmäßig ein Full English. Die meisten greifen auch dort zu Müsli oder Toast. Falls dir die volle Portion zu viel ist - viele Cafés bieten eine 'Small English' Version an. Und keine Sorge wegen der Baked Beans zum Frühstück - nach dem ersten Mal gewöhnst du dich dran. Zum englischen Frühstück gehört traditionell schwarzer Tee, aber Kaffee geht natürlich auch.

Häufig gestellte Fragen

Was gehört zum klassischen Full English Breakfast?

Das traditionelle „Full English" oder „Full Monty" umfasst gebratenen Speck (Back Bacon, dicker als amerikanischer Bacon), zwei Spiegeleier mit weicher Eigelb, gegrillte Würstchen (Lincolnshire oder Cumberland Sausage), Baked Beans (Heinz, in Tomatensoße), gegrillte halbe Tomate, gegrillte Pilze, Hash Browns oder Bratkartoffeln, gebratenes Brot oder getoastetes Brot mit Butter, manchmal Black Pudding (Blutwurst aus Schweinefett, Hafer und Blut) oder White Pudding. Dazu starker schwarzer Tee mit Milch und Zucker, manchmal Filterkaffee. Eine Vollportion liegt zwischen 1.000 und 1.400 Kalorien.

Worin unterscheidet sich English Breakfast von Continental Breakfast?

Continental Breakfast ist kalt und reduziert — Brot oder Croissant mit Marmelade, Butter, Käse, dazu Kaffee oder Tee. Englisches Frühstück ist warm und komplett: Speck, Würstchen, Eier, Bohnen, Pilze, Tomaten — eine Hauptmahlzeit. Continental ist 300 bis 500 kcal, English Breakfast 1.000 bis 1.400 kcal. Auch der Schwerpunkt ist anders: Continental setzt auf Kohlenhydrate (Brot, Marmelade), English auf Eiweiß und Fett (Eier, Speck, Würstchen). In England isst man Frühstück oft als Hauptmahlzeit am Tag, in Frankreich oder Italien dagegen leichter — Mittag und Abend werden dafür größer.

Wann und wo essen Engländer ihr Full English?

Klassisch am Wochenende, oft als „Brunch" zwischen 10 und 13 Uhr — selten unter der Woche, weil zu zeitintensiv. Beliebte Adressen sind „Caffs" (klassische britische Cafés mit Kunststoffbänken und Plastikflaschen), Diner-Kette wie The Breakfast Club (mehrere London-Standorte), Modern-British-Lokale wie The Wolseley und Hawksmoor. In B&Bs (Bed & Breakfasts) wird Full English oft als Standardfrühstück serviert — Teil des britischen Reise-Erlebnisses. Auf Reisen außerhalb Englands findet man Full English in irischen und schottischen Pubs, in Pubs in Australien und Neuseeland sowie in einigen britisch geprägten Städten wie Gibraltar.

Welche Variationen gibt es?

Schottland: Full Scottish Breakfast erweitert um Lorne Sausage (rechteckiger Würstchen-Patty), Tattie Scones (Kartoffelplätzchen) und Haggis. Wales: Welsh Breakfast mit Laverbread (gepresste Algenpaste) und Cockles (Herzmuscheln). Irland: Irish Full Breakfast mit White Pudding (heller Blutwurst-Variante) und Soda Bread. Vegetarische Variation ersetzt Speck und Würstchen durch Vegetarian Sausages (Linda McCartney's, Quorn) und mehr Pilze. Für Veganer entfallen Eier und Speck, ergänzt durch Avocado, Tofu-Rührei, Pflanzen-Würstchen. Weitere regionale Versionen sind Cornish Full Breakfast (mit Hog's Pudding) und Ulster Fry (Nordirland).