#„Kostenlos“ ist das Preisschild für genau eine Zeile
Wenn eine Bank ihre Karte kostenlos nennt, meint das in der Regel eine einzige Position: die Jahresgebühr. Alle anderen Zeilen des Preis-Leistungs-Verzeichnisses — Sollzinsen, Bargeldentgelte, Kosten für Ersatzkarte oder neue PIN — bleiben davon unberührt. Deshalb ist dieser Ratgeber als Prüfliste aufgebaut: Er sortiert die typischen Kostenstellen nach Schadenspotenzial und beginnt mit der Rückzahlungseinstellung, denn bei einem Teil der kostenlosen Karten steht sie ab Werk auf Teilzahlung. Zwischen einer Karte, die dich 0 € kostet, und derselben Karte mit laufenden Zinskosten liegt dann keine Gebühr, sondern eine einzige Einstellung in der App — bei den drei hier verknüpften Karten entscheidet sie über Sollzinsen zwischen 16,05 % und 21,99 % pro Jahr.
#Dein Nutzungsprofil entscheidet, ob 0 € wirklich 0 € bleiben
Dieselbe Karte kann für dich kostenlos sein und für jemand anderen teuer. Die drei Karten in diesem Ratgeber zeigen das Muster: Die Hanseatic Bank GenialCard verlangt bedingungslos 0 € Jahresgebühr, berechnet aber für Bargeld in Deutschland 3,95 € pro Abhebung. Die Barclays Visa erhebt selbst keine Abhebegebühr, startet dafür in der Teilzahlung. Die Bank Norwegian Visa Card führt Reiseleistungen auf, ruft bei Teilzahlung aber die höchsten Zinsen der drei auf. Eine für alle beste kostenlose Karte gibt es deshalb nicht — nur die Karte, deren Kostenstellen du mit deinem Verhalten gar nicht erst auslöst. Lies den Haken-Katalog unten darum mit deinem eigenen Profil im Kopf.
Du bezahlst viel außerhalb der Eurozone? Dann zählt die Fremdwährungsgebühr am meisten — alle drei verknüpften Karten rechnen hier mit 0 %.
Du hebst regelmäßig Bargeld ab? Prüfe Gebühr und Verzinsung getrennt — manche Karten verzinsen Bargeld ab dem Abhebetag.
Du lässt gelegentlich einen Saldo offen? Dann ist der Sollzins wichtiger als jede Gebührenzeile.
#So arbeitest du mit diesem Ratgeber
Der Aufbau folgt der Prüfreihenfolge vor einem Antrag: erst die großen Haken — Rückzahlung, Bargeld- und Fremdwährungskosten, Bedingungen im Kleingedruckten —, dann die Checkliste, die du neben die Produktseite legst. Die verknüpften Karten dienen dabei als Anschauungsmaterial für unterschiedliche Kostenmodelle, nicht als Rangliste. Und egal wie gründlich ein Ratgeber ist: Maßgeblich sind die Dokumente, die du beim Antrag bestätigst — Konditionen ändern sich, das aktuelle Preis-Leistungs-Verzeichnis des Anbieters hat immer das letzte Wort.



