Eine gute Bar ist oft das Herzstück einer Reise. Sie ist der Ort, an dem ein langer Reisetag ausklingt, an dem Gespräche mit Fremden beginnen und an dem sich der Charakter einer Stadt in einem einzigen Glas konzentriert. Ob du allein reist, mit Partner oder in einer Gruppe – die Bar einer Stadt erzählt dir Geschichten, die kein Reiseführer kennt.
Dabei geht es längst nicht mehr nur ums Trinken. Bars sind heute Kulturräume, soziale Treffpunkte und manchmal kleine Kunstinstallationen. Wer auf Reisen wirklich eintauchen will, sollte die Hotellounge hinter sich lassen und sich auf die Suche nach dem machen, was eine Destination wirklich ausmacht – am besten mit einem gut gemixten Drink in der Hand. Das gesamte Thema Kulinarik auf Reisen erkundet unsere Kulinarik-Hauptkategorie umfassend.
#Warum Bars ein unterschätzter Reisebaustein sind
Bars erfüllen auf Reisen eine Funktion, die weit über den Genuss hinausgeht. Sie sind Informationsbörsen, Treffpunkte für Einheimische und Reisende zugleich und häufig der verlässlichste Ort, um ein ehrliches Bild einer Stadt zu bekommen. Der Barkeeper weiß, welches Restaurant wirklich gut ist. Die Stammgäste kennen die Viertel, die kein Touristenbus anfährt.
Wer als Flashpacker unterwegs ist, schätzt Bars besonders: Sie verbinden den Wunsch nach authentischen Begegnungen mit einem gewissen Komfortanspruch. Und anders als ein Restaurant erfordert der Besuch einer Bar weder Reservierung noch feste Abendplanung – man kommt, wenn man möchte, und bleibt, solange es sich gut anfühlt.
#Arten von Bars, die du auf Reisen kennen solltest
Die Barlandschaft weltweit ist erstaunlich vielfältig. Damit du weißt, worauf du dich einlässt, hier ein Überblick über die wichtigsten Typen:
Hotelbar: Praktisch, oft hochwertig und ein sicherer Einstieg in einen Abend. In Designhotels häufig auch ein echtes Destination-Erlebnis.
Rooftop-Bar: Bietet Panorama und Ambiente – ideal für den ersten Abend in einer neuen Stadt.
Speakeasy / Hidden Bar: Versteckte Bars, oft hinter unverdächtigen Eingängen wie Kühlschränken oder Telefonzellen. Mehr dazu im Abschnitt zu Secret Bars.
Craft-Cocktail-Bar: Fokussiert auf handwerklich hergestellte Spirituosen und kreative Rezepturen. Häufig mit Degustationscharakter – nicht unähnlich dem Ansatz des Fine Dining.
Brasserie-Bar: Besonders in Frankreich und Belgien verbreitet – die Brasserie vereint Gastronomie und Bar-Kultur auf besonders gemütliche Weise.
Dive Bar: Unprätentiös, authentisch, günstig. Oft die ehrlichsten Orte einer Stadt.
Wine Bar / Enoteca: Ideal für Weinregionen – hier triffst du auf lokale Produzenten und ihre Tropfen.
#Hidden Bars und Secret Bars: Die Kunst des Entdeckens
Kaum etwas bereitet Reisenden mehr Freude als das Auffinden einer versteckten Bar. Diese Lokale – oft als Speakeasy, Hidden Bar oder Secret Bar bezeichnet – sind bewusst schwer zu finden. Der Eingang versteckt sich hinter einem Buchregal, einer falschen Wand oder einer unscheinbaren Tür ohne Schild. Der Begriff geht auf die Prohibition in den USA der 1920er-Jahre zurück, als Alkohol illegal und Trinkstätten entsprechend verborgen waren.
Heute sind Hidden Bars ein weltweites Phänomen – von Tokio über London bis Berlin. Sie setzen auf Exklusivität durch Unbekanntheit, nicht durch Preise. Die besten findet man über lokale Empfehlungen, spezialisierte Bar-Apps oder schlicht durch neugieriges Herumfragen. Ein Herrengedeck wirst du in einer dieser Adressen eher nicht bestellen – dafür aber Cocktails, die du so nirgendwo sonst bekommst.
Wie findet man Hidden Bars auf Reisen?
Lokale Blogs und Instagram-Accounts der Destination durchstöbern
Den Barkeeper der ersten Bar des Abends fragen
Apps wie „Foursquare" oder spezialisierte Bar-Guides nutzen
Reiseforen und Subreddits zur Zielstadt konsultieren
Einfach aufmerksam durch Wohnviertel spazieren – viele versteckte Bars haben nur ein kleines Logo an der Tür
#Allein an der Bar: Warum Solo-Reisende Bars lieben
Für allein Reisende ist die Bar oft der sozialste Ort des Tages. An der Theke sitzen ist eine Einladung zum Gespräch – mit dem Barkeeper, den Nachbarn auf dem Hocker, gelegentlich mit ganzen Gruppen, die spontan zusammenwachsen. Das funktioniert besonders gut in Städten mit einer lebendigen Bar-Kultur wie Barcelona, New York, Tokio oder Wien.
Wer genussfreudig reist und Wert auf Qualität legt, tut gut daran, sich vorab über das Angebot zu informieren. Viele gehobene Bars weltweit orientieren sich an ähnlichen Standards wie die Spitzengastronomie – inklusive Amuse-Bouche-ähnlicher Snacks, die zum Drink gereicht werden, sogenannte Amuse-Bouches, die den Gaumen auf mehr vorbereiten.
#Praktisches: Bezahlen, Trinkgeld und Gepflogenheiten
Wer international in Bars unterwegs ist, sollte ein paar praktische Dinge wissen:
Barzahlung: In vielen Ländern – darunter Teile Südeuropas und Lateinamerikas – ist Barzahlung in Bars nach wie vor die Norm oder schlicht die bevorzugte Methode. Immer etwas Bargeld dabei haben.
Kartenzahlung: In Nordeuropa, Großbritannien, Australien und Nordamerika ist Kartenzahlung flächendeckend üblich. Kontaktloses Bezahlen ist Standard.
Trinkgeld: In den USA gehören 15–20 % Trinkgeld zum guten Ton. In Deutschland ist es optional, aber willkommen. In Japan wird Trinkgeld teils als unhöflich empfunden.
Servicegebühren: In manchen Ländern wird eine Servicegebühr automatisch auf die Rechnung aufgeschlagen – vergleichbar mit dem, was man aus der italienischen Gastronomie als Servizio kennt.
Mindestumsatz: Manche Bars, vor allem Rooftop- und Hotel-Bars, verlangen einen Mindestkonsumationsbetrag pro Person.
Wer häufig auf Reisen trinkt und bezahlt, sollte darauf achten, keine unnötigen Auslandsgebühren zu zahlen. Reisekreditkarten vergleichen lohnt sich, um bei jedem Drink weltweit gebührenfrei bezahlen zu können.
