Madrid Sehenswürdigkeiten – vom Königspalast bis zur Plaza Mayor
Morgens um zehn, wenn die Sonne die Ostfassade des Königspalasts trifft, hallen die Schritte der Wache über die Plaza de la Armería – und die Schlange am Einlass ist noch kurz.
Der Palacio Real ist mit mehr als 3.000 Räumen einer der größten Paläste Europas – bewohnt wird er nicht mehr, die Königsfamilie lebt draußen im Zarzuela-Palast, und genau das macht ihn besichtigbar: Prunktreppe, Thronsaal, die Rüstungen der Armería Real. Buche das Zeitfenster online und komm gleich zur Öffnung, bevor die Gruppen eintreffen. Direkt gegenüber steht die Almudena-Kathedrale, erst 1993 geweiht, und seit 2023 ergänzt die Galería de las Colecciones Reales den Komplex – ein moderner Museumsbau, der die besten Stücke der königlichen Sammlungen zeigt, von Velázquez-Gemälden bis zu den Prunkkutschen.
An der Puerta del Sol beginnt Spanien im Wortsinn: Die Messingplatte des Kilómetro Cero vor dem alten Postgebäude markiert den Nullpunkt der Radialstraßen des Landes, ein paar Schritte weiter posiert halb Madrid vor dem Oso y el Madroño, dem Bären am Erdbeerbaum aus dem Stadtwappen. Durch die Calle Mayor sind es fünf Minuten zur Plaza Mayor, einem geschlossenen Rechteck aus dem 17. Jahrhundert mit neun Torbögen und bemalter Fassade an der Casa de la Panadería. Iss hier keinen überteuerten Paella-Teller, sondern das, was die Madrilenen selbst essen: ein Bocadillo de Calamares – frittierte Tintenfischringe im Weißbrot – in einer der Bars in den Seitengassen.
Die Gran Vía ist Madrids Schneise durch die Altstadt, zwischen 1910 und 1929 freigeschlagen und gesäumt von Hochhäusern, die damals amerikanischer wirkten als alles andere in Europa – allen voran das Edificio Metrópolis mit seiner goldenen Siegesgöttin auf der Kuppel. Den besten Blick darauf hast du von der Dachterrasse des Círculo de Bellas Artes. Zum Sonnenuntergang stellst du dich dann an den Templo de Debod im Parque del Oeste: einen echten ägyptischen Tempel aus dem 2. Jahrhundert vor Christus, den Ägypten 1968 als Dank für die Hilfe bei der Rettung der nubischen Monumente nach Madrid verschenkte. Wenn die Sonne hinter der Casa de Campo versinkt, spiegelt sich der Tempel im Wasserbecken.
Sonntags gehört der Vormittag dem Rastro: Madrids Flohmarkt zieht sich seit Jahrhunderten die Ribera de Curtidores hinunter, von Antiquitäten über Flamenco-Kleider bis zu Fahrradteilen. Danach schiebt sich alles in die Bars von La Latina zur Vermut-Stunde – der Wermut kommt hier vom Fass, dazu ein Teller Oliven oder eine gute Konserve. Wer Madrid jenseits der Postkarten sehen will, läuft weiter durch das vielsprachige Lavapiés zum Matadero, einem ehemaligen Schlachthof am Manzanares, der heute Kulturzentrum ist, und folgt dem Fluss durch den Park Madrid Río – eine kilometerlange Uferpromenade, die erst 2011 auf dem Deckel einer Stadtautobahn entstand.
























