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Wer das Haus des Meeres zum ersten Mal betritt, muss zunächst innehalten: Das Gebäude selbst ist ein Relikt aus einer anderen Epoche. Der massige Flakturm im Esterházypark, errichtet im Zweiten Weltkrieg und bis heute nicht abreißbar, beherbergt seit Jahrzehnten eines der ungewöhnlichsten Aquarien Europas. Dieser Kontrast – Kriegsarchitektur trifft auf lebendige Unterwasserwelt – macht das Haus des Meeres zu einem Erlebnis, das sich von gewöhnlichen Zoobesuchen grundlegend unterscheidet.
Der Rundgang führt Besucher durch mehrere Stockwerke, die jeweils eigene Ökosysteme zeigen. In den unteren Etagen begegnet man heimischen Süßwasserfischen und europäischen Reptilien, bevor die Ausstellung in tropische Gefilde wechselt. Das Herzstück ist das große Haibecken, in dem Schwarzspitzenriffhaie und Rochen gemächlich ihre Runden ziehen – Auge in Auge mit dem Besucher, nur durch Glas getrennt. Wer Glück hat, erwischt eine der regelmäßigen Fütterungen, bei denen Taucher ins Wasser steigen und die Haie aus nächster Nähe versorgen.
Besonders eindrucksvoll ist der tropische Regenwald, der sich über mehrere Stockwerke des Turms erstreckt. Freifliegende Vögel, Leguane und Schildkröten teilen sich einen begrünten Innenraum, der sich mit jedem Stockwerk weiter nach oben öffnet. Wer den Aufzug meidet und die Treppe nimmt, entdeckt immer wieder neue Perspektiven auf dieses grüne Labyrinth.
Ganz oben wartet eine Aussichtsplattform mit freiem Blick über Wien – ein stiller Moment nach dem lebhaften Treiben der Tiere darunter. Das Haus des Meeres eignet sich gleichermaßen für Familien mit Kindern, Schulklassen und neugierige Erwachsene, die einen ungewöhnlichen Nachmittag in der Stadt suchen.